Gute Nachricht Bibel (GNB)
26

LEIDEN, TOD UND AUFERSTEHUNG VON JESUS

(Kapitel 26–28)

Der Beschluss, Jesus zu töten

(Mk 14,1-2; Lk 22,1-2; Joh 11,45-53)

261Als Jesus diese seine letzte Rede beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: 2»Wie ihr wisst, ist übermorgen das Passafest. Dann wird der Menschensohn ausgeliefert und ans Kreuz genagelt werden.«

26,2
Mk 8,31

3Da kamen die führenden Priester und die Ältesten des Volkes im Palast des Obersten Priesters Kajaphas zusammen.

26,3
Lk 3,2
Joh 11,49
18,1324
Apg 4,6
4Sie fassten den Beschluss, Jesus heimlich zu verhaften und umzubringen.
26,4-5
21,46

5»Aber auf keinen Fall darf es während des Festes geschehen«, sagten sie, »sonst gibt es einen Aufruhr im Volk.«

Eine Frau ehrt Jesus vor seinem Sterben

(Mk 14,3-9; Joh 12,1-8)

6Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast.

26,6-7
Lk 7,37-38
7Während des Essens trat eine Frau an Jesus heran. Sie hatte ein Fläschchen mit sehr wertvollem Salböl; das goss sie Jesus über den Kopf.

8Die Jünger sahen es und waren empört. »Was soll diese Verschwendung?«, sagten sie. 9»Dieses Öl hätte man teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können!«

10Jesus hörte das und sagte: »Warum bringt ihr die Frau in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. 11Arme wird es immer bei euch geben; aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch.

26,11
Dtn 15,11

12Sie hat dieses Salböl auf meinen Körper gegossen und hat ihn damit für das Begräbnis vorbereitet. 13Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.«

Judas wird zum Verräter

(Mk 14,10-11; Lk 22,3-6)

14Darauf ging Judas Iskariot, einer aus dem Kreis der Zwölf, zu den führenden Priestern

26,14-16
Joh 11,57
13,2
15und sagte: »Was gebt ihr mir, wenn ich ihn euch in die Hände spiele?«

Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.

26,15b
Sach 11,12
Ex 21,32

16Von da an suchte Judas eine günstige Gelegenheit, Jesus zu verraten.

Vorbereitungen zum Passamahl

(Mk 14,12-16; Lk 22,7-13)

17Am ersten Tag der Festwoche, während der ungesäuertes Brot gegessen wird, kamen die Jünger zu Jesus und fragten: »Wo sollen wir für dich das Passamahl vorbereiten?«

18Er antwortete: »Geht zu einem Mann in der Stadt – er nannte ihnen den Namen – und richtet ihm aus: ›Unser Lehrer sagt: Die Stunde meines Todes ist nah. Bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passamahl feiern.‹«

19Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit den Zwölf das Abschiedsmahl

(Mk 14,17-26; Lk 22,14-23)

20Als es Abend geworden war, setzte sich Jesus mit den Zwölf zu Tisch.

26,20-25
Joh 13,221-30
21Während der Mahlzeit sagte er: »Ich versichere euch: Einer von euch wird mich verraten.«

22Sie waren bestürzt, und einer nach dem andern fragte ihn: »Du meinst doch nicht mich, Herr?«

23Jesus antwortete: »Der soeben mit mir das Brot in die Schüssel getaucht hat, der ist es, der wird mich verraten.

26,23
Ps 41,10
24Der Menschensohn muss zwar sterben, wie es in den Heiligen Schriften angekündigt ist. Aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn verrät! Er wäre besser nie geboren worden!«
26,24
Jes 53,8-9
Lk 24,26-27
Mt 18,7

25Da fragte Judas, der ihn verraten wollte: »Du meinst doch nicht etwa mich, Rabbi?«

»Doch«, antwortete Jesus, »dich!«

26Während der Mahlzeit nahm Jesus ein Brot, sprach das Segensgebet darüber, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den Worten: »Nehmt und esst, das ist mein Leib!«

26,26-28
1 Kor 10,16
11,23-26

27Dann nahm er den Becher, sprach darüber das Dankgebet, gab ihnen auch den und sagte: »Trinkt alle daraus; 28das ist mein Blut, das für alle Menschen vergossen wird zur Vergebung ihrer Schuld. Mit ihm wird der Bund in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt.

26,28
Mk 14,24

29Ich sage euch: Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn neu mit euch trinken werde, wenn mein Vater sein Werk vollendet hat!«26,29 wenn mein Vater ...: wörtlich in der Königsherrschaft meines Vaters.

30Dann sangen sie die Dankpsalmen26,30 Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114 bis 118 gesungen. und gingen hinaus zum Ölberg.

26,30
Lk 22,39

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

(Mk 14,27-31)

31Unterwegs sagte Jesus zu ihnen: »Heute Nacht werdet ihr alle an mir irrewerden, denn es heißt: ›Ich werde den Hirten töten und die Schafe der Herde werden auseinanderlaufen.‹

26,31
nach
32Aber wenn ich vom Tod auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.«
26,32
28,71016

33Petrus widersprach ihm: »Selbst wenn alle andern an dir irrewerden – ich niemals!« 34Jesus antwortete: »Ich versichere dir: In dieser Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.«

26,34-35
Lk 22,34-35
Joh 13,36-38

35Da sagte Petrus: »Und wenn ich mit dir sterben müsste, ich werde dich ganz bestimmt nicht verleugnen!«

Das Gleiche sagten auch alle anderen Jünger.

Jesus betet im Garten Getsemani

(Mk 14,32-42; Lk 22,39-46)

36Dann kam Jesus mit seinen Jüngern zu einem Grundstück, das Getsemani hieß. Er sagte zu ihnen: »Setzt euch hier! Ich gehe dort hinüber, um zu beten.«

26,36-46
Lk 5,16
Hebr 5,7-8

37Petrus und die beiden Söhne von Zebedäus nahm er mit. Angst und tiefe Traurigkeit befielen ihn, 38und er sagte zu ihnen: »Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende. Bleibt hier und wacht mit mir!«

39Dann ging er noch ein paar Schritte weiter, warf sich nieder, das Gesicht zur Erde, und betete: »Mein Vater, wenn es möglich ist, erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen!26,39 erspare es mir ...: wörtlich dann gehe dieser Kelch an mir vorüber. Zu Kelch siehe Anmerkung zu Mk 10,38. Aber es soll geschehen, was du willst, nicht was ich will.«

26,39
20,22Joh 18,11
Hebr 10,9
Mt 6,10

40Dann kehrte er zu den Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: »Konntet ihr nicht eine einzige Stunde mit mir wach bleiben? 41Bleibt wach und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt. Der Geist in euch ist willig, aber eure menschliche Natur ist schwach.«26,41 eure menschliche Natur: wörtlich das Fleisch.

26,41
Eph 6,18
1 Petr 5,8
Mt 6,13

42Noch einmal ging Jesus weg und betete: »Mein Vater, wenn es nicht anders sein kann und ich diesen Kelch trinken muss, dann geschehe dein Wille!«

26,42
Mt 6,10

43Als er zurückkam, schliefen sie wieder; die Augen waren ihnen zugefallen.

44Zum dritten Mal ging Jesus ein Stück weit weg und betete noch einmal mit den gleichen Worten.

26,44
2 Kor 12,8
45Als er dann zu den Jüngern zurückkam, sagte er: »Schlaft ihr denn immer noch und ruht euch aus? Die Stunde ist da; jetzt wird der Menschensohn an die Menschen, die Sünder, ausgeliefert.
26,45
Joh 12,23
13,1
17,1
46Steht auf, wir wollen gehen. Er ist schon da, der mich verrät!«

Jesus wird verhaftet

(Mk 14,43-50; Lk 22,47-53; Joh 18,3-12)

47Noch während Jesus das sagte, kam Judas, einer der Zwölf, mit einem großen Trupp von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Sie waren von den führenden Priestern und den Ältesten des Volkes geschickt worden.

48Der Verräter hatte mit ihnen ein Erkennungszeichen ausgemacht: »Wem ich einen Begrüßungskuss gebe, der ist es. Den nehmt fest!«

49Judas ging sogleich auf Jesus zu und sagte: »Sei gegrüßt, Rabbi!«, und er küsste ihn so, dass alle es sehen konnten.

50Jesus sagte zu ihm: »Freund, komm zur Sache!« Darauf traten die Bewaffneten heran, packten Jesus und nahmen ihn fest.

51Einer von den Jüngern zog sein Schwert, hieb auf den Bevollmächtigten des Obersten Priesters ein und schlug ihm ein Ohr ab. 52Aber Jesus befahl ihm: »Steck dein Schwert weg; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.

26,52
Gen 9,5-6
53Weißt du nicht, dass ich nur meinen Vater um Hilfe zu bitten brauche, und er schickt mir sofort mehr als zwölf Legionen Engel? 54Aber wie soll sich dann erfüllen, was in den Heiligen Schriften angekündigt ist? Es muss doch so kommen!«

55In jener Stunde sagte Jesus zu denen, die ihn festgenommen hatten: »Warum rückt ihr hier mit Schwertern und Knüppeln an, um mich gefangen zu nehmen? Bin ich denn ein Verbrecher? Täglich saß ich im Tempel und lehrte die Menschen; da habt ihr mich nicht festgenommen. 56Aber das alles ist so gekommen, damit in Erfüllung geht, was die Propheten in ihren Schriften angekündigt haben.«

Da verließen ihn alle seine Jünger und flohen.

26,56 (angekündigt)
Lk 24,44

Jesus vor dem jüdischen Rat

(Mk 14,53-65; Lk 22,54-55.63-71; Joh 18,12-14.19-24)

57Die Männer, die Jesus verhaftet hatten, brachten ihn zum Obersten Priester Kajaphas, wo schon die Gesetzeslehrer und Ratsältesten versammelt waren. 58Petrus folgte Jesus in weitem Abstand und kam bis in den Innenhof des Palastes. Dort setzte er sich zu den Dienern, um zu sehen, wie die Sache ausgehen würde.

59Die führenden Priester und der ganze Rat versuchten, Jesus durch falsche Zeugenaussagen zu belasten, damit sie ihn zum Tod verurteilen könnten. 60Aber das gelang nicht, obwohl eine ganze Reihe von Zeugen auftrat. Schließlich kamen zwei 61und sagten: »Dieser Mann hat behauptet: ›Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen!‹«

26,61
Joh 2,19

62Da stand der Oberste Priester auf und fragte Jesus: »Hast du nichts zu sagen zu dem, was diese beiden gegen dich vorbringen?«

63Aber Jesus schwieg.

Der Oberste Priester sagte: »Ich nehme von dir einen Eid bei dem lebendigen Gott und fordere dich auf, uns zu sagen: Bist du Christus, der versprochene Retter,26,63 Wörtlich Bist du der Christus; entsprechend in Vers 68. der Sohn Gottes?«

26,63
Mk 14,61
15,39

64Jesus antwortete: »Ja! Aber ich sage euch, von jetzt an gilt: Ihr werdet den Menschensohn sehen, wie er an der rechten Seite des Allmächtigen sitzt und auf den Wolken des Himmels kommt!«

26,64
Mk 12,36
13,26

65Da zerriss der Oberste Priester sein Gewand und sagte: »Das ist eine Gotteslästerung! Was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt es selbst gehört, wie er Gott beleidigt hat.

26,65 (zerriss)
Joel 2,13
66Wie lautet euer Urteil?«

»Er hat den Tod verdient!«, riefen sie.

67Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Andere gaben ihm Ohrfeigen

26,67
Jes 50,6
53,5
Mt 27,30
68und höhnten: »He, Christus, du versprochener Retter, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wie heißt der, der dich gerade schlug?«
26,68
21,11

Petrus verleugnet Jesus

(Mk 14,66-72; Lk 22,56-62; Joh 18,15-18.25-27)

69Petrus saß noch immer draußen im Hof, als eine Dienerin auf ihn zukam und sagte: »Du warst doch auch mit Jesus aus Galiläa zusammen!«

70Petrus stritt es vor allen Leuten ab und sagte: »Ich weiß nicht, wovon du redest!«

71Dann ging er in die Torhalle hinaus. Dort sah ihn eine andere Dienerin und sagte zu denen, die herumstanden: »Der da war mit Jesus aus Nazaret26,71 Wörtlich mit Jesus, dem Nazoräer. zusammen!«

72Und wieder stritt Petrus es ab und schwor: »Ich kenne den Mann überhaupt nicht!«

73Kurz darauf traten die Umstehenden zu Petrus und sagten: »Natürlich gehörst du zu denen. Das merkt man doch schon an deiner Aussprache!«

74Petrus aber schwor: »Gott soll mich strafen, wenn ich lüge! Ich kenne den Mann nicht!«

In diesem Augenblick krähte ein Hahn, 75und Petrus erinnerte sich daran, dass Jesus zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.«

Da ging er hinaus und begann, bitter zu weinen.

26,75
26,34

27

Jesus wird an Pilatus ausgeliefert

(Mk 15,1; Lk 23,1; Joh 18,28)

271Früh am Morgen schließlich fassten die führenden Priester und die Ältesten des Volkes einmütig den Beschluss, Jesus hinrichten zu lassen. 2Sie ließen ihn fesseln; dann nahmen sie ihn mit und übergaben ihn dem römischen Statthalter Pilatus.

Judas bereut seinen Verrat und erhängt sich

(Apg 1,16-20)

3Als der Verräter Judas erfuhr, dass Jesus hingerichtet werden sollte, packte ihn die Reue und er brachte die dreißig Silberstücke zu den führenden Priestern und den Ratsältesten zurück.

27,3
26,15

4Er sagte zu ihnen: »Ich habe eine schwere Schuld auf mich geladen; ein Unschuldiger wird getötet und ich habe ihn verraten.«

»Was geht das uns an?«, antworteten sie. »Das ist deine Angelegenheit!«

5Da warf Judas das Geld in den Tempel, lief fort und erhängte sich.

6Die führenden Priester nahmen das Geld an sich und sagten: »An diesem Geld klebt Blut; es ist nach dem Gesetz verboten, solches Geld in den Tempelschatz zu tun.«

27,6
Dtn 23,19
7Sie berieten sich und beschlossen, davon den Töpferacker zu kaufen und als Friedhof für Ausländer zu benutzen. 8Noch heute heißt darum dieses Stück Land ›Blutacker‹.

9So ging in Erfüllung, was der Prophet Jeremia angekündigt hatte: »Sie nahmen die dreißig Silberstücke, die Summe, die er den Leuten von Israel wert war,

27,9-10
nach
27,9
Lk 23,47
Apg 3,14
10und kauften davon den Töpferacker, so wie es der Herr mir gesagt hatte.«

Jesus vor Pilatus

(Mk 15,2-5; Lk 23,2-5; Joh 18,29-38)

11Jesus stand vor dem Statthalter. Der fragte ihn: »Bist du der König der Juden?«

»Du sagst es!«, gab Jesus zur Antwort.

27,11 (König der Juden)
2,2
27,2927,3727,42Mk 15,912
Joh 1,49
12,13
18,3339
19,151921
12Aber als die führenden Priester und die Ratsältesten ihn beschuldigten, schwieg er.
27,12-14
Mk 14,61

13Darum fragte Pilatus ihn: »Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?«

14Aber Jesus gab ihm auf keine einzige Frage mehr eine Antwort. Darüber war der Statthalter sehr erstaunt.

Das Todesurteil

(Mk 15,6-15; Lk 23,13-25; Joh 18,39–19,16)

15Es war üblich, dass der römische Statthalter zum Passafest einen Gefangenen begnadigte, den das Volk bestimmen durfte. 16Damals gab es einen berüchtigten Gefangenen, der Jesus Barabbas hieß. 17Als nun die Volksmenge versammelt war, fragte Pilatus: »Wen soll ich euch freigeben: Jesus Barabbas oder Jesus, den angeblichen Retter?«27,17 den angeblichen Retter: wörtlich der Christus genannt wird. So auch in Vers 22 (eurem sogenannten Retter). 18Denn er wusste genau, dass man ihm Jesus nur aus Neid ausgeliefert hatte.

19Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ seine Frau ihm ausrichten: »Lass die Hände von diesem Gerechten! Seinetwegen hatte ich letzte Nacht einen schrecklichen Traum.«

27,19
Lk 23,47

20Inzwischen hatten die führenden Priester und die Ratsältesten das Volk überredet, es solle für Barabbas die Freilassung und für Jesus den Tod verlangen.

21Der Statthalter fragte noch einmal: »Wen von den beiden soll ich euch herausgeben?«

»Barabbas!«, schrien sie.

22»Und was soll ich mit Jesus machen, eurem sogenannten Retter?«, fragte Pilatus weiter.

»Kreuzigen!«, riefen alle.

23»Was hat er denn verbrochen?«, fragte Pilatus.

Aber sie schrien noch lauter: »Kreuzigen!«

24Als Pilatus merkte, dass seine Worte nichts ausrichteten und die Erregung der Menge nur noch größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich vor allen Leuten die Hände. Dabei sagte er: »Ich habe keine Schuld am Tod dieses Mannes. Das habt ihr zu verantworten!«

27,24
Dtn 21,6-8

25Das ganze Volk schrie: »Wenn er unschuldig ist, dann komme die Strafe für seinen Tod auf uns und unsere Kinder!«27,25 Wenn er ...: wörtlich Sein Blut komme auf uns ...; siehe Anmerkung zu Lev 20,9.

27,25
Jer 26,15
Apg 5,28
Mt 21,37-41
22,7

26Da ließ Pilatus ihnen Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus mit der Geißel auszupeitschen und zu kreuzigen.

27,26-31
20,19

Die Soldaten verspotten Jesus

(Mk 15,16-20; Joh 19,2-3)

27Die Soldaten des Statthalters brachten Jesus in den Palast27,27 Wörtlich in das Prätorium. und versammelten die ganze Mannschaft um ihn. 28Sie zogen ihm seine Kleider aus und hängten ihm einen roten Soldatenmantel um,

27,28
Lk 23,11
29flochten eine Krone aus Dornenzweigen und drückten sie ihm auf den Kopf. Sie gaben ihm einen Stock in seine rechte Hand, warfen sich vor ihm auf die Knie und machten sich über ihn lustig. »Hoch lebe der König der Juden!«, riefen sie.
27,29
27,11
30Dann spuckten sie ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihn damit auf den Kopf.
27,30
26,67

31Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Soldatenmantel ab, zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an und führten ihn hinaus, um ihn ans Kreuz zu nageln.

Jesus am Kreuz

(Mk 15,21-32; Lk 23,26-43; Joh 19,17-27)

32Unterwegs trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon. Den zwangen sie, für Jesus das Kreuz zu tragen.

33So kamen sie an die Stelle, die Golgota heißt, das bedeutet »Schädelplatz«. 34Dort gaben sie Jesus Wein mit einem Zusatz, der bitter war wie Galle; aber als er davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken.

27,34
Ps 69,22

35Sie nagelten ihn ans Kreuz und losten dann untereinander seine Kleider aus.

27,35
Ps 22,19
36Danach setzten sie sich hin und bewachten ihn. 37Über seinem Kopf hatten sie ein Schild angebracht, auf dem der Grund für seine Hinrichtung geschrieben stand: »Dies ist Jesus, der König der Juden!«
27,37
27,11

38Mit Jesus zusammen wurden zwei Verbrecher gekreuzigt, einer rechts und einer links von ihm.

27,38
Jes 53,12
39Die Leute, die vorbeikamen, schüttelten den Kopf und verhöhnten Jesus:
27,39
Ps 22,8
109,25
40»Du wolltest den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen! Wenn du Gottes Sohn bist, dann befrei dich doch und komm herunter vom Kreuz!«
27,40
Joh 2,19
Mk 15,39

41Genauso machten sich die führenden Priester und die Gesetzeslehrer und Ratsältesten über Jesus lustig. 42»Anderen hat er geholfen«, spotteten sie, »aber sich selbst kann er nicht helfen! Wenn er der König von Israel ist, soll er vom Kreuz herunterkommen, dann werden wir ihm glauben.

27,42
27,11
43Er hat doch auf Gott vertraut; der soll ihm jetzt helfen, wenn ihm etwas an ihm liegt. Er hat ja behauptet: ›Ich bin Gottes Sohn.‹«
27,43
Ps 22,9
Weish 2,16-20
Mk 15,39

44Genauso beschimpften ihn auch die beiden Verbrecher, die zusammen mit ihm gekreuzigt worden waren.

Jesus stirbt

(Mk 15,33-41; Lk 23,44-49; Joh 19,28-30)

45Um zwölf Uhr mittags verfinsterte sich der Himmel über dem ganzen Land. Das dauerte bis um drei Uhr.

27,45
Am 8,9
46Gegen drei Uhr schrie Jesus: »Eli, eli, lema sabachtani?« – das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«
27,46
zit

47Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: »Der ruft nach Elija!« 48Einer lief schnell nach einem Schwamm, tauchte ihn in Essig, steckte ihn auf eine Stange und wollte Jesus trinken lassen.

27,48
Ps 69,22
49Aber die anderen riefen: »Lass das! Wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft.«

50Doch Jesus schrie noch einmal laut auf und starb.

51Da zerriss der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel von oben bis unten. Die Erde bebte, Felsen spalteten sich

27,51
Ex 26,31-33
2 Chr 3,14
Hebr 10,19-20
52und Gräber brachen auf. Viele Tote aus dem Volk Gottes27,52 Wörtlich Viele Leiber der entschlafenen Heiligen. wurden auferweckt 53und verließen ihre Gräber. Später, als Jesus vom Tod auferweckt worden war, kamen sie in die Heilige Stadt und wurden dort von vielen Leuten gesehen.

54Als der römische Hauptmann und die Soldaten, die Jesus bewachten, das Erdbeben und alles andere miterlebten, erschraken sie sehr und sagten: »Er war wirklich Gottes Sohn!«

27,54
14,33
26,63
Mk 15,39

55Es waren auch viele Frauen da, die alles aus der Ferne beobachteten. Sie waren Jesus seit der Zeit seines Wirkens in Galiläa gefolgt und hatten für ihn gesorgt;

27,55-56
Lk 8,2-3
56darunter waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, sowie die Mutter der beiden Söhne von Zebedäus.

Jesus wird ins Grab gelegt

(Mk 15,42-47; Lk 23,50-56; Joh 19,38-42)

57Am Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa; er hieß Josef und war gleichfalls ein Jünger von Jesus geworden.

27,57-58
Dtn 21,22-23
58Er ging zu Pilatus und bat ihn, den Leichnam von Jesus freizugeben. Da befahl Pilatus, ihn auszuliefern.

59Josef nahm den Toten, wickelte ihn in ein neues Leinentuch 60und legte ihn in sein eigenes Grab, das in einen Felsen gehauen und noch unbenutzt war. Dann rollte er einen schweren Stein vor den Grabeingang und ging fort.

61Maria aus Magdala und die andere Maria blieben dort und setzten sich dem Grab gegenüber nieder.

Die Grabwache

62Am nächsten Tag – es war der Sabbat – kamen die führenden Priester und die Pharisäer miteinander zu Pilatus 63und sagten: »Herr, uns ist eingefallen, dass dieser Schwindler, als er noch lebte, behauptet hat: ›Nach drei Tagen werde ich vom Tod auferweckt werden.‹

27,63
12,40
64Gib deshalb Anweisung, das Grab bis zum dritten Tag zu bewachen! Sonst könnten seine Jünger kommen, die Leiche stehlen und dann dem Volk erzählen: ›Er ist vom Tod auferweckt worden.‹ Dieser letzte Betrug wäre dann noch schlimmer als alles andere vorher.«
27,64
28,13

65»Da habt ihr eine Wache«, sagte Pilatus. »Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt.«

66Sie gingen also zum Grab und versiegelten den Stein, der den Eingang zur Grabkammer verschloss. Die Wache half ihnen dabei und blieb am Grab zurück.

27,66
Dan 6,18

28

Die Frauen am leeren Grab

(Mk 16,1-8; Lk 24,1-12; Joh 20,1-18)

281Als der Sabbat vorüber und der Sonntag angebrochen war, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2Da bebte plötzlich die Erde, denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, rollte den Stein weg und setzte sich darauf. 3Er leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war schneeweiß. 4Als die Wächter ihn sahen, zitterten sie vor Angst und fielen wie tot zu Boden.

5Der Engel sagte zu den Frauen: »Ihr braucht keine Angst zu haben! Ich weiß, ihr sucht Jesus, der ans Kreuz genagelt wurde. 6Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden, so wie er es angekündigt hat. Kommt her und seht die Stelle, wo er gelegen hat!

28,6 (angekündigt)
12,40
16,2117,2320,19
7Und jetzt geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: ›Gott hat ihn vom Tod auferweckt! Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.‹ Ihr könnt euch auf mein Wort verlassen.«
28,7
26,32
Mk 14,28

8Erschrocken und doch voller Freude liefen die Frauen vom Grab weg. Sie gingen schnell zu den Jüngern, um ihnen die Botschaft des Engels zu überbringen.

9Da stand plötzlich Jesus selbst vor ihnen und sagte: »Seid gegrüßt!«

Die Frauen warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

10»Habt keine Angst!«, sagte Jesus zu ihnen. »Geht und sagt meinen Brüdern,28,10 Mit den Brüdern sind an dieser Stelle die Jünger gemeint. sie sollen nach Galiläa gehen. Dort werden sie mich sehen.«

28,10
12,50Joh 20,17

Der Bericht der Wache

11Während die Frauen noch auf dem Weg waren, liefen einige von den Wächtern in die Stadt und meldeten den führenden Priestern, was geschehen war. 12Diese fassten zusammen mit den Ratsältesten einen Beschluss: Sie gaben den Soldaten viel Geld 13und schärften ihnen ein: »Erzählt allen: ›In der Nacht, während wir schliefen, sind seine Jünger gekommen und haben den Toten gestohlen.‹

28,13
27,64
14Wenn der Statthalter von der Geschichte erfährt, werden wir mit ihm sprechen. Ihr habt nichts zu befürchten!«

15Die Wächter nahmen das Geld und taten, wie man sie gelehrt hatte. So kam diese Geschichte auf und wird bei den Juden bis heute weitererzählt.

Jesus zeigt sich seinen Jüngern

16Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, zu dem Jesus sie bestellt hatte.

28,16
5,1
26,32
17Als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder, doch einige hatten auch Zweifel.
28,17
14,31

18Jesus trat auf sie zu und sagte: »Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben.

28,18
Dan 7,13-14
Joh 3,35

19Darum geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen!28,19 macht zu Jüngern und Jüngerinnen: Im Griechischen steht ein Tätigkeitswort in die Schule nehmen/belehren. Es ist von dem Hauptwort Schüler/Jünger abgeleitet, hier aber sicher nicht nur auf männliche »Schüler/Jünger« zu beziehen.

Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

28,19 (alle Völker)
10,5-6
21,4143
24,14
Mk 16,15
Lk 24,47
20und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe.

Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.«

28,20a
5,2–7,27
11,28-30
28,20b
1,23
18,20