Lutherbibel 2017 (LU17)

11Dies ist das Gesicht, das Jesaja, der Sohn des Amoz, schaute über Juda und Jerusalem zur Zeit des

1,1
2. Chr 26,22
Usija, Jotam, Ahas und Hiskia, der Könige von Juda.
1,1
Kap

Gottes Anklage gegen das abtrünnige Volk

2

1,2
5. Mose 32,1
Höret, ihr Himmel, und Erde, nimm zu Ohren, denn der Herr redet: Ich habe Kinder großgezogen und hochgebracht, und sie sind von mir abgefallen! 3Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt’s nicht, und mein Volk versteht’s nicht.

4Wehe dem sündigen Volk, dem Volk mit Schuld beladen, dem boshaften Geschlecht, den verderbten Kindern, die den Herrn verlassen, den Heiligen Israels lästern, die abgefallen sind!

1,4
Kap
5Wohin soll man euch noch
1,5
Jer 2,30
schlagen, die ihr doch weiter im Abfall verharrt? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt. 6Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an ihm, sondern Beulen und Striemen und frische Wunden, die nicht gereinigt noch verbunden noch mit Öl gelindert sind.
1,6
5. Mose 28,35

7Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; Fremde verzehren eure Äcker vor euren Augen; alles ist verwüstet wie durch Fremde verheert. 8Übrig geblieben ist allein die Tochter Zion wie ein Häuslein im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. 9Hätte uns der Herr Zebaoth nicht einen geringen Rest übrig gelassen, so

1,9
1. Mose 19,24-25
wären wir wie Sodom und gleich wie Gomorra.
1,9
Röm 9,29

10Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra! 11

1,11
Kap
Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. 12Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor meinem Angesicht – wer fordert denn von euch, dass ihr meine Vorhöfe zertretet? 13Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel!
1,13
4. Mose 10,10
Neumond und Sabbat, den Ruf zur Versammlung – Frevel und Festversammlung – ich mag es nicht! 14Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen. 15Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und
1,15
Spr 1,28
15,29
Joh 9,31
wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht;
1,15
Kap
denn eure Hände sind voll Blut. 16Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen. Lasst ab vom Bösen, 17lernt Gutes tun!
1,17
Jer 7,5-6
Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!

18So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr.

1,18
Kap
Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Purpur, soll sie doch wie Wolle werden. 19Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen.
1,19
3. Mose 25,18-19
20Weigert ihr euch aber und seid ungehorsam, so sollt ihr
1,20
3. Mose 26,25
vom Schwert gefressen werden;
1,20
Kap
denn der Mund des Herrn hat’s geredet.

Gottes Gericht zur Läuterung Jerusalems

21Ach, wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voll Recht, Gerechtigkeit wohnte darin; nun aber – Mörder. 22

1,22
Jer 6,28-30
Hes 22,18-22
Dein Silber ist Schlacke geworden und dein Wein mit Wasser verfälscht. 23Deine Fürsten sind Abtrünnige und Diebsgesellen, sie nehmen alle gern Geschenke an und trachten nach Gaben. Den Waisen schaffen sie nicht Recht, und der Witwen Sache kommt nicht vor sie.

24Darum spricht der Herr, der Herr Zebaoth, der Mächtige Israels: Wehe! Ich werde mir Trost schaffen an meinen Feinden und mich rächen an meinen Widersachern 25und will meine Hand wider dich kehren und wie mit Lauge

1,25
Ps 119,119
ausschmelzen, was Schlacke ist, und all dein Zinn ausscheiden. 26Und ich will dir wieder Richter geben, wie sie vormals waren, und Ratsherren wie im Anfang.
1,26
Sach 8,3
Alsdann wirst du eine Stadt der Gerechtigkeit und eine treue Stadt heißen. 27Zion wird durch Recht erlöst werden, und wer dorthin umkehrt, durch Gerechtigkeit.
1,27
Kap
28Die Übertreter aber und Sünder werden allesamt zerbrochen werden, und die den Herrn verlassen, werden umkommen.

29Denn sie sollen zuschanden werden wegen der

1,29
Kap
Eichen, an denen ihr eure Lust habt, und ihr sollt schamrot werden wegen der
1,29
Kap
Gärten, die ihr erwählt habt. 30Denn ihr werdet sein wie eine Eiche mit dürren Blättern und wie ein Garten ohne Wasser; 31und der Starke wird sein wie Werg und sein Tun wie ein Funke, und beides wird miteinander brennen und niemand löscht.