Lutherbibel 2017 (LU17)
2

Kein Ansehen der Person in der Gemeinde

21Meine Brüder und Schwestern, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. 2Denn wenn in eure Versammlung ein Mann kommt mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es kommt aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, 3und ihr seht auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprecht zu ihm: Setz du dich hierher auf den guten Platz!, und sprecht zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setz dich unten zu meinen Füßen!, 4macht ihr dann nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken?

5Hört zu, meine Lieben! Hat nicht Gott

2,5
1. Kor 1,26-27
Lk 6,20
erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? 6Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan.
2,6
Apg 19,24
Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? 7Verlästern sie nicht den guten
2,7
1. Petr 4,14
Namen, der über euch genannt ist? 8Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht; 9wenn ihr aber
2,9
5. Mose 1,17
die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter.

10Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.

2,10
Mt 5,19
11Denn der gesagt hat (2. Mose 20,13-14): »Du sollst nicht ehebrechen«, der hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten.« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. 12Redet so und handelt so als Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. 13Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen,
2,13
Mt 5,7
25,45-46
der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

Glaube ohne Werke ist tot

14

2,14
Röm 3,21-31
Was hilft’s, Brüder und Schwestern,
2,14
Mt 7,21
wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? 15Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung 16und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? 17So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.

18Aber es könnte jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so

2,18
Gal 5,6
will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken. 19Du glaubst,
2,19
5. Mose 6,4
1. Kor 8,6
dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben’s auch und zittern. 20Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?

21Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte?

2,21
1. Mose 22,1-19
Hebr 11,17
Röm 4,2-3
22Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. 23So ist die Schrift erfüllt, die da spricht (1. Mose 15,6): »Abraham hat Gott geglaubt und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden«, und er wurde »ein Freund Gottes« genannt (Jes 41,8). 24So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein. 25Desgleichen die
2,25
Hebr 11,31
Hure Rahab: Ist sie nicht durch Werke gerecht geworden, als sie
2,25
Jos 2,1-24
die Boten aufnahm und sie auf einem andern Weg hinausließ? 26Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

3

Die Macht der Zunge

31Nicht jeder von euch, meine Brüder, soll Lehrer werden; da wir doch wissen, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden. 2Denn wir verfehlen uns alle mannigfaltig. Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mensch und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.

3Wenn wir den Pferden den Zaum ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir ihren ganzen Leib. 4Siehe, auch die Schiffe, obwohl sie so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wohin der will, der es führt. 5So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rechnet sich große Dinge zu. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an! 6Auch die Zunge ist ein

3,6
Spr 16,27
Feuer. Eine Welt voll Ungerechtigkeit ist die Zunge unter unsern Gliedern: Sie befleckt den ganzen Leib und setzt das ganze Leben in Brand und ist selbst von der Hölle entzündet.
3,6
Mt 12,36-37
15,1118

7Denn jede Art von Tieren und Vögeln und Schlangen und Seetieren wird gezähmt und ist gezähmt vom Menschen, 8aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das aufrührerische Übel, voll tödlichen Gifts.

3,8
Ps 140,4
9Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen,
3,9
1. Mose 1,26-27
die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. 10Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.
3,10
Eph 4,29
11Lässt auch die Quelle aus einem Loch Süßes und Bitteres fließen? 12Kann auch ein Feigenbaum Oliven oder ein Weinstock Feigen tragen? So kann auch eine salzige Quelle nicht süßes Wasser geben.

Die Weisheit von oben

13Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. 14Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. 15Das ist nicht die Weisheit, die

3,15
Kap
von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, menschlich und teuflisch. 16Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. 17Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. 18Die
3,18
Phil 1,11
Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die
3,18
Mt 5,9
Frieden stiften.

4

Warnung vor Unfriede

41Woher kommt Streit, woher Krieg unter euch? Kommt’s nicht daher: aus euren Gelüsten, die da streiten in euren Gliedern? 2Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts;

4,2
Gal 5,15
ihr streitet und kämpft; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; 3ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.

4Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass

4,4
Lk 6,26
Röm 8,7
1. Joh 2,15
Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. 5Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Der Geist, den er in uns wohnen ließ, drängt nach Neid; 6doch Gott gibt größere Gnade. Darum heißt es (Spr 3,34): »Gott widersteht den Hochmütigen, aber
4,6
Hiob 22,29
Mt 23,12
1. Petr 5,5
den Demütigen gibt er Gnade.«

7So seid nun Gott untertan.

4,7
1. Petr 5,8-9
Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. 8
4,8
Sach 1,3
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.
4,8
Ps 24,4
Jes 1,16
Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. 9Klagt, trauert und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. 10Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.
4,10
1. Petr 5,6

11Verleumdet einander nicht. Wer seinen Bruder verleumdet oder seinen Bruder verurteilt, der verleumdet und verurteilt das Gesetz. Verurteilst du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. 12Einer ist der Gesetzgeber und Richter, der selig machen und verdammen kann.

4,12
Mt 7,1
Röm 14,4
Wer aber bist du, dass du den Nächsten verurteilst?

Warnung vor Selbstsicherheit

13Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –,

4,13
Spr 27,1
14und
4,14
Lk 12,20
wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. 15Dagegen solltet ihr sagen:
4,15
Apg 18,21
1. Kor 4,19
Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. 16Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.

17Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.

4,17
Lk 12,47

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