Gute Nachricht Bibel (GNB)
21

Warnung vor dem Unrecht

211Mein Sohn,21,1 Siehe Anmerkung zu Spr 1,8. hast du Unrecht begangen? Tu es nicht wieder! Und wegen deiner bisherigen Verfehlungen bitte um Vergebung!

21,1
Joh 8,11
2Flieh vor der Sünde wie vor einer Schlange; denn wenn du ihr zu nahe kommst, schnappt sie mit ihren Zähnen zu wie ein Löwe. Dann ist es um dein Leben geschehen!

3Jedes Unrecht wirkt wie ein beidseitig geschliffenes Schwert: Es hinterlässt Wunden, für die es keine Heilung gibt.

4Frechheit und Vermessenheit lassen den Reichtum schwinden; überhebliche Menschen bringen sich um Hab und Gut.

21,4
Ijob 20,10

5Wenn die Armen beten, hört es Gott und schnell verhilft er ihnen zum Recht.

21,5
35,17-19
Ps 34,7

6Wer Zurechtweisung ablehnt, tritt in die Fußstapfen des Sünders; wer aber den Herrn ernst nimmt, wendet sich ihm mit ganzem Herzen zu.

7Wenn jemand gut reden kann, merken es alle; aber wenn er danebengreift, merken es nur die Klugen.

8Wer mit fremdem Geld sein Haus baut, ist wie jemand, der Steine für seinen eigenen Grabhügel sammelt.

21,8
Hab 2,6-7

9Eine Rotte von gewissenlosen Menschen ist wie ein Haufen Zunder und ihr Ende ist loderndes Feuer.

21,9
Jes 1,31
10Der Weg, auf dem Sünder gehen, ist eine bequeme Straße; aber sie führt in den Abgrund der Totenwelt.
21,10
Spr 7,27
14,12
Mt 7,13

Weisheit und Torheit

11Ein Mensch, der das Gesetz befolgt, hat seine Gedanken in der Gewalt; und wer den Herrn in jeder Hinsicht ernst nimmt, besitzt Weisheit.

21,11
24,23

12Um Bildung anzunehmen, braucht es Klugheit; aber es gibt eine Klugheit, die bitteres Leid verursacht.

21,12
19,23

13Die Erkenntnis eines Weisen wächst an wie ein Strom; sein Rat ist wie eine Quelle, die Leben spendet.

21,13
Spr 18,4
14Aber der Verstand eines gottvergessenen Hohlkopfs ist wie ein gesprungener Krug: Er behält kein Wissen zurück.

15Wenn ein verständiger Mensch einen klugen Spruch hört, sagt er: »Das war gut!«, und fügt noch andere hinzu. Doch ein oberflächlicher Mensch findet keinen Geschmack daran und vergisst den Spruch, sobald er ihn gehört hat.

16Einem Dummkopf zuhören ist wie Wandern mit schwerem Gepäck; aber die Worte eines Klugen sind eine Wohltat.

21,16
22,14-15

17Was der Kluge zu sagen hat, darauf wird in der Gemeinde gehört; über seine Worte wird gründlich nachgedacht.

18Den Unwissenden erscheint Weisheit so nutzlos wie ein zerfallenes Haus; aber was sie für Wissen halten, sind zusammenhanglose Sätze. 19Der Unvernünftige hält Bildung für ebenso hinderlich wie Handschellen und Fußeisen.

20Die Unwissenden lachen lauthals, wo die Klugen nur leise lächeln.

21,20-21
6,29-31
Koh 7,6

21Für den Verständigen ist Bildung wie ein schmückender goldener Armreif.

22-23Ein unerzogener Dummkopf steckt den Kopf durch die Tür und rennt gleich ins Haus. Wer erfahren ist und sich benehmen kann, wartet bescheiden, bis er zum Eintreten aufgefordert wird. 24An der Tür lauschen ist ein Zeichen von Ungezogenheit; ein vernünftiger Mensch würde sich schämen, so etwas zu tun.

25Schwätzer wiederholen nur, was andere gesagt haben;21,25 Die Übersetzung folgt einer einzelnen Handschrift; G Die Lippen der Fremden reden von diesen (Dingen). erfahrene Leute wägen ihre Worte genau ab. 26Dummköpfe haben das Herz auf der Zunge; kluge Menschen denken, bevor sie reden.

21,26
Spr 13,3

27Wenn ein Unheilstifter den Satan verflucht, dann verflucht er sich selbst.

28Wer über andere schlecht redet, verdirbt seinen eigenen Ruf; in seiner Nachbarschaft kann ihn niemand ausstehen.

21,28
5,13-14

22

Über Faulenzer und missratene Kinder

221Ein Faulpelz ist mit einem schmutzverklebten Stein zu vergleichen: Wer ihn sieht, schüttelt sich vor Ekel. 2Auch mit einem Mistklumpen lässt er sich vergleichen: Wer ihn berührt hat, schüttelt sich die Hand ab.

3Einen missratenen Sohn zu haben ist für jeden Vater eine Schande; aber bei einer Tochter ist der Schaden noch größer.

22,3-5
42,9
22,3
Spr 17,2125
4Eine vernünftige Tochter bekommt einen Mann, aber eine schändliche macht ihrem Vater viel Kummer. 5Eine überhebliche Frau macht ihrem Mann wie ihrem Vater Schande; keiner von beiden kann noch Achtung vor ihr haben.
22,5
Spr 12,4

6Belehrung zur falschen Zeit ist so unangebracht wie lustige Musik zur Zeit der Trauer; aber strenge Erziehung und eine Tracht Prügel sind immer am Platz.22,6 Zusatz Gh: 7 Kinder, die ihren Unterhalt durch ein ehrliches Leben verdienen, lassen nicht erkennen, dass ihre Eltern von einfacher Herkunft sind. 8 Aber ungezogene und überhebliche Kinder machen der angesehensten Familie Unehre.

22,6
30,1-13

Über die Unbelehrbarkeit dummer Menschen

9Wer versucht, einen Uneinsichtigen zu belehren, ist wie jemand, der die Scherben eines Kruges zusammenleimen oder einen Menschen aus tiefem Schlaf aufwecken will. 10Mit einem Dummkopf kannst du dich ebenso gut unterhalten wie mit einem, der gerade einschläft: Wenn du aufhörst zu reden, fragt er: »Ja – was ist?«

11Über einen Toten weint man, weil sein Lebenslicht erloschen ist; über einen Dummkopf muss man weinen, weil sein Verstand erloschen ist. Über einen Toten muss man nicht so viel weinen, denn er hat wenigstens Ruhe gefunden; aber das Leben eines Dummkopfs ist schlimmer als der Tod. 12Die Trauer um einen Toten dauert eine Woche; über einen gottvergessenen Narren trauert man, solange er lebt.

22,12
38,17
Gen 50,10
1 Sam 31,13
Jdt 16,24

13Verschwende deine Worte nicht an jemand, der keinen Verstand hat! Meide den Umgang mit jemand, der sich aufführt wie ein Schwein.22,13 mit jemand, der ...: so mit der syrischen Übersetzung wegen der folgenden Aussage; G mit einem Uneinsichtigen. Zusatz Gh: Ohne es zu merken, besudelt er alles. Komm einem solchen Menschen nicht zu nahe, sonst hast du nur Ärger und wirst schmutzig, wenn er seinen Dreck abschüttelt. Geh ihm aus dem Weg; dann hast du Ruhe und musst dich nicht über seine Verrücktheiten aufregen.

22,13
Spr 26,4-5

14Was ist eine schwerere Last als Blei? Darauf gibt es nur eine Antwort: »Der Dummkopf!«

22,14-15
21,16
Spr 27,3
15An Sand, Salz und Eisen hat man schwer zu tragen; aber ein Uneinsichtiger ist untragbar.

16Holzbalken, die man beim Hausbau fest miteinander verbindet, werden auch von einem Erdbeben nicht auseinandergerissen. So ist jemand, der gelernt hat, seine Entschlüsse genau zu überlegen: In schwierigen Augenblicken kann ihn nichts erschüttern.

22,16
Mt 7,24-25

17Entscheidungen, die sich auf einsichtsvolle Überlegungen gründen, sind wie ein schöner Verputz, der fest auf der geglätteten Mauer sitzt.

18Holzpfähle, die man auf einer Anhöhe aufstellt,22,18 Mit einigen Handschriften kann man auch übersetzen: Kleine Steine oben auf einer Anhöhe. halten nicht stand, wenn der Wind dagegen bläst. So geht es einem Menschen, der durch dumme Überlegungen ängstlich geworden ist: Jeder Schrecken wirft ihn um.

Über Freundschaft und Treue

19Wer ein Auge verletzt, bringt Tränen hervor; wer ein Herz verletzt, bringt dessen wahre Gefühle zum Vorschein.

20Wer mit einem Stein nach Vögeln wirft, verscheucht sie; und wer einem Freund beleidigende Vorwürfe macht, zerstört die Freundschaft.

21-22Wenn du deinem Freund harte Worte gesagt hast, ja sogar wenn du gegen ihn das Schwert gezogen hast, ist noch nicht alles verloren; du kannst mit ihm wieder ins Reine kommen. Aber kein Freund bleibt bei dir, wenn du ihn beschimpfst, ihn von oben herab behandelst, seine Geheimnisse ausplauderst oder ihm in den Rücken fällst.

22,21-22
6,5-17

23Gewinne das Vertrauen deines Nachbarn, solange er arm ist; dann lässt er dich nicht verhungern, wenn es ihm besser geht. Halt ihm in Notzeiten die Treue; dann teilt er mit dir, wenn er zu Wohlstand kommt.22,23 Zusatz Gh: Einen, der ärmlich aussieht, soll man nie verachten, ebenso wenig soll man einen Reichen bewundern, der keinen Verstand hat.

24Rauch und Qualm sieht man früher als das Feuer: Erst hört man Schimpfworte, dann fließt Blut.

22,24
28,11
Spr 22,3

25Ich will mich nie scheuen, einen Freund zu verteidigen; ich werde mich ihm nie entziehen, wenn er mich braucht. 26Wenn mir seinetwegen Schaden entsteht, werden alle, die es erfahren, sich vor ihm in Acht nehmen.22,26 Die syrische Übersetzung ergibt für die Verse 25-26 folgenden Sinn: 25 Wenn dein Freund verarmt, dann beschäme ihn nicht und entzieh dich ihm nicht! 26 Wenn du einen Freund hast, dann plaudere nichts von ihm aus; sonst wird sich jeder, der dich so reden hört, vor dir in Acht nehmen.

Ein Gebet um Hilfe zur Selbstbeherrschung

27Ich wünschte, jemand stellte einen Posten ans Tor meiner Lippen und verschlösse meinen Mund mit einem sicheren Siegel! Dann würde ich nichts Verkehrtes reden und meine Zunge könnte mich nicht ins Verderben bringen.

22,27
28,24-25

23

231Gott, mein Vater, Herr meines Lebens, liefere mich nicht den Neigungen meiner Lippen aus, lass mich nicht durch sie zu Fall kommen!

23,1 (Vater)
51,10
Weish 2,16
Mt 6,9
Jak 3,9
2Stell doch jemand mit einem Stock neben mich, damit er meine Gedanken und Wünsche in weise Zucht nimmt! Er dürfte mir keine Torheit durchgehen lassen, keine Verfehlung sollte ungestraft bleiben! 3Dann würden meine Fehler sich nicht häufen und meine Sünden nicht immer mehr werden. Ich würde nicht vor meinen Feinden erniedrigt werden und sie hätten keinen Anlass, sich hämisch über mich zu freuen.23,3 Zusatz Gh: Für sie gibt es keine Hoffnung auf dein Erbarmen.

4Herr, mein Vater, Gott meines Lebens, bewahre meine Augen vor gierigen Blicken, 5lass keine bösen Wünsche in mir aufkommen! 6Lass mich weder der Fresssucht noch der Unzucht verfallen und gib mich nicht der Schamlosigkeit preis!

Über unnötiges Schwören und zuchtloses Reden

7Ihr jungen Leute, hört, was ich euch über das Reden zu sagen habe! Wer das beachtet, verfängt sich nicht in gefährlichen Schlingen. 8Durch ihre eigenen Werke kommen die Sünder zu Fall, ebenso die Lästerer und die Hochmütigen.

23,8
5,13

9Gewöhne dich nicht ans Schwören und nenne nicht bei jeder Gelegenheit den heiligen Namen Gottes!

23,9
27,14
Mt 5,34-37
Jak 5,12
10Ein Sklave, dem man ständig auf die Finger schaut, ist nie frei von Striemen. Genauso ist einer, der ständig schwört und den heiligen Namen ausspricht, nie frei von Schuld.

11Ein Mann, der viel schwört, sündigt viel; darum weichen die Plagen nie von seinem Haus. Schwört er unbedacht, so macht er sich schuldig. Schwört er leichtfertig, so macht er sich doppelt schuldig. Schwört er einen Meineid, so kann er keine Nachsicht erwarten und seine Familie wird harte Zeiten erleben.

12Es gibt eine Art zu reden, die so schlimm ist wie der Tod – möge sie nie in Israel gehört werden! Menschen, die Gott ernst nehmen, hüten sich vor solchen Reden, sie wälzen sich nicht im Dreck! 13Gewöhne dir keine gemeine, schmutzige Redeweise an; du würdest nicht frei von Schuld bleiben!

14Denk an deinen Vater und deine Mutter, wenn du mit wichtigen Leuten zusammensitzt. Du könntest dich sonst vergessen und aus Gewohnheit etwas Unpassendes sagen, wodurch du dich unmöglich machen würdest. Dann würdest du wünschen, nie geboren zu sein, und den Tag deiner Geburt verfluchen.

23,14 (nie geboren)
Ijob 3,3
10,18
Jer 20,14-18
15Wer sich einmal an anstößiges Reden gewöhnt hat, kann es sich sein Leben lang nicht wieder abgewöhnen.

Über Unzuchtssünden

16Zwei Sorten von Menschen häufen Sünde auf Sünde und die dritte fordert erst recht Gottes Zorn heraus; denn die Leidenschaft solcher Menschen brennt wie ein Feuer und hört erst auf, wenn sie ausgebrannt ist:

der Mann, der nur seinem Geschlechtstrieb folgt und nicht zur Ruhe kommt, bevor das Feuer erloschen ist;

23,16-17
9,1-9

17der Mann, den jede Frau reizt und der nicht genug bekommt, bis er tot ist;

18der Mann, der seiner eigenen Frau untreu wird.

Ein solcher Mann denkt: »Kann mich jemand sehen? Es ist dunkel hier, die Wände verbergen mich. Nein, niemand kann mich sehen. Warum mache ich mir nur Gedanken? Der da oben bemerkt es gar nicht, wenn ich sündige.«
23,18
Ijob 24,15

19Dieser Mann hat nur Angst vor den Augen anderer Leute und vergisst, dass Gottes Augen zehntausendmal so hell sind wie die Sonne und alles sehen, was die Menschen tun. Sie durchdringen auch die verborgensten Winkel.

23,19
17,15
20Der Herr hat alle Dinge gekannt, bevor er sie schuf, und er kennt sie genauso, seitdem sie da sind. 21Jener Sünder wird ertappt, wo er es am wenigsten erwartet, und bekommt seine Strafe in aller Öffentlichkeit.
23,21
Dtn 22,22

22Dasselbe gilt für eine Frau, die ihrem Mann untreu wird und ihm einen Erben unterschiebt, der von einem anderen Mann stammt. 23Erstens hat sie das Gesetz übertreten, das Gott, der Höchste, gegeben hat. Zweitens ist sie ihrem Mann gegenüber schuldig geworden. Drittens hat sie in ihrer Hurengesinnung Ehebruch begangen und von einem anderen Mann Kinder bekommen.

23,23
Ex 20,14
Spr 2,17

24Sie selbst wird vor das Gericht der Gemeinde gestellt, aber unter ihrer Verfehlung haben auch die Kinder zu leiden.

23,24-25
41,5-7
Weish 3,16
25Sie werden von der Gemeinde nicht anerkannt und dürfen keine Familien gründen.23,25 Wörtlich Ihre Kinder werden nicht Wurzeln schlagen und ihre Zweige keine Früchte tragen. 26Die Frau selbst wird ihre Schande nicht mehr los, und wenn sie stirbt, wird man sie noch in der Erinnerung verfluchen. 27Alle, die noch leben, werden daran erkennen, dass es nichts Besseres gibt, als den Herrn ernst zu nehmen, und nichts Schöneres, als seine Gebote zu befolgen.23,27 Zusatz Gh: 28 Dem Herrn gehorchen bringt große Ehre. Wer von ihm angenommen ist, hat ein langes Leben.
23,27
46,10
Koh 12,13