Lutherbibel 2017 (LU17)
11

Der Weg des Glaubens seit der Schöpfung

111Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht11,1 Andere Übersetzung: »Grundlage«. dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem11,1 Andere Übersetzung: »Beweis dessen«., was man nicht sieht.

11,1
2. Kor 5,7
2In diesem Glauben haben die Alten Gottes Zeugnis empfangen. 3Durch den Glauben erkennen wir, dass
11,3
1. Mose 1,1–2,4
die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, dass alles, was man sieht,
11,3
2. Makk 7,28
aus nichts geworden ist.

4Durch den Glauben

11,4
1. Mose 4,3-4
hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; durch den Glauben wurde ihm bezeugt, dass er gerecht sei, da Gott selbst es über seinen Gaben bezeugte; und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist.

5Durch den Glauben

11,5
1. Mose 5,24
wurde Henoch entrückt, dass er den Tod nicht sehe, und wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, dass er Gott gefallen habe. 6Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.

7Durch den Glauben

11,7
1. Mose 6,8-922
hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah; durch den Glauben sprach er der Welt das Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt.

8

11,8
1. Mose 12,1-3
Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. 9Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.

11Durch den Glauben

11,11
1. Mose 17,17-19
empfing auch Sara, die unfruchtbar war, Kraft, Nachkommen hervorzubringen trotz ihres Alters; denn sie hielt den für treu, der es verheißen hatte. 12Darum sind auch von dem einen, dessen Kraft schon erstorben war,
11,12
1. Mose 22,17
so viele gezeugt worden wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählig ist.

13Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißungen nicht ergriffen, sondern sie nur von ferne gesehen und gegrüßt und haben bekannt, dass sie

11,13
1. Mose 23,4
1. Chr 29,15
Gäste und Fremdlinge auf Erden sind. 14Wenn sie aber solches sagen, geben sie zu verstehen, dass sie ein Vaterland suchen. 15Und wenn sie das Land gemeint hätten, von dem sie ausgezogen waren, hätten sie ja Zeit gehabt, wieder umzukehren. 16Nun aber streben sie zu einem besseren Land, nämlich dem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn er hat ihnen eine Stadt gebaut.

17Durch den Glauben

11,17
1. Mose 22,1-19
Jak 2,21
hat Abraham den Isaak dargebracht, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißungen empfangen hatte, 18von dem gesagt worden war (1. Mose 21,12): »Nach Isaak wird dein Geschlecht genannt werden.« 19Er dachte: Gott kann auch von den Toten erwecken; als ein Gleichnis dafür bekam er ihn auch wieder.

20

11,20
1. Mose 27,1-40
48,1-20
50,24-26
Durch den Glauben segnete Isaak den Jakob und den Esau auf die zukünftigen Dinge hin.

21Durch den Glauben segnete Jakob, als er starb, die beiden Söhne Josefs und

11,21
1. Mose 47,31
neigte sich über die Spitze seines Stabes.

22Durch den Glauben redete Josef, als er starb, vom Auszug der Israeliten und befahl, was mit seinen Gebeinen geschehen sollte.

23

11,23
2. Mose 2,1-15
Durch den Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern, weil sie sahen, dass er ein schönes Kind war; und sie fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot. 24Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr Sohn der Tochter Pharaos heißen, 25sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als einen flüchtigen Genuss der Sünde zu haben, 26und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung. 27Durch den Glauben
11,27
2. Mose 2,14-15
verließ er Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. 28Durch den Glauben vollzog er das
11,28
2. Mose 12,21-23
Passa und das Besprengen mit Blut, auf dass der Verderber ihre Erstgeburt nicht anrühre. 29Durch den Glauben
11,29
2. Mose 14,21-30
gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.

30

11,30
Jos 2,1-24
6,1-25
Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, als Israel sieben Tage um sie herum gezogen war. 31Durch den Glauben kam die
11,31
Jak 2,25
Hure Rahab nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.

32

11,32
Ri 4,4-24
6,11–8,32
11,1–12,7
13,1–16,31
1. Sam 17,12-54
Und was soll ich noch mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten. 33Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt,
11,33
Dan 6,23
Löwen den Rachen gestopft, 34des Feuers Kraft gelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen. 35Frauen haben
11,35
1. Kön 17,17-24
2. Kön 4,8-37
ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind
11,35
2. Makk 6,18-31
7,1-42
gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, auf dass sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. 36Wieder andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu
11,36
1. Kön 22,27
Jer 20,1-3
37,11-16
Fesseln und Gefängnis. 37Sie sind
11,37
2. Chr 24,21
gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erlitten. 38Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen,
11,38
1. Kön 18,4
in Höhlen und Klüften der Erde.

39Diese alle

11,39
haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht die Verheißung erlangt, 40weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat: dass sie nicht ohne uns vollendet würden.

12

Der Weg des Glaubens seit Christus

121Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,

12,1
1. Kor 9,24-27
lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.
12,2
Kap
3Gedenkt an den, der so viel
12,3
Lk 2,34
Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.

4Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde 5und habt den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu Kindern (Spr 3,11-12): »Mein Sohn, achte nicht gering die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. 6Denn

12,6
Offb 3,19
wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« 7Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit Kindern geht Gott mit euch um. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. 9Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem Vater der Geister12,9 Mit »Geister« sind vom Geist geprägte Menschen gemeint., damit wir leben? 10Denn jene haben uns gezüchtigt wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm Besten, auf dass wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. 11Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Schmerz zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit.
12,11
2. Kor 4,17-18

12Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie

12,12
Jes 35,3
13und
12,13
Spr 4,26-27
tut sichere Schritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. 14Jagt dem
12,14
Röm 12,18
2. Tim 2,22
Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, 15und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine
12,15
5. Mose 29,17
bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden; 16dass nicht jemand sei ein Hurer oder Gottloser wie
12,16
1. Mose 25,29-34
Esau, der um der einen Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. 17Ihr wisst ja, dass er
12,17
1. Mose 27,30-40
hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.

18Denn ihr seid nicht zu etwas gekommen, das man anrühren konnte und das mit Feuer brannte, nicht zu Dunkelheit und Finsternis und Ungewitter

12,18
2. Mose 19,1216
5. Mose 4,11
19und nicht zum Schall der Posaune und zum Klang der Worte. Die das hörten, baten, dass ihnen kein Wort mehr gesagt würde;
12,19
2. Mose 20,1619
20denn sie konnten’s nicht ertragen, was da gesagt wurde (2. Mose 19,13): »Und auch wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt werden.« 21Und so schrecklich war die Erscheinung, dass Mose sprach (5. Mose 9,19): »Ich bin erschrocken und zittere.«

22Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem

12,22
Gal 4,26
Offb 21,2
himmlischen Jerusalem, und zu den
12,22
Offb 5,11
vielen tausend Engeln und zur Festversammlung 23und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die
12,23
Lk 10,20
im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten 24und zu dem
12,24
Kap
Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser
12,24
1. Mose 4,10
redet als Abels Blut12,24 Nach besseren Handschriften: »als Abel«..

25Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet. Denn wenn jene nicht entronnen sind, die den abwiesen, der auf Erden den Willen Gottes verkündete, wie viel weniger werden wir entrinnen, wenn wir den abweisen, der vom Himmel her redet.

12,25
Kap
26Seine Stimme hat zu jener Zeit die Erde erschüttert, jetzt aber verheißt er und spricht (Hag 2,6): »Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.« 27Dieses »Noch einmal« aber zeigt an, dass das, was erschüttert wird, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, auf dass bleibe, was nicht erschüttert wird. 28Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; 29denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.
12,29
Kap

13

Abschließende Ermahnungen

131Bleibt fest in der

13,1
Joh 13,34
2. Petr 1,7
brüderlichen Liebe. 2
13,2
Röm 12,13
1. Petr 4,9
3. Joh 5-8
Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen
13,2
1. Mose 18,2-3
19,2-3
Engel beherbergt. 3Denkt an die
13,3
Mt 25,36
Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt.

4Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; denn die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.

5Seid nicht geldgierig, und

13,5
1. Tim 6,6
lasst euch genügen an dem, was da ist. Denn er hat gesagt (Jos 1,5): »Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.« 6So können wir getrost sagen (Ps 118,6): »Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten; was kann mir ein Mensch tun?«

7Gedenkt eurer Lehrer13,7 Gemeindeleiter., die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt dem Beispiel ihres Glaubens. 8Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

13,8
Offb 1,17
22,13

9Lasst euch nicht

13,9
Eph 4,14
durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade,
13,9
Röm 14,17
1. Kor 8,8
nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die danach leben. 10Wir haben einen Altar, von dem zu essen denen nicht erlaubt ist, die am Zelt dienen. 11Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohenpriester als Sündopfer in das Heilige getragen wird, werden
13,11
3. Mose 16,27
außerhalb des Lagers verbrannt. 12Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten
13,12
Mt 21,39
Joh 19,17
draußen vor dem Tor. 13So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine
13,13
Kap
Schmach tragen. 14Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern
13,14
Kap
die zukünftige suchen wir.

15So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit

13,15
Ps 50,1423
das Lobopfer darbringen, das ist die
13,15
Hos 14,3
Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. 16Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. 17
13,17
1. Thess 5,12
Gehorcht euren Lehrern13,17 Gemeindeleitern. und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.

18

13,18
Röm 15,30
Betet für uns. Wir sind überzeugt, dass wir
13,18
2. Kor 1,11-12
ein gutes Gewissen haben, und suchen in allen Dingen recht zu leben. 19Umso mehr aber ermahne ich euch, dies zu tun, auf dass ich euch möglichst bald wiedergegeben werde.

Segenswunsch und Grüße

20Der Gott des Friedens aber, der den großen

13,20
Joh 10,11
1. Petr 2,25
Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, 21der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

22Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, nehmt das Wort der Ermahnung an; ich habe euch ja nur kurz geschrieben. 23Wisst, dass unser Bruder Timotheus wieder frei ist; mit ihm will ich euch, wenn er bald kommt, besuchen. 24Grüßt alle, die eure Gemeinden leiten, und alle Heiligen. Es grüßen euch die Brüder und Schwestern aus Italien. 25Die Gnade sei mit euch allen!