Lutherbibel 2017 (LU17)

Über Weisheit und Torheit

101Tote Fliegen verderben gute Salben. Schon ein wenig Torheit verdirbt Weisheit und Ehre. 2Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten, aber des Toren Herz ist zu seiner Linken. 3Auch auf dem Weg, auf dem er geht, fehlt es dem Toren an Verstand. Er aber hält jedermann für einen Toren.

4Wenn des Herrschers Zorn wider dich ergeht, so verlass deine Stätte nicht; denn Gelassenheit wendet großes Unheil ab. 5Dies ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, gleich einem Versehen, das vom Gewaltigen ausgeht: 6Ein Tor sitzt in großer Würde, und Reiche müssen in Niedrigkeit sitzen. 7Ich sah Knechte auf Rossen und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte.

8

10,8
Spr 26,27
Wer eine Grube gräbt, der kann hineinfallen, und wer eine Mauer einreißt, den kann eine Schlange stechen. 9Wer Steine bricht, der kann sich dabei wehe tun, und wer Holz spaltet, der kann sich verletzen. 10Wenn das Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt, braucht man mehr Kraft. Aber den Vorteil hat, wer Weisheit gebraucht. 11Sticht die Schlange vor der Beschwörung, so hat der Beschwörer keinen Vorteil.
10,11
Ps 58,5-6

12Die Worte aus dem Munde des Weisen bringen ihm Gunst; aber des Narren Lippen verschlingen ihn selbst. 13Der Anfang seiner Worte ist Narrheit und das Ende verderbliche Torheit. 14Der Narr macht

10,14
Pred 5,2
viele Worte; aber
10,14
Pred 8,7
der Mensch weiß nicht, was sein wird, und wer will ihm sagen, was nach ihm werden wird? 15Die Arbeit ermüdet den Toren, der nicht einmal weiß, in die Stadt zu gehen.

16Weh dir, Land, dessen

10,16
Jes 3,4
König ein Kind ist und dessen Fürsten
10,16
Jes 5,11
in der Frühe tafeln! 17Wohl dir, Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zur rechten Zeit tafeln, sich zu stärken und nicht um zu saufen. 18Durch Faulheit sinken die Balken, und durch lässige Hände tropft es im Haus.

19Sie bereiten das Mahl, um zu lachen, und

10,19
Ps 104,15
der Wein erfreut das Leben, und das Geld muss alles zuwege bringen.

20Fluche dem König auch nicht in Gedanken und fluche dem Reichen nicht in deiner Schlafkammer; denn die Vögel des Himmels tragen die Stimme fort, und die Fittiche haben, sagen’s weiter.