Lutherbibel 2017 (LU17)
3

Gottes Gericht über die Herren Jerusalems und seine eitlen Frauen

31Siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird von Jerusalem und Juda wegnehmen Stütze und Stab:

3,1
3. Mose 26,26
Hes 4,16
allen Vorrat an Brot und allen Vorrat an Wasser, 2Helden und Kriegsleute, Richter und Propheten, Wahrsager und Älteste, 3Hauptleute und Vornehme, Ratgeber und Weise, Zauberer und kluge Beschwörer.

4Und ich will ihnen

3,4
Pred 10,16
Knaben zu Fürsten geben, und Mutwillige sollen über sie herrschen. 5Und im Volk wird einer den andern bedrängen, ein jeder seinen Nächsten. Der Junge geht los auf den Alten und der Verachtete auf den Geehrten.
3,5
Mi 7,6
6Dann wird einer seinen Bruder in seines Vaters Hause ergreifen: Du hast noch einen Mantel! Sei unser Herr! Dieser Trümmerhaufe sei unter deiner Hand! 7Er aber wird sie zu der Zeit beschwören und sagen: Ich bin kein Arzt; es ist kein Brot und kein Mantel in meinem Hause! Macht mich nicht zum Herrn über das Volk!

8Denn Jerusalem ist gestrauchelt, und Juda liegt da, weil ihre Worte und ihr Tun wider den HERRN sind, dass sie den Augen seiner Majestät widerstreben. 9Ihr Gesichtsausdruck zeugt gegen sie; ihrer Sünde rühmen sie sich

3,9
1. Mose 19,5-9
wie die Leute in Sodom und verbergen sie nicht. Wehe ihnen! Denn damit bringen sie sich selbst ins Unglück. 10Wohl den Gerechten, sie haben es gut! Denn sie werden die Frucht ihrer Werke genießen.
3,10
Ps 128,2
11Wehe aber den Gottlosen, sie haben es schlecht! Denn wie sie handeln, wird ihnen vergolten. 12
3,12
Kap
Mein Volk – seine Gebieter üben Willkür, und Wucherer beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen dich und verwirren den Weg, den du gehen sollst!

13Der HERR steht da, den Rechtsstreit zu führen, und ist aufgetreten, die Völker zu richten. 14Der HERR geht ins Gericht mit den Ältesten seines Volks und mit seinen Fürsten: Ihr habt den

3,14
Kap
Weinberg abgeweidet, und was ihr den Armen geraubt, ist in eurem Hause. 15Warum zertretet ihr mein Volk und zerschlagt das Angesicht der Elenden?, spricht Gott, der HERR Zebaoth.

16Und der HERR sprach: Weil die Töchter Zions stolz sind und gehen mit aufgerecktem Halse, mit lüsternen Augen, trippeln daher und tänzeln und klimpern mit den Spangen an ihren Füßen, 17deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der HERR wird ihre Schläfe entblößen. 18Zu der Zeit wird der Herr den Schmuck der Fußspangen wegnehmen und die Stirnbänder, die kleinen Monde, 19die Ohrringe, die Armspangen, die Schleier, 20die Hauben, die Fußkettchen, die Gürtel, die Riechfläschchen, die Amulette, 21die Fingerringe, die Nasenringe, 22die Feierkleider, die Mäntel, die Tücher, die Täschchen, 23die Spiegel, die Hemden, die Kopftücher, die Überwürfe. 24Und es wird Gestank statt Wohlgeruch sein und ein Strick statt eines Gürtels und eine Glatze statt lockigen Haars und statt des Prachtgewandes ein Sack, Brandmal statt Schönheit.

25Deine Männer werden durchs Schwert fallen und deine Krieger im Kampf. 26Und Zions Tore werden trauern und klagen, und sie wird leer und einsam auf der Erde sitzen.

3,26
Klgl 1,4

4

41Und sieben Frauen werden zu der Zeit einen Mann ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, lass uns nur nach deinem Namen heißen,

4,1
Kap
nimm unsre Schmach von uns!

Das künftige Heil für die Geretteten in Jerusalem

2Zu der Zeit wird,

4,2
Jer 23,5
33,15
was der HERR sprießen lässt, lieb und wert sein und die Frucht des Landes herrlich und schön für alle von Israel, die entronnen sind. 3Und wer
4,3
Kap
übrig ist in Zion und übrig bleibt in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der
4,3
2. Mose 32,32
Ps 69,29
Mal 3,16
aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem. 4Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems weggespült hat durch den Geist des Rechts und den Geist der Läuterung, 5dann wird der HERR über der ganzen Stätte des Berges Zion und über ihren Versammlungen eine
4,5
2. Mose 13,21
Wolke schaffen am Tage und Rauch und Feuerglanz in der Nacht. Ja, es wird ein Schutz sein über allem, was herrlich ist, 6und eine Hütte
4,6
Kap
zum Schatten am Tage vor der Hitze und Zuflucht und Obdach vor dem Wetter und Regen.

5

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

51

5,1
Kap
Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg.

Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. 2Und er grub ihn um und entsteinte ihn und

5,2
Jer 2,21
Mk 12,1-9
pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

3Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! 4Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

5Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. 6Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

5,6
Kap

7Des HERRN Zebaoth

5,7
Kap
Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Weherufe über die Sünden der Großen

8Weh denen,

5,8
5. Mose 5,21
Mi 2,2
die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und ihr allein das Land besitzt! 9Es ist in meinen Ohren das Wort des HERRN Zebaoth:
5,9
Kap
Fürwahr, die vielen Häuser sollen veröden, die großen und feinen unbewohnt sein, 10denn zehn Morgen Weinberg sollen nur einen Eimer geben und ein Sack Saat nur einen Scheffel.

11Weh denen, die des Morgens früh auf sind, dem Saufen nachzugehen, und sitzen bis in die Nacht, dass sie der Wein erhitzt. 12Und sie haben

5,12
Am 6,5-6
Harfen, Zithern, Pauken, Pfeifen und Wein bei ihren Gelagen, aber
5,12
Kap
sehen nicht auf das Werk des HERRN und schauen nicht auf das Tun seiner Hände! 13Darum ist mein Volk weggeführt worden, weil es keine
5,13
Hos 4,6
Erkenntnis hatte, und seine Vornehmen mussten Hunger leiden und die lärmende Menge Durst. 14Darum hat das Totenreich den Schlund weit aufgesperrt und den Rachen aufgetan ohne Maß, dass hinunterfährt, was da prangt und lärmt, alle Übermütigen und Fröhlichen. 15
5,15
Kap
So wurde gebeugt der Mensch und gedemütigt der Mann, und die Augen der Hoffärtigen wurden erniedrigt, 16aber der HERR Zebaoth war hoch im Gericht und Gott, der Heilige, erwies sich heilig in Gerechtigkeit. 17Da werden dann Lämmer weiden wie auf ihrer Trift und Ziegen sich nähren in den Trümmerstätten der Wohlgenährten.

18Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit Stricken der Lüge und die Sünde mit Wagenseilen 19und sprechen:

5,19
Jer 17,15
Am 5,18
Er lasse eilends und bald kommen sein Werk, dass wir’s sehen; es nahe und treffe ein der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn kennenlernen!

20Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!

21Weh denen, die

5,21
Spr 3,7
weise sind in ihren eigenen Augen und
5,21
Röm 12,16
halten sich selbst für klug!

22Weh denen, die Helden sind,

5,22
Kap
Wein zu saufen, und wackere Männer, starkes Getränk zu mischen, 23die
5,23
2. Mose 23,8
Spr 17,15
den Schuldigen gerecht sprechen für Geschenke und das Recht nehmen denen, die im Recht sind!

24Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehrt und Stoppeln vergehen in der Flamme, so wird ihre Wurzel verfaulen und ihre Blüte auffliegen wie Staub.

5,24
Jer 6,19
Am 2,4
Denn sie haben verachtet die Weisung des HERRN Zebaoth und gelästert die Rede des Heiligen Israels.

Gott ruft die Feinde ins Land

25Darum ist der Zorn des HERRN entbrannt über sein Volk, und er hat seine Hand ausgereckt wider sie und sie geschlagen, dass die Berge bebten und ihre Leichen lagen wie Kehricht auf den Gassen.

5,25
Kap
Bei all dem hat sein Zorn sich nicht abgekehrt, seine Hand ist noch ausgereckt.

26Er wird ein Feldzeichen aufrichten für das Volk5,26 Wörtlich: »für die Völker«. aus der Ferne und

5,26
Kap
pfeift es herbei vom Ende der Erde. Und siehe, eilends und schnell kommen sie daher. 27Keiner unter ihnen ist müde oder strauchelt, keiner schlummert noch schläft; keinem geht der Gürtel auf von seinen Hüften, und keinem zerreißt ein Schuhriemen. 28Ihre Pfeile sind scharf und alle ihre Bogen gespannt; die Hufe ihrer Rosse sind hart wie Kieselsteine, und ihre Wagenräder sind wie ein Sturmwind. 29Ihr Brüllen ist wie das der Löwen, und sie brüllen wie junge Löwen. Sie wüten und packen den Raub und tragen ihn davon und niemand rettet. 30Und es wird über ihnen wüten zu der Zeit wie das Wüten des Meeres.
5,30
Kap
Sieht man dann die Erde an, siehe, so ist sie finster vor Angst, und das Licht ist durch Wolken verfinstert.