Lutherbibel 2017 (LU17)
38

Hiskias Krankheit, Genesung und Danklied

(vgl. 2. Kön 20,1-11; 2. Chr 32,24)

381Zu der Zeit wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben. 2Da wandte Hiskia sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN 3und sprach: Ach, HERR, gedenke doch, wie ich vor dir in Treue und ungeteilten Herzens gewandelt bin und

38,3
2. Kön 18,3-6
getan habe, was dir gefällt. Und Hiskia weinte sehr. 4Da geschah das Wort des HERRN zu Jesaja: 5Geh hin und sage Hiskia: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will deinen Tagen noch fünfzehn Jahre zulegen 6und will dich samt dieser Stadt
38,6
Kap
erretten aus der Hand des Königs von Assyrien und will diese Stadt beschirmen. 7Und dies sei dir das Zeichen von dem HERRN, dass der HERR tun wird, was er zugesagt hat: 8Siehe, ich lasse den Schatten, der auf den Stufen des Ahas hinabgestiegen ist, mit der Sonne zehn Stufen zurückgehen. Da ging die Sonne die zehn Stufen zurück, die sie hinabgestiegen war.

9Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit gesund geworden war:

10Ich sprach: In der Mitte meines Lebens muss ich dahinfahren,

zu des Totenreichs Pforten bin ich befohlen für den Rest meiner Jahre.

11Ich sprach: Nun werde ich nicht mehr sehen den HERRN,

ja, den HERRN

38,11
Ps 27,13
im Lande der Lebendigen,

nicht mehr schauen die Menschen,

mit denen, die auf der Welt sind.

12

38,12
Hiob 4,21
2. Kor 5,1
Meine Hütte ist abgebrochen

und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt.

38,12
Hiob 7,6
Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber;

er schneidet mich ab vom Faden.

Tag und Nacht gibst du mich preis;

13bis zum Morgen schreie ich um Hilfe;

aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe;

Tag und Nacht gibst du mich preis.

14Ich zwitschere wie eine Schwalbe

und

38,14
Kap
gurre wie eine Taube.

Meine Augen sehen verlangend nach oben:

Herr, ich leide Not, tritt für mich ein!

15Was soll ich reden und was ihm sagen?

Er hat’s getan!

Entflohen ist all mein Schlaf

bei solcher Betrübnis meiner Seele.

16Herr, davon lebt man,

und allein darin liegt meines Lebens Kraft:

Du lässt mich genesen

und am Leben bleiben.

17Siehe, um Trost war mir sehr bange.

Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen,

dass sie nicht verdürbe;

denn

38,17
Ps 32,5
Mi 7,18-19
du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.

18Denn

38,18
Ps 6,6
115,17
die Toten loben dich nicht,

und der Tod rühmt dich nicht,

und die in die Grube fahren,

warten nicht auf deine Treue;

19sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute.

38,19
5. Mose 4,9
Der Vater macht den Kindern deine Treue kund.

20Der HERR hat mir geholfen,

darum wollen wir singen und spielen,

solange wir leben,

im Hause des HERRN!

21
38,21
2. Kön 20,7-8
Und Jesaja sprach, man sollte ein Pflaster von Feigen nehmen und auf sein Geschwür legen, dass er gesund würde. 22Hiskia aber sprach: Was ist das Zeichen, dass ich wieder zum Hause des HERRN hinaufgehen kann?
39

Hiskia und die Gesandten aus Babel

(vgl. 2. Kön 20,12-19; 2. Chr 32,27-31)

391Zu der Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, Briefe und Geschenke an Hiskia; denn er hatte gehört, dass er krank gewesen und wieder gesund geworden wäre. 2Darüber freute sich Hiskia und zeigte den Gesandten das Schatzhaus: Silber und Gold, Spezerei und kostbare Salben, sein ganzes Zeughaus und alle Schätze, die er hatte. Es gab nichts, was ihnen Hiskia nicht gezeigt hätte in seinem Hause und in seinem ganzen Reich.

3Da kam der Prophet Jesaja zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was haben diese Männer gesagt, und woher sind sie zu dir gekommen? Hiskia sprach: Sie sind aus fernem Lande zu mir gekommen, aus Babel. 4Er aber sprach: Was haben sie in deinem Hause gesehen? Hiskia sprach: Alles, was in meinem Hause ist, haben sie gesehen, und es gibt nichts, das ich ihnen nicht gezeigt hätte von meinen Schätzen. 5Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort des HERRN Zebaoth: 6Siehe, es kommt die Zeit, dass alles,

39,6
2. Kön 24,13
was in deinem Hause ist und was deine Väter gesammelt haben bis auf diesen Tag, nach Babel gebracht werden wird, sodass nichts übrig bleibt, spricht der HERR. 7Dazu wird man von deinen
39,7
Dan 1,3
Söhnen, die von dir kommen werden, die du zeugen wirst, einige nehmen, dass sie Kämmerer sein müssen im Palast des Königs von Babel. 8Und Hiskia sprach zu Jesaja: Das Wort des HERRN ist gut, das du geredet hast. Denn er dachte: Es wird doch Friede und Sicherheit sein, solange ich lebe.

40

Das Trostbuch von der Erlösung Israels

Kapitel 40,1–55,13

Des Herrn tröstendes Wort für sein Volk

401Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2

40,2
Hos 2,16
Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn
40,2
Jer 16,18
sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.

3

40,3
Lk 3,4-6
Joh 1,23
Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4Alle Täler sollen erhöht werden, und
40,4
Kap
alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; 5denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat’s geredet.

6

40,6
Ps 90,5-6
103,15-17
Jak 1,10-11
Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. 7Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! 8Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber
40,8
Ps 119,89
Lk 21,33
das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

9Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; 10siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen.

40,10
Kap
Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. 11Er wird seine Herde weiden wie ein
40,11
Ps 80,2
Joh 10,11
Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

Israels unvergleichlicher Gott

12Wer misst die Wasser mit der hohlen Hand, und wer bestimmt des Himmels Weite mit der Spanne und fasst den Staub der Erde mit dem Maß und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage? 13Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn?

40,13
Röm 11,34
1. Kor 2,16
14Wen fragt er um Rat, der ihm Einsicht gebe und lehre ihn den Weg des Rechts und lehre ihn Erkenntnis und weise ihm den Weg des Verstandes? 15Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. 16Der Libanon wäre zu wenig zum Feuer und seine Tiere zu wenig zum Brandopfer. 17Alle Völker sind vor ihm wie nichts und gelten ihm als nichtig und eitel.

18

40,18
Kap
Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein
40,18
2. Mose 20,4
Apg 17,29
Abbild wollt ihr von ihm machen? 19Der Meister gießt ein Bild und der Goldschmied vergoldet’s und macht silberne Ketten daran. 20Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt.

21Wisst ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ist’s euch nicht von Anfang an verkündigt? Habt ihr’s nicht gelernt von Anbeginn der Erde? 22Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt; 23er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte: 24Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum wurzelt ihr Stamm in der Erde, da bläst er sie an, dass sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu. 25Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei?, spricht der Heilige. 26Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und

40,26
Ps 147,4
ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.
40,26
1. Mose 1,14-18

27Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln

40,31
Ps 103,5
wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

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