Lutherbibel 2017 (LU17)
12

Offenbarungen des Herrn und die Schwachheit des Paulus

121Gerühmt muss werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. 2Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren – ist er im Leib gewesen? Ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? Ich weiß es nicht; Gott weiß es –, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. 3Und ich kenne denselben Menschen – ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es –, 4der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. 5Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen,

12,5
Kap
außer meiner Schwachheit. 6Denn wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich kein Narr; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört.

7Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. 8Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. 9Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.12,9 Luther übersetzte: »denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig«. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. 10Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.

12,10
Kap

Der Dienst des Apostels für seine Gemeinde

11Ich bin ein Narr geworden! Dazu habt ihr mich gezwungen. Denn ich sollte von euch empfohlen werden, da ich doch

12,11
Kap
den Überaposteln in nichts nachstand, obwohl ich nichts bin. 12Denn es sind ja die Zeichen eines Apostels unter euch geschehen in aller Geduld, mit Zeichen und mit Wundern und mit Taten.
12,12
Röm 15,19
13Was ist’s, worin ihr zu kurz gekommen seid gegenüber den andern Gemeinden, außer
12,13
Kap
dass ich euch nicht zur Last gefallen bin? Vergebt mir dieses Unrecht!

14Siehe, ich bin jetzt bereit, zum

12,14
Kap
dritten Mal zu euch zu kommen, und will euch nicht zur Last fallen; denn ich suche nicht das Eure, sondern euch. Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern den Kindern. 15Ich aber will gern hingeben und hingegeben werden für eure Seelen. Wenn ich euch mehr liebe, soll ich darum weniger geliebt werden?

16Sei’s drum: Ich bin euch nicht zur Last gefallen. Aber bin ich etwa heimtückisch und habe euch mit Hinterlist gefangen? 17Habe ich euch etwa übervorteilt durch einen von denen, die ich zu euch gesandt habe? 18

12,18
Kap
Ich habe Titus zugeredet und den Bruder mit ihm gesandt. Hat euch etwa Titus übervorteilt? Sind wir nicht in demselben Geist gewandelt? Sind wir nicht in denselben Fußstapfen gegangen?

Mahnungen für den dritten Besuch des Paulus

19Schon lange werdet ihr denken, dass wir uns vor euch verteidigen. Wir

12,19
Kap
reden in Christus vor Gott! Aber das alles geschieht, ihr Lieben, zu eurer Erbauung. 20Denn ich fürchte,
12,20
Kap
wenn ich komme, finde ich euch nicht, wie ich will, und ihr findet mich auch nicht, wie ihr wollt, sondern es gibt Hader, Neid, Zorn, Zank, üble Nachrede, Verleumdung, Aufgeblasenheit, Aufruhr. 21Ich fürchte, wenn ich abermals komme, wird mein Gott mich demütigen bei euch, und ich muss Leid tragen über viele, die
12,21
Kap
zuvor gesündigt und nicht Buße getan haben für die Unreinheit und Unzucht und Ausschweifung, die sie getrieben haben.

13

131Zum dritten Mal komme ich zu euch. »Durch zweier oder dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestätigt werden.« (5. Mose 19,15) 2Ich habe es vorausgesagt und sage es noch einmal voraus – wie bei meinem zweiten Besuch, so auch nun aus der Ferne – denen, die zuvor gesündigt haben, und den andern allen: Wenn ich abermals komme, dann will ich niemanden schonen. 3Ihr verlangt ja einen Beweis dafür, dass Christus in mir redet, der euch gegenüber nicht schwach ist, sondern ist mächtig unter euch. 4Denn wenn er auch gekreuzigt wurde in Schwachheit, so lebt er doch aus

13,4
1. Kor 1,18
Gottes Kraft. Und wenn wir auch
13,4
Kap
schwach sind in ihm, so werden wir doch mit ihm leben aus der Kraft Gottes für euch.

5Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass

13,5
Röm 8,9-10
Jesus Christus in euch ist? Wenn nicht, dann wäret ihr ja nicht bewährt. 6Ich hoffe aber, ihr werdet erkennen, dass wir nicht unbewährt sind.

7Wir bitten aber Gott, dass ihr nichts Böses tut; nicht damit wir als bewährt angesehen werden, sondern damit ihr das Gute tut und wir wie die sind, die nicht bewährt sind. 8Denn wir vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern nur etwas für die Wahrheit. 9Wir freuen uns ja, wenn wir schwach sind, ihr aber mächtig seid. Wir beten auch dafür, dass ihr vollkommen werdet. 10Deshalb schreibe ich auch dies aus der Ferne,

13,10
Kap
damit ich nicht, wenn ich anwesend bin, Strenge gebrauchen muss nach der
13,10
Kap
Vollmacht, die mir der Herr gegeben hat, zu erbauen, nicht zu zerstören.

Grüße und Segenswunsch

11Zuletzt, Brüder und Schwestern,

13,11
Phil 4,4
freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So
13,11
Röm 15,33
Phil 4,9
wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 12
13,12
Röm 16,16
1. Kor 16,20
1. Thess 5,26
Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen. 13Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!