Lutherbibel 2017 (LU17)
3

Gottes Langmut wird sein Volk zurückgewinnen

31Und der HERR sprach zu mir:

3,1
Kap
Geh noch einmal hin und liebe eine Frau, die Geliebte eines anderen und eine Ehebrecherin ist, wie auch der HERR die Israeliten liebt, obgleich sie sich andern Göttern zuwenden und
3,1
Jer 7,17-18
Traubenkuchen lieben. 2Da kaufte ich sie mir für fünfzehn Silberstücke und fünfzehn Scheffel Gerste 3und sprach zu ihr: Lange Zeit wirst du bei mir bleiben, ohne zu huren und ohne einem Mann anzugehören, und auch ich werde nicht zu dir eingehen. 4Denn lange Zeit werden die Israeliten ohne König und ohne Obere bleiben, ohne Opfer, ohne Steinmal, ohne Efod und ohne Hausgott.
3,4
2. Chr 15,3
5Danach werden die Israeliten umkehren und
3,5
Jer 30,9
Hes 34,23-24
den HERRN, ihren Gott, und David, ihren König, suchen, und werden mit Zittern zu dem HERRN und seiner Gnade kommen in letzter Zeit.

4

Gegen die Priester und den Götzendienst Israels

41Höret, ihr Israeliten, des HERRN Wort! Der HERR rechtet mit denen, die im Lande wohnen; denn es gibt keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes im Lande, 2sondern Fluchen und Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen, und eine Blutschuld kommt nach der andern. 3Darum wird die Erde dürre stehen, und alle ihre Bewohner werden dahinwelken; auch die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer werden weggerafft.

4Doch soll man niemand verklagen noch zurechtweisen, sondern allein dich, Priester, klage ich an. 5Straucheln sollst du bei Tage, straucheln soll auch der Prophet mit dir des Nachts; auch deine Mutter richte ich zugrunde. 6Zugrunde geht mein Volk, weil es ohne Erkenntnis Gottes ist. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, will ich dich auch verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Weil du die Weisung deines Gottes vergessen hast, will ich auch deine Kinder vergessen.

7Je mehr ihrer wurden, desto mehr sündigten sie gegen mich; ihre Ehre tauschten sie gegen Schande. 8Sie nähren sich von den

4,8
3. Mose 4,13-2127-35
6,19
Sündopfern meines Volks und sind begierig nach seiner Schuld. 9Darum soll es dem Priester gehen wie dem Volk; denn ich will an ihm heimsuchen seinen Wandel und ihm vergelten sein Tun: 10Sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht mehren, weil sie den HERRN verlassen haben, um festzuhalten an 11Hurerei. Wein und Most rauben den Verstand.

12Mein Volk

4,12
Jer 2,27
befragt sein Holz, und sein Stab soll ihm antworten. Ja, der
4,12
Kap
Geist der Hurerei hat sie verführt, dass sie mit ihrer Hurerei ihrem Gott wegliefen. 13Oben
4,13
Hes 6,13
auf den Bergen opfern sie, und auf den Hügeln räuchern sie unter den Eichen, Terebinthen und Pappeln; denn ihr Schatten erquickt. Darum treiben eure Töchter Hurerei, und eure Schwiegertöchter brechen die Ehe. 14Ich will’s nicht an euren Töchtern heimsuchen, dass sie Hurerei treiben, und an euren Schwiegertöchtern, dass sie die Ehe brechen.
4,14
Kap
Ihr selbst geht ja mit den Huren beiseite und opfert mit den Tempeldirnen. So kommt das unverständige Volk zu Fall.

15Willst du, Israel, schon huren, so soll Juda sich nicht auch verschulden!

4,15
Am 5,5
Geht nicht hin nach Gilgal und zieht nicht hinauf nach
4,15
Kap
Bet-Awen und
4,15
Am 8,14
schwört nicht: So wahr der HERR lebt!

16Ja, Israel war störrisch wie eine störrische Kuh; soll da der HERR sie weiden lassen wie Lämmer auf freiem Feld? 17Ephraim hat sich zu den Götzen gesellt; so lass es hinfahren. 18War ihr Zechen vorbei, hurten sie umso mehr, trieben es heftig; Schande war ihr Schild. 19Schon hat ein Sturm sie in seine Flügel gewickelt; so werden sie zuschanden durch ihre Opfer.

5

Drohung gegen die Führer Israels

51Hört dies, ihr Priester, und merke auf, du Haus Israel, und nimm zu Ohren, du Haus des Königs! Denn euch ist das Recht anvertraut! Ihr aber seid eine Schlinge für Mizpa geworden und ein ausgespanntes Netz auf dem Tabor 2und eine tiefe Grube zu Schittim; aber ich will sie allesamt züchtigen.

3Ich kenne Ephraim gut, und Israel ist vor mir nicht verborgen: Du hast gehurt,

5,3
Kap
Ephraim, und Israel hat sich verunreinigt. 4Ihre Taten lassen es nicht zu, dass sie umkehren zu ihrem Gott; denn sie haben einen
5,4
Kap
Geist der Hurerei in ihrem Herzen, und den HERRN kennen sie nicht. 5Wider Israel zeugt seine Hoffart; Israel und Ephraim straucheln durch ihre Schuld; auch Juda ist mit ihnen gestrauchelt. 6Mit ihren Schafen und Rindern werden sie kommen, den HERRN zu suchen, aber ihn nicht finden; denn er hat sich von ihnen gewandt.
5,6
Jes 1,11-15
7Dem HERRN sind sie untreu geworden und zeugten fremde Kinder. Jetzt wird sie ein Verderber fressen samt ihrem Erbteil.

Der Bruderkrieg zwischen Ephraim und Juda

8

5,8
2. Kön 15,37
Jes 7,1-9
Stoßt ins Horn zu Gibea, in die Trompete zu Rama! Erhebt das Kriegsgeschrei zu
5,8
Kap
Bet-Awen: Dir nach, Benjamin! 9Ephraim soll zur Wüste werden am Tag, da ich sie strafen werde. Den Stämmen Israels habe ich kundgetan, was fest beschlossen ist. 10Die Oberen von Juda sind denen gleich, die
5,10
5. Mose 19,14
die Grenze verrücken; darum will ich meinen Zorn über sie ausschütten wie Wasser. 11Ephraim leidet Gewalt, zertreten ist das Recht; denn es gefiel ihm, dem Nichtigen nachzulaufen.

12Ich aber war für Ephraim wie Eiter und wie Knochenfraß für das Haus Juda. 13Als Ephraim seine Krankheit sah und Juda sein Geschwür,

5,13
Kap
zog Ephraim hin nach Assur und schickte zum Großkönig. Aber der kann euch nicht heilen noch euer Geschwür entfernen. 14Denn ich bin für Ephraim
5,14
Kap
wie ein Löwe und für das Haus Juda wie ein junger Löwe. Ich, ich
5,14
Kap
reiße sie und gehe davon; ich schleppe sie weg, und niemand kann sie retten.

15Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld büßen und mein Angesicht suchen;

5,15
Jes 26,16
wenn’s ihnen übel ergeht, so werden sie mich suchen.

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