Lutherbibel 2017 (LU17)
16

Asas Abfall und Tod

(vgl. 1. Kön 15,16-24)

161Im sechsunddreißigsten Jahr der Herrschaft Asas zog Bascha, der König von Israel, herauf gegen Juda und baute Rama aus, damit niemand bei Asa, dem König von Juda, aus und ein gehen sollte. 2Aber Asa nahm aus dem Schatz im Hause des HERRN und aus dem Schatz im Hause des Königs Silber und Gold und sandte zu Ben-Hadad, dem König von Aram, der zu Damaskus wohnte, und ließ ihm sagen: 3Es ist ein Bund zwischen mir und dir, zwischen meinem und deinem Vater. Darum schicke ich dir Silber und Gold, dass du den Bund mit Bascha, dem König von Israel, aufgibst, damit er von mir abzieht. 4Ben-Hadad hörte auf König Asa und sandte seine Obersten gegen die Städte Israels; die schlugen Ijon, Dan und Abel-Majim und von Naftali alle Städte mit Kornspeichern. 5Als Bascha das hörte, ließ er ab, Rama auszubauen, und hörte auf mit seinem Werk. 6Aber der König Asa bot ganz Juda auf, und sie nahmen die Steine und das Holz von Rama weg, womit Bascha gebaut hatte, und er baute damit Geba und Mizpa aus.

7Zu der Zeit kam der Seher Hanani zu Asa, dem König von Juda, und sprach zu ihm:

16,7
Jer 17,5
Weil du dich auf den König von Aram verlassen hast und nicht auf den HERRN, deinen Gott, darum ist das Heer des Königs von Aram deiner Hand entronnen. 8Hatten nicht die Kuschiter und Libyer eine große Heeresmacht mit sehr vielen Wagen und Reitern? Doch der HERR gab sie in deine Hand, da du dich auf ihn verließest.
16,8
Kap
9Denn
16,9
Spr 15,3
des HERRN Augen schauen alle Lande, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind. Du hast töricht getan, darum wirst du auch von nun an Krieg haben. 10Aber Asa wurde zornig über den Seher und
16,10
Kap
legte ihn ins Gefängnis; denn er grollte ihm darüber. Auch bedrückte er zu dieser Zeit einige vom Volk.

11Die Geschichte Asas aber, die frühere und die spätere, siehe, die steht geschrieben im Buch der Könige von Juda und Israel. 12Und Asa wurde krank an seinen Füßen im neununddreißigsten Jahr seiner Herrschaft, und seine Krankheit nahm sehr zu; und er suchte auch in seiner Krankheit nicht den HERRN, sondern die Ärzte. 13So legte sich Asa zu seinen Vätern und starb im einundvierzigsten Jahr seiner Herrschaft. 14Und man begrub ihn in seinem Grabe, das er sich in der Stadt Davids hatte aushauen lassen. Und sie legten ihn auf sein Lager, das man mit gutem Räucherwerk und allerlei kunstvoll zubereiteter Spezerei gefüllt hatte, und

16,14
Kap
sie machten ihm zu Ehren einen sehr großen Brand.

17

Joschafats Regierung

171Und sein Sohn

17,1
1. Kön 15,24
Joschafat wurde König an seiner statt und wurde mächtig gegenüber Israel. 2Er legte Kriegsvolk in alle festen Städte Judas und setzte Amtleute ein im Lande Juda und in den Städten Ephraims, die sein Vater Asa erobert hatte. 3Und der HERR war mit Joschafat; denn er wandelte auf denselben Wegen wie vormals sein Vater David und suchte nicht die Baale, 4sondern den Gott seines Vaters und wandelte in seinen Geboten und nicht nach den Werken Israels. 5Darum bestätigte der HERR das Königtum in seiner Hand. Und ganz Juda gab Joschafat Geschenke, und
17,5
Kap
er hatte Reichtum und Ehre die Fülle. 6Und als sein Herz mutig in den Wegen des HERRN wurde, entfernte er die Opferhöhen und die Ascheren aus Juda.

7Im dritten Jahr seiner Herrschaft sandte er seine Oberen Ben-Hajil, Obadja, Secharja, Netanel und Michaja, dass sie in den Städten Judas lehren sollten, 8und mit ihnen die Leviten Schemaja, Netanja, Sebadja, Asaël, Schemiramot, Jonatan, Adonija, Tobija und Tob-Adonija und mit ihnen die Priester Elischama und Joram. 9Und sie lehrten in Juda und hatten das Gesetzbuch des HERRN bei sich und zogen in allen Städten Judas umher und lehrten das Volk.

10Da kam der Schrecken des HERRN über alle Königreiche der Länder, die um Juda herum lagen, sodass sie nicht gegen Joschafat kämpften. 11Sogar einige von den Philistern brachten Joschafat

17,11
1. Kön 5,1
Geschenke und Silber als Abgabe; auch die Araber brachten ihm siebentausendsiebenhundert Widder und siebentausendsiebenhundert Böcke.

12So wurde Joschafat immer mächtiger. Und er baute in Juda Burgen und Städte mit Kornspeichern 13und hatte viel Vorrat in den Städten Judas und Kriegsleute, streitbare Männer, zu Jerusalem. 14Und dies war ihre Ordnung nach ihren Sippen: In Juda waren Oberste über Tausend: Adna, der Oberste, und unter ihm dreihunderttausend streitbare Männer; 15neben ihm Johanan, der Oberste, und unter ihm zweihundertachtzigtausend; 16neben ihm Amasja, der Sohn Sichris, der sich freiwillig in den Dienst des HERRN gestellt hatte, und unter ihm zweihunderttausend streitbare Männer; 17und aus Benjamin: Eljada, ein streitbarer Mann, und unter ihm zweihunderttausend, die mit Bogen und Schild gerüstet waren; 18neben ihm Josabad und unter ihm hundertachtzigtausend zum Kampf gerüstete Männer. 19Diese alle dienten dem König außer denen, die der König in die festen Städte von ganz Juda gelegt hatte.

18

Joschafats Verbindung mit Ahab von Israel

(vgl. 1. Kön 22,1-40)

181Und Joschafat hatte

18,1
Kap
großen Reichtum und viel Ehre und verschwägerte sich mit Ahab. 2Und nach einigen Jahren zog er hinab zu Ahab nach Samaria. Und Ahab ließ für ihn und für das Volk, das bei ihm war, viele Schafe und Rinder schlachten. Und er beredete ihn, dass er hinaufzöge nach Ramot in Gilead. 3Ahab, der König von Israel, sprach zu Joschafat, dem König von Juda: Willst du mit mir nach Ramot in Gilead ziehen? Er sprach zu ihm: Ich bin wie du und mein Volk wie dein Volk; wir wollen mit dir in den Kampf.

4Aber Joschafat sprach zum König von Israel:

18,4
2. Kön 3,11
Frage doch zuerst nach dem Wort des HERRN! 5Und der König von Israel versammelte die Propheten, vierhundert Mann, und sprach zu ihnen: Sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich’s lassen? Sie sprachen: Zieh hinauf! Gott wird es in des Königs Hand geben. 6Joschafat aber sprach: Ist nicht noch irgendein Prophet des HERRN hier, dass wir durch ihn den Herrn befragen? 7Der König von Israel sprach zu Joschafat: Es ist noch ein Mann hier, durch den man den HERRN befragen kann; aber ich bin ihm gram, denn er weissagt über mich nichts Gutes, sondern immer nur Böses, nämlich Micha, der Sohn Jimlas. Joschafat sprach: Der König rede so nicht.

8Und der König von Israel rief einen seiner Kämmerer und sprach: Bringe eilends her Micha, den Sohn Jimlas! 9Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, saßen ein jeder auf seinem Thron, mit ihren königlichen Kleidern angetan. Sie saßen aber auf dem Platz vor dem Tor von Samaria, und alle Propheten weissagten vor ihnen. 10Und

18,10
Zidkija, der Sohn Kenaanas, machte sich eiserne Hörner und sprach: So spricht der HERR: Hiermit wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie aufreibst. 11Und alle Propheten weissagten ebenso und sprachen: Zieh hinauf nach Ramot in Gilead! Es wird dir gelingen, der HERR wird es in des Königs Hand geben. 12Und der Bote, der hingegangen war, um Micha zu rufen, sprach zu ihm: Siehe, die Worte der Propheten sind einmütig gut für den König. Lass doch auch dein Wort wie ihr Wort sein und rede Gutes. 13Micha aber sprach: So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.

14Und als er zum König kam, sprach der König zu ihm: Micha, sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich’s lassen? Er sprach: Ja, zieht hinauf! Es wird euch gelingen, sie werden in eure Hände gegeben werden. 15Aber der König sprach zu ihm: Wie oft soll ich dich beschwören, dass du mir im Namen des HERRN nichts als die Wahrheit sagst! 16Da sprach er: Ich sah ganz Israel zerstreut auf den Bergen

18,16
Mt 9,36
wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der HERR sprach: Diese haben keinen Herrn. Ein jeder kehre wieder heim mit Frieden!

17Da sprach der König von Israel zu Joschafat: Sagte ich dir nicht: Er weissagt nichts Gutes über mich, sondern nur Böses? 18Micha aber sprach: Darum höret des HERRN Wort!

18,18
Jes 6,1
Ich sah den HERRN sitzen auf seinem Thron, und das ganze himmlische Heer stand zu seiner Rechten und zu seiner Linken. 19Und der HERR sprach: Wer will Ahab, den König von Israel, betören, dass er hinaufziehe und falle bei Ramot in Gilead? Und als dieser so und jener anders redete, 20trat
18,20
Hiob 1,6
der Geist vor und stellte sich vor den HERRN und sprach: Ich will ihn betören. Der HERR aber sprach zu ihm: Womit? 21Er sprach: Ich will ausfahren und ein Lügengeist sein in aller seiner Propheten Mund. Und der Herr sprach: Du wirst ihn betören und wirst es ausrichten; fahr hin und tu das! 22Nun siehe, der HERR hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben, und der HERR hat Unheil gegen dich geredet.

23Da trat herzu

18,23
Zidkija, der Sohn Kenaanas, und schlug Micha auf die Backe und sprach: Auf welchem Wege sollte der Geist des HERRN von mir gewichen sein, um nun durch dich zu reden? 24Micha sprach: Wahrlich, an jenem Tage wirst du’s sehen, wenn du von einer Kammer in die andere gehst, um dich zu verstecken.

25Aber der König von Israel sprach: Nehmt Micha und bringt ihn zu Amon, dem Stadthauptmann, und zu Joasch, dem Sohn des Königs, 26und sagt: So spricht der König:

18,26
Kap
Legt diesen ins Gefängnis und speist ihn nur kärglich mit Brot und Wasser, bis ich wiederkomme mit Frieden! 27Micha sprach: Kommst du mit Frieden wieder, so hat der HERR nicht durch mich geredet. Und er sprach: Höret, alle Völker!

28So zogen der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, hinauf nach Ramot in Gilead. 29Und der König von Israel sprach zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen, du aber behalte deine königlichen Kleider an! Und der König von Israel verkleidete sich, und sie zogen in den Kampf. 30Aber der König von Aram hatte den Obersten über seine Wagen geboten: Ihr sollt nicht kämpfen, weder gegen Klein noch gegen Groß, sondern allein gegen den König von Israel.

31Als nun die Obersten der Wagen Joschafat sahen, dachten sie, es sei der König von Israel, und umringten ihn, um gegen ihn zu kämpfen. Aber Joschafat schrie und der HERR half ihm und Gott lockte sie von ihm weg. 32Denn als die Obersten der Wagen merkten, dass er nicht der König von Israel war, wandten sie sich von ihm ab. 33Es spannte aber ein Mann seinen Bogen von ungefähr und schoss den König von Israel zwischen Panzer und Wehrgehänge. Da sprach er zu seinem Wagenlenker: Wende um und führe mich aus dem Kampf; denn ich bin verwundet! 34Aber der Kampf nahm immer mehr zu an jenem Tage, und der König von Israel blieb in seinem Wagen stehen gegenüber den Aramäern bis zum Abend; und er starb, als die Sonne unterging.

Diese Webseite benutzt Cookies für ein verbessertes Nutzungserlebnis. Mehr Informationen[X]