Lutherbibel 2017 (LU17)
56

Die Gemeinde Gottes wächst über ihre Grenzen

561So spricht der HERR: Wahrt das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie offenbart werde. 2Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran festhält, das

56,2
Kap
den Sabbat hält und nicht entheiligt und seine Hand hütet, nichts Arges zu tun!

3Und

56,3
Kap
der Fremde, der sich dem HERRN zugewandt hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich scheiden von seinem Volk. Und der
56,3
5. Mose 23,2
Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum. 4Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bund festhalten, 5denen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen geben; das ist besser als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll. 6Und die Fremden, die sich dem HERRN zugewandt haben, ihm zu dienen und seinen Namen zu lieben, damit sie seine Knechte seien, alle, die den Sabbat halten, dass sie ihn nicht entheiligen, und die an meinem Bund festhalten, 7die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen in meinem Bethaus, und ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn
56,7
Mk 11,17
mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker. 8Gott der HERR, der die Versprengten Israels sammelt, spricht: Ich will noch mehr sammeln zu der Schar derer, die versammelt sind.

Klage über die Hirten des Volkes

9Ihr

56,9
Jer 12,9
Tiere alle auf dem Felde, kommt und fresst, ihr Tiere alle im Walde! 10Alle ihre
56,10
Hes 3,17
33,6-9
Wächter sind blind, sie wissen alle nichts. Stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können, sie sind faul, liegen und schlafen gerne. 11Aber es sind
56,11
Jer 6,13
gierige Hunde, die nie satt werden können. Das sind die Hirten, die keinen Verstand haben; ein jeder sieht auf seinen Weg, alle sind auf ihren Gewinn aus: 12»Kommt her, ich will Wein holen, wir wollen uns vollsaufen, und es soll morgen sein wie heute und noch viel herrlicher!«

57

Das Geschick der Frommen und der Gottlosen

571Der Gerechte ist umgekommen und niemand ist da, der es zu Herzen nimmt, und

57,1
Mi 7,2
fromme Leute sind hingerafft und niemand achtet darauf, denn der Gerechte ist weggerafft durch die Bosheit 2und
57,2
2. Kön 22,20
Dan 12,13
geht zum Frieden ein. Es ruhen auf ihren Lagern, die recht gewandelt sind.

3Ihr aber, tretet herzu, ihr Söhne der Zauberin, ihr

57,3
Hos 2,4
Kinder des Ehebrechers und der Hure! 4
57,4
2. Kön 16,3-4
Jer 2,2023-24
Mit wem wollt ihr euren Spott treiben? Über wen wollt ihr das Maul aufsperren und die Zunge herausstrecken? Seid ihr nicht abtrünnige Kinder, ein verkehrtes Geschlecht, 5die ihr bei den Götzeneichen in Brunst geratet, unter allen grünen Bäumen, und die Kinder schlachtet in den Tälern unter den Felsklippen? 6Bei den glatten Steinen im Tal ist dein Teil, sie sind dein Los. Ihnen hast du dein Trankopfer ausgeschüttet, hast du Speisopfer geopfert. Sollte ich mich darüber nicht empören? 7Du machtest dein Lager auf hohem, erhabenem Berg und gingst dort hinauf zu opfern. 8Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein Denkzeichen. Denn du hast dich von mir abgewandt und aufgedeckt dein Lager, es bestiegen und weit gemacht. Du hast dich mit ihnen verbunden, liebtest ihr Lager und buhltest mit ihnen. 9Du bist mit Öl zum König gezogen und mit viel köstlicher Salbe und hast deine Boten in die Ferne gesandt und tief hinab bis zum Totenreich. 10Du hast dich abgemüht mit der Menge deiner Wege und sprachst nicht: Das lasse ich; sondern du fandest ja noch Leben in deinen Gliedern, so wurdest du dessen nicht müde.
57,10
Jer 2,25

11Wen hast du gescheut und gefürchtet, dass du treulos wurdest und nicht an mich dachtest und es nicht zu Herzen nahmst? Meinst du,

57,11
Ps 50,21
weil ich allzeit schwieg, brauchtest du mich nicht zu fürchten? 12Ich will aber deine Gerechtigkeit kundtun und deine Werke, dass sie dir nichts nütze sind. 13Wenn du schreien wirst, soll dir helfen, was du dir angesammelt hast. Aber der Wind wird sie alle wegführen, und ein Hauch wird sie wegnehmen. Doch
57,13
Ps 37,9-11
wer auf mich traut, wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen.

Gott will seinem Volk Heil geben

14Und er spricht: Machet Bahn, machet Bahn!

57,14
Kap
Bereitet den Weg, räumt die Anstöße aus dem Weg meines Volks! 15Denn so spricht
57,15
Ps 113,5-9
der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und
57,15
Kap
bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. 16Denn
57,16
Ps 103,9
ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen; sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten und der Lebensodem, den ich geschaffen habe.

17Ich war zornig über die Sünde ihrer Habgier und schlug sie, verbarg mich und zürnte. Aber sie gingen treulos die Wege ihres Herzens. 18Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich

57,18
2. Mose 15,26
will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen, 19will ich Frucht der Lippen schaffen.
57,19
4. Mose 6,26
Lk 2,14
Eph 2,17
Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR;
57,19
2. Mose 15,26
Jer 17,14
ich will sie heilen.

20Aber die Gottlosen sind

57,20
Jud 13
wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen. 21Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott.
57,21
Kap

58

Falsches und rechtes Fasten

581Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und

58,1
Mi 3,8
verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! 2Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei.
58,2
Kap
3»Warum
58,3
Jer 14,12
fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst’s nicht wissen?«

Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. 4Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. 5Soll das ein

58,5
Sach 7,5-6
Mt 6,16-18
Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?

6Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! 7Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

58,7
5. Mose 15,11
Hes 18,7
Mt 25,35-36
8Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und
58,8
Ps 37,6
deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und
58,8
Kap
die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. 9Dann wirst du rufen
58,9
Kap
und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.

Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, 10sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. 11Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein

58,11
Jer 31,12
wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt. 12Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange wüst gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was vorzeiten gegründet ward;
58,12
Kap
und du sollst heißen: »Der die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen könne«.

Vom Segen der Sabbatheiligung

13Wenn du deinen Fuß am

58,13
Kap
Sabbat zurückhältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tage und den Sabbat »Lust« nennst und den heiligen Tag des HERRN »Geehrt«; wenn du ihn dadurch ehrst, dass du nicht deine Gänge machst und nicht deine Geschäfte treibst und kein leeres Geschwätz redest, 14dann wirst du deine Lust haben am HERRN, und ich will dich über die Höhen auf Erden gehen lassen und will dich speisen mit dem Erbe deines Vaters Jakob; denn des HERRN Mund hat’s geredet.