Lutherbibel 2017 (LU17)
3

Die Macht der Zunge

31Nicht jeder von euch, meine Brüder, soll Lehrer werden; da wir doch wissen, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden. 2Denn wir verfehlen uns alle mannigfaltig. Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mensch und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.

3Wenn wir den Pferden den Zaum ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir ihren ganzen Leib. 4Siehe, auch die Schiffe, obwohl sie so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wohin der will, der es führt. 5So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rechnet sich große Dinge zu. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an! 6Auch die Zunge ist ein

3,6
Spr 16,27
Feuer. Eine Welt voll Ungerechtigkeit ist die Zunge unter unsern Gliedern: Sie befleckt den ganzen Leib und setzt das ganze Leben in Brand und ist selbst von der Hölle entzündet.
3,6
Mt 12,36-37
15,1118

7Denn jede Art von Tieren und Vögeln und Schlangen und Seetieren wird gezähmt und ist gezähmt vom Menschen, 8aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das aufrührerische Übel, voll tödlichen Gifts.

3,8
Ps 140,4
9Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen,
3,9
1. Mose 1,26-27
die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. 10Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.
3,10
Eph 4,29
11Lässt auch die Quelle aus einem Loch Süßes und Bitteres fließen? 12Kann auch ein Feigenbaum Oliven oder ein Weinstock Feigen tragen? So kann auch eine salzige Quelle nicht süßes Wasser geben.

Die Weisheit von oben

13Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. 14Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. 15Das ist nicht die Weisheit, die

3,15
Kap
von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, menschlich und teuflisch. 16Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. 17Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. 18Die
3,18
Phil 1,11
Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die
3,18
Mt 5,9
Frieden stiften.

4

Warnung vor Unfriede

41Woher kommt Streit, woher Krieg unter euch? Kommt’s nicht daher: aus euren Gelüsten, die da streiten in euren Gliedern? 2Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts;

4,2
Gal 5,15
ihr streitet und kämpft; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; 3ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.

4Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass

4,4
Lk 6,26
Röm 8,7
1. Joh 2,15
Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. 5Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Der Geist, den er in uns wohnen ließ, drängt nach Neid; 6doch Gott gibt größere Gnade. Darum heißt es (Spr 3,34): »Gott widersteht den Hochmütigen, aber
4,6
Hiob 22,29
Mt 23,12
1. Petr 5,5
den Demütigen gibt er Gnade.«

7So seid nun Gott untertan.

4,7
1. Petr 5,8-9
Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. 8
4,8
Sach 1,3
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.
4,8
Ps 24,4
Jes 1,16
Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. 9Klagt, trauert und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. 10Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.
4,10
1. Petr 5,6

11Verleumdet einander nicht. Wer seinen Bruder verleumdet oder seinen Bruder verurteilt, der verleumdet und verurteilt das Gesetz. Verurteilst du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. 12Einer ist der Gesetzgeber und Richter, der selig machen und verdammen kann.

4,12
Mt 7,1
Röm 14,4
Wer aber bist du, dass du den Nächsten verurteilst?

Warnung vor Selbstsicherheit

13Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –,

4,13
Spr 27,1
14und
4,14
Lk 12,20
wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. 15Dagegen solltet ihr sagen:
4,15
Apg 18,21
1. Kor 4,19
Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. 16Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.

17Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.

4,17
Lk 12,47

5

Das Gericht über die Reichen

51Wohlan nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird!

5,1
Lk 6,24
2
5,2
Mt 6,19
Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen. 3Euer Gold und Silber ist verrostet und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in den letzten Tagen! 4Siehe,
5,4
5. Mose 24,14-15
der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth. 5Ihr habt
5,5
Lk 16,1925
geschlemmt auf Erden und geprasst und eure Herzen gemästet am Schlachttag. 6Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.
5,6
Kap

Mahnung zur Geduld

7So seid nun

5,7
Hebr 10,36
geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. 8Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen;
5,8
Phil 4,5
denn das Kommen des Herrn ist nahe.

9Seufzt nicht widereinander, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür. 10Nehmt zum Vorbild des Leidens und der Geduld die

5,10
Mt 5,12
Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. 11Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der
5,11
Hiob 1,21
Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen,
5,11
Hiob 42,10-17
zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

12Vor allen Dingen aber, Brüder und Schwestern, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.

5,12
Mt 5,34-37

Das Gebet für die Kranken

13Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der

5,13
Eph 5,19
singe Psalmen. 14Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und
5,14
Mk 6,13
ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 15Und
5,15
Mk 16,18
das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.

16

5,16
1. Joh 1,8-9
Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. 17Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet,
5,17
1. Kön 17,1
Lk 4,25
dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. 18Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.
5,18
1. Kön 18,41-45

Verantwortung für die Irrenden

19Meine Brüder und Schwestern,

5,19
Gal 6,1
wenn jemand unter euch abirrt von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, 20der soll wissen:
5,20
Ps 51,15
Wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird
5,20
Spr 10,12
1. Petr 4,8
bedecken die Menge der Sünden.

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