Lutherbibel 2017 (LU17)
14

Triumphlied über den Sturz des Weltherrschers

141Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel

14,1
Sach 1,17
noch einmal erwählen und sie in ihrem Land wieder ruhen lassen. Und
14,1
Kap
Fremdlinge werden sich zu ihnen gesellen und dem Hause Jakob anhangen. 2Und
14,2
Kap
die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen, und dann wird das Haus Israel sie als Knechte und Mägde besitzen im Lande des HERRN. Und sie werden gefangen halten die, von denen sie gefangen waren, und werden herrschen über ihre Treiber. 3Und zu der Zeit, wenn dir der HERR Ruhe geben wird von deinem Jammer und Leid und von dem harten Dienst, in dem du gewesen bist, 4wirst du dies Lied anheben gegen den König von Babel und sagen:

Wie ist’s mit dem Treiber so gar aus, und das Toben hat ein Ende! 5Der HERR hat den Stock der Gottlosen zerbrochen, die Rute der Herrscher.

14,5
Kap
6Der schlug die Völker im Grimm ohne Aufhören und herrschte mit Wüten über die Nationen und verfolgte ohne Erbarmen. 7Nun hat Ruhe und Frieden alle Welt und jubelt fröhlich. 8Auch die Zypressen freuen sich über dich und die Zedern auf dem Libanon und sagen: »Seit du daliegst, kommt niemand herauf, der uns abhaut.«

9Das Totenreich drunten erzittert vor dir, wenn du kommst. Es schreckt auf vor dir die Schatten, alle Gewaltigen der Erde, und lässt alle Könige der Völker von ihren Thronen aufstehen. 10Sie alle heben an und sagen zu dir: Auch du bist schwach geworden wie wir, und es geht dir wie uns. 11Deine Pracht

14,11
Hes 32,18-19
ist herunter ins Totenreich gefahren samt dem Klang deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer deine Decke.

12Wie bist du

14,12
Offb 8,10
vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, du Bezwinger der Völker! 13
14,13
Mt 11,23
Du aber gedachtest in deinem Herzen:
14,13
Jer 51,53
»Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den
14,13
Ps 48,3
Hes 28,14
Berg der Versammlung im fernsten Norden14,13 Der Sitz der Götter.. 14Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.« 15Doch hinunter ins Totenreich fährst du, in die tiefste Grube!

16Wer dich sieht, wird auf dich schauen, wird dich ansehen und sagen: »Ist das der Mann, der die Welt zittern und die Königreiche beben machte, 17der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte zerstörte und seine Gefangenen nicht nach Hause entließ?« 18Alle Könige der Völker ruhen doch in Ehren, ein jeder in seiner Kammer; 19du aber bist

14,19
Kap
hingeworfen ohne Grab wie ein verachteter Spross, bedeckt von Erschlagenen, die mit dem Schwert erstochen sind, wie eine zertretene Leiche. 20Du wirst nicht mit jenen vereint sein im Grab; denn du hast dein Land verderbt und dein Volk erschlagen. Man wird des Geschlechtes der Bösen nicht mehr gedenken. 21Richtet die Schlachtbank zu für seine Söhne
14,21
2. Mose 20,5
um der Missetat ihrer Väter willen, dass sie nicht wieder hochkommen und die Welt erobern und den Erdkreis mit Städten füllen.

22Und ich will über sie kommen, spricht der HERR Zebaoth, und von Babel ausrotten Name und Rest, Kind und Kindeskind, spricht der HERR. 23Und ich will Babel machen

14,23
Kap
zum Erbe für die Igel und zu einem Wassersumpf und will es mit dem Besen des Verderbens wegfegen, spricht der HERR Zebaoth.

Gegen Assyrien

24Der HERR Zebaoth hat geschworen:

14,24
Kap
Wie ich es erdacht habe, so ist es geschehen, und was ich beschlossen habe, das kommt zustande, 25dass ich Assur zerschlage in meinem Lande und zertrete auf meinen Bergen,
14,25
Kap
damit sein Joch von ihnen genommen werde und seine Last von ihrem Halse weiche. 26Das ist der Plan, den er hat für die ganze Erde, und das ist die Hand, die ausgereckt ist über alle Völker. 27Denn der HERR Zebaoth hat’s beschlossen – wer will’s wehren? Und seine Hand ist ausgereckt – wer will sie wenden?

Gegen die Philister

(vgl. Jer 47,1-7)

28Im Jahr, als König

14,28
2. Kön 16,20
Ahas starb, wurde diese Last14,28 Siehe Sach- und Worterklärungen. angekündigt: 29Freue dich nicht, ganz Philisterland, dass der Stock, der dich schlug, zerbrochen ist! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine giftige Natter kommen, und ihre Frucht wird eine
14,29
Kap
fliegende Schlange sein. 30Die Geringen werden auf meiner Aue weiden und die Armen sicher ruhen; aber deine Wurzel will ich durch Hunger töten, und deine Übriggebliebenen werde ich erwürgen. 31Heule, Tor! Schreie, Stadt! Erzittere, ganz Philisterland! Denn von Norden kommt Rauch und keiner sondert sich ab von seinen Scharen. 32Und was wird man den Boten der Völker sagen? »Der HERR hat
14,32
Kap
Zion gegründet, und hier finden die Elenden seines Volks Zuflucht.«

15

Gegen Moab

(vgl. Jer 48,1-47; Zef 2,8-11)

151Dies ist die Last15,1 Siehe Sach- und Worterklärungen. für

15,1
4. Mose 21,10-32
Am 2,1-3
Hes 25,8-11
Moab: Des Nachts kommt Verheerung über Ar in Moab, es ist dahin; des Nachts kommt Verheerung über Kir in Moab, es ist dahin! 2Sie sind hinaufgestiegen zum Tempel und nach Dibon auf die Höhen, um zu weinen; Moab heult über Nebo und über Medeba. Jedes Haupt ist kahl geschoren, jeder Bart ist abgeschnitten. 3Auf ihren Gassen gehen sie mit dem Sack umgürtet, auf ihren Dächern und Straßen heulen sie alle und zerfließen in Tränen. 4
15,4
Kap
Heschbon und Elale schreien, dass man’s bis Jahaz hört. Darum zittern die Gerüsteten Moabs, es verzagt ihre Seele.

5Mein Herz schreit über Moab; seine Flüchtigen fliehen bis nach Zoar, bis Eglat-Schelischija. Sie gehen die Steige von Luhit hinauf und weinen, und auf dem Wege nach Horonajim erhebt sich ein Jammergeschrei. 6Die Wasser von Nimrim versiegen, das Gras verdorrt und das Kraut verwelkt und kein Grünes wächst. 7Darum führen sie, was ihnen geblieben ist und was sie verwahrt haben, über den Weidenbach. 8Geschrei geht um in den Grenzen Moabs, Geheul bis Eglajim und Geheul bis Beer-Elim! 9Die Wasser von Dimon sind voll Blut. Doch will ich über Dimon noch mehr kommen lassen: Löwen über die Entronnenen Moabs und über die Übriggebliebenen im Lande.

16

Moab sucht Hilfe bei Juda

161»Schickt Lämmer des Landesherrn von Sela durch die Wüste zum Berge der Tochter Zion!« 2Wie ein Vogel dahinfliegt, der aus dem Nest vertrieben wird, so werden die Töchter Moabs an den Furten des Arnon sein. 3»Gib Rat, sprich Recht, mach deinen Schatten am Mittag wie die Nacht; verbirg die Verjagten, und verrate die Flüchtigen nicht! 4Lass Moabs Verjagte bei dir herbergen, sei du für Moab eine Zuflucht vor dem Verwüster!«

Wenn der Bedränger ein Ende hat, der Verwüster aufhört und der Bedrücker aus dem Lande muss, 5dann wird ein Thron bereitet werden aus Gnaden, dass einer in Treue darauf sitze in der Hütte Davids und richte und trachte nach Recht und fördere Gerechtigkeit.

16,5
Kap

6»Wir haben gehört von dem Hochmut Moabs, der so groß ist, von seinem Hochmut, seinem Stolz und Mutwillen und seinem eitlen Geschwätz.« 7Darum wird ein Moabiter über den andern heulen, allesamt werden sie heulen. Über die Traubenkuchen von Kir-Heres werden sie seufzen, ganz zerschlagen. 8Denn die Fluren von Heschbon sind wüst geworden, der Weinstock von Sibma ist verdorrt. Die Herren unter den Völkern haben seine edlen Reben zerschlagen, die bis nach Jaser reichten und sich zogen bis in die Wüste; ihre Ranken breiteten sich aus und gingen über das Meer.

9

16,9
Kap
Darum weine ich mit Jaser um den Weinstock von Sibma und vergieße viel Tränen über dich, Heschbon und Elale. Denn es ist Kriegsgeschrei über deinen Sommer und deine Ernte hergefallen, 10dass Freude und Wonne in den Gärten aufhören, und in den Weinbergen jauchzt und ruft man nicht mehr. Man keltert keinen Wein in den Keltern, dem Gesang ist ein Ende gemacht.
16,10
Jer 48,33
11Darum klagt mein Herz über Moab wie eine Harfe und meine Seele über Kir-Heres. 12Alsdann, wenn Moab hingeht und sich abmüht bei den Altären auf der Höhe und kommt zu seinem Heiligtum, um zu beten, so wird’s doch nichts ausrichten.

13Das ist’s, was der HERR damals gegen Moab geredet hat. 14Nun aber redet der HERR und spricht: In drei Jahren,

16,14
Kap
wie eines Tagelöhners Jahre sind, wird die Herrlichkeit Moabs gering werden mit all dem großen Gepränge, dass wenig übrig bleibt, gar nicht viel.

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