Lutherbibel 2017 (LU17)
4

Die verheißene Gottesruhe

41So lasst uns nun mit Furcht darauf achten, dass keiner von euch zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, dass wir in seine Ruhe eingehen. 2Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen. Aber das Wort, das sie hörten, half jenen nichts, weil sie nicht im Glauben vereint waren mit denen, die es hörten. 3Denn wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe, wie er gesprochen hat (Ps 95,11):

4,3
Kap
»Ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen.« Nun waren ja die Werke von Anbeginn der Welt gemacht; 4denn so hat er an einer andern Stelle gesprochen vom siebenten Tag (1. Mose 2,2): »Und Gott ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken.« 5Doch an dieser Stelle wiederum (Ps 95,11): »Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen.«

6Da es nun bestehen bleibt, dass einige in sie eingehen sollen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, nicht hineingekommen sind wegen des Ungehorsams, 7bestimmt er abermals einen Tag, ein

4,7
Kap
»Heute«, und spricht nach so langer Zeit durch David, wie eben gesagt (Ps 95,7-8): »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.« 8Denn
4,8
5. Mose 31,7
Jos 22,4
wenn Josua sie zur Ruhe gebracht hätte, wäre hernach nicht von einem andern Tag die Rede. 9Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. 10Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist,
4,10
Offb 14,13
der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 11So lasst uns nun bemüht sein,
4,11
Kap
in diese Ruhe einzugehen, damit nicht jemand zu Fall komme wie in diesem Beispiel des Ungehorsams.

12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige

4,12
Ri 3,20-21
Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein
4,12
Jer 11,20
Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem
4,13
Lk 16,2
wir Rechenschaft geben müssen.

Christus der große Hohepriester

14Weil wir denn einen großen

4,14
Kap
Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so
4,14
Kap
lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der
4,15
Kap
versucht worden ist in allem wie wir,
4,15
Joh 8,46
doch ohne Sünde. 16Darum lasst uns
4,16
Kap
freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.

5

51Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3Darum muss er, wie für das Volk, so

5,3
3. Mose 9,7
auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern
5,4
2. Mose 28,1
er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Ps 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6Wie er auch an anderer Stelle spricht (Ps 110,4):
5,6
Kap
»Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«

7Und

5,7
Ps 30,3-49-10
er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8So hat er, obwohl er der
5,8
Sohn war, doch an dem, was er litt,
5,8
Phil 2,8
Gehorsam gelernt. 9Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, 10von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
5,10
Kap

Haltet fest an der Verheißung!

11Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer zu erklären, weil ihr so unverständig geworden seid. 12Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch

5,12
1. Kor 3,1-2
1. Petr 2,2
Milch gebe und nicht feste Speise. 13Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn
5,13
Eph 4,14
er ist ein kleines Kind. 14Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben, Gutes und Böses zu unterscheiden.

6

61Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden. Wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken und dem Glauben an Gott, 2mit der Lehre vom Taufen6,2 Wörtlich: »von den Tauchbädern«., vom

6,2
Apg 6,6
Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht. 3Das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt.

4

6,4
Kap
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist 5und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt 6und dann abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. 7Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott. 8Wenn sie aber Dornen und Disteln trägt, bringt sie keinen Nutzen und ist dem Fluch nahe, sodass man sie zuletzt abbrennt.

9Was aber euch angeht, ihr Lieben, sind wir vom Besseren überzeugt und von dem, was Rettung bringt, auch wenn wir so reden. 10Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er

6,10
Kap
vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient. 11Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise,
6,11
Kap
die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, 12damit ihr nicht träge werdet, sondern die nachahmt, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.
6,12
Kap

13Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Größeren schwören konnte, 14und sprach (1. Mose 22,17): »Wahrlich, ich will dich segnen und mehren.« 15Und so wartete Abraham in Geduld und erlangte die Verheißung. 16Menschen schwören ja bei dem Höheren; und

6,16
2. Mose 22,10
der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende. 17Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch kräftiger beweisen wollte, dass sein Ratschluss nicht wankt, sich noch mit einem Eid verbürgt. 18So sollten wir durch
6,18
5. Mose 17,6
19,15
Joh 8,17
zwei Zusagen, die nicht wanken –
6,18
4. Mose 23,19
1. Sam 15,29
denn es ist unmöglich, dass Gott mit ihnen lügt –, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. 19Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der hineinreicht in das Innere
6,19
3. Mose 16,212
hinter dem Vorhang6,19 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Tempel«.. 20Dahinein ist Jesus als Vorläufer für uns gegangen, er, der
6,20
Kap
Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.