Gute Nachricht Bibel (GNB)
6

Falsche und wahre Frömmigkeit ...

61»Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen! Denn dann habt ihr keinen Lohn mehr von eurem Vater im Himmel zu erwarten.«

6,1
23,5

... beim Spenden für Bedürftige

2»Wenn du also einem Bedürftigen etwas spendest, dann häng es nicht an die große Glocke! Benimm dich nicht wie die Scheinheiligen in den Synagogen und auf den Straßen. Sie wollen nur von den Menschen geehrt werden. Ich versichere euch: Sie haben ihren Lohn bereits bekommen.

3Wenn du also etwas spendest, dann tu es so unauffällig, dass deine linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. 4Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.«

... beim Beten

(Lk 11,2-4; Mk 11,25-26)

5»Wenn ihr betet, dann tut es nicht wie die Scheinheiligen! Sie beten gern öffentlich in den Synagogen und an den Straßenecken, damit sie von allen gesehen werden. Ich versichere euch: Sie haben ihren Lohn bereits bekommen.

6Wenn du beten willst, dann geh in dein Zimmer, schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.

7Wenn ihr betet, dann leiert nicht Gebetsworte herunter wie die Heiden. Sie meinen, sie könnten bei Gott etwas erreichen, wenn sie viele Worte machen. 8Ihr sollt es anders halten. Euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.

6,8
6,32
9So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel!

Mach deinen Namen groß in der Welt.

6,9
Ez 36,23

10Komm und richte deine Herrschaft auf.

Verschaff deinem Willen Geltung,

auf der Erde genauso wie im Himmel.

6,10 (Herrschaft)
4,17

11Gib uns, was wir heute zum Leben brauchen.

6,11
6,24-34

12Vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir allen vergeben haben,

die an uns schuldig geworden sind.

6,12
Sir 28,2

13Lass uns nicht in die Gefahr kommen,

dir untreu zu werden,

sondern rette uns aus der Gewalt des Bösen.6,13 Spätere Handschriften fügen noch einen abschließenden Lobspruch hinzu, der in Anlehnung an 1 Chr 29,10-11 gestaltet ist: Dir gehört die Herrschaft und Macht und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Im Gottesdienst ist heute für das Gebet des Herrn folgende ökumenische Fassung gebräuchlich: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. (Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.)

6,13 (Gefahr)
10,16-25
24,3-28

14Wenn ihr den andern vergebt, was sie euch angetan haben, dann wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben.
6,14-15
5,24
Mk 11,25
Lk 6,37
6,14
Sir 28,2
Eph 4,32
15Wenn ihr aber den andern nicht vergebt, dann wird euer Vater euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«
6,15
18,35

... beim Fasten

16»Wenn ihr fastet, dann setzt keine Leidensmiene auf wie die Scheinheiligen. Sie machen ein saures Gesicht, damit alle Welt merkt, dass sie fasten. Ich versichere euch: Sie haben ihren Lohn bereits bekommen.

6,16-17 (fasten)
4,29,14-15Lk 2,37
18,12
Apg 13,2-3
14,23
2 Kor 6,5
Jes 58,5

17Wenn du fasten willst, dann wasche dein Gesicht und kämme dich, 18damit niemand es merkt als nur dein Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.«

Das Verhältnis zum Besitz

(Lk 12,33-34; 11,34-36)

19»Sammelt keine Schätze hier auf der Erde! Denn ihr müsst damit rechnen, dass Motten und Rost sie zerfressen oder Einbrecher sie stehlen.

6,19
Jak 5,2-3
20Sammelt lieber Schätze bei Gott. Dort werden sie nicht von Motten und Rost zerfressen und können auch nicht von Einbrechern gestohlen werden.
6,20
Lk 12,33
21Denn euer Herz wird immer dort sein, wo ihr eure Schätze habt.

22Aus dem Auge leuchtet das Innere des Menschen: Wenn dein Auge klar blickt, ist deine ganze Erscheinung hell; 23wenn dein Auge durch Neid oder Habgier getrübt ist,6,23 Wörtlich wenn aber dein Auge böse ist; siehe Sacherklärung »Bergpredigt (4)«. ist deine ganze Erscheinung finster. – Wie groß muss diese Finsternis sein, wenn statt des Lichtes in dir nur Dunkelheit ist!«

Ungeteilter Dienst

(Lk 16,13; 12,22-31)

24»Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. Er wird den einen vernachlässigen und den andern bevorzugen. Er wird dem einen treu sein und den andern hintergehen. Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.6,24 Geld: Im griechischen Text steht Mamon; siehe Sacherklärung »Mam(m)on«.

6,24-34
6,11

25Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung!

6,25
Phil 4,6

26Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel!

6,26
10,29-31

27Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um einen Tag verlängern?

28Und warum macht ihr euch Sorgen um das, was ihr anziehen sollt? Seht, wie die Blumen auf den Feldern wachsen! Sie arbeiten nicht und machen sich keine Kleider, 29doch ich sage euch: Nicht einmal Salomo bei all seinem Reichtum war so prächtig gekleidet wie irgendeine von ihnen.

6,29
1 Kön 10,1-25
30Wenn Gott sogar die Feldblumen so ausstattet, die heute blühen und morgen verbrannt werden, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern? Habt ihr so wenig Vertrauen?
6,30
14,31

31Also macht euch keine Sorgen! Fragt nicht: ›Was sollen wir essen?‹ ›Was sollen wir trinken?‹ ›Was sollen wir anziehen?‹ 32Mit all dem plagen sich Menschen, die Gott nicht kennen.6,32 Menschen, die ...: wörtlich die Menschen der nicht jüdischen Völker; herkömmliche Übersetzung Heiden. Euer Vater im Himmel weiß, dass ihr all das braucht.

6,32
6,8
33Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.
6,33
1 Kön 3,11-14

34Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.«

6,34
Ex 16,419-20

7

Nicht verurteilen

(Lk 6,37-38.41-42)

71»Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt!

7,1
Jak 4,11-12
1 Kor 4,5
2Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei anderen anlegt.
7,2
Mk 4,24
Röm 2,1
14,10-12

3Warum kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders oder deiner Schwester7,3 Wörtlich deines Bruders; ebenso in Vers 4. Siehe Sacherklärung »Bruder«. und bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen? 4Wie kannst du zu deinem Bruder oder deiner Schwester sagen: ›Komm her, ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen‹, wenn du selbst einen ganzen Balken im Auge hast? 5Scheinheilig bist du! Zieh doch erst den Balken aus deinem eigenen Auge, dann kannst du dich um den Splitter in einem anderen Auge kümmern!«

Vorsicht ist erlaubt und geboten

6»Gebt das Heilige, das euch anvertraut ist, nicht den Hunden! Und eure Perlen werft nicht den Schweinen vor! Die trampeln doch nur darauf herum, und dann wenden sie sich gegen euch und reißen euch in Stücke.«

Voll Vertrauen zu Gott beten

(Lk 11,9-13)

7»Bittet und ihr werdet bekommen! Sucht und ihr werdet finden! Klopft an und es wird euch geöffnet!

7,7
Jer 29,13-14
Mt 18,19
21,22Jak 1,5
Joh 15,16
8Denn wer bittet, der bekommt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

9Wer von euch würde seinem Kind einen Stein geben, wenn es um Brot bittet? 10Oder eine Schlange, wenn es um Fisch bittet? 11So schlecht ihr auch seid, ihr wisst doch, was euren Kindern guttut, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten.«

7,11
Jak 1,17

Eine einfache Grundregel

(Lk 6,31)

12»Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.«

7,12
5,17
Röm 13,8-10
Gal 5,14

Abschließende Mahnung

(Lk 13,24)

13»Geht durch das enge Tor! Denn das Tor zum Verderben ist breit und ebenso die Straße, die dorthin führt. Viele sind auf ihr unterwegs.

7,13-14
Lk 13,24
14Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dorthin schmal. Nur wenige finden ihn.«
7,14
Apg 14,22

Warnung vor falschen Propheten

(Lk 6,43-44)

15»Hütet euch vor den falschen Propheten!7,15 Ihr Auftreten wird für die Zukunft angekündigt (siehe die Vergleichsstellen). In den frühen christlichen Gemeinden hat der Prophet eine wichtige Aufgabe; siehe Sacherklärung »Prophet (3)«. Sie sehen zwar aus wie Schafe, die zur Herde gehören, in Wirklichkeit sind sie Wölfe, die auf Raub aus sind.

7,15 (falsche Propheten)
Dtn 13,2-4
Jer 14,13-15
Mt 24,1124Apg 20,29
2 Kor 11,13-15
2 Petr 2,1
1 Joh 4,1

16An ihren Taten sind sie zu erkennen. Von Dornengestrüpp lassen sich keine Weintrauben pflücken und von Disteln keine Feigen.

7,16-18
12,33
7,16
Jak 3,12
17Ein gesunder Baum trägt gute Früchte und ein kranker Baum schlechte.
7,17
Gal 5,19-23
18Unmöglich kann ein gesunder Baum schlechte Früchte tragen und ein kranker gute. 19Jeder Baum, der keine guten Früchte trägt, wird umgehauen und verbrannt werden.
7,19
3,10Joh 15,26

20An ihren Taten also könnt ihr die falschen Propheten erkennen.«

Warnung vor Selbsttäuschung

(Lk 6,46; 13,26-27)

21»Nicht alle, die zu mir sagen ›Herr, Herr‹, werden in Gottes neue Welt7,21 Wörtlich in die Königsherrschaft der Himmel. kommen, sondern nur die, die auch tun, was mein Vater im Himmel will.

7,21
6,10

22Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen: ›Herr, Herr! In deinem Namen haben wir prophetische Weisungen verkündet, in deinem Namen haben wir böse Geister ausgetrieben und viele Wunder getan.‹ 23Und trotzdem werde ich das Urteil sprechen: ›Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt versäumt, nach Gottes Willen zu leben; geht mir aus den Augen!‹«

7,23
25,12
2 Tim 2,19

Das Gleichnis vom Hausbau

(Lk 6,47-49)

24»Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute.

7,24-27
7,21
25Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein, weil es auf Fels gebaut war.

26Wer dagegen diese meine Worte hört und sich nicht nach ihnen richtet, wird am Ende wie ein Dummkopf dastehen, der sein Haus auf Sand baute. 27Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten, der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, fiel es in sich zusammen und alles lag in Trümmern.«

Die Wirkung der Bergpredigt

28Als Jesus seine Rede beendet hatte, waren alle von seinen Worten tief beeindruckt.

7,28-29
Mk 1,22
29Denn er lehrte wie einer, der Vollmacht von Gott hat – ganz anders als ihre Gesetzeslehrer.

8

JESUS VOLLBRINGT WUNDER

(8,1–9,34)

Jesus heilt einen Aussätzigen

(Mk 1,40-45; Lk 5,12-16)

81Jesus stieg vom Berg herab und zog weiter. Eine große Menschenmenge folgte ihm. 2Da kam ein Aussätziger zu ihm, warf sich vor ihm nieder und sagte: »Herr, wenn du willst, kannst du mich gesund8,2 Wörtlich rein; ebenso in Vers 3 (auch für geheilt). machen!«

3Jesus streckte die Hand aus und berührte ihn. »Ich will«, sagte er, »sei gesund!« Im selben Augenblick war der Kranke von seinem Aussatz geheilt.

4Jesus befahl ihm: »Sieh zu, dass du niemand etwas sagst, sondern geh zum Priester, lass dir von ihm deine Heilung bestätigen und bring das Opfer, das Mose vorgeschrieben hat. Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.«8,4 Die Verantwortlichen ...: wörtlich ihnen zur Bezeugung; siehe Anmerkung zu Mk 1,44.

8,4
Lev 14,2-32
Mk 5,43
Lk 17,14

Der Hauptmann von Kafarnaum

(Lk 7,1-10; 13,28-29; Joh 4,46-53)

5Jesus kam nach Kafarnaum. Da trat ein Hauptmann, ein Nichtjude,8,5 ein Nichtjude: verdeutlichender Zusatz; ebenso einem Juden in Vers 8. an ihn heran und bat ihn um Hilfe: 6»Herr«, sagte er, »mein Diener liegt gelähmt bei mir zu Hause und hat furchtbare Schmerzen!«

7Jesus fragte ihn: »Soll ich etwa kommen und ihn gesund machen?«

8Der Hauptmann erwiderte: »Herr, ich weiß, dass ich dir, einem Juden, nicht zumuten kann, mein Haus zu betreten. Aber sag nur ein Wort und mein Diener wird gesund. 9Auch ich unterstehe höherem Befehl und kann meinen Soldaten Befehle erteilen. Wenn ich zu einem sage: ›Geh!‹, dann geht er; wenn ich zu einem andern sage: ›Komm!‹, dann kommt er; und wenn ich meinem Diener befehle: ›Tu das!‹, dann tut er’s.«

10Als Jesus das hörte, war er erstaunt und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: »Wahrhaftig, solch ein Vertrauen habe ich in Israel nirgends gefunden! 11Doch ich sage euch: Viele werden kommen, aus Ost und West, und zusammen mit Abraham, Isaak und Jakob in Gottes neuer Welt8,11 Wörtlich in der Königsherrschaft der Himmel. zu Tisch sitzen.

8,11
Jes 25,6
12Aber die Menschen, die bis jetzt das Anrecht darauf hatten, werden in die Dunkelheit hinausgestoßen. Dort gibt es nur noch Jammern und Zähneknirschen.«
8,12
13,4250
22,13
24,51
25,30

13Dann sagte Jesus zu dem Hauptmann: »Geh nach Hause! Wie du es im Vertrauen von mir erwartet hast, soll es geschehen.«

Zur selben Stunde wurde sein Diener gesund.

8,13
9,29
15,28
9,22Lk 7,50

Jesus heilt die Schwiegermutter von Petrus und viele andere Kranke

(Mk 1,29-34; Lk 4,38-41)

14Jesus ging in das Haus von Petrus und fand dort dessen Schwiegermutter mit Fieber im Bett.

8,14
1 Kor 9,5
15Er berührte ihre Hand; da verließ sie das Fieber, und sie stand auf und bewirtete ihn.8,15 Wörtlich diente ihm; siehe Anmerkung zu Mk 1,31.

16Am Abend brachten die Leute viele Besessene zu Jesus. Mit seinem Wort trieb er die bösen Geister aus und heilte alle Kranken.

17Damit ging in Erfüllung, was Gott durch den Propheten Jesaja angekündigt hatte: »Er hat unsere Leiden von uns genommen und unsere Krankheiten weggeschafft.«8,17 Matthäus gibt dem Prophetenwort von Jes 53,4 eine überraschende Deutung.

Jüngerschaft ohne Wenn und Aber

(Lk 9,57-62)

18Als Jesus die vielen Menschen sah, die ihn umdrängten, befahl er seinen Jüngern, mit ihm auf die andere Seite des Sees hinüberzufahren.

19Da kam ein Gesetzeslehrer zu ihm und sagte: »Lehrer, ich bin bereit, dir zu folgen, ganz gleich, wohin du gehst!«

20Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.«

8,20
2 Kor 8,9

21Ein anderer, einer von den Jüngern, sagte zu Jesus: »Herr, erlaube mir, dass ich erst noch hingehe und meinen Vater begrabe.«

8,21-22 (folge mir)
4,204,229,919,21Lk 5,11
Joh 1,43
21,19-22

22Aber Jesus sagte zu ihm: »Komm, folge mir! Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben!«

Im Sturm auf die Probe gestellt

(Mk 4,35-41; Lk 8,22-25)

23Jesus stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. 24Als sie auf dem See waren, kam ein schwerer Sturm auf,8,24 Wörtlich entstand ein gewaltiges Beben im Meer. Matthäus verwendet hier dasselbe Wort (Erd-)Beben wie in 24,7; 27,51.54; 28,2 (vgl. ferner Offb 6,12; 16,18 usw.). Er deutet die Bedrohung der Jünger als ein endzeitliches Geschehen, in dem ihr Vertrauen zu Gott und zu Jesus sich bewähren muss. und die Wellen drohten das Boot unter sich zu begraben. Aber Jesus schlief.

25Die Jünger gingen zu ihm, weckten ihn und riefen: »Rette uns, Herr, wir gehen unter!«

26Jesus sagte zu ihnen: »Warum habt ihr solche Angst? Ihr habt zu wenig Vertrauen!« Dann stand er auf und sprach ein Machtwort zu dem Wind und den Wellen. Da wurde es ganz still.

8,26
Ps 89,10
Mt 14,30-32
14,31

27Die Leute aber fragten voller Staunen: »Was muss das für einer sein, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen!«

Die beiden Besessenen von Gadara

(Mk 5,1-20; Lk 8,26-39)

28Auf der anderen Seite des Sees kam Jesus in das Gebiet von Gadara. Dort liefen ihm zwei Männer aus den Grabhöhlen entgegen. Sie waren von bösen Geistern besessen und so gefährlich, dass niemand es wagte, jenen Weg zu benutzen.

29Sie fingen an zu schreien: »Was hast du bei uns zu suchen, du Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns schon vor der Zeit8,29 D.h. noch ehe Gott endgültig seine Herrschaft aufrichtet und alle dämonischen Mächte vernichtet (vgl. 12,28). zu quälen?«

8,29
Mk 3,11
1 Kor 15,24

30In der Ferne weidete eine große Schweineherde. 31Die bösen Geister in den beiden Männern baten Jesus: »Wenn du uns schon austreibst, dann schick uns doch in die Schweineherde!«

32»Geht!«, sagte Jesus; und die bösen Geister kamen aus den beiden heraus und fuhren in die Schweine. Da raste die ganze Herde das steile Ufer hinab in den See, und alle ertranken im Wasser.

33Die Schweinehirten liefen davon und erzählten in der Stadt, was sie erlebt hatten und dass die beiden Besessenen aus der Gewalt der bösen Geister befreit seien. 34Da zogen alle Leute hinaus, um Jesus zu begrüßen. Doch als sie ihn sahen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.