Lutherbibel 2017 (LU17)
9

Der Segen des Gebens

91Von dem

9,1
Kap
Dienst, der für die Heiligen geschieht, brauche ich euch nicht zu schreiben. 2Denn ich weiß von eurem
9,2
Kap
guten Willen, den ich an euch rühme bei denen aus Makedonien und sage: Achaia ist schon voriges Jahr bereit gewesen! Und euer Beispiel hat die meisten angespornt. 3Ich habe aber die Brüder gesandt, damit nicht unser Rühmen über euch zunichtewerde in diesem Stück und damit ihr vorbereitet seid, wie ich gesagt habe, 4dass nicht, wenn die aus Makedonien mit mir kommen und euch nicht vorbereitet finden, wir – um nicht zu sagen ihr – zuschanden würden mit dieser unsrer Zuversicht. 5So habe ich es nun für nötig angesehen, die Brüder zu ermahnen, dass sie voranzögen zu euch, um eure angekündigte Segensgabe vorher bereitzustellen, sodass sie bereitliegt als eine Gabe des Segens und nicht des Geizes.

6Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.

9,6
Spr 11,24-25
7Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
9,7
5. Mose 15,10
8Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; 9wie geschrieben steht (Ps 112,9): »Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.« 10Der aber
9,10
Jes 55,10
Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit. 11So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben in aller Lauterkeit, die durch uns wirkt Danksagung an Gott.

12Denn der Dienst dieser Sammlung füllt nicht allein aus, woran es den Heiligen mangelt, sondern wirkt auch überschwänglich darin, dass viele Gott danken. 13Um dieses treuen Dienstes willen preisen sie Gott für euren Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und für die Lauterkeit eurer Gemeinschaft mit ihnen und allen. 14Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes bei euch. 15Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

10

Verteidigung des Apostels gegen persönliche Angriffe

101Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Güte Christi, der ich in eurer Gegenwart unterwürfig sein soll, aber kühn gegen euch, wenn ich fern bin. 2Ich bitte aber, dass ich, wenn ich bei euch bin, nicht kühn sein muss in der

10,2
Kap
Festigkeit, mit der ich gegen einige vorzugehen gedenke, die unsern Wandel für fleischlich halten. 3Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir doch nicht auf fleischliche Weise. 4Denn die
10,4
Eph 6,13-17
Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Absichten zerstören wir 5und
10,5
Spr 21,22
alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus. 6So sind wir bereit, zu strafen allen Ungehorsam, sobald euer Gehorsam vollkommen geworden ist.

7Seht, was vor Augen liegt! Verlässt sich jemand darauf, dass er Christus angehört, der bedenke wiederum auch dies bei sich, dass, wie er Christus angehört, so auch wir! 8Auch wenn ich mich noch mehr rühmte

10,8
Kap
der Vollmacht, die uns der Herr gegeben hat, euch zu erbauen und nicht zu zerstören, so würde ich nicht zuschanden werden. 9Das sage ich aber, damit es nicht scheint, als wollte ich euch mit den Briefen schrecken. 10Denn seine Briefe, sagen sie, wiegen schwer und sind stark; aber wenn er selbst anwesend ist, ist er schwach und
10,10
Kap
seine Rede kläglich. 11Wer so redet, der bedenke: Wie wir abwesend durch das Wort unserer Briefe wirken, so auch anwesend mit der Tat.
10,11
Kap

Der Maßstab für die Beurteilung des Apostels

12Denn wir wagen nicht, uns unter die zu rechnen oder mit denen zu vergleichen, die

10,12
Kap
sich selbst empfehlen; aber weil sie sich nur an sich selbst messen und mit sich selbst vergleichen, verstehen sie nichts. 13
10,13
Röm 15,20
Wir aber wollen uns
10,13
Röm 12,3
nicht über alles Maß hinaus rühmen, sondern nur nach dem Maß, das uns Gott zugemessen hat, nämlich dass wir auch bis zu euch gelangen sollten. 14Denn es ist nicht so, dass wir uns zu viel anmaßen, als wären wir nicht bis zu euch gelangt; denn wir sind ja mit dem Evangelium Christi auch bis zu euch gekommen 15und rühmen uns nicht über alles Maß hinaus mit dem, was andere gearbeitet haben. Wir haben aber die Hoffnung, dass wir, wenn euer Glaube in euch wächst, nach unserem Maß überschwänglich zu Ehren kommen 16und das Evangelium auch denen predigen, die jenseits von euch wohnen, und rühmen uns nicht mit dem, was andere nach ihrem Maß vollbracht haben. 17»Wer sich aber rühmt, der rühme sich des Herrn« (Jer 9,22-23).
10,17
1. Kor 1,31
18Denn nicht der ist bewährt, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt.

11

Der Einsatz des Paulus für die Gemeinde

111

11,1
Kap
Ach wolltet ihr doch ein wenig Torheit von mir ertragen! Gewiss, ihr ertragt mich. 2Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus
11,2
Eph 5,26-27
eine reine Jungfrau zuführte. 3Ich fürchte aber, dass, wie
11,3
1. Mose 3,413
die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken abgewendet werden von der Lauterkeit und Reinheit vor Christus. 4Denn wenn einer zu euch kommt und
11,4
Gal 1,6-9
einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern!

5Ich meine doch, dass ich den Überaposteln in nichts nachstehe.

11,5
Kap
6Und wenn ich schon
11,6
Kap
ungeschickt bin in der Rede, so bin ich’s doch nicht in der Erkenntnis; sondern in jeder Weise und vor allen haben wir sie bei euch kundgetan.

7

11,7
Kap
Oder habe ich eine Sünde begangen, als ich mich erniedrigt habe, damit ihr erhöht würdet? Denn ich habe euch das Evangelium Gottes ohne Entgelt verkündigt. 8
11,8
Phil 4,1014-16
Andere Gemeinden habe ich beraubt und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können. 9Und als ich bei euch war und Mangel hatte, fiel ich niemandem zur Last. Denn meinem Mangel halfen die
11,9
Kap
Brüder ab, die aus Makedonien kamen. So bin ich euch in keiner Weise zur Last gefallen und will es auch weiterhin so halten. 10So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist, so soll mir dieser Ruhm im Gebiet von Achaia nicht verwehrt werden. 11Warum das? Weil ich euch nicht lieb habe? Gott weiß es!
11,11
Kap

Gegen falsche Apostel in Korinth

12Was ich aber tue, das will ich auch weiterhin tun, um denen den Anlass zu nehmen, die einen Anlass suchen, sich zu rühmen, sie seien wie wir. 13Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. 14Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. 15Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit;

11,15
Phil 3,19
deren Ende wird sein nach ihren Werken.

Paulus in der Rolle des Narren

16Ich sage abermals: Niemand halte mich für töricht; wenn aber doch, so nehmt mich an als einen Toren, damit auch ich mich ein wenig rühme.

11,16
Kap
17Was ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gemäß, sondern wie in Torheit, weil wir so ins Rühmen gekommen sind. 18Da viele sich rühmen nach dem Fleisch, will ich mich auch rühmen. 19Denn ihr ertragt gerne die Narren, ihr, die ihr klug seid! 20Ihr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausnützt, wenn euch jemand gefangen nimmt, wenn sich jemand über euch erhebt, wenn euch jemand ins Angesicht schlägt. 21Zu meiner Schande muss ich sagen: Dazu waren wir zu schwach!

Wo einer kühn ist – ich rede als Narr –, da bin ich auch kühn. 22Sie sind Hebräer? Ich auch! Sie sind Israeliten? Ich auch! Sie sind Abrahams Kinder? Ich auch!

11,22
Röm 11,1
Phil 3,5
23
11,23
Kap
Sie sind Diener Christi? Ich rede wider alle Vernunft: Ich bin’s weit mehr! Ich habe mehr gearbeitet, ich bin öfter gefangen gewesen, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin oft in Todesnöten gewesen. 24Von Juden habe ich fünfmal erhalten
11,24
5. Mose 25,3
vierzig Geißelhiebe weniger einen; 25ich bin dreimal
11,25
Apg 16,22
mit Stöcken geschlagen, einmal
11,25
Apg 14,19
gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer. 26Ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Flüsse, in Gefahr unter Räubern, in Gefahr von meinem Volk, in Gefahr von Heiden, in Gefahr in Städten, in Gefahr in Wüsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Brüdern; 27in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße;
11,27
Kap
28und außer all dem noch das, was täglich auf mich einstürmt,
11,28
Apg 20,18-2131
die Sorge für alle Gemeinden. 29
11,29
1. Kor 9,22
Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird zu Fall gebracht, und ich brenne nicht?

30Wenn ich mich denn rühmen soll,

11,30
Kap
will ich mich meiner Schwachheit rühmen. 31Gott, der Vater des Herrn Jesus, der gelobt sei in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge. 32
11,32
Apg 9,24-25
In Damaskus bewachte der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener und wollte mich gefangen nehmen, 33und ich wurde in einem Korb durch ein Fenster die Mauer hinabgelassen und entrann seinen Händen.