Gute Nachricht Bibel (GNB)
34

Du kannst Gott kein Unrecht vorwerfen!

341Weiter sagte Elihu:

2»Ihr klugen Männer, hört auf meine Rede!

Ihr habt Erfahrung; darum hört mir zu!

3›Der Gaumen prüft, ob eine Speise schmeckt;

genauso muss das Ohr die Worte prüfen.‹

4Lasst uns den Fall gemeinsam untersuchen!

Was recht und gut ist, müssen wir erkennen.

5Denn Ijob hat gesagt: ›Ich bin im Recht;

doch Gott verweigert mir die Anerkennung.

34,5
27,2
31,6

6Das Urteil über mich hat er gefälscht,34,6 So mit veränderten Vokalen; H Ich lüge gegen mein Recht.

sein Pfeil bringt mir den Tod ganz ohne Schuld!‹

34,6
6,4

7Ihr sagt: ›Wo ist ein Mann wie dieser Ijob?

Er lästert Gott, wie wenn er Wasser trinkt.

34,7
15,16

8Er fühlt sich wohl im Kreise der Verbrecher

und hat Gemeinschaft mit den Feinden Gottes.

9Er sagt doch selbst: Der Mensch hat nichts davon,

wenn er sich stets um Gottes Freundschaft müht.‹

10Drum hört mir zu, ihr Männer mit Verstand!

Es ist nicht möglich, dass Gott Unrecht tut,

dass der Gewaltige das Recht verdreht!

34,10.12
8,3

11Der Mensch bekommt von Gott, was er verdient;

entsprechend seinem Tun vergilt er ihm.

34,11
Spr 24,12

12Gott tut gewiss kein Unrecht, nie und nimmer!

Er, der Gewaltige, verdreht kein Recht!

13Hat denn ein anderer ihm die Macht gegeben?

Wer hat ihm diese Erde anvertraut?

14Wenn Gott tatsächlich an sich selber dächte

und hielte seinen Lebenshauch zurück,

34,14-15
12,10
Ps 104,29

15dann würden alle Lebewesen sterben,

im Augenblick zu Staub und Asche werden.

16Wenn du Verstand hast, Ijob, dann pass auf

und höre auch auf das, was ich jetzt sage!

17Verklagst du Gott, den Großen und Gerechten?

Meinst du, dass er ein Feind des Rechtes ist?

Wie könnte er dann diese Welt regieren?

34,17
Gen 18,25

18Nur Gott kann einen König Nichtsnutz nennen34,18 Nur Gott kann ...: mit einer Handschrift und den alten Übersetzungen; H Ist es recht (... zu nennen)?

und zu den Großen sagen: ›Ihr Verbrecher!‹

19Nur er nimmt keine Rücksicht auf die Fürsten,

zieht keinen Reichen einem Armen vor;

denn alle sind Geschöpfe seiner Hände.

34,19
Dtn 10,17

20Sie sterben plötzlich, mitten in der Nacht.

Das Volk gerät in Aufruhr, Starke weichen;

kein Mensch erhebt die Hand, doch sie sind fort.

34,20
Ex 12,29
Lk 12,20

21Gott überwacht die Wege jedes Menschen

und sieht genau, was einer unternimmt.

34,21
31,4
Ps 33,14-15
Jer 32,19

22Für ihn ist keine Dunkelheit so dunkel,

dass Unheilstifter sich verstecken könnten.

34,22
Ps 139,11-12

23Gott braucht auch keine lange Untersuchung,

um einen Menschen vor Gericht zu ziehen.

24Er muss die Mächtigen nicht erst verhören,

um sie durch andere Leute zu ersetzen.

25Weil Gott genau auf ihre Taten achtet,

kann er sie über Nacht zugrunde richten.

26Auf öffentlichem Platz bestraft er sie

vor aller Welt, genauso wie Verbrecher.

27Das tut er, weil sie ihm nicht folgen wollten

und seinen Willen nie beachtet haben.

28So zwangen sie die Armen und Geringen,

zu Gott zu schreien, ihm ihr Leid zu klagen.

Und Gott hat ihren Hilferuf gehört!

29Doch wenn er sich entschlösse, nichts zu tun,

dann könnte niemand ihn dafür verdammen.

Und wenn er sich verbirgt, dann sieht ihn keiner.

Was könnten Menschen oder Völker tun,

30wenn Gott es wollte, dass ein Volksverführer,

der kein Gewissen hat, ihr König würde?34,30 Deutung des hebräischen Textes unter Änderung der Vokale.

31Wenn jemand Gott die Schuld bekennt und sagt:

›Ich habe mich verfehlt, ich tu’s nie wieder!

32Zeig mir die Fehler, die ich selbst nicht sehe.

Das Unrecht, das ich tat, ich tu’s nicht mehr‹ –

33willst du dann immer noch, dass Gott ihn straft,

weil du ihn ja bereits verurteilt hast?

Nicht ich muss das entscheiden, sondern du!

Nun lass uns hören, was du selber denkst!

34Wer Einsicht hat, der stimmt mir sicher zu;

und jeder Weise, der mir zuhört, sagt:

35›Viel Wissen zeigt sich nicht in Ijobs Worten,

sein Reden hat doch weder Hand noch Fuß.

36Ihr müsst ihn noch viel besser hinterfragen!

Er redet wie ein Mensch, der Gott nicht kennt.

37Zu seinen Sünden fügt er Rebellion;

in unserer Mitte sät er Zweifel aus

und häuft die bösen Worte gegen Gott.‹«

35

Mit Gott kannst du dich nicht vergleichen!

351Weiter sagte Elihu:

2»Glaubst du denn allen Ernstes, es sei richtig,

dass du dich für gerechter hältst als Gott?

35,2
4,17
32,2

3Du sagst zu ihm: ›Was nützt mir meine Unschuld?

Sie fällt bei dir ja doch nicht ins Gewicht!‹

35,3
34,9

4Auf diese Frage will ich Antwort geben;

sie gilt zu gleicher Zeit für deine Freunde:

5Sieh einmal aufmerksam den Himmel an!

Sieh auch die Wolken dort hoch über dir!

35,5
11,7-9

6Mit deiner Sünde kannst du Gott nicht schaden

und alle deine Fehler tun ihm nichts.

35,6-7
22,2-3
Röm 11,35

7Ihm bringt’s auch nichts, wenn du das Rechte tust;

er ist auf dein Geschenk nicht angewiesen.

8Dein Mitmensch leidet unter deiner Bosheit

und ihm nur nützt das Gute, das du tust.

9Die Menschen stöhnen, rufen laut um Hilfe,

wenn Mächtige sie grausam unterdrücken.

10Doch keiner fragt nach Gott, nach seinem Schöpfer,

der Lobgesänge gibt in dunkler Nacht.

11Gott hat uns mehr gelehrt als alle Tiere,

er gab uns mehr Verstand als allen Vögeln.

12Um Hilfe schreien wir, doch Gott bleibt stumm,

weil wir voll Bosheit und voll Hochmut sind.

13Das Schreien ist umsonst, Gott hört es nicht;

er, der Gewaltige, sieht uns nicht an.

14Du, Ijob, sagst, du könntest Gott nicht sehen.

Hab nur Geduld, dein Fall ist ihm bekannt!

35,14
9,11

15Weil Gott dich seinen Zorn nicht spüren ließ

und sich nicht groß um so viel Dummheit kümmert,

16reißt du den Mund auf, redest solchen Unsinn.«

36

Gott ist ein gerechter Richter

361Elihu setzte seine Rede fort, er sagte:

2»Ertrage mich, hör noch ein wenig zu;

ich hab noch einiges für Gott zu sagen.

3Mein Wissen hole ich aus weiter Ferne,

um zu beweisen, dass mein Schöpfer recht hat.

4Verlass dich drauf: Ich sage dir die Wahrheit!

Der vor dir steht, ist seiner Sache sicher.

5Gott hat die Macht, doch treibt er keinen Spott;

als Richter urteilt er mit fester Klarheit.

6Er lässt die Unheilstifter nicht am Leben,

den Unterdrückten aber schafft er Recht.

36,6
8,3
Ps 9,13

7Gott wendet seinen Blick nicht von den Treuen.

Wenn sie mit Königen zusammen herrschen,

dann lässt er sie für immer Ehre finden.

36,7-11
2 Chr 33,9-13
Dan 4,25-34
36,7
Ps 113,7-8

8Doch sind sie in Gefangenschaft geraten

und leiden unterm harten Druck der Fesseln,

9dann zeigt er ihnen damit ihre Schuld,

dass sie so stolz und überheblich waren.

10Für seine Warnung schärft er ihr Gehör,

damit sie sich von allem Bösen trennen.

11Wenn sie gehorchen und sich unterwerfen,

dann werden Glück und Freude sie begleiten

an jedem Tag, in jedem Lebensjahr.

12Wenn nicht, dann laufen sie in ihren Tod

und gehn in ihrem Unverstand zugrunde.

13Wer Gott verlassen hat, der klagt ihn an.

Wenn Gott ihn einschließt, schreit er nicht zu ihm.

14Sein Leben endet in den besten Jahren,

im Jugendalter muss er schändlich sterben.

15Wer aber leidet, wird durchs Leid gebessert;

Gott öffnet ihm die Augen durch die Not.

36,15
Ps 119,67

16Auch dir hat Gott die Freiheit einst geschenkt,

aus Not und Enge hat er dich gerettet;

die besten Speisen füllten deinen Tisch.

17Doch nun trifft dich der volle Lohn der Bosheit,36,17 Die Zeile ist nicht sicher zu deuten; wörtlich Du aber bist voll vom Gerichtsurteil des Gottlosen.

das Urteil über dich ist schon gefällt.

18Lass dich vom Zorn nicht zum Rebellen machen!

Verlass dich nicht auf hohes Lösegeld!

19Meinst du, dein Reichtum reiche dafür aus?

Dein Gold hilft gar nichts, auch nicht deine Kraft.

20Und warte nicht voll Sehnsucht auf die Nacht,

in der die Völker ausgerottet werden!36,20 ausgerottet werden: wörtlich von ihrer Stätte weggehoben werden. Wir wissen nicht, auf welche Erwartung hier angespielt wird.

21Gib acht, dass du dich nicht zum Bösen wendest,

auch wenn du das für besser hältst als leiden.

Hab Ehrfurcht vor dem mächtigen Gott!

22Besinne dich auf Gottes große Macht!

Er ist der beste Lehrer, den wir kennen.

23Wer könnte ihm befehlen, was er tun soll?

Wer könnte zu ihm sagen: ›Das war Unrecht‹?

24Vergiss nicht, ihm zu danken für sein Tun,

für das die Menschen ihn mit Liedern preisen.

25Die ganze Welt betrachtet es mit Staunen,

auch wenn wir’s nur von Weitem sehen können.

26Gott ist so groß, dass wir ihn nicht begreifen,

und seiner Jahre Zahl ist unergründbar.

36,26
Ps 90,2

27Er zieht die Wassertropfen hoch zum Himmel

und sammelt sie als Regen für die Erde.

36,27–37,24
38,22-38
Ps 147,16-18
Sir 43,13-22

28Die Wolken lassen sie hinunterrieseln

und gießen sie auf all die vielen Menschen.

29Wer kann verstehen, wie die Wolken schweben,

warum am Himmelszelt der Donner rollt?

36,29
37,16

30Die Wolken leuchten auf von seinen Blitzen,

jedoch die Meerestiefen bleiben dunkel.

31Auf diese Weise sorgt Gott für die Völker

und gibt den Menschen überreichlich Speise.

36,31
Ps 104,13-15

32Er packt den Blitzstrahl fest mit beiden Händen

und dann befiehlt er ihm, sein Ziel zu treffen.

33Der Donner kündet das Gewitter an

und auch die Herden fühlen, dass es kommt.