Lutherbibel 2017 (LU17)
4

41Und sieben Frauen werden zu der Zeit einen Mann ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, lass uns nur nach deinem Namen heißen,

4,1
Kap
nimm unsre Schmach von uns!

Das künftige Heil für die Geretteten in Jerusalem

2Zu der Zeit wird,

4,2
Jer 23,5
33,15
was der HERR sprießen lässt, lieb und wert sein und die Frucht des Landes herrlich und schön für alle von Israel, die entronnen sind. 3Und wer
4,3
Kap
übrig ist in Zion und übrig bleibt in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der
4,3
2. Mose 32,32
Ps 69,29
Mal 3,16
aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem. 4Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems weggespült hat durch den Geist des Rechts und den Geist der Läuterung, 5dann wird der HERR über der ganzen Stätte des Berges Zion und über ihren Versammlungen eine
4,5
2. Mose 13,21
Wolke schaffen am Tage und Rauch und Feuerglanz in der Nacht. Ja, es wird ein Schutz sein über allem, was herrlich ist, 6und eine Hütte
4,6
Kap
zum Schatten am Tage vor der Hitze und Zuflucht und Obdach vor dem Wetter und Regen.

5

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

51

5,1
Kap
Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg.

Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. 2Und er grub ihn um und entsteinte ihn und

5,2
Jer 2,21
Mk 12,1-9
pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

3Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! 4Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

5Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. 6Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

5,6
Kap

7Des HERRN Zebaoth

5,7
Kap
Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Weherufe über die Sünden der Großen

8Weh denen,

5,8
5. Mose 5,21
Mi 2,2
die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und ihr allein das Land besitzt! 9Es ist in meinen Ohren das Wort des HERRN Zebaoth:
5,9
Kap
Fürwahr, die vielen Häuser sollen veröden, die großen und feinen unbewohnt sein, 10denn zehn Morgen Weinberg sollen nur einen Eimer geben und ein Sack Saat nur einen Scheffel.

11Weh denen, die des Morgens früh auf sind, dem Saufen nachzugehen, und sitzen bis in die Nacht, dass sie der Wein erhitzt. 12Und sie haben

5,12
Am 6,5-6
Harfen, Zithern, Pauken, Pfeifen und Wein bei ihren Gelagen, aber
5,12
Kap
sehen nicht auf das Werk des HERRN und schauen nicht auf das Tun seiner Hände! 13Darum ist mein Volk weggeführt worden, weil es keine
5,13
Hos 4,6
Erkenntnis hatte, und seine Vornehmen mussten Hunger leiden und die lärmende Menge Durst. 14Darum hat das Totenreich den Schlund weit aufgesperrt und den Rachen aufgetan ohne Maß, dass hinunterfährt, was da prangt und lärmt, alle Übermütigen und Fröhlichen. 15
5,15
Kap
So wurde gebeugt der Mensch und gedemütigt der Mann, und die Augen der Hoffärtigen wurden erniedrigt, 16aber der HERR Zebaoth war hoch im Gericht und Gott, der Heilige, erwies sich heilig in Gerechtigkeit. 17Da werden dann Lämmer weiden wie auf ihrer Trift und Ziegen sich nähren in den Trümmerstätten der Wohlgenährten.

18Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit Stricken der Lüge und die Sünde mit Wagenseilen 19und sprechen:

5,19
Jer 17,15
Am 5,18
Er lasse eilends und bald kommen sein Werk, dass wir’s sehen; es nahe und treffe ein der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn kennenlernen!

20Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!

21Weh denen, die

5,21
Spr 3,7
weise sind in ihren eigenen Augen und
5,21
Röm 12,16
halten sich selbst für klug!

22Weh denen, die Helden sind,

5,22
Kap
Wein zu saufen, und wackere Männer, starkes Getränk zu mischen, 23die
5,23
2. Mose 23,8
Spr 17,15
den Schuldigen gerecht sprechen für Geschenke und das Recht nehmen denen, die im Recht sind!

24Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehrt und Stoppeln vergehen in der Flamme, so wird ihre Wurzel verfaulen und ihre Blüte auffliegen wie Staub.

5,24
Jer 6,19
Am 2,4
Denn sie haben verachtet die Weisung des HERRN Zebaoth und gelästert die Rede des Heiligen Israels.

Gott ruft die Feinde ins Land

25Darum ist der Zorn des HERRN entbrannt über sein Volk, und er hat seine Hand ausgereckt wider sie und sie geschlagen, dass die Berge bebten und ihre Leichen lagen wie Kehricht auf den Gassen.

5,25
Kap
Bei all dem hat sein Zorn sich nicht abgekehrt, seine Hand ist noch ausgereckt.

26Er wird ein Feldzeichen aufrichten für das Volk5,26 Wörtlich: »für die Völker«. aus der Ferne und

5,26
Kap
pfeift es herbei vom Ende der Erde. Und siehe, eilends und schnell kommen sie daher. 27Keiner unter ihnen ist müde oder strauchelt, keiner schlummert noch schläft; keinem geht der Gürtel auf von seinen Hüften, und keinem zerreißt ein Schuhriemen. 28Ihre Pfeile sind scharf und alle ihre Bogen gespannt; die Hufe ihrer Rosse sind hart wie Kieselsteine, und ihre Wagenräder sind wie ein Sturmwind. 29Ihr Brüllen ist wie das der Löwen, und sie brüllen wie junge Löwen. Sie wüten und packen den Raub und tragen ihn davon und niemand rettet. 30Und es wird über ihnen wüten zu der Zeit wie das Wüten des Meeres.
5,30
Kap
Sieht man dann die Erde an, siehe, so ist sie finster vor Angst, und das Licht ist durch Wolken verfinstert.

6

Jesajas Berufung zum Propheten

61

6,1
Kap
In dem Jahr, als der König
6,1
2. Chr 26,22-23
Usija starb,
6,1
1. Kön 22,19
sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel. 2Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3Und einer rief zum andern und sprach:
6,3
Ps 99,359
Offb 4,8
Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 4Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward
6,4
Hes 10,4
Offb 15,8
voll Rauch.

5Da sprach ich:

6,5
Kap
Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn
6,5
2. Mose 33,20
ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. 6Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, 7und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.

8Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! 9

6,9
Kap
Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet’s nicht; sehet und merket’s nicht! 10Verfette das Herz dieses Volks und ihre Ohren verschließe und ihre Augen verklebe,
6,10
Kap
dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.

11Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und

6,11
Kap
die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt. 12Denn der HERR wird die Menschen weit wegführen, sodass das Land sehr verlassen sein wird. 13Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals kahl gefressen werden, doch wie bei einer Terebinthe oder Eiche, von denen beim Fällen noch ein
6,13
Kap
Stumpf bleibt. Ein
6,13
Esra 9,2
heiliger Same wird solcher Stumpf sein.