Lutherbibel 2017 (LU17)
11

Sauls Sieg über die Ammoniter

111Es zog aber herauf Nahasch, der Ammoniter, und belagerte

11,1
Kap
Jabesch in Gilead. Und alle Männer von Jabesch sprachen zu Nahasch: Schließ einen Bund mit uns, so wollen wir dir dienen. 2Aber Nahasch, der Ammoniter, antwortete ihnen: Das soll der Bund sein, den ich mit euch schließen will, dass ich euch allen das rechte Auge aussteche und bringe damit Schmach über ganz Israel. 3Da sprachen zu ihm die Ältesten von Jabesch: Gib uns sieben Tage, dass wir Boten senden in das ganze Gebiet Israels; ist dann niemand da, der uns rette, so wollen wir zu dir hinausgehen.

4Da kamen die Boten nach Gibea Sauls und sagten dies vor den Ohren des Volks. Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte. 5Und siehe, da kam Saul vom Felde hinter den Rindern her und fragte: Was ist mit dem Volk, dass es weint? Da berichteten sie ihm die Worte der Männer von Jabesch. 6Da geriet der

11,6
Ri 13,25
Geist Gottes über Saul, als er diese Worte hörte, und sein Zorn entbrannte sehr. 7Und er nahm ein Gespann Rinder und
11,7
Ri 19,29
zerstückte sie und sandte die Stücke in das ganze Gebiet Israels durch Boten und ließ sagen: Wer nicht auszieht hinter Saul und Samuel, mit dessen Rindern soll man ebenso tun. Da fiel der Schrecken des HERRN auf das Volk, dass sie auszogen wie ein Mann. 8Und er musterte sie zu Besek, und die Israeliten waren dreihunderttausend Mann und die Männer Judas dreißigtausend.

9Und sie sagten den Boten, die gekommen waren: So sagt den Männern von Jabesch in Gilead: Morgen soll euch Hilfe werden, wenn die Sonne beginnt, heiß zu scheinen. Als die Boten heimkamen und das den Männern von Jabesch verkündeten, wurden diese froh. 10Und die Männer von Jabesch sprachen: Morgen wollen wir zu euch hinausgehen, dass ihr mit uns alles tut, was euch gefällt. 11Aber am andern Morgen teilte Saul das Volk in drei Heerhaufen, und sie kamen ins Lager um die Zeit der Morgenwache und schlugen die Ammoniter, bis der Tag heiß wurde; die aber übrig blieben, wurden so zerstreut, dass von ihnen nicht zwei beieinanderblieben.

12Da sprach das Volk zu Samuel: Wer sind die, die gesagt haben:

11,12
Kap
Sollte Saul über uns herrschen? Gebt sie her, die Männer, dass wir sie töten. 13Saul aber sprach:
11,13
2. Sam 19,23
Es soll an diesem Tage niemand sterben; denn
11,13
Kap
der HERR hat heute Heil gegeben in Israel.

14Samuel sprach zum Volk: Kommt, lasst uns nach

11,14
Kap
Gilgal gehen und dort das Königtum erneuern. 15Da ging das ganze Volk nach Gilgal, und sie machten Saul daselbst zum König vor dem HERRN in Gilgal und opferten Dankopfer vor dem HERRN. Saul aber und alle Männer Israels freuten sich dort gar sehr.

12

Samuels Abschied

121Da sprach Samuel zu ganz Israel: Siehe, ich

12,1
Kap
habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und
12,1
Kap
habe einen König über euch gesetzt. 2Siehe, nun wird euer König vor euch herziehen; ich aber bin alt und grau geworden, und meine Söhne sind bei euch. Ich bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag. 3Siehe, hier stehe ich. Nun sagt gegen mich aus vor dem HERRN und seinem Gesalbten!
12,3
4. Mose 16,15
5. Mose 16,19
Wessen Rind oder Esel hab ich genommen, wem hab ich Gewalt oder Unrecht getan? Aus wessen Hand hab ich ein Geschenk angenommen, um mir damit die Augen blenden zu lassen? Ich will’s euch zurückgeben. 4Sie sprachen: Du hast uns weder Gewalt noch Unrecht getan und von niemand etwas genommen. 5Er sprach zu ihnen: Der HERR sei Zeuge euch gegenüber, und sein Gesalbter sei Zeuge am heutigen Tage, dass ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie sprachen: Ja, Zeuge sollen sie sein.

6Und Samuel sprach zum Volk: Der HERR ist’s, der Mose und Aaron eingesetzt und eure Väter aus Ägyptenland geführt hat. 7So tretet nun her, dass ich mit euch rechte vor dem HERRN wegen aller Wohltaten des HERRN, die er an euch und euren Vätern getan hat. 8Als Jakob nach Ägypten gekommen war,

12,8
2. Mose 2,23
3,7
schrien eure Väter zu dem HERRN, und der HERR sandte Mose und Aaron, dass sie eure Väter aus Ägypten führten und sie an diesem Ort wohnen ließen. 9Aber als sie den HERRN, ihren Gott, vergaßen, verkaufte er sie in die Hand
12,9
Ri 4,2
Siseras, des Feldhauptmanns von Hazor, und in die Hand der
12,9
Ri 10,7
13,1
Philister und in die Hand des
12,9
Ri 3,12
Königs von Moab; die kämpften gegen sie. 10Und sie schrien zum HERRN und sprachen:
12,10
4. Mose 21,7
Ri 10,10
Dan 9,9-19
Wir haben gesündigt, dass wir den HERRN verlassen und den Baalen und den Astarten gedient haben; nun aber errette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen. 11Da sandte der HERR
12,11
Ri 6,1432
Jerubbaal,
12,11
Ri 4,6
Barak12,11 Andere Überlieferung: »Bedan«.,
12,11
Ri 11,29
Jeftah und
12,11
Kap
Samuel und errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum und ließ euch sicher wohnen.

12Als ihr aber saht, dass

12,12
Kap
Nahasch, der König der Ammoniter, gegen euch zog, spracht ihr zu mir: Nein, sondern
12,12
Kap
ein König soll über uns herrschen!, obwohl doch der HERR, euer Gott, euer König ist. 13Nun, da ist euer König, den ihr erwählt und erbeten habt; denn siehe, der HERR hat einen König über euch gesetzt. 14Werdet ihr nun den HERRN fürchten und ihm dienen und seiner Stimme gehorchen und dem Munde des HERRN nicht ungehorsam sein, so werdet ihr und euer König, der über euch herrscht, dem HERRN, eurem Gott, folgen. 15Werdet ihr aber der Stimme des HERRN nicht gehorchen, sondern seinem Munde ungehorsam sein, so wird die
12,15
Ri 2,15
Hand des HERRN gegen euch sein wie gegen eure Väter.

16So tretet nun herzu und seht, was der HERR Großes vor euren Augen tun wird. 17Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich will aber den HERRN anrufen, dass er soll donnern und regnen lassen, damit ihr innewerdet und seht, dass ihr getan habt, was dem HERRN sehr missfiel, als ihr euch einen König erbeten habt. 18Und als Samuel den HERRN anrief, ließ der HERR donnern und regnen an demselben Tage. Da fürchtete das ganze Volk den HERRN und Samuel gar sehr. 19Und das ganze Volk sprach zu Samuel:

12,19
4. Mose 21,7
Bitte für deine Knechte den HERRN, deinen Gott, dass wir nicht sterben; denn zu allen unsern Sünden haben wir noch das Unrecht getan, dass wir uns einen König erbeten haben.

20Samuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all das Unrecht getan, doch weicht nicht vom HERRN ab, sondern dient dem HERRN von ganzem Herzen 21und folgt nicht den nichtigen Götzen nach, die nichts nützen und nicht retten können, denn sie sind

12,21
Jes 41,29
nichtig. 22Der HERR
12,22
Ps 106,8
verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen; denn es hat dem HERRN gefallen,
12,22
2. Mose 19,6
euch zu seinem Volk zu machen. 23Es sei aber auch ferne von mir, mich an dem HERRN dadurch zu versündigen, dass ich davon abließe,
12,23
1. Mose 18,23-32
2. Mose 32,11–34,32
für euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg! 24Nur
12,24
5. Mose 6,4-15
Jos 24,14
fürchtet den HERRN und dient ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat. 25Werdet ihr aber Unrecht tun, so werdet ihr und euer König verloren sein.

13

Beginn des Krieges gegen die Philister

131Saul war … Jahre alt13,1 Die Altersangabe ist nicht überliefert., als er König wurde, und zwei Jahre regierte er über Israel. 2Saul erwählte sich dreitausend Mann aus Israel. Zweitausend waren mit Saul in Michmas und auf dem Gebirge von Bethel und eintausend mit Jonatan zu Gibea in Benjamin. Das übrige Volk aber entließ er, einen jeden zu seinen Zelten. 3Da erschlug

13,3
Kap
Jonatan die Wache der Philister, die in Geba war; und die Philister hörten davon. Saul aber hatte die Posaune blasen lassen im ganzen Land und sagen: Die Hebräer sollen es hören. 4Und ganz Israel hörte: Saul hat die Wache der Philister erschlagen, und Israel hat sich in Verruf gebracht bei den Philistern. Und das Volk wurde zusammengerufen, um Saul nach Gilgal zu folgen.

5Da sammelten sich die Philister zum Kampf mit Israel, dreißigtausend Wagen, sechstausend Gespanne und Volk, so viel wie Sand am Ufer des Meeres, und zogen herauf und lagerten sich bei Michmas, östlich von Bet-Awen. 6Als aber die Männer Israels sahen, dass sie in Nöten waren, weil das Volk bedrängt wurde, verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüfte und Felsen und Gewölbe und Gruben. 7Es gingen aber auch Hebräer durch die Furten des Jordans ins Land Gad und Gilead.

Saul aber war noch in Gilgal; und alles Volk, das ihm folgte, war voll Angst. 8Da wartete er

13,8
Kap
sieben Tage bis zu der Zeit, die von Samuel bestimmt war. Und als Samuel nicht nach Gilgal kam, zerstreute sich das Volk und verließ ihn. 9Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer und die Dankopfer. Und er brachte das Brandopfer dar. 10Als er aber das Brandopfer vollendet hatte, siehe, da kam Samuel. Da ging Saul ihm entgegen, um ihm den Segensgruß zu entbieten. 11Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Ich sah, dass sich das Volk zerstreute und mich verließ, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon in Michmas versammelt hatten. 12Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen nach Gilgal, und ich habe das Angesicht des HERRN noch nicht besänftigt; da wagte ich’s und opferte das Brandopfer.

13Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. 14Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen.

13,14
Kap
Der HERR hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der HERR hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des HERRN nicht gehalten.

15Und Samuel machte sich auf und ging von Gilgal hinauf und zog seines Weges. Die Übrigen vom Volk aber zogen hinter Saul her dem Kriegsvolk entgegen von Gilgal hinauf13,15 Der Text wurde nach anderer Überlieferung ergänzt. nach Gibea in Benjamin. Und Saul musterte das Volk, das bei ihm war, etwa sechshundert Mann. 16Und Saul und sein Sohn Jonatan und das Volk, das bei ihnen war, blieben in Geba in Benjamin. Die Philister aber hatten sich gelagert bei Michmas. 17Da zogen aus dem Lager der Philister drei Heerhaufen, das Land zu verheeren. Einer wandte sich gen Ofra ins Land Schual; 18der andere wandte sich gen Bet-Horon; der dritte wandte sich in Richtung des Gebietes, das nach dem Tal Zeboïm der Wüste zu gelegen ist.

19Es war aber kein

13,19
Ri 5,8
Schmied im ganzen Lande Israel zu finden; denn die Philister dachten, die Hebräer könnten sich sonst Schwert und Spieß machen. 20Und ganz Israel musste hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand eine Pflugschar, Hacke, Beil oder Sense zu schärfen hatte. 21Das Schärfen aber geschah für einen Zweidrittel-Schekel Silber bei Pflugscharen, Hacken, Gabeln, Beilen und um den Ochsenstachel zu richten. 22Als nun der Tag des Kampfes kam, wurde kein Schwert noch Spieß gefunden in der Hand des ganzen Volks, das mit Saul und Jonatan war; nur Saul und sein Sohn Jonatan hatten Waffen. 23Aber eine Wache der Philister zog heraus an den engen Weg von Michmas.

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