Gute Nachricht Bibel (GNB)
8

Jesus macht viertausend Menschen satt

(Mt 15,32-39)

81Damals waren wieder einmal viele Menschen bei Jesus versammelt, und sie hatten nichts zu essen. Da rief Jesus die Jünger zu sich und sagte:

8,1-10
6,32-44
2»Die Leute tun mir leid. Seit drei Tagen sind sie hier bei mir und haben nichts zu essen.
8,2
6,34Mt 9,36
Num 27,17
3Wenn ich sie jetzt hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn manche sind von weit her gekommen.«

4Die Jünger gaben zu bedenken: »Wo soll jemand hier in dieser unbewohnten Gegend das Brot hernehmen, um all diese Menschen satt zu machen?«

5»Wie viele Brote habt ihr?«, fragte Jesus, und sie sagten: »Sieben!« 6Da forderte er die Leute auf, sich auf die Erde zu setzen.

Dann nahm er die sieben Brote, sprach darüber das Dankgebet, brach sie in Stücke und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen. Die Jünger verteilten sie an die Menge.

7Außerdem hatten sie ein paar kleine Fische. Jesus segnete sie und ließ sie ebenfalls austeilen.

8Die Leute aßen und wurden satt und füllten sogar noch sieben Körbe mit dem Brot, das übrig blieb. 9Es waren etwa viertausend Menschen.

Dann schickte Jesus sie nach Hause, 10stieg mit seinen Jüngern in ein Boot und fuhr in die Gegend von Dalmanuta.

Die Pharisäer fordern einen Beweis

(Mt 16,1-4)

11Jetzt kamen die Pharisäer zu Jesus und begannen, mit ihm zu streiten. Sie wollten ihn auf die Probe stellen und verlangten von ihm ein Zeichen vom Himmel als Beweis dafür, dass er wirklich von Gott beauftragt sei.8,11 Wörtlich verlangten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

8,11-12
Mt 12,38-40
8,11
Joh 6,30

12Jesus stöhnte und sagte: »Wieso verlangt diese Generation einen Beweis? Ich versichere euch: Diese Generation bekommt nie und nimmer einen Beweis!«

13Damit ließ er sie stehen, stieg wieder ins Boot und fuhr ans andere Seeufer.

Unverständige Jünger

(Mt 16,5-12)

14Die Jünger hatten vergessen, Brot zu besorgen; nur ein einziges hatten sie bei sich im Boot. 15Jesus warnte sie: »Nehmt euch in Acht vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!«

8,15
Lk 12,1

16Da sagten sie zueinander: »Wir haben kein Brot!«

8,16-18
6,52

17Jesus hörte es und sagte zu ihnen: »Was macht ihr euch Sorgen darüber, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr denn noch immer nicht? Begreift ihr denn gar nichts? Seid ihr genauso verstockt wie die anderen? 18Ihr habt doch Augen, warum seht ihr nicht? Ihr habt doch Ohren, warum hört ihr nicht?

Erinnert ihr euch nicht daran,

8,18
Jer 5,21
19wie ich die fünf Brote unter fünftausend Menschen ausgeteilt habe? Wie viele Körbe mit Resten habt ihr da eingesammelt?«

»Zwölf«, sagten sie.

8,19
6,43

20»Und als ich die sieben Brote unter viertausend Menschen ausgeteilt habe, wie viele Körbe mit Resten waren es da?«

»Sieben«, antworteten sie;

8,20
8,8
21und Jesus sagte: »Begreift ihr denn immer noch nichts?«

Jesus heilt einen Blinden

22Als sie nach Betsaida kamen, brachten die Leute einen Blinden und baten Jesus, den Mann zu berühren.

23Jesus nahm ihn bei der Hand und führte ihn aus dem Ort hinaus. Er spuckte ihm in die Augen,8,23 Dem Speichel wurde Heilkraft zugeschrieben, besonders bei Augenkrankheiten. legte ihm die Hände auf und fragte: »Kannst du etwas erkennen?«

8,23
7,33
Joh 9,6

24Der Blinde blickte auf und sagte: »Ja, ich sehe die Menschen; sie sehen aus wie wandelnde Bäume.«

25Noch einmal legte ihm Jesus die Hände auf die Augen. Danach blickte der Mann wieder auf – und war geheilt. Er konnte jetzt alles ganz deutlich erkennen.

26Jesus befahl ihm: »Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!«

JESUS AUF DEM WEG NACH JERUSALEM

(8,27–10,52)

Petrus spricht aus, wer Jesus ist

(Mt 16,13-20; Lk 9,18-21)

27Jesus zog mit seinen Jüngern weiter in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er sie: »Für wen halten mich eigentlich die Leute?«

28Die Jünger gaben zur Antwort: »Einige halten dich für den wiederauferstandenen Täufer Johannes, andere halten dich für den wiedergekommenen Elija, und noch andere meinen, du seist einer von den alten Propheten.«

8,28
6,14-159,11-12Lk 7,16

29»Und ihr«, wollte Jesus wissen, »für wen haltet ihr mich?«

Da sagte Petrus: »Du bist Christus, der versprochene Retter!«

8,29
Mt 14,33
Joh 1,49
10,24-25
11,27

30Aber Jesus schärfte ihnen ein, mit niemand darüber zu reden.

8,30
9,9parS

Jesus kündigt zum ersten Mal seinen Tod an

(Mt 16,21-23; Lk 9,22)

31Danach begann Jesus den Jüngern klarzumachen, was Gott mit ihm vorhatte: dass der Menschensohn vieles erleiden und von den Ratsältesten, den führenden Priestern und den Gesetzeslehrern verworfen8,31 Gemeint ist: als unbrauchbar verworfen im Sinn von Ps 118,22. werden müsse, dass er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.

8,31
9,30-3210,32-34Mt 12,40
32Jesus sagte ihnen das ganz offen.

Da nahm Petrus ihn beiseite, fuhr ihn an und wollte ihm das ausreden. 33Aber Jesus wandte sich um, sah die anderen Jünger und wies Petrus scharf zurecht. »Geh weg!«, sagte er. »Hinter mich, an deinen Platz, du Satan!8,33 Hinter mich gibt das griechische Wort wieder, das in 1,17.20; 8,34 (vgl. Mt 4,19; 10,38; 16,24) die vom Jünger geforderte Gefolgschaft ausdrückt (dort mit folgen übersetzt); an deinen Platz ist verdeutlichender Zusatz. Deine Gedanken stammen nicht von Gott, sie sind typisch menschlich.«

Jesus folgen heißt: ihm das Kreuz nachtragen

(Mt 16,24-28; Lk 9,23-27)

34Dann rief Jesus die ganze Menschenmenge hinzu und sagte: »Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen.

8,34
Mt 10,381 Petr 2,21

35Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Aber wer sein Leben wegen mir und wegen der Guten Nachricht verliert, wird es retten.

8,35
Mt 10,39Joh 12,25

36Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert? 37Womit will er es dann zurückkaufen?

38Die Menschen dieser schuldbeladenen Generation wollen von Gott nichts wissen. Wenn jemand nicht den Mut hat, sich vor ihnen8,38 Die Menschen ...: wörtlich Wenn jemand sich scheut, sich vor dieser ehebrecherischen und sündigen Generation (zu mir ... zu bekennen). Das Wort ehebrecherisch ist hier im übertragenen Sinn zu verstehen; siehe Sacherklärung »Hurerei«. zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, dann wird auch der Menschensohn keinen Mut haben, sich zu ihm zu bekennen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt!«

8,38
Mt 10,33

9

91Und er fügte hinzu: »Ich versichere euch: Einige von euch, die jetzt hier stehen, werden noch zu ihren Lebzeiten sehen, wie Gottes Herrschaft machtvoll aufgerichtet wird.«

9,1
13,30Mt 10,23
Joh 21,23

Drei Jünger sehen Jesus in Herrlichkeit (Die »Verklärung«)

(Mt 17,1-9; Lk 9,28-36)

2Sechs Tage später nahm Jesus die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und führte sie auf einen hohen Berg. Niemand sonst war bei ihnen.

Vor den Augen der Jünger ging mit Jesus eine Verwandlung vor sich: 3Seine Kleider strahlten in einem Weiß, wie es niemand durch Waschen oder Bleichen hervorbringen kann. 4Und dann sahen sie auf einmal Elija und dazu Mose bei Jesus stehen und mit ihm reden.

5Da sagte Petrus zu Jesus: »Wie gut, dass wir hier sind, Rabbi! Wir wollen drei Zelte aufschlagen, eins für dich, eins für Mose und eins für Elija.« 6Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte, denn er und die beiden andern waren vor Schreck ganz verstört.

7Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten über sie, und eine Stimme aus der Wolke sagte: »Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe; auf ihn sollt ihr hören!«

9,7
1,11
Dtn 18,15
8Dann aber, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr, nur Jesus allein war noch bei ihnen.

9Während sie den Berg hinunterstiegen, befahl ihnen Jesus, mit niemand über das zu sprechen, was sie gesehen hatten, bevor nicht der Menschensohn vom Tod auferstanden wäre.

9,9
8,305,43

10Dieses Wort griffen sie auf und diskutierten darüber, was denn das heiße, vom Tod auferstehen.

Vom Kommen des Propheten Elija

(Mt 17,10-13)

11Die drei Jünger fragten Jesus: »Warum behaupten die Gesetzeslehrer, dass vor dem Ende erst noch Elija wiederkommen muss?«

9,11-12
8,28

12Jesus sagte: »Gewiss, Elija kommt zuerst, um das ganze Volk Gottes wiederherzustellen. Aber warum heißt es dann in den Heiligen Schriften, dass der Menschensohn vieles erleiden muss und verachtet sein wird? 13Doch ich sage euch: Elija ist schon gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten. Das steht über ihn in den Heiligen Schriften.«

9,13
Mt 11,14
Lk 1,17

Jesus heilt ein besessenes Kind und mahnt Vertrauen an

(Mt 17,14-20; Lk 9,37-43)

14Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, fanden sie diese im Streit mit einigen Gesetzeslehrern und umringt von einer großen Menschenmenge. 15Sobald die Menschen Jesus sahen, gerieten sie in Aufregung; sie liefen zu ihm hin und begrüßten ihn.

16Jesus fragte sie: »Was streitet ihr mit meinen Jüngern?«

17Ein Mann aus der Menge gab ihm zur Antwort: »Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht; er ist von einem bösen Geist besessen, darum kann er nicht sprechen. 18Immer wenn dieser Geist ihn packt, wirft er ihn zu Boden. Schaum steht dann vor seinem Mund, er knirscht mit den Zähnen und sein ganzer Körper wird steif. Ich habe deine Jünger gebeten, den bösen Geist auszutreiben, aber sie konnten es nicht.«

19Da sagte Jesus zu allen, wie sie dastanden: »Was ist das für eine Generation, die Gott nichts zutraut! Wie lang soll ich noch bei euch aushalten und euch ertragen? Bringt den Jungen her!«

9,19
Num 14,27
Dtn 32,520
Jes 65,2

20Sie brachten ihn zu Jesus. Sobald der böse Geist Jesus erblickte, zerrte er das Kind hin und her; es fiel hin und wälzte sich mit Schaum vor dem Mund auf der Erde.

21»Wie lange hat er das schon?«, fragte Jesus.

»Von klein auf«, sagte der Vater, 22»und oft hat der böse Geist ihn auch schon ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Hab doch Erbarmen mit uns und hilf uns, wenn du kannst!«

23»Was heißt hier: ›Wenn du kannst‹?«, sagte Jesus. »Wer Gott vertraut, dem ist alles möglich.«

9,23
Ijob 42,2

24Da rief der Vater: »Ich vertraue ihm ja – und kann es doch nicht! Hilf mir vertrauen!«

25Jesus sah, dass immer mehr Leute zusammenliefen; da sagte er drohend zu dem bösen Geist: »Du stummer und tauber Geist, ich befehle dir: Fahr aus aus diesem Kind und komm nie wieder zurück!«

26Der Geist schrie anhaltend und zerrte den Jungen wie wild hin und her, dann fuhr er aus ihm aus. Der Junge lag wie leblos am Boden, sodass die Leute schon sagten: »Er ist tot.« 27Aber Jesus nahm ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf.

9,27
5,41

28Als Jesus später im Haus war, fragten ihn seine Jünger: »Warum konnten wir den bösen Geist nicht austreiben?«

29Er gab ihnen zur Antwort: »Nur durch Gebet9,29 Viele Handschriften fügen ein: und Fasten. können solche Geister ausgetrieben werden.«

Jesus kündigt zum zweiten Mal seinen Tod an

(Mt 17,22-23; Lk 9,43-45)

30Sie gingen von dort weiter und zogen durch Galiläa. Jesus wollte nicht, dass es bekannt wurde,

9,30-32
8,31
31denn ihm lag daran, seinen Jüngern zu erklären, was ihm bevorstand.

Er sagte zu ihnen: »Der Menschensohn wird nach dem Willen Gottes an die Menschen ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten. Doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.«

32Die Jünger wussten mit dem, was Jesus da sagte, nichts anzufangen; aber sie scheuten sich, ihn zu fragen.

Wer ist der Größte?

(Mt 18,1-5; Lk 9,46-48)

33Sie kamen nach Kafarnaum. Im Haus angelangt,9,33 Vgl. 2,1 und die Anmerkung dort. fragte Jesus seine Jünger: »Worüber habt ihr euch unterwegs gestritten?«

9,33-34
Lk 22,24

34Sie schwiegen, denn sie hatten sich gestritten, wer von ihnen wohl der Größte wäre.

35Da setzte Jesus sich hin, rief die Zwölf zu sich und sagte zu ihnen: »Wer der Erste sein will, der muss der Letzte von allen werden und allen anderen dienen!«

9,35
10,43-44

36Und er winkte ein Kind heran, stellte es in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: 37»Wer in meinem Namen solch ein Kind aufnimmt, nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, nimmt nicht nur mich auf, sondern gleichzeitig den, der mich gesandt hat.«

9,37
Mt 10,40Joh 13,20

Wer nicht gegen uns ist, ist für uns

(Lk 9,49-50; Mt 10,42)

38Johannes sagte zu Jesus: »Lehrer, wir haben da einen Mann gesehen, der hat deinen Namen dazu benutzt, böse Geister auszutreiben. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er nicht zu uns gehört.«

39»Lass ihn doch!«, sagte Jesus. »Wer meinen Namen gebraucht, um Wunder zu tun, kann nicht im nächsten Augenblick schlecht von mir reden. 40Wer nicht gegen uns ist, ist für uns!

9,40
Mt 12,30

41Wer euch nur einen Schluck Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – ich versichere euch, ein solcher Mensch wird ganz gewiss seinen Lohn erhalten!«

Warnung vor jeder Art von Verführung

(Mt 18,6-9; Lk 17,1-2)

42»Wer einen dieser kleinen, unbedeutenden Menschen, die mir vertrauen, an mir irrewerden lässt, der käme noch gut weg, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

43Wenn deine Hand dich zur Sünde verführt, dann hau sie ab! Es ist besser für dich, mit nur einer Hand ewig bei Gott zu leben, als mit beiden Händen in die Hölle zu kommen, in das Feuer, das nie ausgeht.9,43 Einige Handschriften fügen hinzu (Vers 44): wo die Qual nicht aufhört und das Feuer nicht ausgeht (vgl. Vers 48).

9,43
Mt 5,30

45Und wenn dein Fuß dich zur Sünde verführt, dann hau ihn ab! Es ist besser für dich, mit nur einem Fuß ewig bei Gott zu leben, als mit beiden Füßen in die Hölle geworfen zu werden.9,45 Einige Handschriften fügen hinzu (Vers 46): wo die Qual nicht aufhört und das Feuer nicht ausgeht (vgl. Vers 48).

47Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführt, dann reiß es aus! Es ist besser für dich, mit nur einem Auge in die neue Welt Gottes9,47 Wörtlich in die Königsherrschaft Gottes. zu kommen, als mit beiden Augen in die Hölle geworfen zu werden,

9,47
Mt 5,29
48wo die Qual nicht aufhört und das Feuer nicht ausgeht.«
9,48
Jes 66,24

Ein ernstes Wort an die Jünger

(Mt 5,13; Lk 14,34-35)

49»Zu jeder Opfergabe gehört das Salz und zu jedem von euch das Feuer des Leidens, das euch reinigt und bewahrt.9,49 Wörtlich Jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Die Deutung ist unsicher; die meisten Ausleger sehen das Wort im Zusammenhang mit Lev 2,13; Ez 43,24. Zu Feuer vgl. Lk 12,49-53 und 1 Petr 1,6-7.

9,49
Lev 2,13

50Salz ist etwas Gutes; wenn es aber seine Kraft verliert, wodurch wollt ihr sie ihm wiedergeben? Zeigt, dass ihr die Kraft des Salzes in euch habt: Haltet Frieden untereinander!«

9,50 (Frieden)
Lk 2,14
1 Thess 5,13
1 Kor 7,15

10

Jesus bricht auf nach Judäa

(Mt 19,1-2)

101Dann brach Jesus von dort auf und zog nach Judäa und in das Gebiet auf der anderen Seite des Jordans. Auch dort versammelten sich viele Menschen bei ihm, und wie immer sprach er zu ihnen.

Über die Ehescheidung

(Mt 19,3-12)

2Da kamen einige Pharisäer und versuchten, ihm eine Falle zu stellen. Sie fragten ihn: »Ist es einem Mann erlaubt, seine Frau wegzuschicken?«

3Jesus antwortete mit der Gegenfrage: »Was hat Mose euch denn für eine Vorschrift gegeben?«

10,3-4
Dtn 24,1

4Sie erwiderten: »Mose hat erlaubt, dass ein Mann seiner Frau eine Scheidungsurkunde ausstellen und sie dann wegschicken kann.«

5Da sagte Jesus: »Mose hat euch diese Vorschrift nur gegeben, weil ihr euer Herz gegen Gott verhärtet habt – und damit eure Hartherzigkeit ans Licht kommt.10,5 weil ihr ...: wörtlich auf eure Hartherzigkeit hin. Zu Hartherzigkeit siehe Sacherklärung »Scheidungsurkunde«.

6Gott hat am Anfang den Menschen als Mann und Frau geschaffen.

10,6
Gen 1,27
7Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben.
10,7-8
zit
8Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. 9Und was Gott zusammengefügt hat, das sollen Menschen nicht scheiden.«

10Als sie dann im Haus waren, baten die Jünger Jesus wieder um eine Erklärung, 11und er sagte zu ihnen: »Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch gegenüber seiner ersten Frau.

10,11-12
Mt 5,32
12Und auch umgekehrt: Eine Frau, die sich von ihrem Mann trennt und einen andern heiratet, begeht Ehebruch.«

Jesus und die Kinder

(Mt 19,13-15; Lk 18,15-17)

13Einige Leute wollten ihre Kinder zu Jesus bringen, damit er sie berühre; aber seine Jünger fuhren sie an und wollten sie wegschicken.

14Als Jesus es bemerkte, wurde er zornig und sagte zu den Jüngern: »Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran; denn für Menschen wie sie steht Gottes neue Welt10,14 Gottes neue Welt: wörtlich die Königsherrschaft Gottes; ebenso in Vers 15. offen. 15Ich versichere euch: Wer sich Gottes neue Welt nicht schenken lässt wie ein Kind, wird niemals hineinkommen.«

10,15
Mt 18,3

16Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Die Gefahr des Reichtums

(Mt 19,16-26; Lk 18,18-27)

17Als Jesus weitergehen wollte, kam ein Mann zu ihm gelaufen, warf sich vor ihm auf die Knie und fragte: »Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?«

18Jesus antwortete: »Warum nennst du mich gut? Nur einer ist gut: Gott! 19Und seine Gebote kennst du doch: Du sollst nicht morden, nicht die Ehe brechen, nicht stehlen, nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen, niemand berauben; ehre deinen Vater und deine Mutter!«

10,19
Ex 20,12-16

20»Lehrer«, erwiderte der Mann, »diese Gebote habe ich von Jugend an alle befolgt.«

21Jesus sah ihn an; er gewann ihn lieb10,21 gewann ihn lieb: Das griechische Wort kann hier auch eine konkrete Äußerung der Liebe bedeuten: er umarmte/küsste/liebkoste ihn. und sagte zu ihm: »Eines fehlt dir: Geh, verkauf alles, was du hast, und gib das Geld den Armen, so wirst du bei Gott einen unverlierbaren Besitz haben. Und dann komm und folge mir!«

10,21
Mt 19,21

22Der Mann war enttäuscht über das, was Jesus ihm sagte, und ging traurig weg; denn er hatte großen Grundbesitz.

10,22
Ps 62,11

23Jesus sah seine Jünger der Reihe nach an und sagte: »Wie schwer haben es doch die Besitzenden, in die neue Welt Gottes10,23 Wörtlich in die Königsherrschaft Gottes; ebenso in Vers 25. zu kommen!«

24Die Jünger erschraken über seine Worte, aber Jesus sagte noch einmal: »Ja, Kinder, es ist sehr schwer, dort hineinzukommen! 25Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes neue Welt.«

26Da gerieten die Jünger völlig außer sich. »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«, fragten sie einander.

27Jesus sah sie an und sagte: »Wenn es auf die Menschen ankommt, ist es unmöglich, aber nicht, wenn es auf Gott ankommt. Für Gott ist alles möglich.«

10,27
Ijob 42,2

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

(Mt 19,27-30; Lk 18,28-30)

28Da sagte Petrus zu Jesus: »Du weißt, wir haben alles stehen und liegen lassen und sind dir gefolgt.«

29Jesus antwortete: »Ich versichere euch: Niemand bleibt unbelohnt, der um meinetwillen und um die Gute Nachricht weiterzusagen etwas aufgibt. Wer dafür irgendetwas zurücklässt – Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Felder –,

10,29
Mt 10,37
30wird das Zurückgelassene hundertfach neu bekommen: zunächst noch in dieser Welt Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Felder, wenn auch mitten in Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

31Aber viele, die jetzt vorn sind, werden dann am Schluss stehen, und viele, die jetzt die Letzten sind, werden schließlich die Ersten sein.«

10,31
Mt 20,16

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

(Mt 20,17-19; Lk 18,31-34)

32Sie waren unterwegs nach Jerusalem; Jesus ging ihnen voran. Alle, die dabei waren, wunderten sich; die Jünger aber hatten Angst.

Wieder nahm Jesus die Zwölf beiseite und machte ihnen klar, was bald mit ihm geschehen werde.

10,32-34
8,31
33»Hört zu!«, sagte er. »Wir gehen jetzt nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn nach dem Willen Gottes den führenden Priestern und den Gesetzeslehrern ausgeliefert werden. Sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Fremden übergeben, die Gott nicht kennen.10,33 den Fremden, die Gott nicht kennen: wörtlich den Nichtjuden; herkömmliche Übersetzung Heiden. 34Die werden ihren Spott mit ihm treiben, ihn anspucken, auspeitschen und töten; doch nach drei Tagen wird er vom Tod auferstehen.«
10,34
15,15-20

Nicht herrschen, sondern dienen

(Mt 20,20-28; Lk 22,24-27)

35Da gingen Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus, zu Jesus hin und sagten zu ihm: »Lehrer, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst!«

36»Was möchtet ihr denn?«, fragte sie Jesus. »Was soll ich für euch tun?«

37Sie sagten: »Wir möchten, dass du uns rechts und links neben dir sitzen lässt, wenn du deine Herrschaft angetreten hast!«

38Jesus sagte zu ihnen: »Ihr wisst nicht, was ihr da verlangt! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? Könnt ihr die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?«10,38 Kelch und Taufe sind Bilder für das Todesleiden, das Jesus auf sich nehmen muss; zu Kelch vgl. Anmerkung zu 14,36.

10,38
Lk 12,50
Mk 14,36Joh 18,11

39»Das können wir!«, sagten sie.

Jesus erwiderte: »Ihr werdet tatsächlich den gleichen Kelch trinken wie ich und mit der Taufe getauft werden, die mir bevorsteht.

10,39
Apg 12,2
40Aber ich kann nicht darüber verfügen, wer rechts und links neben mir sitzen wird. Auf diesen Plätzen werden die sitzen, die Gott dafür bestimmt hat.«

41Die anderen zehn hatten das Gespräch mit angehört und ärgerten sich über Jakobus und Johannes. 42Da rief Jesus alle zwölf zu sich her und sagte: »Ihr wisst: Die Herrscher der Völker, ihre Großen, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. 43Bei euch muss es anders sein! Wer von euch groß sein will, soll euer Diener sein,

10,43-44
Mt 23,11
44und wer der Erste sein will, soll allen anderen Sklavendienste leisten.

45Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben.«

10,45
Jes 53,12
1 Kor 6,20
7,23
Gal 1,4
1 Petr 1,18-19

Jesus heilt einen Blinden

(Mt 20,29-34; Lk 18,35-43)

46Sie kamen nach Jericho. Als Jesus die Stadt wieder verließ, gefolgt von seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge, saß da am Straßenrand ein Blinder und bettelte. Es war Bartimäus, der Sohn von Timäus.

47Als er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, der da vorbeikam, fing er an, laut zu rufen: »Jesus, Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!«

10,47-48
Mt 20,30-31

48Viele fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!«

49Da blieb Jesus stehen und sagte: »Ruft ihn her!«

Einige liefen zu dem Blinden hin und sagten zu ihm: »Fasse Mut, steh auf! Jesus ruft dich!«

50Da warf der Blinde seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus.

51»Was willst du?«, fragte Jesus. »Was soll ich für dich tun?«

Der Blinde sagte: »Rabbuni, ich möchte wieder sehen können!«

52Jesus antwortete: »Geh nur, dein Vertrauen hat dir geholfen!«

Im gleichen Augenblick konnte er sehen und folgte Jesus auf seinem Weg.

10,52
Lk 7,50