Lutherbibel 2017 (LU17)
5

51Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3Darum muss er, wie für das Volk, so

5,3
3. Mose 9,7
auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern
5,4
2. Mose 28,1
er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Ps 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6Wie er auch an anderer Stelle spricht (Ps 110,4):
5,6
Kap
»Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«

7Und

5,7
Ps 30,3-49-10
er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8So hat er, obwohl er der
5,8
Sohn war, doch an dem, was er litt,
5,8
Phil 2,8
Gehorsam gelernt. 9Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, 10von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
5,10
Kap

Haltet fest an der Verheißung!

11Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer zu erklären, weil ihr so unverständig geworden seid. 12Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch

5,12
1. Kor 3,1-2
1. Petr 2,2
Milch gebe und nicht feste Speise. 13Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn
5,13
Eph 4,14
er ist ein kleines Kind. 14Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben, Gutes und Böses zu unterscheiden.

6

61Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden. Wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken und dem Glauben an Gott, 2mit der Lehre vom Taufen6,2 Wörtlich: »von den Tauchbädern«., vom

6,2
Apg 6,6
Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht. 3Das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt.

4

6,4
Kap
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist 5und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt 6und dann abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. 7Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott. 8Wenn sie aber Dornen und Disteln trägt, bringt sie keinen Nutzen und ist dem Fluch nahe, sodass man sie zuletzt abbrennt.

9Was aber euch angeht, ihr Lieben, sind wir vom Besseren überzeugt und von dem, was Rettung bringt, auch wenn wir so reden. 10Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er

6,10
Kap
vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient. 11Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise,
6,11
Kap
die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, 12damit ihr nicht träge werdet, sondern die nachahmt, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.
6,12
Kap

13Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Größeren schwören konnte, 14und sprach (1. Mose 22,17): »Wahrlich, ich will dich segnen und mehren.« 15Und so wartete Abraham in Geduld und erlangte die Verheißung. 16Menschen schwören ja bei dem Höheren; und

6,16
2. Mose 22,10
der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende. 17Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch kräftiger beweisen wollte, dass sein Ratschluss nicht wankt, sich noch mit einem Eid verbürgt. 18So sollten wir durch
6,18
5. Mose 17,6
19,15
Joh 8,17
zwei Zusagen, die nicht wanken –
6,18
4. Mose 23,19
1. Sam 15,29
denn es ist unmöglich, dass Gott mit ihnen lügt –, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. 19Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der hineinreicht in das Innere
6,19
3. Mose 16,212
hinter dem Vorhang6,19 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Tempel«.. 20Dahinein ist Jesus als Vorläufer für uns gegangen, er, der
6,20
Kap
Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

7

Christus, der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks

71

7,1
1. Mose 14,18-20
Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester des höchsten Gottes; er ging Abraham entgegen, als der vom Sieg über die Könige zurückkam, und segnete ihn; 2ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. 3Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens.
7,3
Joh 7,27
So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.

4Seht aber, wie groß der ist,

7,4
1. Mose 14,20
dem auch Abraham, der Erzvater, den Zehnten gab von der eroberten Beute. 5Zwar
7,5
4. Mose 18,21
haben auch die von den Söhnen Levis, die das Priestertum empfangen, ein Gebot, den Zehnten zu nehmen vom Volk nach dem Gesetz, also von ihren Brüdern, obwohl auch diese aus den Lenden Abrahams hervorgegangen sind. 6Der aber, der nicht von ihrem Stamm war, nahm den Zehnten von Abraham und
7,6
1. Mose 14,19-20
segnete den, der die Verheißungen hatte. 7Nun ist aber unstreitig, dass das Geringere vom Höheren gesegnet wird. 8Und hier nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, dort aber einer, dem bezeugt wird, dass er lebt. 9Um es nun so zu sagen: Auch Levi, der selbst den Zehnten nimmt, ist durch Abraham mit dem Zehnten belegt worden.
7,9
10Denn er war noch in den Lenden des Vaters, als Melchisedek ihm entgegenging.

11Wäre nun die Vollendung durch das levitische Priestertum gekommen – denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen –, wozu war es dann noch nötig, einen andern als Priester nach der Ordnung Melchisedeks einzusetzen, anstatt einen nach der Ordnung Aarons zu benennen? 12Denn wo das Priestertum verändert wird, da muss auch das Gesetz verändert werden. 13Denn der, von dem das gesagt wird, der ist von einem andern Stamm, von dem nie einer am Altar gedient hat. 14Denn es ist ja offenbar, dass unser Herr

7,14
1. Mose 49,10
Jes 11,1
Mi 5,1
Mt 1,1-3
aus Juda hervorgegangen ist, dem Stamm, zu welchem Mose nichts gesagt hat vom Priestertum.

15Und das ist noch viel klarer, wenn in gleicher Weise wie Melchisedek ein anderer Priester auftritt, 16der es nicht geworden ist nach dem Gesetz eines fleischlichen Gebots, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens. 17Denn es wird bezeugt (Ps 110,4):

7,17
Kap
»Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« 18Denn damit wird das frühere Gebot aufgehoben – weil es schwach und nutzlos war;
7,18
Kap
19denn das Gesetz brachte nichts zur Vollendung –, und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch die wir Gott nahen. 20Und das geschah nicht ohne Eid. Denn jene sind zwar ohne Eid Priester geworden, 21dieser aber durch den Eid dessen, der zu ihm spricht (Ps 110,4): »Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit.« 22So ist Jesus Bürge eines
7,22
Kap
viel besseren Bundes geworden.

23Auch sind es viele, die Priester wurden, weil der Tod sie nicht bleiben ließ; 24dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum.

7,24
Kap
25Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und
7,25
Röm 8,34
1. Joh 2,1
bittet für sie. 26Denn einen solchen Hohenpriester mussten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als die Himmel. 27Er hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich
7,27
3. Mose 9,7
16,6
zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte. 28Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die Schwachheit an sich haben; dies Wort aber des Eides, der nach dem Gesetz gesagt ist, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist.

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