Lutherbibel 2017 (LU17)
1

11Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung: Seid gegrüßt!

Christen in der Anfechtung

2Meine Brüder und Schwestern, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt,

1,2
Röm 5,3-5
1. Petr 4,13
3und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. 4Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und keinen Mangel habt.

5Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott,

1,5
Kap
der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden. 6Er
1,6
Mk 11,24
bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und aufgepeitscht wird. 7Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde. 8Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen.

9Der Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe;

1,9
Kap
10
1,10
Jes 40,6-7
wer aber
1,10
1. Tim 6,17
reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. 11Die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und das Gras verwelkt, und die Blume fällt ab und ihre schöne Gestalt verdirbt: So wird auch der Reiche dahinwelken in dem, was er unternimmt.

12Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die

1,12
2. Tim 4,8
Offb 2,10
Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.

Der Ursprung der Versuchung

13Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. 14

1,14
1. Mose 3,6
Sondern ein jeder, der versucht wird, wird
1,14
Röm 7,7-8
von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt. 15Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist,
1,15
Röm 6,23
7,10
gebiert den Tod.

16Irrt euch nicht, meine Lieben. 17Alle

1,17
Mt 7,11
gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem
1,17
1. Joh 1,5
Vater des Lichts1,17 Wörtlich: »Vater der Himmelslichter«., bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis. 18Er hat uns
1,18
Joh 1,13
1. Petr 1,23
geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir die
1,18
Röm 16,5
Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

Hörer und Täter des Wortes

19Ihr sollt wissen: Ein jeder Mensch sei

1,19
Spr 29,20
Pred 5,1-2
7,9
schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. 20Denn
1,20
Spr 29,22
Eph 4,26
des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. 21Darum
1,21
1. Petr 2,1
legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen.

22

1,22
Mt 7,21
Röm 2,13
Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst. 23Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; 24denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah. 25Wer aber sich vertieft in das vollkommene
1,25
Kap
Gesetz der Freiheit und dabei beharrt und ist nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seinem Tun.

26Wenn jemand meint, er diene Gott, und

1,26
Kap
hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig. 27Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.

2

Kein Ansehen der Person in der Gemeinde

21Meine Brüder und Schwestern, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. 2Denn wenn in eure Versammlung ein Mann kommt mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es kommt aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, 3und ihr seht auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprecht zu ihm: Setz du dich hierher auf den guten Platz!, und sprecht zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setz dich unten zu meinen Füßen!, 4macht ihr dann nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken?

5Hört zu, meine Lieben! Hat nicht Gott

2,5
1. Kor 1,26-27
Lk 6,20
erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? 6Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan.
2,6
Apg 19,24
Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? 7Verlästern sie nicht den guten
2,7
1. Petr 4,14
Namen, der über euch genannt ist? 8Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht; 9wenn ihr aber
2,9
5. Mose 1,17
die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter.

10Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.

2,10
Mt 5,19
11Denn der gesagt hat (2. Mose 20,13-14): »Du sollst nicht ehebrechen«, der hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten.« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. 12Redet so und handelt so als Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. 13Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen,
2,13
Mt 5,7
25,45-46
der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

Glaube ohne Werke ist tot

14

2,14
Röm 3,21-31
Was hilft’s, Brüder und Schwestern,
2,14
Mt 7,21
wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? 15Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung 16und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? 17So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.

18Aber es könnte jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so

2,18
Gal 5,6
will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken. 19Du glaubst,
2,19
5. Mose 6,4
1. Kor 8,6
dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben’s auch und zittern. 20Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?

21Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte?

2,21
1. Mose 22,1-19
Hebr 11,17
Röm 4,2-3
22Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. 23So ist die Schrift erfüllt, die da spricht (1. Mose 15,6): »Abraham hat Gott geglaubt und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden«, und er wurde »ein Freund Gottes« genannt (Jes 41,8). 24So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein. 25Desgleichen die
2,25
Hebr 11,31
Hure Rahab: Ist sie nicht durch Werke gerecht geworden, als sie
2,25
Jos 2,1-24
die Boten aufnahm und sie auf einem andern Weg hinausließ? 26Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

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