Lutherbibel 2017 (LU17)
27

Israels Erlösung

271Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten, großen und starken Schwert den

27,1
Kap
Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer töten.

2Zu der Zeit wird es heißen: Lieblicher

27,2
Kap
Weinberg, singet von ihm! 3Ich, der HERR, behüte ihn und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten. 4Ich zürne nicht. Sollten aber Disteln und Dornen aufschießen, so wollte ich über sie herfallen und sie alle miteinander anstecken, 5es sei denn, sie suchen Zuflucht bei mir und machen Frieden mit mir, ja, Frieden mit mir. 6Es wird einst dazu kommen, dass
27,6
Kap
Jakob wurzeln und Israel blühen und grünen wird, dass sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen.

7

27,7
Jer 30,11
Hat er Israel geschlagen, wie er seine Feinde schlägt? Oder hat er es getötet, wie er seine Feinde tötet? 8Vielmehr, indem du es wegschicktest und wegführtest, hast du es gerichtet, es verscheucht mit rauem Sturm am Tage des Ostwinds. 9Darum wird die Schuld Jakobs dadurch gesühnt werden, und das wird die Frucht davon sein, dass seine Sünde weggenommen wird: Er wird alle Altarsteine zerstoßenen Kalksteinen gleichmachen; und keine
27,9
Kap
Bilder der Aschera noch Räucheraltäre werden mehr bleiben.

10Die feste Stadt ist einsam geworden, die schönen Häuser verödet und verlassen wie die Steppe, dass Kälber dort weiden und ruhen und Zweige abfressen.

27,10
Kap
11Ihre Zweige werden vor Dürre brechen, dass die Frauen kommen und Feuer damit machen werden; denn
27,11
Kap
es ist ein unverständiges Volk. Darum erbarmt sich ihrer auch nicht, der sie gemacht hat; und der sie geschaffen hat, ist ihnen nicht gnädig.

12Zu der Zeit wird der HERR Ähren ausklopfen vom Ufer des Stromes bis an den Bach Ägyptens, und ihr Israeliten werdet aufgesammelt werden, einer nach dem andern. 13Zu der Zeit wird man mit einer großen Posaune blasen, und

27,13
Kap
es werden kommen die Verlorenen im Lande Assur und die Verstoßenen im Lande Ägypten und werden den HERRN anbeten
27,13
Hes 20,40
auf dem heiligen Berg zu Jerusalem.

28

Gericht über Samaria

281

28,1
Kap
Weh der prächtigen Krone der Trunkenen von Ephraim, der welken Blume seiner herrlichen Zierde hoch über dem fetten Tal derer, die vom Wein taumeln! 2Siehe, einen Starken und Mächtigen hält der Herr bereit; wie Hagelsturm, wie verderbliches Wetter, wie Wasserflut, die mächtig einreißt, wirft er zu Boden mit Gewalt.
28,2
2. Kön 17,5-6
3Mit Füßen wird zertreten die prächtige Krone der Trunkenen von Ephraim. 4Und die welke Blume seiner herrlichen Zierde hoch über dem fetten Tal wird sein wie eine Frühfeige vor dem Sommer, die einer erspäht und flugs aus der Hand verschlingt.

5Zu der Zeit wird der HERR Zebaoth eine zierende Krone sein und ein herrlicher Kranz für den

28,5
Kap
Rest seines Volks 6und ein Geist des Rechts für den, der zu Gericht sitzt, und eine Kraft denen, die den Kampf gegen das Tor zurückschlagen.

Gericht über die Priester und Propheten in Jerusalem

7Aber auch diese sind vom Wein toll geworden und taumeln vom Bier. Priester und Propheten sind toll vom Bier, sind im Wein ersoffen. Sie taumeln vom Bier, sie sind toll beim Weissagen und wanken beim Rechtsprechen. 8Denn alle Tische sind voll

28,8
Kap
Gespei und Unflat an allen Orten! 9Wen will denn der Priester Erkenntnis lehren, wem der Prophet Offenbarung deuten? Denen, die entwöhnt sind von der Milch, denen, die von der Brust abgesetzt sind? 10Denn sie sagen: »Zawlazaw zawlazaw, kawlakaw kawlakaw28,10 Die Worte ahmen das Lallen der Trunkenen nach., hier ein wenig, da ein wenig!«

11Ja, Gott wird

28,11
Kap
mit stammelnder Lippe und fremder Zunge reden zu diesem Volk, 12er, der zu ihnen gesagt hat:
28,12
Kap
»Das ist die Ruhe, schafft Ruhe den Müden; und das ist die Erquickung!« Aber sie wollten nicht hören. 13Darum wird für sie des HERRN Wort zu »Zawlazaw zawlazaw, kawlakaw kawlakaw, hier ein wenig, da ein wenig«, dass sie hingehen und
28,13
Kap
rücklings fallen, zerbrochen, verstrickt und gefangen werden.

14So höret nun des HERRN Wort, ihr Spötter, die ihr herrscht über dies Volk, das in Jerusalem ist. 15Ihr sprecht: Wir haben mit dem Tod einen Bund geschlossen und mit dem Totenreich einen Vertrag gemacht. Wenn die brausende Flut kommt, wird sie uns nicht treffen; denn wir haben Lüge zu unsrer Zuflucht und Trug zu unserm Schutz gemacht. 16Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren

28,16
Ps 118,22
Eph 2,20
Eckstein, der fest gegründet ist.
28,16
Kap
Wer glaubt, der flieht nicht.28,16 In der griechischen Übersetzung heißt es: »Wer glaubt, der wird nicht zuschanden« (vgl. Röm 9,33; 10,11; 1. Petr 2,6). 17Und ich will das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage machen.

So wird Hagel die Zuflucht in der Lüge zerschlagen, und Wasser sollen den Schutz wegschwemmen, 18dass hinfalle euer Bund mit dem Tode und euer Vertrag mit dem Totenreich nicht bestehen bleibe. Wenn die brausende Flut kommt, wird sie euch zermalmen; 19sooft sie kommt, wird sie euch erfassen. Denn Morgen für Morgen wird sie kommen, des Tags und des Nachts. Da wird man nur mit Entsetzen Offenbarung deuten. 20Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken, und die Decke zu schmal, um sich dreinzuschmiegen. 21Denn der HERR wird sich aufmachen wie am Berge

28,21
2. Sam 5,20
1. Chr 14,11
Perazim und toben wie im Tal
28,21
Jos 10,10-14
1. Chr 14,16
Gibeon, dass er sein Werk vollbringe, aber fremd ist sein Werk, und dass er seine Tat tue, aber seltsam ist seine Tat! 22So lasst nun euer Spotten, auf dass eure Bande nicht fester werden; denn
28,22
Kap
ich habe von einem Verderben gehört, das von Gott, dem HERRN Zebaoth, beschlossen ist über die ganze Erde.

Das Gleichnis vom Bauern

23Nehmt zu Ohren und hört meine Stimme, merkt auf und hört meine Rede: 24Pflügt oder gräbt oder eggt denn ein Ackermann immerfort seinen Acker zur Saat? 25Ist’s nicht so: Wenn er ihn geebnet hat, dann streut er Dill und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, ein jedes, wohin er’s haben will, und Dinkel an den Rand? 26So unterweist ihn sein Gott und lehrt ihn, wie es recht sei. 27Auch drischt man den Dill nicht mit Dreschschlitten und lässt auch nicht die Walze über den Kümmel gehen, sondern den Dill schlägt man aus mit einem Stabe und den Kümmel mit einem Stecken. 28Zermalmt man etwa das Getreide? Nein, endlos drischt man’s nicht. Man lässt seine Dreschwalze und seine Pferde darüber gehen, aber zermalmt es nicht. 29Auch das kommt her vom HERRN Zebaoth;

28,29
Kap
sein Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.

29

Jerusalems Belagerung und Errettung

291Weh

29,1
Kap
Ariel, Ariel29,1 Siehe Sach- und Worterklärungen., du Stadt, wo David lagerte! Fügt Jahr zu Jahr und feiert die Feste! 2Ich will den Ariel ängstigen, dass er traurig und voll Jammer sei, und er soll mir ein rechter Ariel sein. 3Denn
29,3
Lk 19,43
ich will dich belagern ringsumher und will dich einschließen mit Bollwerk und will Wälle um dich aufschütten lassen. 4Dann sollst du erniedrigt werden und von der Erde her reden und aus dem Staube mit deiner Rede murmeln, dass deine Stimme sei wie die eines
29,4
Kap
Totengeistes aus der Erde, und deine Rede wispert aus dem Staube.

5Aber die Menge deiner Feinde soll werden wie feiner Staub und die Menge der Tyrannen wie wehende Spreu. Und plötzlich, im Nu wird’s geschehen: 6Vom HERRN Zebaoth wirst du heimgesucht werden mit Wetter und Erdbeben und großem Donner, mit Wirbelsturm und Ungewitter und

29,6
Kap
mit Flammen eines verzehrenden Feuers. 7Und wie ein Traum, wie ein Nachtgesicht, so soll die Menge aller Völker sein, die gegen Ariel kämpfen mit ihrem ganzen Heer und Bollwerk und die ihn ängstigen. 8Denn wie ein Hungriger träumt, dass er esse – wenn er aber aufwacht, so ist sein Verlangen nicht gestillt; und wie ein Durstiger träumt, dass er trinke – wenn er aber aufwacht, ist er matt und durstig: So soll es der Menge aller Völker ergehen, die gegen den Berg Zion kämpfen.

Die Verblendung des Volkes

9

29,9
Kap
Starrt hin und werdet bestürzt, seid verblendet und werdet blind! Seid trunken, doch nicht vom Wein, taumelt, doch nicht vom Bier! 10Denn
29,10
Kap
der HERR hat über euch einen Geist des tiefen Schlafs ausgegossen und eure Augen – die Propheten – zugetan, und eure Häupter – die Seher – hat er verhüllt. 11Darum wurde euch diese ganze Offenbarung wie die Worte eines versiegelten Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies das!, und er spricht: »Ich kann nicht, denn es ist versiegelt«; 12oder das man einem gibt, der nicht lesen kann, und spricht: Lies das!, und er spricht: »Ich kann nicht lesen.«

13Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt,

29,13
Kap
14darum will ich auch hinfort mit diesem Volk
29,14
Kap
wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass
29,14
Kap
die Weisheit seiner Weisen vergehe und
29,14
Mt 11,25
der Verstand seiner Verständigen sich verbergen müsse.

15Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem HERRN und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen:

29,15
Kap
»Wer sieht uns und wer kennt uns?« 16Wie kehrt ihr alles um! Als ob der
29,16
Kap
Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!

Die große Wandlung

17Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon

29,17
Kap
fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. 18
29,18
Kap
Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des
29,18
Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. 20Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, 21welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie
29,21
Am 5,10
zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen.
29,21
Kap

22Darum spricht der HERR, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Jakob soll

29,22
Kap
nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. 23Denn wenn sie sehen werden die Werke meiner Hände – ihre Kinder – in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen
29,23
Kap
heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten. 24Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.

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