Lutherbibel 2017 (LU17)
7

Jesaja ruft den König Ahas zum Glauben

71Es begab sich zur Zeit des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes Usijas, des Königs von Juda, da zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, herauf nach Jerusalem, um es zu bekämpfen; sie konnten es aber nicht erobern.7,1 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Syrisch-Ephraimitischer Krieg«.

7,1
2. Kön 16,5

2Da wurde dem Hause David angesagt: Die Aramäer haben sich gelagert in Ephraim. Da bebte ihm das Herz und das Herz seines Volks, wie die Bäume im Walde beben vom Winde. 3Aber der HERR sprach zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn

7,3
Kap
Schear-Jaschub7,3 Der Name bedeutet »ein Rest wird sich bekehren«.,
7,3
Kap
an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, an der Straße beim Acker des Walkers, 4und sprich zu ihm: Hüte dich und
7,4
Kap
bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt vor diesen beiden Brandscheiten, die nur noch rauchen, dem glühenden Zorn Rezins und der Aramäer und des Sohnes Remaljas. 5Weil die Aramäer gegen dich Böses ersonnen haben samt Ephraim und dem Sohn Remaljas und sagen: 6»Wir wollen hinaufziehen nach Juda und es in Schrecken versetzen und für uns erobern und zum König darin machen den Sohn Tabeals«, – 7so spricht Gott der HERR: Das soll nicht bestehen und wird nicht geschehen. 8Denn das Haupt von Aram ist Damaskus, und das Haupt von Damaskus ist Rezin – und in fünfundsechzig Jahren soll es mit Ephraim aus sein, dass sie nicht mehr ein Volk seien. 9Und das Haupt von Ephraim ist Samaria, und das Haupt von Samaria ist der Sohn Remaljas.
7,9
Kap
Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.

Das Zeichen des Immanuel und das Strafgericht durch die Assyrer

10Und der HERR redete abermals zu Ahas und sprach: 11Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, es sei drunten in der Tiefe oder droben in der Höhe! 12Aber Ahas sprach: Ich will’s nicht fordern,

7,12
5. Mose 6,16
damit ich den HERRN nicht versuche.

13Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist’s euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht? Müsst ihr auch meinen Gott müde machen? 14Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben:

7,14
Kap
Siehe, eine Jungfrau7,14 Wörtlich: »junge Frau«. ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel7,14 Der Name bedeutet »Gott mit uns!«. 15
7,15
Butter und Honig wird er essen, bis er weiß, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. 16Denn ehe
7,16
Kap
der Knabe weiß, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen, wird das Land verödet sein, vor dessen zwei Königen dir graut. 17Der HERR wird über dich, über dein Volk und über deines Vaters Haus Tage kommen lassen, wie sie nicht gekommen sind seit der Zeit, da Ephraim sich von Juda schied, nämlich durch den König von Assyrien.

18Zu der Zeit wird der HERR

7,18
Kap
herbeipfeifen die Fliege am Ende der Ströme Ägyptens und die Biene im Lande Assur, 19dass sie kommen und sich alle niederlassen in den tiefen Tälern und in den Steinklüften und in allen Hecken und an jeder Tränke. 20Zu der Zeit wird der Herr das Haupt und die Haare am Leib scheren und den Bart abnehmen durch das Schermesser, das gedungen ist jenseits des Stroms, durch den König von Assyrien.

21Zu der Zeit wird ein Mann eine junge Kuh und zwei Schafe aufziehen 22und wird so viel zu melken haben, dass er Butter essen wird;

7,22
denn Butter und Honig wird essen, wer übrig bleiben wird im Lande. 23
7,23
Kap
Und es wird zu der Zeit geschehen: Wo jetzt tausend Weinstöcke stehen, tausend Silberstücke wert, da werden Dornen und Disteln sein, 24dass man mit Pfeil und Bogen dahin gehen muss. Denn im ganzen Lande werden Dornen und Disteln sein, 25dass man auch zu all den Bergen, die man jetzt mit der Hacke zu behacken pflegt, nicht kommen kann aus Scheu vor Dornen und Disteln, sondern man wird Rinder darüber treiben und Schafe es zertreten lassen.

8

Der Sohn des Propheten als Zeichen des Gerichts über Aram und Israel

81Und der HERR sprach zu mir:

8,1
Kap
Nimm dir eine große Tafel und schreib darauf mit unauslöschlicher Schrift: Raubebald-Eilebeute! 2Und ich will mir als treue Zeugen nehmen den Priester Uria und Secharja, den Sohn Jeberechjas. 3Und ich ging zu der Prophetin; die ward schwanger und gebar einen Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Nenne ihn Raubebald-Eilebeute! 4Denn ehe
8,4
Kap
der Knabe rufen kann: Lieber Vater! Liebe Mutter!,
8,4
2. Kön 16,9
17,6
wird man den Reichtum von Damaskus und die Beute aus Samaria vor den König von Assyrien tragen.

Das Gericht über Juda und die Völker

5Und der HERR redete weiter mit mir und sprach: 6Weil dies Volk verachtet die Wasser von Siloah, die still dahinfließen, und Freude hat an Rezin und dem Sohn Remaljas, 7darum wird der Herr über sie kommen lassen die starken und vielen Wasser des Stromes, nämlich den König von Assyrien und alle seine Macht. Der Strom wird alle seine Kanäle überfluten und über alle seine Ufer treten. 8Und er wird einbrechen in Juda und es überschwemmen und überfluten, bis er den Menschen an den Hals reicht. Und seine ausgebreiteten Flügel werden dein Land füllen, so weit es ist, o

8,8
Kap
Immanuel8,8 Der Name bedeutet »Gott mit uns!«.

9Tobet, ihr Völker, und erschreckt! Höret’s alle, die ihr in fernen Landen seid! Rüstet euch und erschreckt; rüstet euch und erschreckt! 10Beschließt einen Plan – es wird nichts draus werden; beredet euch – es wird nicht zustande kommen! Denn hier ist Immanuel8,10 Der Name bedeutet »Gott mit uns!«.

11Denn so sprach der HERR zu mir, als seine Hand über mich kam und er mich davon abhielt, den Weg dieses Volks zu wandeln: 12Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dies Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was sie fürchten, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht grauen, 13sondern

8,13
Kap
heiligt ihn, den HERRN Zebaoth; den lasst eure Furcht und euren Schrecken sein. 14Und er wird ein Heiligtum sein und ein
8,14
Röm 9,32-33
1. Petr 2,8
Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses für die beiden Häuser Israel, ein Fallstrick und eine Schlinge für die Bewohner Jerusalems, 15dass viele von ihnen
8,15
Kap
sich daran stoßen, fallen, zerschmettern, verstrickt und gefangen werden.

Der Prophet und seine Jünger

16

8,16
Dan 12,4
Verschließe das Zeugnis! Versiegele die Weisung in meinen Jüngern! 17Und ich will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob, und will auf ihn harren. 18Siehe,
8,18
Kap
hier bin ich und die Kinder, die mir der HERR gegeben hat als Zeichen und Weissagung in Israel vom HERRN Zebaoth, der auf dem Berge Zion wohnt.

19Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsst die

8,19
3. Mose 19,31
1. Sam 28,8
Totengeister und Beschwörer befragen, die da flüstern und murmeln, so sprecht: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Oder soll man für Lebendige die Toten befragen? 20Hin zur
8,20
Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen, 21sondern sie werden im Lande umhergehen, hart geschlagen und hungrig. Und wenn sie Hunger leiden, werden sie zürnen und fluchen ihrem König und ihrem Gott, und sie werden über sich blicken 22und unter sich
8,22
Kap
die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im Finstern.

23

8,23
Ps 107,10-14
Mt 4,12-16
Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.
8,23
2. Kön 15,29
Hat er in früherer Zeit in Schmach gebracht das Land Sebulon und das Land Naftali, so hat er hernach zu Ehren gebracht den Weg am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden.

9

Der Friedefürst wird verheißen

91Das Volk, das

9,1
Kap
im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. 2Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.9,2 Andere Übersetzung für die Verse 1-2: »Das Volk, das im Finstern wandelte, sah ein großes Licht, und über denen, die da wohnten im finstern Lande, schien es hell. Du wecktest lauten Jubel, du machtest groß die Freude. Vor dir freute man sich, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.« 3Denn
9,3
Kap
du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am
9,3
Ri 7,12-15
Tage Midians.
9,3
Kap
4Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

5Denn

9,5
Kap
uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und
9,5
Kap
die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater,
9,5
Mi 5,4
Friede-Fürst; 6auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem
9,6
2. Sam 7,12-13
Lk 1,32
Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch
9,6
Kap
Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Gottes Gericht über das Nordreich

7Der Herr hat ein Wort gesandt zu Jakob, und es ist in Israel niedergefallen, 8dass alles Volk es innewerde, Ephraim und die Bürger Samarias, die da sagen in Hochmut und stolzem Sinn: 9Ziegelsteine sind gefallen, aber wir wollen’s mit Quadern wieder bauen. Man hat Maulbeerbäume abgehauen, aber wir wollen Zedern an ihre Stelle setzen. 10Doch der HERR machte stark gegen sie ihre Bedränger, nämlich Rezin, und ihre Feinde stachelte er auf, 11die Aramäer von vorn und die Philister von hinten, und sie fraßen Israel mit vollem Maul.

9,11
Kap
Bei all dem kehrte sich sein Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

12Aber das Volk kehrte nicht um zu dem, der es schlug, und fragte nicht nach dem HERRN Zebaoth. 13Darum

9,13
Kap
hieb der HERR von Israel
9,13
Kap
Kopf und Schwanz ab, Ast und Stumpf, auf einen Tag. 14Die Ältesten und die Vornehmen sind der Kopf, die Propheten aber, die falsch lehren, sind der Schwanz. 15Denn
9,15
Kap
die Leiter dieses Volks wurden Verführer, und die sich leiten ließen, wurden verwirrt. 16Darum kann sich der Herr über ihre junge Mannschaft nicht freuen noch ihrer Waisen und Witwen sich erbarmen; denn sie sind allzumal gottlos und böse, und aller Mund redet Torheit.

9,16
Kap
Bei all dem kehrte sich sein Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

17Denn die Bosheit loderte wie Feuer und verzehrte Dornen und Disteln; sie zündete den dichten Wald an, der aufging im hohen Rauch. 18Im Zorn des HERRN Zebaoth verbrannte das Land, und das Volk wurde ein Fraß des Feuers; keiner schonte den andern. 19Sie verschlangen zur Rechten und litten Hunger; sie fraßen zur Linken und wurden doch nicht satt. Ein jeder fraß das Fleisch seines Arms, 20Manasse den Ephraim, Ephraim den Manasse, und sie beide miteinander gegen Juda.

9,20
Kap
Bei all dem kehrte sich sein Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

Diese Webseite benutzt Cookies für ein verbessertes Nutzungserlebnis. Mehr Informationen[X]