Lutherbibel 2017 (LU17)
3

31Fangen wir denn abermals an,

3,1
Kap
uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir, wie gewisse Leute, Empfehlungsbriefe an euch oder von euch? 2Ihr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben, erkannt und gelesen von allen Menschen!
3,2
1. Kor 9,1-2
3Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid durch unsern Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf
3,3
2. Mose 31,18
Hes 11,19
steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln der Herzen.

Die Herrlichkeit des Dienstes im neuen Bund

4Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. 5Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern

3,5
Kap
dass wir tüchtig sind, ist von Gott, 6der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des
3,6
Jer 31,31
1. Kor 11,25
neuen Bundes, nicht des
3,6
Röm 7,6
Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der
3,6
Joh 6,63
Geist macht lebendig.

7

3,7
2. Mose 34,29-35
Wenn aber der Dienst, der den Tod bringt und der mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte, 8wie sollte nicht der Dienst, der den Geist gibt, viel mehr Herrlichkeit haben? 9Denn wenn der Dienst, der zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat der Dienst, der
3,9
Röm 1,17
3,21
zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit. 10Denn auch, was verherrlicht ist, ist nicht als Herrlichkeit zu achten gegenüber dieser überschwänglichen Herrlichkeit. 11Denn wenn das Herrlichkeit hat, was da aufhört, wie viel mehr wird das Herrlichkeit haben, was da bleibt.

12Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voller Freimut 13und nicht wie Mose, der eine Decke über sein Angesicht legte, damit die Israeliten nicht sahen das Ende dessen, was da vergeht. 14Aber ihr Sinn wurde verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke über dem alten Bund, wenn daraus gelesen wird; sie wird nicht aufgedeckt,

3,14
Röm 10,4
11,25-27
weil sie in Christus abgetan wird. 15Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. 16Wenn es aber
3,16
Röm 11,23
umkehrt zu dem Herrn, so
3,16
2. Mose 34,34
wird die Decke abgetan. 17Der Herr ist der Geist; wo aber der
3,17
Röm 8,2
Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die
3,18
Kap
Herrlichkeit des Herrn wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.

4

Der Auftrag des Paulus

41Darum, weil wir dieses

4,1
Kap
Amt haben nach der
4,1
1. Tim 1,16
Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, werden wir nicht müde, 2sondern wir haben uns losgesagt von schändlicher Heimlichkeit und
4,2
Kap
gehen nicht mit List um, verfälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott. 3Ist aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt,
4,3
1. Kor 1,18
die verloren werden, 4den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist
4,4
Kol 1,15
Hebr 1,3
das Ebenbild Gottes.

5Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen. 6Denn

4,6
1. Mose 1,3
Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Leidensgemeinschaft mit Christus

7

4,7
Kap
Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10Wir
4,10
1. Kor 15,31
Gal 6,17
tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 11Denn wir, die wir leben,
4,11
Röm 8,36
werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. 12So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch.

13Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht (Ps 116,10): »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.

4,14
1. Kor 6,14
15Denn
4,15
Kap
es geschieht alles um euretwillen, auf dass die Gnade durch viele wachse und so die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes.

16Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 17Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit,

4,17
Röm 8,17-18
1. Petr 1,6
18uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern
4,18
Hebr 11,1
auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

5

Sehnsucht nach der himmlischen Heimat

51Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese

5,1
2. Petr 1,14
Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. 2Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, 3weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. 4Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern
5,4
1. Kor 15,51-53
überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. 5Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns
5,5
Kap
als Unterpfand den Geist gegeben hat.

6So sind wir denn allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; 7denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.

5,7
Röm 8,24
1. Kor 13,12
1. Petr 1,8
8Wir sind aber getrost und begehren sehr, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.
5,8
Phil 1,23
9Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen. 10Denn
5,10
Apg 17,31
Röm 2,16
14,10
wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass
5,10
Joh 5,29
1. Kor 4,5
ein jeder empfange nach dem, was er getan hat im Leib, es sei gut oder böse.

Botschafter der Versöhnung

11Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen; aber vor Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, dass wir auch vor eurem Gewissen offenbar sind. 12Damit

5,12
Kap
empfehlen wir uns nicht abermals bei euch, sondern geben euch Anlass, euch unser zu rühmen, damit ihr etwas habt gegen die, die sich des Äußeren rühmen und nicht des Herzens. 13Denn wenn wir außer uns waren, so war es für Gott; sind wir aber besonnen, so sind wir’s für euch. 14Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben, dass
5,14
Röm 6,3-4
einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind. 15Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort
5,15
Röm 14,7-8
Gal 2,19-20
nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde.

16Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. 17Darum:

5,17
Jes 43,18-19
Röm 8,10
Gal 6,15
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 18
5,18
Röm 5,10
Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. 19Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber5,19 Andere Übersetzung: »Denn Gott versöhnte in Christus die Welt mit sich«. und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
5,19
Kol 1,19-20

20So sind wir nun

5,20
Lk 10,16
Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste,
5,21
Jes 53,4-6
Röm 8,3-4
Gal 3,13
für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die
5,21
Röm 1,17
1. Kor 1,30
Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt5,21 Wörtlich: »die Gerechtigkeit Gottes«; siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gerechtigkeit Gottes«..

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