Gute Nachricht Bibel (GNB)
22

Das Gleichnis vom Hochzeitsfest. Das hochzeitliche Kleid

(Lk 14,16-24)

221Darauf erzählte ihnen Jesus noch ein weiteres Gleichnis:

2»Gott hat angefangen, seine Herrschaft aufzurichten, und er handelt wie jener König,22,2 Wörtlich Die Königsherrschaft der Himmel ist gleich geworden einem König. der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete:

22,2
9,15

3Er schickte seine Diener aus, um die geladenen Gäste zum Fest zu bitten; aber sie wollten nicht kommen.

4Darauf schickte er noch einmal andere Diener zu den Geladenen und ließ ihnen sagen: ›Hört! Ich habe mein Festessen vorbereitet, meine Ochsen und meine Mastkälber sind geschlachtet, alles steht bereit. Kommt zur Hochzeitsfeier!‹

5Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern gingen ihren Geschäften nach. Einer ging auf seine Felder, ein anderer in seinen Laden. 6Manche packten sogar die Diener des Königs, trieben ihren Spott mit ihnen und töteten sie.

22,6
21,3523,37

7Da wurde der König zornig und schickte seine Heere. Er ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt niederbrennen.

22,7
21,41

8Dann sagte er zu seinen Dienern: ›Die Vorbereitungen zum Fest sind getroffen, aber die geladenen Gäste waren es nicht wert, daran teilzunehmen. 9Geht jetzt hinaus auf die Landstraßen und ladet alle zur Hochzeit ein, die euch begegnen!‹

22,9
28,18-20

10Die Diener gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle mit, die sie fanden – schlechte und gute Leute. So wurde der Hochzeitssaal voll.

11Als nun der König kam, um sich die Gäste anzusehen, entdeckte er einen, der nicht hochzeitlich gekleidet war. 12Er sprach ihn an: ›Wie bist denn du hier hereingekommen? Du bist ja gar nicht hochzeitlich angezogen.‹ Der Mann hatte keine Entschuldigung. 13Da befahl der König seinen Dienern: ›Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die Finsternis! Dort gibt es nur noch Jammern und Zähneknirschen.‹

22,13
8,12

14Denn viele sind berufen«, schloss Jesus, »aber nur wenige von ihnen sind erwählt.«

Die Frage nach der Steuer für den Kaiser

(Mk 12,13-17; Lk 20,20-26)

15Daraufhin beschlossen die Pharisäer, Jesus mit einer verfänglichen Frage in die Falle zu locken.

16Sie schickten ihre Jünger zu Jesus und auch einige Parteigänger von Herodes; die sagten zu ihm: »Lehrer, wir wissen, dass es dir nur um die Wahrheit geht. Du lehrst klar und deutlich, wie wir nach Gottes Willen leben sollen. Denn du lässt dich nicht von Menschen beeinflussen, auch wenn sie noch so mächtig sind. 17Nun sag uns deine Meinung: Ist es nach dem Gesetz Gottes erlaubt, dem römischen Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?«

18Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: »Ihr Scheinheiligen, ihr wollt mir doch nur eine Falle stellen! 19Zeigt mir eins von den Geldstücken, mit denen ihr die Steuer bezahlt.«

Sie gaben ihm eine Silbermünze, 20und er fragte: »Wessen Bild und wessen Name sind denn hier aufgeprägt?«

21»Das Bild und der Name des Kaisers«, antworteten sie.

Da sagte Jesus: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, – aber gebt Gott, was Gott gehört!«

22,21
Röm 13,7

22Solch eine Antwort hatten sie nicht erwartet. Sie ließen Jesus in Ruhe und gingen weg.

Werden die Toten auferstehen?

(Mk 12,18-27; Lk 20,27-40)

23Noch am selben Tag kamen Sadduzäer zu Jesus. Die Sadduzäer bestreiten, dass die Toten auferstehen werden.

22,23
Lk 20,27
24»Lehrer«, sagten sie, »Mose hat angeordnet: ›Wenn ein verheirateter Mann kinderlos stirbt, dann muss sein Bruder die Witwe heiraten und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹
22,24
nach

25Nun gab es hier einmal sieben Brüder. Der älteste heiratete und starb kinderlos. 26Darauf heiratete der zweite die Witwe, starb aber auch kinderlos; und dem dritten erging es nicht anders. So war es bei allen sieben. 27Zuletzt starb auch die Frau.

28Wie ist das nun bei der Auferstehung der Toten: Wem von den sieben soll die Frau dann gehören? Sie war ja mit allen verheiratet!«

29»Ihr denkt ganz falsch«, antwortete Jesus. »Ihr kennt weder die Heiligen Schriften noch wisst ihr, was Gott in seiner Macht tun kann. 30Wenn die Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden leben wie die Engel im Himmel.

31Was aber die Auferstehung der Toten überhaupt betrifft: Habt ihr nicht gelesen, was Gott euch in den Heiligen Schriften gesagt hat? Er sagt dort: 32›Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.‹ Und er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden!«

22,32
zit

33Die ganze Menschenmenge, die zugehört hatte, war tief beeindruckt von dem, was Jesus da lehrte.

Das wichtigste Gebot

(Mk 12,28-31; Lk 10,25-28)

34Als die Pharisäer erfuhren, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei Jesus zusammen. 35Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: 36»Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?«

37Jesus antwortete: »›Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!‹

22,37
nach
38Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39Aber gleich wichtig ist ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‹
22,39
zit

40In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern.«

22,40
Mt 7,12

Davids Sohn oder Davids Herr?

(Mk 12,35-37; Lk 20,41-44)

41Da die Pharisäer nun einmal versammelt waren, stellte Jesus auch ihnen eine Frage.

22,41-46
20,30-31
42Er sagte zu ihnen: »Was denkt ihr über den versprochenen Retter?22,42 Wörtlich über den Christus. Wessen Sohn ist er?«

Sie antworteten: »Der Sohn Davids.«

43Da sagte Jesus: »Wie kann David ihn dann, vom Geist Gottes erleuchtet, ›Herr‹ nennen? Denn David sagt ja:

44›Gott, der Herr, sagte zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite!

Ich will dir deine Feinde unterwerfen,

sie als Schemel unter deine Füße legen.‹

22,44
nach

45Wenn also David ihn ›Herr‹ nennt, wie kann er dann sein Sohn sein?«

46Keiner konnte ihm darauf eine Antwort geben. Und von dem Tag an wagte es auch niemand mehr, ihm noch irgendeine Frage zu stellen.

22,46
Mk 12,34
Lk 20,40

23

Rede über die Ausleger des Gesetzes

(Kapitel 23)

Der Unterschied zwischen Lehre und Vorbild

(Mk 12,38-39; Lk 20,45-46; 11,43.46)

231Darauf wandte sich Jesus an die Menschenmenge und an seine Jünger 2und sagte:

»Die Gesetzeslehrer und die Pharisäer sind die berufenen Ausleger des Gesetzes, das Mose euch gegeben hat.23,2 Die Gesetzeslehrer ...: wörtlich Auf dem Lehrstuhl Moses sitzen die Gesetzeslehrer und die Pharisäer. 3Ihr müsst ihnen also gehorchen und tun, was sie sagen. Aber nach ihrem Verhalten dürft ihr euch nicht richten; denn sie selber tun nicht, was sie lehren.

23,3
Röm 2,21-23
4Sie schnüren schwere, kaum tragbare Lasten zusammen und laden sie den Menschen auf die Schultern, aber sie selbst machen keinen Finger krumm, um sie zu tragen.

5Alles, was sie tun, tun sie nur, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie tragen auffällig breite Gebetsriemen und besonders lange Quasten an ihren Kleidern.

23,5
6,1
Ex 13,9
Dtn 6,8
22,12
6Bei Festmählern sitzen sie auf den Ehrenplätzen und beim Gottesdienst in der vordersten Reihe.
23,6
Lk 14,7
7Sie haben es gern, wenn die Leute sie auf der Straße respektvoll grüßen und sie als ›ehrwürdiger Lehrer‹23,7 ehrwürdiger Lehrer: wörtlich Rabbi; ebenso in Vers 8. anreden.

8Aber ihr sollt euch nicht ›ehrwürdiger Lehrer‹ nennen lassen; denn ihr seid untereinander alle Brüder und Schwestern,23,8 Wörtlich Brüder; siehe Sacherklärung »Bruder«. und nur einer ist euer Lehrer.

23,8
Joh 13,13

9Auch sollt ihr hier auf der Erde keinen von euch ›Vater‹ nennen; denn nur einer ist euer Vater: der im Himmel.

10Ihr sollt euch auch nicht ›Lehrmeister‹ nennen lassen, denn auch Lehrmeister ist bei euch nur einer: Christus, der versprochene Retter.

11Wer unter euch am größten ist, soll euer Diener sein.

23,11
20,26-27Mk 9,35Lk 9,48
12Denn wer sich selbst groß macht, wird von Gott gedemütigt, und wer sich selbst gering achtet, wird von ihm zu Ehren gebracht.«
23,12
Ps 75,8
Mt 18,4
Lk 14,11
18,14
1,52

Sieben Weherufe über die Gesetzeslehrer und Pharisäer

(Lk 11,39-42.44.47-48.52)

13»Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr versperrt den Zugang zur neuen Welt Gottes23,13 Wörtlich zur Königsherrschaft der Himmel. vor den Menschen. Ihr selbst geht nicht hinein und ihr hindert alle, die hineinwollen.23,13 Einige Handschriften fügen hinzu (Vers 14): Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr sprecht lange Gebete, um einen guten Eindruck zu machen. In Wahrheit aber seid ihr Betrüger, die schutzlose Witwen um ihren Besitz bringen. Ihr werdet einmal besonders streng bestraft werden (vgl. Mk 12,40; Lk 20,47).

15Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr reist um die halbe Welt, um auch nur einen einzigen Anhänger zu gewinnen, und wenn ihr einen gefunden habt, dann macht ihr ihn zu einem Anwärter der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr.

16Weh euch! Ihr wollt andere führen und seid selbst blind. Ihr sagt: ›Wer beim Tempel schwört, ist nicht an den Schwur gebunden; nur wer beim Gold im Tempel schwört, muss seinen Schwur halten.‹

23,16-22
5,33-37
23,16
15,14
17Töricht und blind seid ihr! Was ist denn wichtiger: das Gold oder der Tempel, durch den das Gold erst heilig wird? 18Ihr sagt auch: ›Wenn einer beim Altar schwört, braucht er seinen Schwur nicht zu halten, nur wenn er beim Opfer auf dem Altar schwört.‹ 19Ihr Verblendeten! Was ist wichtiger: die Opfergabe oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? 20Wer beim Altar schwört, der schwört doch zugleich bei allem, was darauf liegt, 21und wer beim Tempel schwört, der schwört damit auch bei Gott, der dort wohnt.
23,21
1 Kön 8,13
22Und wenn einer beim Himmel schwört, dann schwört er beim Thron Gottes und bei Gott, der darauf sitzt.

23Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr gebt Gott den zehnten Teil von allem, sogar noch von Gewürzen wie Minze, Dill und Kümmel; aber um das Wichtigste an seinem Gesetz, um Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue, darum kümmert ihr euch nicht. Dies solltet ihr tun, ohne das andere zu lassen!

23,23
Lev 27,30
Lk 18,12
Mi 6,8
Sach 7,8-10
Mt 9,13
12,7
22,34-40
24Ihr wollt die Menschen führen und seid selbst blind. Die winzigste Mücke fischt ihr aus dem Becher, aber Kamele schluckt ihr unbesehen hinunter.
23,24
15,14

25Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr reinigt sogar noch das Äußere von Becher und Schüssel.23,25 Damals war es unter den Gesetzeslehrern strittig, ob ein Gefäß, das von innen gereinigt worden war, auch noch von außen gereinigt werden musste. Aber was darin ist, habt ihr euch in eurer Gier zusammengestohlen.

23,25
Mk 7,4
26Ihr blinden Pharisäer! Sorgt zuerst dafür, dass es mit dem Inhalt des Bechers seine Richtigkeit hat, dann wird auch sein Äußeres rein.
23,26
Joh 9,40

27Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr seid wie weiß angestrichene Gräber, die äußerlich schön aussehen; aber drinnen sind Totengebeine und alles mögliche Ungeziefer, das unrein macht. 28So seid ihr: Von außen hält man euch für fromm, innerlich aber steckt ihr voller Heuchelei und Ungehorsam gegen Gott.

23,28
Lk 16,15

29Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr baut den Propheten wunderschöne Grabmäler und schmückt die Gräber der Gerechten. 30Und ihr sagt: ›Hätten wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt, wir hätten uns nicht daran beteiligt, die Propheten umzubringen!‹

23,30
5,12
31Damit gebt ihr selbst zu, dass ihr von Prophetenmördern abstammt. 32Macht nur das Maß eurer Väter voll! 33Ihr Nattern, ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr der Höllenstrafe entgehen?«
23,33
3,7

Die Strafe wird kommen

(Lk 11,49-51)

34»Hört gut zu! Ich werde euch Propheten,23,34 Siehe Anmerkung zu 7,15. weise Männer und echte Gesetzeslehrer schicken. Ihr werdet einige von ihnen töten, andere ans Kreuz bringen, wieder andere in euren Synagogen auspeitschen und von Stadt zu Stadt verfolgen.

23,34
13,52
1 Thess 2,15
35So stellt ihr euch in eine Reihe mit euren Vorfahren und werdet zur Rechenschaft gezogen werden für die Ermordung aller Gerechten, von Abel an bis hin zu Secharja, dem Sohn von Berechja, den ihr zwischen Tempelhaus und Brandopferaltar umgebracht habt.23,35 Vers 35 wörtlich: So kommt auf euch das gerechte Blut, das auf der Erde ausgeschüttet wurde: vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut Secharjas ... Secharja war nach 2 Chr 24,20-22 ein Sohn des Priesters Jojada. Ein Sohn von Berechja war der bekannte Prophet Sacharja; doch wird von ihm nicht berichtet, dass er ein solches Ende nahm.
23,35
Gen 4,8-10
2 Chr 24,21
36Ich versichere euch: Diese Generation wird die Strafe für alle diese Schandtaten bekommen.«

Klage über Jerusalem

(Lk 13,34-35)

37»Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die Gott zu dir schickt. Wie oft wollte ich deine Bewohner um mich scharen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt.

23,37
22,6
5,12
38Deshalb wird Gott euren Tempel verlassen, und er wird verwüstet daliegen.
23,38
1 Kön 9,7-8
Ez 10,18-19
39Ich sage euch, ihr werdet mich erst wiedersehen, wenn ihr rufen werdet: ›Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt!‹«
23,39
zit

24

REDE ÜBER ENDZEIT UND WELTGERICHT

(Kapitel 24–25)

Ankündigung der Zerstörung des Tempels

(Mk 13,1-2; Lk 21,5-6)

241Jesus verließ den Tempel und wollte weggehen. Da kamen seine Jünger zu ihm und wiesen ihn auf die Prachtbauten der Tempelanlage hin. 2Aber Jesus sagte: »Ihr bewundert das alles? Ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben. Alles wird bis auf den Grund zerstört werden.«

24,2
Lk 19,44

Der Anfang vom Ende

(Mk 13,3-8; Lk 21,7-11)

3Dann ging Jesus auf den Ölberg und setzte sich dort nieder. Nur seine Jünger waren bei ihm. Sie traten zu ihm und fragten ihn: »Sag uns, wann wird das geschehen, und woran können wir erkennen, dass du wiederkommst und das Ende der Welt da ist?«

4Jesus sagte zu ihnen: »Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen! 5Viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich behaupten: ›Ich bin der wiedergekommene Christus!‹ Damit werden sie viele irreführen.

24,5
24,242 Thess 2,9-10
1 Joh 2,18

6Erschreckt nicht, wenn nah und fern Kriege ausbrechen! Es muss so kommen, aber das ist noch nicht das Ende. 7Ein Volk wird gegen das andere kämpfen, ein Staat den andern angreifen. In vielen Ländern wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8Das alles ist erst der Anfang vom Ende – der Beginn der Geburtswehen.«

Die Verfolgung der Jünger

(Mk 13,9-13; Lk 21,12-19)

9»Dann werden sie euch an die Gerichte ausliefern, euch misshandeln und töten. Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt.

24,9-14
10,17-22
Joh 16,1-4
24,9
Lk 6,22
10Wenn es so weit ist, werden viele vom Glauben abfallen und sich gegenseitig verraten und einander hassen.
24,10
1 Tim 4,1
11Zahlreiche falsche Propheten24,11 Siehe Anmerkung zu 7,15. werden auftreten und viele von euch irreführen.
24,11
7,15
12Und weil der Ungehorsam gegen Gottes Gesetz überhandnimmt, wird die Liebe bei den meisten von euch erkalten.
24,12
2 Tim 3,1-5
13Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet.
24,13
Offb 14,12

14Aber die Gute Nachricht, dass Gott schon angefangen hat, seine Herrschaft aufzurichten, wird in der ganzen Welt verkündet werden. Alle Völker sollen sie hören. Danach erst kommt das Ende.«

24,14
28,19

Die letzte Schreckenszeit

(Mk 13,14-23; Lk 21,20-24; 17,23-24.37)

15»Im Buch des Propheten Daniel ist die Rede von einem ›entsetzlichen Scheusal‹ – wer das liest, überlege sich, was es bedeutet! Wenn ihr das ›entsetzliche Scheusal‹ im Heiligtum stehen seht,

24,15
Dan 12,11
16dann sollen die Bewohner Judäas in die Berge fliehen. 17Wer gerade auf dem Dach ist, soll keine Zeit damit verlieren, erst noch seine Sachen aus dem Haus zu holen.24,17 Siehe Anmerkung zu Mk 13,15.
24,17-18
Lk 17,31
18Wer gerade zur Arbeit auf dem Feld ist, soll nicht zurückgehen, um noch sein Obergewand mitzunehmen, das er am Wegrand abgelegt hat.24,18 Siehe Anmerkung zu Mk 13,16.

19Besonders hart wird es die Frauen treffen, die gerade ein Kind erwarten oder einen Säugling stillen. 20Bittet Gott, dass ihr nicht im Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst. 21Denn was dann geschieht, wird furchtbarer sein als alles, was jemals seit Beginn der Welt geschehen ist oder in Zukunft noch geschehen wird.

24,21
Dan 12,1
Offb 7,14
22Wenn Gott diese Schreckenszeit nicht abkürzen würde, dann würde kein Mensch gerettet werden. Er wird sie aber denen zuliebe abkürzen, die er erwählt hat.

23Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht her, hier ist Christus, der versprochene Retter!‹, oder: ›Dort ist er!‹ – glaubt ihm nicht. 24Denn es werden so manche mit dem Anspruch auftreten, der versprochene Retter oder ein Prophet zu sein. Sie werden sich durch große und aufsehenerregende Wunder ausweisen und würden damit sogar die von Gott Erwählten irreführen, wenn das möglich wäre.

24,24
24,5
7,15
Apg 5,36-37
21,38
Offb 13,13-14

25Denkt daran, dass ich es euch vorausgesagt habe! 26Wenn also die Leute zu euch sagen: ›Draußen in der Wüste ist er‹, dann geht nicht hinaus! Oder wenn sie sagen: ›Er ist hier und hält sich in einem Haus verborgen‹, dann glaubt ihnen nicht! 27Denn der Menschensohn wird für alle sichtbar kommen, wie ein Blitz, der von Ost nach West über den Himmel zuckt.

24,27
Mk 13,26
Lk 17,24
1 Thess 5,1-2
Jak 5,7-8
2 Petr 3,4
Mt 25,31
28Er wird so sicher zu sehen sein wie die Geier, die hoch über einem verendenden Tier kreisen.«24,28 Hier wird ein Sprichwort zitiert, das wörtlich lautet: Wo das Aas liegt, da sammeln sich die Geier; vgl. Lk 17,37.
24,28
Ijob 39,30
Offb 19,17-18

Der Weltrichter kommt

(Mk 13,24-27; Lk 21,25-28)

29»Doch sofort nach dieser Schreckenszeit wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Ordnung des Himmels wird zusammenbrechen.

24,29
Joel 2,10
Jes 34,4
Hag 2,621
2 Petr 3,1012

30Dann wird der Menschensohn für alle sichtbar am Himmel erscheinen. Dies ist das Zeichen, dass das Ende da ist.24,30 Dann wird ...: wörtlich Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen. Die Völker der ganzen Welt werden jammern und klagen, wenn sie den Menschensohn auf den Wolken des Himmels mit göttlicher Macht und Herrlichkeit kommen sehen.

24,30
Sach 12,10-14
Mk 13,26

31Dann wird die Posaune ertönen und der Menschensohn wird seine Engel in alle Himmelsrichtungen ausschicken, damit sie von überall her die Menschen zusammenbringen, die er erwählt hat.«

24,31
13,41
1 Kor 15,52
1 Thess 4,16

Das Gleichnis vom Feigenbaum

(Mk 13,28-31; Lk 21,29-33)

32»Am Beispiel des Feigenbaums könnt ihr etwas lernen: Wenn der Saft in die Zweige schießt und der Baum Blätter treibt, dann wisst ihr, dass der Sommer bald da ist. 33So ist es auch, wenn ihr dies alles geschehen seht:24,33 Gemeint sind wahrscheinlich die in den Versen 15-28 genannten Ereignisse. Dann wisst ihr, dass das Ende unmittelbar bevorsteht. 34Ich versichere euch: Diese Generation wird das alles noch erleben.

24,34
16,28

35Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht; sie bleiben gültig für immer und ewig.«

24,35
Jes 40,8

Das Ende kommt überraschend

(Mk 13,32; Lk 17,26-27.30.34-35; 12,39-40)

36»Doch den Tag und die Stunde, wann das Ende da ist, kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel – nicht einmal der Sohn. Nur der Vater kennt sie.

24,36
Apg 1,7

37Wenn der Menschensohn kommt, wird es sein wie zur Zeit Noachs.

24,37-39
Gen 6,11-13
7,7-13
2 Petr 3,6
38Damals vor der großen Flut aßen die Menschen und tranken und heirateten, wie sie es gewohnt waren – bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging. 39Sie begriffen nicht, was ihnen drohte, bis dann die Flut hereinbrach und sie alle wegschwemmte.

So wird es auch sein, wenn der Menschensohn kommt. 40Zwei Männer werden dann zusammen auf dem Feld arbeiten: Der eine wird angenommen, der andere zurückgelassen. 41Zwei Frauen werden zusammen Korn mahlen: Die eine wird angenommen, die andere zurückgelassen. 42Darum seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommen wird.

24,42.44
25,13

43Macht euch doch das eine klar: Wenn ein Hausherr im Voraus wüsste, um welche Zeit in der Nacht der Dieb kommt, würde er aufbleiben und den Einbruch verhindern.

24,43
1 Thess 5,2
2 Petr 3,10
Offb 3,3
16,15
44Darum seid jederzeit bereit; denn der Menschensohn wird zu einer Stunde kommen, wenn ihr es nicht erwartet.«

Der verantwortungsbewusste Diener

(Lk 12,42-46)

45»Wer von euch ist nun der treue und kluge Diener, dem sein Herr den Auftrag gegeben hat, die übrige Dienerschaft zu beaufsichtigen und jedem pünktlich seine Tagesration auszuteilen?

24,45-47
25,21-23
46Ein solcher Diener darf sich freuen, wenn der Herr zurückkehrt und ihn bei seiner Arbeit findet. 47Ich versichere euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für alle seine Güter übertragen.

48Wenn er aber ein schlechter Mensch ist und sich sagt: ›So bald kommt mein Herr nicht zurück‹,

24,48
2 Petr 3,4
49und anfängt, die ihm unterstellten Diener zu schlagen und mit Säufern Gelage zu halten, 50dann wird sein Herr an einem Tag und zu einer Stunde zurückkehren, wenn der Diener überhaupt nicht damit rechnet.
24,50
25,13
51Er wird diesen Diener in Stücke hauen und dorthin bringen lassen, wo die Scheinheiligen ihre Strafe verbüßen. Dort gibt es nur noch Jammern und Zähneknirschen.«
24,51
8,12