Gute Nachricht Bibel (GNB)
7

Freiheit vom Gesetz

71Brüder und Schwestern,7,1 Siehe Anmerkung zu 1,13; ebenso für Vers 4. ihr kennt doch das Gesetz und wisst: Es hat für einen Menschen nur Geltung, solange er lebt. 2Eine verheiratete Frau zum Beispiel ist durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn der Mann stirbt, gilt für sie das Gesetz nicht mehr, das sie an ihn bindet.

7,2
1 Kor 7,39
3Wenn sie sich also zu Lebzeiten ihres Mannes mit einem anderen einlässt, nennt man sie zu Recht eine Ehebrecherin. Stirbt aber der Mann, so ist sie frei von dem Gesetz, das sie an ihren Mann bindet. Sie begeht keinen Ehebruch, wenn sie sich einem anderen hingibt.

4So steht es auch mit euch, meine Brüder und Schwestern! Weil ihr mit Christus gestorben seid,7,4 Wörtlich Durch den (am Kreuz hingegebenen) Leib von Christus. seid ihr dem Gesetz gegenüber tot. Ihr gehört jetzt nicht mehr dem Gesetz, sondern Christus, der vom Tod erweckt worden ist. Darum können wir nun so leben, dass unser Tun für Gott Frucht bringt.

7,4
6,4
Gal 2,19

5Als wir noch unserer selbstsüchtigen Natur folgten,7,5 Wörtlich noch im Fleisch waren. war unser ganzes Verhalten beherrscht von den sündigen Leidenschaften, die durch das Gesetz in uns geweckt wurden. Wir lebten so, dass unser Tun nur dem Tod Gewinn brachte.

7,5
6,21
6Aber jetzt stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz; wir sind tot für das Gesetz, das uns früher gefangen hielt. So dienen wir Gott in einem neuen Leben, das sein Geist in uns schafft, und nicht mehr auf die alte Weise nach dem Buchstaben des Gesetzes.
7,6
8,2-4
2 Kor 3,6

Die Sünde missbraucht das Gesetz

7Behaupte ich damit, dass Gesetz und Sünde dasselbe sind? Das ganz gewiss nicht! Aber ohne das Gesetz hätten wir Menschen7,7 Wörtlich hätte ich. Paulus spricht in den Versen 7-25 in der ersten Person, redet aber nicht nur von sich persönlich, sondern beschreibt die Situation des Menschen ohne Christus. In den Versen 9-11 bezieht er sich auf die Geschichte vom »Sündenfall« in Gen 3, die sich in gewisser Weise in jedem Menschenleben wiederholt. die Sünde nie kennen gelernt. Die Begehrlichkeit wäre nicht in uns erwacht, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: »Du sollst nicht begehren!«

7,7-13
4,15
7,7
nach
8Die Sünde machte sich das Gebot zunutze und stachelte mit seiner Hilfe alle Begierden in uns an. Ohne das Gesetz ist die Sünde tot.
7,8
1 Kor 15,56
9Einst kannten wir das Gesetz noch nicht. Damals lebten wir; aber als das Gebot kam, lebte die Sünde auf 10und wir mussten sterben. Das Gebot, das uns das Leben erhalten sollte, brachte uns den Tod.
7,10
Lev 18,5
11Denn die Sünde benutzte es für ihre Zwecke: Sie täuschte uns Leben vor und tötete uns – eben durch das von ihr missbrauchte Gebot. 12Es bleibt also dabei: Das Gesetz ist der heilige Wille Gottes, und die Gebote sind heilig, gerecht und gut.
7,12
1 Tim 1,8

13Hat dann etwa das Gute, das Gesetz, unseren Tod bewirkt? Auf keinen Fall! Die Sünde war schuld; sie hat das gute Gesetz benutzt, um uns den Tod zu bringen. So sollte sie ihr wahres Gesicht zeigen und sich durch den Missbrauch des Gesetzes in ihrer ganzen Verworfenheit enthüllen.

Die Ohnmacht des guten Willens

14Es steht außer Frage: Das Gesetz ist »geistlich«, es kommt von Gott. Wir aber sind »fleischlich«, das heißt schwache Menschen, der Macht der Sünde ausgeliefert. 15Wir sind uns nicht im Klaren darüber, was wir anrichten. Wir tun nämlich nicht, was wir eigentlich wollen, sondern das, was wir verabscheuen.

7,15
Gal 5,17
16Wenn wir aber das Böse, das wir tun, gar nicht tun wollen, dann beweist das, dass wir dem Gesetz zustimmen und seine Forderungen als berechtigt anerkennen. 17Nicht wir sind es also, die das Böse tun, vielmehr tut es die Sünde, die sich in uns eingenistet hat.

18Wir wissen genau: In uns selbst, so wie wir der Sünde ausgeliefert sind,7,18 so wie wir ...: wörtlich das heißt in unserem (bzw. meinem) Fleisch. lebt nicht die Kraft zum Guten. Wir bringen es zwar fertig, uns das Gute vorzunehmen; aber wir sind zu schwach, es auszuführen.

7,18
Gen 8,21
Phil 2,13
19Wir tun nicht das Gute, das wir wollen, sondern gerade das Böse, das wir nicht wollen. 20Wenn wir aber tun, was wir gar nicht wollen, dann verfügen nicht wir selbst über uns, sondern die Sünde, die sich in uns eingenistet hat.

21Wir finden demnach unser Leben von folgender Gesetzmäßigkeit bestimmt: Ich will das Gute tun, bringe aber nur Böses zustande. 22In meinem Innern stimme ich dem Gesetz Gottes freudig zu. 23Aber in meinen Gliedern, in meinem ganzen Verhalten, sehe ich ein anderes Gesetz am Werk. Dieses Gesetz liegt im Streit mit dem Gesetz, das ich innerlich bejahe, und macht mich zu seinem Gefangenen. Es ist das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern regiert und mir mein Verhalten diktiert.

7,23
Gal 5,17

24Ich unglückseliger Mensch! Wer rettet mich aus dieser tödlichen Verstrickung?7,24 Wörtlich Wer wird mich aus diesem Leib des Todes retten? Wie Kap 8 zeigt, geht es nicht um Befreiung vom Leib, sondern von einer Grundverfassung des menschlichen Lebens, in der der Leib zum Werkzeug der Sünde geworden ist.

7,24
1 Kor 15,57

25Gott sei gedankt durch Jesus Christus, unseren Herrn: Er hat es getan!

Nun diene also ich, ein und derselbe Mensch, mit meinem bewussten Streben dem Gesetz Gottes, aber mit meinen Gliedern dem Gesetz der Sünde.7,25 Diese Aussage ist mit dem Vorangehenden schwer vereinbar. Manche Ausleger halten sie für einen späteren Zusatz, andere stellen sie vor Vers 24.

8

Der Geist Gottes überwindet die Sünde

81Vor dem Gericht Gottes gibt es also keine Verurteilung mehr für die, die mit Jesus Christus verbunden sind.

8,1
1,18
5,19
2Denn dort, wo Jesus Christus ist, gilt: Du bist befreit von dem Gesetz, das von der Sünde missbraucht wird und zum Tod führt. Denn du stehst jetzt unter dem Gesetz, in dem der Geist Gottes wirkt, der zum Leben führt.8,2 Nach Paulus handelt es sich um dasselbe Gesetz, das jetzt unter einem neuen Vorzeichen steht. Vers 2 wörtlich Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich befreit von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Viele Ausleger verstehen allerdings Gesetz beim ersten Vorkommen (Gesetz des Geistes) im Sinn von Regel/Ordnung; vgl. Anmerkung zu 3,27.
8,2
7,7-11
3,27

3Das Gesetz konnte uns Menschen kein Leben bringen, weil es gegen unsere selbstsüchtige Natur8,3 Wörtlich gegen das Fleisch. Entsprechend wird auch in den Versen 4-13 das Wort Fleisch durch unsere (selbstsüchtige) Natur wiedergegeben. nicht ankam. Deshalb sandte Gott seinen Sohn in der leiblichen Gestalt von uns selbstsüchtigen, der Sünde verfallenen Menschen8,3 in der leiblichen ...: wörtlich in der Gestalt des Fleisches der Sünde. und ließ ihn sterben als Opfer für die Sündenschuld. So machte er der Sünde den Prozess ebendort, wo sie ihre Macht entfaltet hatte: in der menschlichen Natur.8,3 eben dort, wo ...: wörtlich im Fleisch.

8,3
Gal 4,4
Phil 2,7-8
2 Kor 5,21
4Als Folge davon kann jetzt die Forderung des Gesetzes von uns erfüllt werden, so gewiss unser Leben nicht mehr von unserer selbstsüchtigen Natur bestimmt wird, sondern vom Geist Gottes.
8,4
6,22
7,4
Gal 5,1625

5Wenn wir von unserer selbstsüchtigen Natur bestimmt werden, liegt uns an dem, was unsere Natur will; wenn wir vom Geist Gottes bestimmt werden, liegt uns an dem, was der Geist Gottes will. 6Was unsere selbstsüchtige Natur will, führt zum Tod. Was der Geist Gottes will, führt zum Leben, zu Heil und Frieden.

8,6
6,21
7Denn unser selbstsüchtiger Wille lehnt sich gegen Gott auf. Er gehorcht seinen Geboten nicht; er kann es gar nicht. 8An denen, die Gefangene ihrer selbstsüchtigen Natur sind, kann Gott unmöglich Gefallen finden.

9Ihr aber seid nicht mehr von eurer eigenen Natur bestimmt, sondern vom Geist, so gewiss der Geist Gottes in euch Wohnung genommen hat. Wer diesen Geist – den Geist von Christus – nicht hat, gehört auch nicht zu ihm.

8,9
1 Kor 3,16
2,16

10Wenn nun also Christus durch den Geist in euch lebt, dann bedeutet das: Euer Leib ist zwar wegen der Sünde dem Tod verfallen, aber der Geist erfüllt euch mit Leben, weil Christus die Sünde besiegt hat und ihr deshalb bei Gott angenommen seid.8,10 weil Christus ...: wörtlich wegen der Gerechtigkeit; vgl. 3,21-24.

8,10
Gal 2,20
1 Joh 3,24
11Mehr noch: Der Geist, der in euch lebt, ist ja der Geist dessen, der Jesus vom Tod auferweckt hat. Dann wird derselbe Gott, der Jesus Christus vom Tod auferweckt hat, auch euren todverfallenen Leib lebendig machen. Das bewirkt er durch seinen Geist, der schon jetzt in euch lebt.
8,11
2 Kor 4,14

Nicht mehr Sklaven, sondern Kinder

12Brüder und Schwestern!8,12 Siehe Anmerkung zu 1,13. Wir stehen also nicht mehr unter dem Zwang, unserer selbstsüchtigen Natur zu folgen.

8,12
6,18
13Wenn ihr nach eurer eigenen Natur lebt, werdet ihr sterben. Wenn ihr aber in der Kraft des Geistes euren selbstsüchtigen Willen tötet, werdet ihr leben.8,13 Wenn ihr aber ...: wörtlich Wenn ihr durch den Geist die Taten des Leibes tötet. Paulus spricht vom Leib, wie er unter der Herrschaft der Sünde steht, also in dem Sinn, in dem er sonst von »Fleisch« spricht.
8,13
Gal 6,8
Eph 4,22-24

14Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, die sind Gottes Söhne und Töchter.8,14 Paulus spricht in den Versen 14 und 15 von Söhnen, in 16-17 von Kindern. Vgl. Sacherklärung »Söhne«.

8,14
1 Joh 3,1
15Der Geist, den Gott euch gegeben hat, ist ja nicht ein Sklavengeist, sodass ihr wie früher in Angst leben müsstet. Es ist der Geist, den ihr als seine Söhne und Töchter habt. Von diesem Geist erfüllt rufen wir zu Gott: »Abba! Vater!«
8,15
Gal 4,5-7
Mk 14,36
16So macht sein Geist uns im Innersten gewiss, dass wir Kinder Gottes sind. 17Wenn wir aber Kinder sind, dann sind wir auch Erben, und das heißt: wir bekommen teil am unvergänglichen Leben des Vaters, genauso wie Christus und zusammen mit ihm. Wie wir mit Christus leiden, sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.
8,17
Gal 4,7
Röm 5,2

Die ganze Schöpfung wartet auf unsere endgültige Befreiung

18Ich bin überzeugt: Was wir in der gegenwärtigen Zeit noch leiden müssen, fällt überhaupt nicht ins Gewicht im Vergleich mit der Herrlichkeit, die Gott uns zugedacht hat und die er in der Zukunft offenbar machen wird.

8,18
2 Kor 4,17
Weish 3,4-6
19Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem die Kinder Gottes vor aller Augen in dieser Herrlichkeit offenbar werden.
8,19
Kol 3,4
1 Joh 3,2
20Denn alles Geschaffene ist der Sinnlosigkeit ausgeliefert, versklavt an die Vergänglichkeit,8,20 versklavt an ...: verdeutlichende Vorwegnahme aus Vers 21. und das nicht durch eigene Schuld, sondern weil Gott es so verfügt hat. Er gab aber seinen Geschöpfen die Hoffnung,
8,20
Gen 3,17-19
21dass auch sie eines Tages von der Versklavung an die Vergänglichkeit befreit werden und teilhaben an der unvergänglichen Herrlichkeit, die Gott seinen Kindern schenkt.

22Wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt noch stöhnt und in Wehen liegt wie eine Frau bei der Geburt. 23Aber auch wir selbst, die doch schon als Anfang des neuen Lebens – gleichsam als Anzahlung – den Heiligen Geist bekommen haben, stöhnen ebenso in unserem Innern. Denn wir warten sehnsüchtig auf die volle Verwirklichung dessen, was Gott uns als seinen Kindern zugedacht hat: dass unser Leib von der Vergänglichkeit erlöst wird.

8,23
2 Kor 1,22

24Wir sind gerettet, aber noch ist alles Hoffnung. Eine Hoffnung, die sich schon sichtbar erfüllt hat, ist keine Hoffnung. Ich kann nicht erhoffen, was ich vor Augen habe.

8,24
2 Kor 5,7
Hebr 11,1
25Wenn wir aber auf etwas hoffen, das wir noch nicht sehen können, dann heißt das, dass wir beharrlich danach Ausschau halten.
8,25
2 Kor 4,18

Der Beistand des Geistes und die Gewissheit unserer Rettung

26Aber ebenso wie wir seufzt und stöhnt auch der Geist Gottes, der uns zu Hilfe kommt. Wir sind schwache Menschen und unfähig, unsere Bitten in der rechten Weise vor Gott zu bringen. Deshalb tritt sein Geist für uns ein mit einem Stöhnen, das sich nicht in Worte fassen lässt. 27Und Gott, vor dem unser Innerstes offen liegt, weiß, was sein Geist in unserem Innern ihm sagen will. Denn so, wie es vor Gott angemessen ist, legt er Fürsprache ein für die, die Gott als sein Eigentum ausgesondert hat.8,27 für die ...: wörtlich für die Heiligen.

28Was auch geschieht,8,28 Zusatz, der den Rückbezug auf die Verse 18-23 verdeutlicht. das eine wissen wir: Für die, die Gott lieben, muss alles zu ihrem Heil dienen. Es sind die Menschen, die er nach seinem freien Entschluss berufen hat. 29Sie alle, die Gott im Voraus ausgewählt hat, die hat er auch dazu bestimmt, seinem Sohn gleich zu werden. Nach dessen Bild sollen sie alle gestaltet werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern8,29 Siehe Anmerkung zu 1,13. ist.

8,29
Kol 1,18
30Und wenn Gott sie dazu bestimmt hat, dann hat er sie auch berufen, und wenn er sie berufen hat, dann hat er sie auch für gerecht erklärt, und wenn er sie für gerecht erklärt hat, dann steht auch fest, dass sie an seiner Herrlichkeit teilhaben.
8,30
2 Thess 2,13-14

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes

31Was bleibt zu alldem noch zu sagen? Gott selbst ist für uns, wer will sich dann gegen uns stellen?

8,31-34
Jes 50,8-9
32Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle in den Tod gegeben. Wenn er uns aber den Sohn geschenkt hat, wird er uns dann noch irgendetwas vorenthalten?
8,32
5,8
Joh 3,16
33Wer kann die Menschen anklagen, die Gott erwählt hat? Gott selbst spricht sie frei. 34Wer kann sie verurteilen? Christus ist für sie gestorben, ja noch mehr: Er ist vom Tod erweckt worden. Er hat seinen Platz an Gottes rechter Seite. Dort tritt er für uns ein.
8,34
4,25
Apg 2,33

35Kann uns noch irgendetwas von Christus und seiner Liebe trennen? Etwa Leiden, Angst und Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahren für Leib und Leben oder gar die Hinrichtung? 36Es ergeht uns wirklich so, wie es in den Heiligen Schriften steht: »Weil wir zu dir, Herr, gehören, sind wir ständig in Todesgefahr. Wir werden angesehen wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.«

8,36
zit

37Aber mitten in alldem triumphieren wir als Sieger mithilfe dessen, der uns so sehr geliebt hat.

8,37
1 Joh 5,4-5
38Ich bin ganz sicher, dass nichts uns von seiner Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen8,38 Wörtlich Gewalthaber; auch mit den Engeln sind hier wahrscheinlich gottfeindliche Engelmächte gemeint; siehe Sacherklärung »Engel«. noch andere gottfeindliche Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
8,38 (Mächte)
Eph 1,21
1 Kor 3,22
15,24
1 Petr 3,22
39weder Himmel noch Hölle.8,39 Wörtlich weder Höhe noch Tiefe. Wahrscheinlich sind kosmische Mächte gemeint, die man mit den Gestirnen bzw. Planeten verbunden sah. Nichts in der ganzen Welt8,39 Wörtlich Kein anderes Geschaffenes. kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.
8,39
5,5
Eph 1,4
2,4
2 Thess 2,16
Joh 3,16

9

GOTTES WEG MIT SEINEM VOLK ISRAEL

(Kapitel 9–11)

Sind die Zusagen Gottes an sein Volk Israel ungültig geworden?

91Für das, was ich jetzt sage, rufe ich Christus als Zeugen an. Es ist die Wahrheit; ich lüge nicht. Auch mein Gewissen bezeugt es, das vom Heiligen Geist bestätigt wird: 2Ich bin tieftraurig und es quält mich unablässig, 3wenn ich an meine Brüder und Schwestern9,3 Siehe Anmerkung zu 1,13. denke, die Menschen aus meinem Volk. Wenn es möglich wäre, würde ich es auf mich nehmen, selbst an ihrer Stelle verflucht und für immer von Christus getrennt zu sein.

9,3
Ex 32,32
4Sie sind doch Israel, das von Gott erwählte Volk.9,4 Israel, das ...: wörtlich Israeliten. Im Gegensatz zu anderen Bezeichnungen ist der Name »Israel« mit der grundlegenden Erwählungszusage verbunden; vgl. Gen 32,29; Dtn 6,4. Ihnen gehört das Vorrecht, Kinder Gottes zu sein. Ihnen offenbarte er seine Herrlichkeit. Mit ihnen hat er wiederholt seinen Bund geschlossen. Ihnen hat er sein Gesetz gegeben und die Ordnungen für den Opferdienst zu seiner Verehrung. Ihnen hat er das künftige Heil versprochen.
9,4 (Kinder Gottes)
Ex 4,22
5Sie sind die Nachkommen der von Gott erwählten Väter,9,5 Gemeint sind die Vorfahren (vor allem Abraham, Isaak, Jakob), denen Gott seine Heilszusagen gegeben hatte; vgl. Kap 4; 15,8; Ex 3,15. und zu ihnen zählt nach seiner menschlichen Herkunft auch Christus, der versprochene Retter.9,5 Wörtlich auch der Christus. Dafür sei Gott, der Herr über alles, in Ewigkeit gepriesen!9,5 Möglich ist auch die Übersetzung Er (Christus) ist Gott über alle, für immer und ewig gepriesen. Amen.
9,5 (Christus)
Mt 1,1

Gott trifft eine Auswahl

6Es kann keine Rede davon sein, dass dies alles nicht mehr gilt und also das Wort Gottes ungültig geworden ist. Aber nicht alle Israeliten gehören wirklich zu Israel,

9,6
3,3-4
2,28-29
7und nicht alle leiblichen Nachkommen Abrahams sind als solche schon Abrahams Kinder. Gott sagte zu Abraham: »Durch Isaak gebe ich dir die Nachkommen, die ich dir versprochen habe.«
9,7
Mt 3,9Gen 21,12
8Das heißt: Nicht die natürliche Abstammung von Abraham, sondern erst die göttliche Zusage macht zu echten Abrahamskindern und damit zu Kindern Gottes.
9,8
Gal 4,23
3,7
9Denn es war eine göttliche Zusage, mit der die Geburt Isaaks angekündigt wurde: »Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn.«
9,9
zit

10Das wird bestätigt durch ein zweites Beispiel: Rebekka war von unserem Vorfahren Isaak mit Zwillingen schwanger, mit Esau und Jakob.

9,10-12
Gen 25,21-23
Röm 11,6
11-12Die beiden Kinder waren noch nicht geboren und keines von beiden hatte irgendetwas Gutes oder Böses getan. Da sagte Gott zu ihrer Mutter Rebekka: »Der Ältere muss dem Jüngeren dienen.« Damit stellte er klar, dass es allein von seinem freien Entschluss abhängt, wenn er einen Menschen erwählt. Es kommt dabei nicht auf menschliche Leistungen, sondern nur auf den göttlichen Ruf an. 13Dasselbe geht aus der anderen Stelle hervor, wo Gott sagt: »Ich liebe Jakob, Esau aber hasse ich.«
9,13
zit

Gott verteilt sein Erbarmen nach freiem Ermessen

14Folgt daraus, dass Gott ungerecht ist? Keineswegs! 15Er sagte ja zu Mose: »Es liegt in meiner freien Entscheidung, wem ich meine Gnade erweise; es ist allein meine Sache, wem ich mein Erbarmen schenke.«

9,15
zit
16Es kommt also nicht auf den Willen und die Anstrengung des Menschen an, sondern einzig auf Gott und sein Erbarmen.
9,16
Eph 2,8
17So verfährt er auch mit dem Pharao, dem er seine Gunst entzieht, indem er zu ihm sagt:9,17 So verfährt ...: wörtlich Denn die Schrift sagt zum Pharao; vgl. Ex 9,16. »Nur deshalb habe ich dich als König eingesetzt, um an dir meine Überlegenheit zu beweisen und meinen Namen in der ganzen Welt bekannt zu machen.« 18Gott verfährt also ganz nach seinem freien Willen: Mit den einen hat er Erbarmen, die andern macht er starrsinnig, sodass sie ins Verderben laufen.
9,18
Ex 4,21
1 Petr 2,8

19Vielleicht wird mir jemand entgegenhalten: »Warum zieht uns dann Gott für unser Tun zur Rechenschaft? Wenn er bestimmt, dann kann doch niemand dagegen ankommen!« 20Du Mensch, vergiss nicht, wer du bist! Du kannst dir doch nicht herausnehmen, Gott zu kritisieren! Sagt vielleicht ein Gebilde aus Ton zu seinem Bildner: »Warum hast du mich so gemacht?«

9,20
Jes 45,9
21Und hat ein Töpfer nicht das Recht, aus einem Tonklumpen zwei ganz verschiedene Gefäße zu machen: eines, das auf der Festtafel zu Ehren kommt, und ein anderes als Behälter für den Abfall?
9,21
Jer 18,4-6
Weish 15,7
2 Tim 2,20

22Du kannst also Gott nicht anklagen, wenn er an den Gefäßen seines Zorns sein Gericht vollstrecken und seine Macht erweisen will; aber selbst sie, die zum Untergang bestimmt waren, hat er mit großer Geduld ertragen.

9,22
2 Makk 6,14-15
Weish 12,2-18
23So handelt er, damit er an den Gefäßen seines Erbarmens zeigen kann, wie unerschöpflich reich seine Herrlichkeit ist – an ihnen, die er im Voraus zum Leben in seiner Herrlichkeit bestimmt hat. 24Das sind wir, die er berufen hat – nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus den anderen Völkern.9,24 anderen Völkern: herkömmliche Übersetzung Heiden; ebenso im Folgenden.
9,24
10,12

25Das ist schon beim Propheten Hosea angekündigt, durch den Gott im Blick auf die anderen Völker sagt: »Ich werde die, die nicht mein Volk sind, ›mein Volk‹ nennen und die Ungeliebten ›Geliebte‹.

9,25
nach
26Und dieselben Leute, zu denen ich gesagt hatte: ›Ihr seid nicht mein Volk‹, werden dann ›Kinder des lebendigen Gottes‹ genannt werden.«
9,26
zit

27Über das Volk Israel aber sagt Jesaja das prophetische Wort: »Selbst wenn die Israeliten so zahlreich wären wie der Sand am Meer, nur ein kleiner Rest wird gerettet.

9,27-28
nach
28Der Herr wird sein Rettungswerk auf der Erde endgültig und doch mit Einschränkung ausführen.« 29Es ist so, wie Jesaja es vorausgesagt hat: »Hätte der Herr, der Herrscher der Welt, nicht einen kleinen Rest von uns Israeliten übrig gelassen, so wäre es uns wie Sodom und Gomorra ergangen.«
9,29
zit

An Jesus Christus scheiden sich die Wege

30Was folgt daraus? Es ist offenbar so: Menschen aus den anderen Völkern, die sich gar nicht darum bemüht hatten, haben das Ziel erreicht, vor Gott als gerecht zu bestehen. Sie haben es dadurch erreicht, dass sie in vertrauendem Glauben angenommen haben, was Gott für sie getan hat.9,30 die sich gar nicht darum bemüht ...: wörtlich die nicht der Gerechtigkeit nachjagen, haben die Gerechtigkeit erlangt, nämlich die Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens. 31Das Volk Israel aber, das mit aller Kraft danach strebt, auf dem Weg der Gesetzeserfüllung vor Gott als gerecht zu bestehen, hat das vom Gesetz in Aussicht gestellte Ziel nicht erreicht. 32Warum nicht? Weil sie den Weg des Glaubens abwiesen und meinten, ihre Gehorsamsleistungen müssten sie ans Ziel bringen. Sie kamen zu Fall an dem ›Stein des Anstoßes‹, 33von dem Gott sagt: »Auf dem Zionsberg lege ich ein festes Fundament, einen Stein, an dem sie sich stoßen, einen Felsblock, an dem sie zu Fall kommen. Aber wer auf ihn vertraut, wird nicht zugrunde gehen.«

9,33
nach