Gute Nachricht Bibel (GNB)
8

Der Geist Gottes überwindet die Sünde

81Vor dem Gericht Gottes gibt es also keine Verurteilung mehr für die, die mit Jesus Christus verbunden sind.

8,1
1,18
5,19
2Denn dort, wo Jesus Christus ist, gilt: Du bist befreit von dem Gesetz, das von der Sünde missbraucht wird und zum Tod führt. Denn du stehst jetzt unter dem Gesetz, in dem der Geist Gottes wirkt, der zum Leben führt.8,2 Nach Paulus handelt es sich um dasselbe Gesetz, das jetzt unter einem neuen Vorzeichen steht. Vers 2 wörtlich Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich befreit von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Viele Ausleger verstehen allerdings Gesetz beim ersten Vorkommen (Gesetz des Geistes) im Sinn von Regel/Ordnung; vgl. Anmerkung zu 3,27.
8,2
7,7-11
3,27

3Das Gesetz konnte uns Menschen kein Leben bringen, weil es gegen unsere selbstsüchtige Natur8,3 Wörtlich gegen das Fleisch. Entsprechend wird auch in den Versen 4-13 das Wort Fleisch durch unsere (selbstsüchtige) Natur wiedergegeben. nicht ankam. Deshalb sandte Gott seinen Sohn in der leiblichen Gestalt von uns selbstsüchtigen, der Sünde verfallenen Menschen8,3 in der leiblichen ...: wörtlich in der Gestalt des Fleisches der Sünde. und ließ ihn sterben als Opfer für die Sündenschuld. So machte er der Sünde den Prozess ebendort, wo sie ihre Macht entfaltet hatte: in der menschlichen Natur.8,3 eben dort, wo ...: wörtlich im Fleisch.

8,3
Gal 4,4
Phil 2,7-8
2 Kor 5,21
4Als Folge davon kann jetzt die Forderung des Gesetzes von uns erfüllt werden, so gewiss unser Leben nicht mehr von unserer selbstsüchtigen Natur bestimmt wird, sondern vom Geist Gottes.
8,4
6,22
7,4
Gal 5,1625

5Wenn wir von unserer selbstsüchtigen Natur bestimmt werden, liegt uns an dem, was unsere Natur will; wenn wir vom Geist Gottes bestimmt werden, liegt uns an dem, was der Geist Gottes will. 6Was unsere selbstsüchtige Natur will, führt zum Tod. Was der Geist Gottes will, führt zum Leben, zu Heil und Frieden.

8,6
6,21
7Denn unser selbstsüchtiger Wille lehnt sich gegen Gott auf. Er gehorcht seinen Geboten nicht; er kann es gar nicht. 8An denen, die Gefangene ihrer selbstsüchtigen Natur sind, kann Gott unmöglich Gefallen finden.

9Ihr aber seid nicht mehr von eurer eigenen Natur bestimmt, sondern vom Geist, so gewiss der Geist Gottes in euch Wohnung genommen hat. Wer diesen Geist – den Geist von Christus – nicht hat, gehört auch nicht zu ihm.

8,9
1 Kor 3,16
2,16

10Wenn nun also Christus durch den Geist in euch lebt, dann bedeutet das: Euer Leib ist zwar wegen der Sünde dem Tod verfallen, aber der Geist erfüllt euch mit Leben, weil Christus die Sünde besiegt hat und ihr deshalb bei Gott angenommen seid.8,10 weil Christus ...: wörtlich wegen der Gerechtigkeit; vgl. 3,21-24.

8,10
Gal 2,20
1 Joh 3,24
11Mehr noch: Der Geist, der in euch lebt, ist ja der Geist dessen, der Jesus vom Tod auferweckt hat. Dann wird derselbe Gott, der Jesus Christus vom Tod auferweckt hat, auch euren todverfallenen Leib lebendig machen. Das bewirkt er durch seinen Geist, der schon jetzt in euch lebt.
8,11
2 Kor 4,14

Nicht mehr Sklaven, sondern Kinder

12Brüder und Schwestern!8,12 Siehe Anmerkung zu 1,13. Wir stehen also nicht mehr unter dem Zwang, unserer selbstsüchtigen Natur zu folgen.

8,12
6,18
13Wenn ihr nach eurer eigenen Natur lebt, werdet ihr sterben. Wenn ihr aber in der Kraft des Geistes euren selbstsüchtigen Willen tötet, werdet ihr leben.8,13 Wenn ihr aber ...: wörtlich Wenn ihr durch den Geist die Taten des Leibes tötet. Paulus spricht vom Leib, wie er unter der Herrschaft der Sünde steht, also in dem Sinn, in dem er sonst von »Fleisch« spricht.
8,13
Gal 6,8
Eph 4,22-24

14Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, die sind Gottes Söhne und Töchter.8,14 Paulus spricht in den Versen 14 und 15 von Söhnen, in 16-17 von Kindern. Vgl. Sacherklärung »Söhne«.

8,14
1 Joh 3,1
15Der Geist, den Gott euch gegeben hat, ist ja nicht ein Sklavengeist, sodass ihr wie früher in Angst leben müsstet. Es ist der Geist, den ihr als seine Söhne und Töchter habt. Von diesem Geist erfüllt rufen wir zu Gott: »Abba! Vater!«
8,15
Gal 4,5-7
Mk 14,36
16So macht sein Geist uns im Innersten gewiss, dass wir Kinder Gottes sind. 17Wenn wir aber Kinder sind, dann sind wir auch Erben, und das heißt: wir bekommen teil am unvergänglichen Leben des Vaters, genauso wie Christus und zusammen mit ihm. Wie wir mit Christus leiden, sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.
8,17
Gal 4,7
Röm 5,2

Die ganze Schöpfung wartet auf unsere endgültige Befreiung

18Ich bin überzeugt: Was wir in der gegenwärtigen Zeit noch leiden müssen, fällt überhaupt nicht ins Gewicht im Vergleich mit der Herrlichkeit, die Gott uns zugedacht hat und die er in der Zukunft offenbar machen wird.

8,18
2 Kor 4,17
Weish 3,4-6
19Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem die Kinder Gottes vor aller Augen in dieser Herrlichkeit offenbar werden.
8,19
Kol 3,4
1 Joh 3,2
20Denn alles Geschaffene ist der Sinnlosigkeit ausgeliefert, versklavt an die Vergänglichkeit,8,20 versklavt an ...: verdeutlichende Vorwegnahme aus Vers 21. und das nicht durch eigene Schuld, sondern weil Gott es so verfügt hat. Er gab aber seinen Geschöpfen die Hoffnung,
8,20
Gen 3,17-19
21dass auch sie eines Tages von der Versklavung an die Vergänglichkeit befreit werden und teilhaben an der unvergänglichen Herrlichkeit, die Gott seinen Kindern schenkt.

22Wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt noch stöhnt und in Wehen liegt wie eine Frau bei der Geburt. 23Aber auch wir selbst, die doch schon als Anfang des neuen Lebens – gleichsam als Anzahlung – den Heiligen Geist bekommen haben, stöhnen ebenso in unserem Innern. Denn wir warten sehnsüchtig auf die volle Verwirklichung dessen, was Gott uns als seinen Kindern zugedacht hat: dass unser Leib von der Vergänglichkeit erlöst wird.

8,23
2 Kor 1,22

24Wir sind gerettet, aber noch ist alles Hoffnung. Eine Hoffnung, die sich schon sichtbar erfüllt hat, ist keine Hoffnung. Ich kann nicht erhoffen, was ich vor Augen habe.

8,24
2 Kor 5,7
Hebr 11,1
25Wenn wir aber auf etwas hoffen, das wir noch nicht sehen können, dann heißt das, dass wir beharrlich danach Ausschau halten.
8,25
2 Kor 4,18

Der Beistand des Geistes und die Gewissheit unserer Rettung

26Aber ebenso wie wir seufzt und stöhnt auch der Geist Gottes, der uns zu Hilfe kommt. Wir sind schwache Menschen und unfähig, unsere Bitten in der rechten Weise vor Gott zu bringen. Deshalb tritt sein Geist für uns ein mit einem Stöhnen, das sich nicht in Worte fassen lässt. 27Und Gott, vor dem unser Innerstes offen liegt, weiß, was sein Geist in unserem Innern ihm sagen will. Denn so, wie es vor Gott angemessen ist, legt er Fürsprache ein für die, die Gott als sein Eigentum ausgesondert hat.8,27 für die ...: wörtlich für die Heiligen.

28Was auch geschieht,8,28 Zusatz, der den Rückbezug auf die Verse 18-23 verdeutlicht. das eine wissen wir: Für die, die Gott lieben, muss alles zu ihrem Heil dienen. Es sind die Menschen, die er nach seinem freien Entschluss berufen hat. 29Sie alle, die Gott im Voraus ausgewählt hat, die hat er auch dazu bestimmt, seinem Sohn gleich zu werden. Nach dessen Bild sollen sie alle gestaltet werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern8,29 Siehe Anmerkung zu 1,13. ist.

8,29
Kol 1,18
30Und wenn Gott sie dazu bestimmt hat, dann hat er sie auch berufen, und wenn er sie berufen hat, dann hat er sie auch für gerecht erklärt, und wenn er sie für gerecht erklärt hat, dann steht auch fest, dass sie an seiner Herrlichkeit teilhaben.
8,30
2 Thess 2,13-14

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes

31Was bleibt zu alldem noch zu sagen? Gott selbst ist für uns, wer will sich dann gegen uns stellen?

8,31-34
Jes 50,8-9
32Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle in den Tod gegeben. Wenn er uns aber den Sohn geschenkt hat, wird er uns dann noch irgendetwas vorenthalten?
8,32
5,8
Joh 3,16
33Wer kann die Menschen anklagen, die Gott erwählt hat? Gott selbst spricht sie frei. 34Wer kann sie verurteilen? Christus ist für sie gestorben, ja noch mehr: Er ist vom Tod erweckt worden. Er hat seinen Platz an Gottes rechter Seite. Dort tritt er für uns ein.
8,34
4,25
Apg 2,33

35Kann uns noch irgendetwas von Christus und seiner Liebe trennen? Etwa Leiden, Angst und Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahren für Leib und Leben oder gar die Hinrichtung? 36Es ergeht uns wirklich so, wie es in den Heiligen Schriften steht: »Weil wir zu dir, Herr, gehören, sind wir ständig in Todesgefahr. Wir werden angesehen wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.«

8,36
zit

37Aber mitten in alldem triumphieren wir als Sieger mithilfe dessen, der uns so sehr geliebt hat.

8,37
1 Joh 5,4-5
38Ich bin ganz sicher, dass nichts uns von seiner Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen8,38 Wörtlich Gewalthaber; auch mit den Engeln sind hier wahrscheinlich gottfeindliche Engelmächte gemeint; siehe Sacherklärung »Engel«. noch andere gottfeindliche Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
8,38 (Mächte)
Eph 1,21
1 Kor 3,22
15,24
1 Petr 3,22
39weder Himmel noch Hölle.8,39 Wörtlich weder Höhe noch Tiefe. Wahrscheinlich sind kosmische Mächte gemeint, die man mit den Gestirnen bzw. Planeten verbunden sah. Nichts in der ganzen Welt8,39 Wörtlich Kein anderes Geschaffenes. kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.
8,39
5,5
Eph 1,4
2,4
2 Thess 2,16
Joh 3,16

9

GOTTES WEG MIT SEINEM VOLK ISRAEL

(Kapitel 9–11)

Sind die Zusagen Gottes an sein Volk Israel ungültig geworden?

91Für das, was ich jetzt sage, rufe ich Christus als Zeugen an. Es ist die Wahrheit; ich lüge nicht. Auch mein Gewissen bezeugt es, das vom Heiligen Geist bestätigt wird: 2Ich bin tieftraurig und es quält mich unablässig, 3wenn ich an meine Brüder und Schwestern9,3 Siehe Anmerkung zu 1,13. denke, die Menschen aus meinem Volk. Wenn es möglich wäre, würde ich es auf mich nehmen, selbst an ihrer Stelle verflucht und für immer von Christus getrennt zu sein.

9,3
Ex 32,32
4Sie sind doch Israel, das von Gott erwählte Volk.9,4 Israel, das ...: wörtlich Israeliten. Im Gegensatz zu anderen Bezeichnungen ist der Name »Israel« mit der grundlegenden Erwählungszusage verbunden; vgl. Gen 32,29; Dtn 6,4. Ihnen gehört das Vorrecht, Kinder Gottes zu sein. Ihnen offenbarte er seine Herrlichkeit. Mit ihnen hat er wiederholt seinen Bund geschlossen. Ihnen hat er sein Gesetz gegeben und die Ordnungen für den Opferdienst zu seiner Verehrung. Ihnen hat er das künftige Heil versprochen.
9,4 (Kinder Gottes)
Ex 4,22
5Sie sind die Nachkommen der von Gott erwählten Väter,9,5 Gemeint sind die Vorfahren (vor allem Abraham, Isaak, Jakob), denen Gott seine Heilszusagen gegeben hatte; vgl. Kap 4; 15,8; Ex 3,15. und zu ihnen zählt nach seiner menschlichen Herkunft auch Christus, der versprochene Retter.9,5 Wörtlich auch der Christus. Dafür sei Gott, der Herr über alles, in Ewigkeit gepriesen!9,5 Möglich ist auch die Übersetzung Er (Christus) ist Gott über alle, für immer und ewig gepriesen. Amen.
9,5 (Christus)
Mt 1,1

Gott trifft eine Auswahl

6Es kann keine Rede davon sein, dass dies alles nicht mehr gilt und also das Wort Gottes ungültig geworden ist. Aber nicht alle Israeliten gehören wirklich zu Israel,

9,6
3,3-4
2,28-29
7und nicht alle leiblichen Nachkommen Abrahams sind als solche schon Abrahams Kinder. Gott sagte zu Abraham: »Durch Isaak gebe ich dir die Nachkommen, die ich dir versprochen habe.«
9,7
Mt 3,9Gen 21,12
8Das heißt: Nicht die natürliche Abstammung von Abraham, sondern erst die göttliche Zusage macht zu echten Abrahamskindern und damit zu Kindern Gottes.
9,8
Gal 4,23
3,7
9Denn es war eine göttliche Zusage, mit der die Geburt Isaaks angekündigt wurde: »Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn.«
9,9
zit

10Das wird bestätigt durch ein zweites Beispiel: Rebekka war von unserem Vorfahren Isaak mit Zwillingen schwanger, mit Esau und Jakob.

9,10-12
Gen 25,21-23
Röm 11,6
11-12Die beiden Kinder waren noch nicht geboren und keines von beiden hatte irgendetwas Gutes oder Böses getan. Da sagte Gott zu ihrer Mutter Rebekka: »Der Ältere muss dem Jüngeren dienen.« Damit stellte er klar, dass es allein von seinem freien Entschluss abhängt, wenn er einen Menschen erwählt. Es kommt dabei nicht auf menschliche Leistungen, sondern nur auf den göttlichen Ruf an. 13Dasselbe geht aus der anderen Stelle hervor, wo Gott sagt: »Ich liebe Jakob, Esau aber hasse ich.«
9,13
zit

Gott verteilt sein Erbarmen nach freiem Ermessen

14Folgt daraus, dass Gott ungerecht ist? Keineswegs! 15Er sagte ja zu Mose: »Es liegt in meiner freien Entscheidung, wem ich meine Gnade erweise; es ist allein meine Sache, wem ich mein Erbarmen schenke.«

9,15
zit
16Es kommt also nicht auf den Willen und die Anstrengung des Menschen an, sondern einzig auf Gott und sein Erbarmen.
9,16
Eph 2,8
17So verfährt er auch mit dem Pharao, dem er seine Gunst entzieht, indem er zu ihm sagt:9,17 So verfährt ...: wörtlich Denn die Schrift sagt zum Pharao; vgl. Ex 9,16. »Nur deshalb habe ich dich als König eingesetzt, um an dir meine Überlegenheit zu beweisen und meinen Namen in der ganzen Welt bekannt zu machen.« 18Gott verfährt also ganz nach seinem freien Willen: Mit den einen hat er Erbarmen, die andern macht er starrsinnig, sodass sie ins Verderben laufen.
9,18
Ex 4,21
1 Petr 2,8

19Vielleicht wird mir jemand entgegenhalten: »Warum zieht uns dann Gott für unser Tun zur Rechenschaft? Wenn er bestimmt, dann kann doch niemand dagegen ankommen!« 20Du Mensch, vergiss nicht, wer du bist! Du kannst dir doch nicht herausnehmen, Gott zu kritisieren! Sagt vielleicht ein Gebilde aus Ton zu seinem Bildner: »Warum hast du mich so gemacht?«

9,20
Jes 45,9
21Und hat ein Töpfer nicht das Recht, aus einem Tonklumpen zwei ganz verschiedene Gefäße zu machen: eines, das auf der Festtafel zu Ehren kommt, und ein anderes als Behälter für den Abfall?
9,21
Jer 18,4-6
Weish 15,7
2 Tim 2,20

22Du kannst also Gott nicht anklagen, wenn er an den Gefäßen seines Zorns sein Gericht vollstrecken und seine Macht erweisen will; aber selbst sie, die zum Untergang bestimmt waren, hat er mit großer Geduld ertragen.

9,22
2 Makk 6,14-15
Weish 12,2-18
23So handelt er, damit er an den Gefäßen seines Erbarmens zeigen kann, wie unerschöpflich reich seine Herrlichkeit ist – an ihnen, die er im Voraus zum Leben in seiner Herrlichkeit bestimmt hat. 24Das sind wir, die er berufen hat – nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus den anderen Völkern.9,24 anderen Völkern: herkömmliche Übersetzung Heiden; ebenso im Folgenden.
9,24
10,12

25Das ist schon beim Propheten Hosea angekündigt, durch den Gott im Blick auf die anderen Völker sagt: »Ich werde die, die nicht mein Volk sind, ›mein Volk‹ nennen und die Ungeliebten ›Geliebte‹.

9,25
nach
26Und dieselben Leute, zu denen ich gesagt hatte: ›Ihr seid nicht mein Volk‹, werden dann ›Kinder des lebendigen Gottes‹ genannt werden.«
9,26
zit

27Über das Volk Israel aber sagt Jesaja das prophetische Wort: »Selbst wenn die Israeliten so zahlreich wären wie der Sand am Meer, nur ein kleiner Rest wird gerettet.

9,27-28
nach
28Der Herr wird sein Rettungswerk auf der Erde endgültig und doch mit Einschränkung ausführen.« 29Es ist so, wie Jesaja es vorausgesagt hat: »Hätte der Herr, der Herrscher der Welt, nicht einen kleinen Rest von uns Israeliten übrig gelassen, so wäre es uns wie Sodom und Gomorra ergangen.«
9,29
zit

An Jesus Christus scheiden sich die Wege

30Was folgt daraus? Es ist offenbar so: Menschen aus den anderen Völkern, die sich gar nicht darum bemüht hatten, haben das Ziel erreicht, vor Gott als gerecht zu bestehen. Sie haben es dadurch erreicht, dass sie in vertrauendem Glauben angenommen haben, was Gott für sie getan hat.9,30 die sich gar nicht darum bemüht ...: wörtlich die nicht der Gerechtigkeit nachjagen, haben die Gerechtigkeit erlangt, nämlich die Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens. 31Das Volk Israel aber, das mit aller Kraft danach strebt, auf dem Weg der Gesetzeserfüllung vor Gott als gerecht zu bestehen, hat das vom Gesetz in Aussicht gestellte Ziel nicht erreicht. 32Warum nicht? Weil sie den Weg des Glaubens abwiesen und meinten, ihre Gehorsamsleistungen müssten sie ans Ziel bringen. Sie kamen zu Fall an dem ›Stein des Anstoßes‹, 33von dem Gott sagt: »Auf dem Zionsberg lege ich ein festes Fundament, einen Stein, an dem sie sich stoßen, einen Felsblock, an dem sie zu Fall kommen. Aber wer auf ihn vertraut, wird nicht zugrunde gehen.«

9,33
nach

10

Der Glaube als Weg zur Rettung für alle

101Liebe Brüder und Schwestern,10,1 Siehe Anmerkung zu 1,13. mein Herzenswunsch und meine Bitte an Gott ist, dass die Angehörigen meines Volkes gerettet werden.

10,1
9,1-3
2Ich kann ihnen bezeugen, dass sie sich mit brennendem Eifer für die Sache Gottes einsetzen. Aber ihr Eifer beruht nicht auf der richtigen Einsicht. 3Sie begreifen nicht, dass Gott selbst eingegriffen hat, damit Menschen vor ihm als gerecht bestehen können. Deshalb suchen sie durch eigene Anstrengungen Gerechtigkeit zu erringen, anstatt sich Gott zu unterwerfen, der in seiner Gerechtigkeit, nämlich seiner heilschaffenden Treue, für sie gehandelt hat.
10,3
1,17
4Denn seit Christus ist das Gesetz nicht mehr der Weg zum Heil.10,4 Wörtlich Denn Christus ist das Ende des Gesetzes. Die sprachlich ebenfalls mögliche Übersetzung Ziel des Gesetzes ist im Zusammenhang nicht naheliegend. Vielmehr gilt jetzt: Alle, die im Glauben auf Christus vertrauen, werden vor dem Gericht Gottes als gerecht anerkannt werden.
10,4
Gal 3,24-25

5Wenn es darum geht, auf der Grundlage des Gesetzes vor Gott als gerecht zu bestehen, gilt, was Mose schreibt: »Wer die Gebote befolgt, gewinnt dadurch das Leben.«

10,5
zit
6Ganz anders spricht die Stimme, die dazu aufruft, auf der Grundlage vertrauenden Glaubens vor Gott als gerecht zu bestehen; sie sagt: »Ihr braucht nicht zu fragen: ›Wer steigt für uns in den Himmel hinauf?‹« – als müsste man Christus erst von dort herabholen.
10,6-8
nach
7»Auch nicht: ›Wer steigt für uns in die Totenwelt hinab?‹« – als müsste man Christus aus dem Tod zurückholen. 8Nein, die Stimme sagt: »Das Wort, das von Gott kommt, ist euch ganz nahe; es ist in eurem Mund und in eurem Herzen.« Das ist das Wort vom Glauben, das wir verkünden.

9Wenn ihr also mit dem Mund bekennt: »Jesus ist der Herr«, und im Herzen glaubt, dass Gott ihn vom Tod auferweckt hat, werdet ihr gerettet.

10,9
1 Kor 12,3
10Wer mit dem Herzen glaubt, wird von Gott als gerecht anerkannt; und wer mit dem Mund bekennt, wird im letzten Gericht gerettet. 11So steht es ja in den Heiligen Schriften: »Wer ihm glaubt und auf ihn vertraut, wird nicht zugrunde gehen.«
10,11
zit
12Das gilt ohne Unterschied für Juden und Nichtjuden. Sie alle haben ein und denselben Herrn: Jesus Christus.10,12 Jesus Christus ist zur Verdeutlichung hinzugefügt. Im gesamten Zusammenhang, auch in dem Zitat in Vers 13, ist »Herr« als Hoheitstitel für Jesus gebraucht. Aus seinem Reichtum schenkt er allen, die sich zu ihm als ihrem Herrn bekennen, ewiges Leben.
10,12
3,2230
13Es heißt ja auch: »Alle, die sich zum Herrn bekennen und seinen Namen anrufen, werden gerettet.«
10,13
nach

Israel hat die Botschaft gehört und abgelehnt

14Sie können sich aber nur zu ihm bekennen, wenn sie vorher zum Glauben gekommen sind. Und sie können nur zum Glauben kommen, wenn sie die Botschaft gehört haben. Die Botschaft aber können sie nur hören, wenn sie ihnen verkündet worden ist. 15Und sie kann ihnen nur verkündet werden, wenn Boten mit der Botschaft ausgesandt worden sind.

Aber genau das ist geschehen! Es ist eingetroffen, was vorausgesagt war: »Welche Freude ist es, wenn die Boten kommen und die Gute Nachricht bringen!«

10,15b
zit
16Doch nicht alle sind dem Ruf der Guten Nachricht gefolgt. Schon der Prophet Jesaja sagt: »Herr, wer hat schon unserer Botschaft Glauben geschenkt?«
10,16
nach

17Der Glaube kommt also aus dem Hören der Botschaft; die Botschaft aber gründet in dem Auftrag, den Christus gegeben hat.

10,17
Joh 17,20
18Haben sie vielleicht die Botschaft nicht gehört? Aber natürlich haben sie die Botschaft gehört; in den Heiligen Schriften heißt es ja: »Ihr Ruf ging über die ganze Erde, bis hin zu ihren äußersten Grenzen war er zu hören.«
10,18
zit

19Ich frage weiter: Hat vielleicht das Volk Israel die Botschaft nicht verstanden? O doch! Der erste Zeuge dafür ist Mose, wenn er sagt: »Ich will euch Israeliten eifersüchtig machen auf ein Un-Volk, sagt Gott. Ich reize euch zum Zorn über ein Volk ohne Einsicht.«10,19 Die Eifersucht auf die von Gott angenommenen Nichtjuden (vgl. 11,11.14) beweist für Paulus, dass Israel sehr wohl begriffen hat, worum es bei der Guten Nachricht geht.

10,19
zit
20Jesaja aber wagt sogar zu sagen: »Ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten, sagt Gott. Ich habe mich denen gezeigt, die nicht nach mir fragten.«
10,20
nach
21Über Israel dagegen heißt es an derselben Stelle: »Tag für Tag habe ich einladend die Hände ausgestreckt nach einem Volk, das mir nicht gehorcht und mir ständig widerspricht.«
10,21
zit