Lutherbibel 2017 (LU17)
5

Drohung gegen die Führer Israels

51Hört dies, ihr Priester, und merke auf, du Haus Israel, und nimm zu Ohren, du Haus des Königs! Denn euch ist das Recht anvertraut! Ihr aber seid eine Schlinge für Mizpa geworden und ein ausgespanntes Netz auf dem Tabor 2und eine tiefe Grube zu Schittim; aber ich will sie allesamt züchtigen.

3Ich kenne Ephraim gut, und Israel ist vor mir nicht verborgen: Du hast gehurt,

5,3
Kap
Ephraim, und Israel hat sich verunreinigt. 4Ihre Taten lassen es nicht zu, dass sie umkehren zu ihrem Gott; denn sie haben einen
5,4
Kap
Geist der Hurerei in ihrem Herzen, und den Herrn kennen sie nicht. 5Wider Israel zeugt seine Hoffart; Israel und Ephraim straucheln durch ihre Schuld; auch Juda ist mit ihnen gestrauchelt. 6Mit ihren Schafen und Rindern werden sie kommen, den Herrn zu suchen, aber ihn nicht finden; denn er hat sich von ihnen gewandt.
5,6
Jes 1,11-15
7Dem Herrn sind sie untreu geworden und zeugten fremde Kinder. Jetzt wird sie ein Verderber fressen samt ihrem Erbteil.

Der Bruderkrieg zwischen Ephraim und Juda

8

5,8
2. Kön 15,37
Jes 7,1-9
Stoßt ins Horn zu Gibea, in die Trompete zu Rama! Erhebt das Kriegsgeschrei zu
5,8
Kap
Bet-Awen: Dir nach, Benjamin! 9Ephraim soll zur Wüste werden am Tag, da ich sie strafen werde. Den Stämmen Israels habe ich kundgetan, was fest beschlossen ist. 10Die Oberen von Juda sind denen gleich, die
5,10
5. Mose 19,14
die Grenze verrücken; darum will ich meinen Zorn über sie ausschütten wie Wasser. 11Ephraim leidet Gewalt, zertreten ist das Recht; denn es gefiel ihm, dem Nichtigen nachzulaufen.

12Ich aber war für Ephraim wie Eiter und wie Knochenfraß für das Haus Juda. 13Als Ephraim seine Krankheit sah und Juda sein Geschwür,

5,13
Kap
zog Ephraim hin nach Assur und schickte zum Großkönig. Aber der kann euch nicht heilen noch euer Geschwür entfernen. 14Denn ich bin für Ephraim
5,14
Kap
wie ein Löwe und für das Haus Juda wie ein junger Löwe. Ich, ich
5,14
Kap
reiße sie und gehe davon; ich schleppe sie weg, und niemand kann sie retten.

15Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld büßen und mein Angesicht suchen;

5,15
Jes 26,16
wenn’s ihnen übel ergeht, so werden sie mich suchen.

6

Umkehr und Untreue

61»Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns

6,1
Kap
zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 2Er
6,2
5. Mose 32,39
macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben. 3Lasst uns darauf achthaben und danach trachten, den Herrn zu erkennen; so gewiss wie die schöne Morgenröte bricht er hervor und kommt über uns wie der Regen, wie Spätregen, der das Land feuchtet.«

4Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Ist doch

6,4
Kap
eure Liebe wie eine
6,4
Kap
Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht! 5Darum schlug ich drein durch die Propheten und
6,5
Jer 23,29
tötete sie durch die Worte meines Mundes, dass mein Recht wie das Licht hervorkomme. 6Denn
6,6
1. Sam 15,22
Spr 21,3
Mt 9,13
12,7
ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.

7Aber sie haben den Bund übertreten bei Adam6,7 Name einer Stadt (vgl. Jos 3,16).; dort wurden sie mir untreu. 8Gilead ist eine Stadt voller Übeltäter; blutig ist ihre Spur. 9Die Rotten der Priester sind wie die Räuber, die da lauern auf die Leute; sie morden auf dem Wege, der nach Sichem geht, ja, Schandtaten vollbringen sie. 10Im Hause Israel habe ich gesehen, wovor mir graut; da

6,10
Kap
treibt Ephraim Hurerei, und Israel hat sich verunreinigt. 11Auch dir, Juda, ist die Ernte bestimmt.

Wenn ich

6,11
Joel 4,1
meines Volkes Geschick wende,

7

71wenn ich Israel heile, wird aufgedeckt Ephraims Schuld und die Bosheit Samarias, wie sie Lug und Trug treiben und die Diebe einsteigen und die Räuber auf der Straße plündern. 2Aber sie sehen nicht ein, dass ich all ihrer Bosheit gedenke. Jetzt haben ihre Taten sie eingekreist, vor meinem Angesicht sind sie geschehen!

3Sie erfreuen den König mit ihrer Bosheit und Obere mit ihren Lügen; 4sie sind allesamt Ehebrecher, glühend wie ein Backofen, dessen Feuer der Bäcker nicht mehr schürt, wenn er den Teig knetet und ihn durchsäuern und aufgehen lässt. 5Am Tag unseres Königs machten sie die Oberen trunken, dass sie glühten vom Wein, seine Gewalt packte die Übermütigen. 6Ja, sie traten heran, heiß wie ein Backofen, ihr Herz voll Arglist. Ihr Grimm schläft die ganze Nacht, aber am Morgen brennt er lichterloh. 7Allesamt sind sie erhitzt wie ein Backofen. Sie fressen ihre Richter. Alle ihre Könige sind gefallen. Unter ihnen ist keiner, der zu mir ruft.

8Ephraim wird unter die Völker vermengt. Ephraim ist wie ein Brotfladen, den niemand umwendet. 9Fremde fressen seine Kraft, doch er selber merkt es nicht; seine Haare sind schon grau geworden, doch er selber merkt es nicht. 10Wider Israel zeugt seine Hoffart, dennoch bekehrten sie sich nicht zum Herrn, ihrem Gott, fragten auch trotz alledem nicht nach ihm. 11Ephraim ist wie eine Taube, leicht zu verführen, ohne Verstand. Ägypten rufen sie, nach Assur

7,11
Kap
laufen sie. 12Wenn sie laufen, will ich mein Netz über sie werfen und sie herunterholen wie Vögel unter dem Himmel. Ich fange sie, sobald man ihren Schwarm hört.

13Weh ihnen, dass sie von mir gewichen sind! Verderben über sie, weil sie von mir abgefallen sind!

7,13
Ps 81,14-15
Ich wollte sie wohl loskaufen; aber sie reden Lügen wider mich. 14Auch schreien sie nicht von Herzen zu mir, sondern heulen auf ihren Lagern. Sie ritzen sich wund um Korn und Wein, aber gegen mich sind sie störrisch. 15Ich lehrte sie und stärkte ihre Arme; aber sie sinnen Böses gegen mich. 16Sie kehren zurück zum Nicht-Hoch7,16 Spöttisch für Baal, »der Hohe«.. Sie
7,16
Ps 78,57
sind wie ein schlaffer Bogen. Ihre Oberen werden durchs Schwert fallen wegen ihrer frechen Zunge. Deshalb wird man in Ägypten über sie spotten.