Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

Buchüberschrift

11Dieses Buch enthält Prophetenworte gegen Ninive, die Hauptstadt des Assyrerreiches.1,1 die Hauptstadt ...: verdeutlichender Zusatz. Es ist darin aufgeschrieben, was der Herr dem Propheten Nahum aus dem Dorf Elkosch offenbart hat.

1,1
Jona 1,1-2
Jes 10,5-19

Vertrauen auf Gottes rettende Macht

2Der Herr ist ein Gott, der leidenschaftlich über seine Ehre wacht.

Wer sich gegen ihn empört,

bekommt seinen ganzen Zorn zu spüren.

Wer sich ihm als Feind entgegenstellt,

den trifft sein harter, vergeltender Schlag.

1,2-3a
Ex 20,5-6

3Der Herr hat Geduld und wartet zu,

doch er übersieht kein Unrecht;

an Macht zum Strafen fehlt es ihm nicht!

Im Toben des Sturmes schreitet er dahin;

die Wolken sind der Staub,

den seine Füße aufgewirbelt haben.

1,3a
Ex 34,6
1,3b (Sturm)
Ijob 38,1

4Er herrscht das Meer an und es trocknet aus,

die Ströme bringt er zum Versiegen,

die üppigen Weiden in Baschan verdorren,

die Bäume auf dem Karmel sterben ab

und auf dem Libanon verwelkt die Blütenpracht.

1,4
Jes 50,2
51,10
Am 1,2

5Die Berge zittern vor ihm und die Hügel beben,

die Erde hebt sich bei seinem Anblick

und mit ihr alle, die darauf wohnen.

1,5
Ps 18,8

6Wer kann bestehen, wenn er Gericht hält?

Wer kann seinen glühenden Zorn ertragen?

Der ergießt sich wie ein Feuerstrom

und sprengt die mächtigsten Felsen.

1,6
Offb 6,17

7Doch für die Seinen ist der Herr voll Güte,

eine sichere Zuflucht in Zeiten der Not.

Er kennt alle, die bei ihm Schutz suchen.

1,7
Ps 18,3
1,6

8Durch eine gewaltige, reißende Flut

fegt er die überhebliche Stadt1,8 die überhebliche Stadt: wörtlich sie (d.h. Ninive). von ihrem Platz

und seine Feinde treibt er fort,

hinunter ins Dunkel der Totenwelt.1,8 und seine Feinde ...: wörtlich und seine Feinde, Finsternis wird sie verfolgen.

9Was macht ihr Pläne und rechnet nicht mit dem Herrn? Er wird die Feinde so vernichtend schlagen, dass sie nicht noch einmal aufstehen und euch bedrängen. 10Sie können sich zusammenballen wie Dornen, die sich ineinander verflechten, sie können sich Mut antrinken, soviel sie wollen: Das Feuer wird sie fressen wie dürres Stroh.

Die Macht der Assyrer wird endgültig gebrochen

11Aus Ninive stammt der Mann, der sich gegen den Herrn auflehnte und Böses plante!

1,11
2 Kön 19,35
12Aber der Herr sagt zu seinem Volk: »Wenn eure Feinde auch noch so zahlreich und gut gerüstet sind, es wird nichts von ihnen übrig bleiben. Ich habe euch in Not und Verzweiflung gestürzt, aber ich werde es nicht wieder tun. 13Ich werde euch vom Joch der Fremdherrschaft befreien und die Last, unter der ihr stöhnt, von euch nehmen.«
1,13
Jes 9,3

14Über den feindlichen König aber hat der Herr das Urteil gesprochen und gesagt: »Dein Grab ist schon geschaufelt; für mich existierst du nicht mehr. Deine Familie lasse ich aussterben; die Götterbilder in deinem Tempel zerschlage ich.«

2

Vision vom Untergang Ninives

21Seht, da kommt schon über die Berge der Siegesbote geeilt, der den Frieden ausruft! Feiert wieder eure Feste, ihr Leute von Juda, löst die Versprechen ein, die ihr dem Herrn in der Not gegeben habt! Nie mehr wird der grausame Feind in euer Land einfallen, er ist völlig vernichtet.

2,1
Jes 52,7
2-3Die Feinde haben das Land verwüstet und die Weinstöcke abgehauen; aber der Herr wird Juda und Israel2,2-3 Wörtlich Jakob und Israel; unsicher ist, welcher Name welches der beiden Reiche bezeichnet. in ihrer alten Herrlichkeit wiederherstellen.

Schon zieht er heran, der dich zerschlagen wird, Ninive! Rüste dich nur! »Alle Mann auf Posten! Die Schwerter umschnallen! Die Straße beobachten!«

2,2-3
2 Kön 18,1317
4Da kommt der Feind: Rot bemalt sind Schilde und Kleidung der Kämpfer, blitzend wie Feuer die Streitwagen und die Lanzen, die sie schwingen. 5Auf den Straßen und Plätzen rasen die Streitwagen daher und überholen einander – ein Anblick wie Fackeln, wie zuckende Blitze.

6In der Stadt bietet der König seine Getreuen auf, sie rennen los, stürzen zur Mauer; schon errichtet der Feind die Schutzdächer für seine Sturmtruppen. 7Die Tore zum Fluss springen auf; Panik ergreift die Bewohner des Königspalastes. 8Der König wird an den Pranger gestellt,2,8 Wörtlich Er ist hingestellt. der Königin reißt man die Kleider vom Leib, sie wird abgeführt; ihre Dienerinnen schluchzen wie gurrende Tauben und schlagen verzweifelt an ihre Brust.

9Alle fliehen aus Ninive, wie das Wasser aus einem Teich entweicht, wenn er abgelassen wird.2,9 Deutung unsicher. »Bleibt doch, bleibt!«, ruft man ihnen nach, aber keiner dreht sich um. 10Plündert, greift zu, ihr Eroberer! Nehmt Silber und Gold! Die Stadt ist voll von herrlichen Dingen, von kostbaren Schätzen. 11Wo man hinsieht, Verheerung und Verwüstung, verzagte Herzen und schlotternde Knie, schmerzgekrümmte Leiber und aschfahle Gesichter.

12-13Ninive, du warst wie eine Löwenhöhle, wie das Versteck, in das sich der Löwe zurückzieht und in dem er seine Jungen füttert, die dort ungestört aufwachsen. Der Löwe ging auf Raub, schleppte Beute heran für seine Jungen, Beute für seine Löwinnen. Er füllte alle Winkel seiner Höhle mit Beutegut. Wo ist der Lagerplatz des Löwenrudels jetzt geblieben?

14»Jetzt bekommst du es mit mir zu tun, du Löwe!«, sagt der Herr, der Herrscher der Welt.2,14 Wörtlich der Herr Zebaot; ebenso in 3,5. »Ich werde dich mit all deiner Pracht2,14 mit all deiner Pracht: mit G; H mit deiner Menge. in Flammen aufgehen lassen und deine Jungen wird das Schwert niedermähen. Dein Beutegut wird aus deinem Land weggeschafft und nie mehr wirst du Boten aussenden, die von deiner Macht und Größe künden.«