Lutherbibel 2017 (LU17)
12

Das Beispiel Jakobs

121Mit Lüge hat mich Ephraim umzingelt, mit Betrug das Haus Israel. Aber Juda hält noch fest an Gott und ist dem Heiligen treu. 2Ephraim weidet Wind, es läuft dem Ostwind nach. Täglich mehrt es Lüge und Gewalt.

12,2
Kap
Sie schließen mit Assur einen Bund und bringen Öl nach Ägypten. 3Darum rechtet der HERR mit Juda; er wird Jakob heimsuchen nach seinem Wandel und ihm vergelten nach seinem Tun.

4Schon

12,4
1. Mose 25,2226
27,36
im Mutterleib hat er seinen Bruder gepackt und
12,4
1. Mose 32,25-29
im Mannesalter mit Gott gekämpft. 5Er kämpfte mit dem Engel und siegte, er weinte und flehte ihn an. In
12,5
1. Mose 35,15
Bethel hat er ihn gefunden, und dort redet er mit uns, 6der HERR, der Gott Zebaoth;
12,6
Ps 83,19
HERR ist sein Name. 7Du wirst mit deinem Gott zurückkehren. Halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

8Ein Kanaanäer ist Ephraim: Er hat eine falsche Waage in der Hand und liebt den Betrug. 9Denn Ephraim spricht: Wie

12,9
Offb 3,17
reich bin ich doch geworden, ich habe genug! Alles meine Arbeit! Man wird keine Schuld an mir finden, die Sünde wäre.

10

12,10
Kap
Ich aber bin der HERR, dein Gott, von Ägyptenland her. Ich will dich wieder in Zelten wohnen lassen wie in der Wüstenzeit. 11Immer wieder habe ich zu den Propheten geredet, ich war’s, der viele Gesichte gab, und durch die Propheten habe ich mich kundgetan. 12War
12,12
Kap
Gilead auch stark, so sind sie doch zunichtegeworden. In
12,12
Kap
Gilgal opferten sie Stiere, doch auch ihre Altäre werden wie Steinhaufen sein an den Furchen des Feldes.

13

12,13
1. Mose 27,43
28,5
Jakob floh in die Gegend von Aram, und
12,13
1. Mose 29,20
Israel diente um eine Frau; um einer Frau willen hütete er Schafe. 14Aber durch einen Propheten
12,14
2. Mose 3,10
führte der HERR Israel aus Ägypten, und durch einen Propheten ließ er sie hüten.

15Nun aber hat ihn Ephraim bitter erzürnt; seine Blutschuld lässt er auf ihm lasten, und seine Schmähung vergilt ihm sein Herr.

13

Gottes Gericht über Ephraim

131Wenn Ephraim redete, zitterte man; erhaben war er in Israel. Danach versündigte er sich durch Baal und starb. 2Dennoch sündigen sie weiter: Aus ihrem Silber

13,2
2. Kön 17,16
Jes 44,10
gießen sie Bilder, wie sie sich’s erdenken, Götzen, die allesamt doch nur Schmiedewerk sind. Ihnen, sagen sie, seien Menschen geopfert, Kälber küssen sie. 3Darum werden sie sein
13,3
Kap
wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht; ja,
13,3
Ps 1,4
wie Spreu, die von der Tenne verweht wird, und wie Rauch aus der Luke.

4Ich aber

13,4
2. Mose 20,2-3
bin der HERR, dein Gott, von Ägyptenland her. Einen Gott neben mir kennst du nicht und keinen Heiland als allein mich. 5Ich
13,5
Kap
nahm mich ja deiner an in der Wüste, im dürren Lande. 6Aber als sie geweidet wurden, dass sie satt wurden und genug hatten, erhob sich ihr Herz; darum vergaßen sie mich.
13,6
5. Mose 32,15

7Da wurde ich für sie

13,7
Kap
wie ein Löwe, wie ein Panther lauere ich am Weg. 8Ich falle sie an wie eine Bärin, der die Jungen genommen sind, und zerreiße ihnen Brust und Herz und will sie dort wie ein Löwe fressen; die wilden Tiere sollen sie zerreißen.

9

13,9
Jer 2,17
Vernichtet hat dich, Israel, dass du gegen mich bist, gegen dein Heil. 10
13,10
1. Sam 8,5-9
Wo ist dein König, der dir helfen kann in allen deinen Städten, und deine Richter, von denen du sagtest: Gib mir einen König und Obere? 11Ich gebe dir Könige in meinem Zorn und nehme sie dir in meinem Grimm.

12Die Schuld Ephraims ist zusammengebunden, seine Sünde sicher verwahrt. 13Wehen kommen, dass er geboren werden soll, aber er ist ein unverständiges Kind: Wenn die Zeit gekommen ist, so will er den Mutterschoß nicht durchbrechen. 14Sollte ich sie aus der Hölle erlösen und vom Tod erretten?

13,14
1. Kor 15,54-55
Tod, wo ist deine Seuche; Hölle, wo ist deine Pest? Meine Augen kennen kein Mitleid.

Samarias Zerstörung

15Denn mag Ephraim auch zwischen seinen Brüdern gedeihen, so wird doch ein Ostwind kommen, der Sturm des HERRN aus der Wüste herauffahren, dass sein Brunnen vertrocknet und seine Quelle versiegt; der wird rauben seinen Schatz, alles kostbare Gerät.

14

141Samaria muss büßen, dass es sich aufgelehnt hat gegen seinen Gott. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und

14,1
2. Kön 15,16
ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden.

Umkehr und Heilung

2

14,2
Kap
Bekehre dich, Israel, zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gestrauchelt durch deine Schuld. 3Nehmt diese Worte mit euch und bekehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tu uns wohl, so wollen wir
14,3
Hebr 13,15
opfern die Frucht unserer Lippen. 4Assur soll uns nicht helfen; wir wollen nicht mehr auf Rossen reiten, auch nicht mehr sagen zu dem Werk unserer Hände: Du bist unser Gott. Sondern bei dir finden die Verwaisten Erbarmen.

5Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen; gerne will ich sie lieben; denn mein Zorn hat sich von ihnen gewendet. 6Ich will für Israel wie der Tau sein, dass es blüht wie eine Lilie und seine Wurzeln ausschlagen wie der Libanon 7und seine Zweige sich ausbreiten, dass es so schön sei wie ein Ölbaum und so guten Geruch gebe wie der Libanon. 8Und sie sollen wieder unter seinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren und sprossen wie der Weinstock, der berühmt ist wie der Wein vom Libanon.

9Ephraim, was sollen ihm noch Götzen? Ich will ihn erhören und ihn anschauen. Ich will sein wie der üppige Wacholder. Von mir erhältst du deine Frucht.

10Wer ist weise, dass er dies versteht, und klug, dass er dies einsieht? Die Wege des HERRN sind richtig und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.

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