Gute Nachricht Bibel (GNB)
16

161Ich habe euch dies gesagt, damit ihr an mir nicht irrewerdet. 2Sie werden euch aus den Synagogengemeinden ausschließen. Es wird sogar so weit kommen, dass alle, die euch töten, es als einen Opferdienst zur Ehre Gottes verstehen.

16,2
9,22
Apg 26,9-11
3Das alles werden sie euch antun, weil sie weder mich noch den Vater erkannt haben.
16,3
15,21
4aAber ich habe es euch gesagt. Wenn es eintrifft, werdet ihr an meine Worte denken.«
16,4a
13,19

Die Aufgabe des Heiligen Geistes

4b»Ich habe euch dies alles zu Anfang nicht gesagt, weil ich ja bei euch war. 5Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Doch keiner von euch fragt mich, wohin ich gehe. 6Ihr seid nur traurig, weil ich euch dies alles gesagt habe. 7Aber glaubt mir, es ist gut für euch, dass ich fortgehe; denn sonst wird der Helfer nicht zu euch kommen. Wenn ich aber fortgehe, dann werde ich ihn zu euch senden und er wird meine Stelle einnehmen.

16,7
14,16

8Wenn er kommt, wird er gegen die Welt auftreten. Er wird den Menschen zeigen, was Sünde ist und was Gerechtigkeit und was Gericht.

16,8
Apg 24,25
9Die Sünde besteht darin, dass sie mich ablehnen.16,9 Wörtlich: dass sie nicht an mich glauben.
16,9
5,38
6,3664
7,5
10,26
12,37
10Die Gerechtigkeit besteht darin, dass Gott mir recht gibt; denn ich gehe zum Vater und ihr werdet mich nicht mehr sehen. 11Das Gericht aber besteht darin, dass der Herrscher dieser Welt schon verurteilt ist.
16,11
12,31

12Ich hätte euch noch vieles zu sagen, doch das würde euch jetzt überfordern. 13Aber wenn der Helfer kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch anleiten, in der vollen Wahrheit zu leben.16,13 Wörtlich wird er euch (an)leiten in der ganzen Wahrheit. Viele Handschriften haben wird er euch (hineinge)leiten in die ganze Wahrheit.

Was er euch sagen wird, hat er nicht von sich selbst, sondern er wird euch nur sagen, was er hört. Er wird euch jeweils vorbereiten auf das, was auf euch zukommt.16,13 Wörtlich Er wird euch die kommenden (Dinge) verkünden.

16,13
14,16
1 Joh 2,27
14Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen; denn was er an euch weitergibt, hat er von mir.
16,14
17,1
15Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Darum habe ich gesagt: Was der Geist an euch weitergibt, hat er von mir.«
16,15
17,10

Abschied und Wiedersehen

16»Es dauert noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht mehr sehen. Dann wird wieder eine kurze Zeit vergehen, und ihr werdet mich wiedersehen.«

16,16
14,19

17Unter seinen Jüngern erhob sich die Frage: »Wie sollen wir das verstehen – und das andere Wort: ›Ich gehe zum Vater‹? 18Was bedeutet ›eine kurze Zeit‹? Wir verstehen nicht, was er sagt.«

19Jesus wusste schon, dass sie ihn fragen wollten. Darum sagte er zu ihnen: »Ich habe gesagt: ›Es dauert noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht mehr sehen. Dann wird wieder eine kurze Zeit vergehen, und ihr werdet mich wiedersehen.‹ Darüber macht ihr euch nun Gedanken?

20Amen, ich versichere euch: Ihr werdet jammern und weinen, und die Welt wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein; doch ich sage euch: Eure Trauer wird sich in Freude verwandeln. 21Wenn eine Frau ein Kind zur Welt bringt, leidet sie Angst und Schmerzen; aber wenn das Kind geboren ist, denkt sie nicht mehr daran, was sie ausgestanden hat, und ist nur noch glücklich, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. 22So wird es auch mit euch sein: Jetzt seid ihr voll Angst und Trauer. Aber ich werde euch wiedersehen. Dann wird euer Herz voll Freude sein, und diese Freude kann euch niemand nehmen.

16,22
15,11

23Wenn dieser Tag kommt, werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, ich versichere euch: Der Vater wird euch dann alles geben, worum ihr ihn bittet, weil ihr es in meinem Namen tut und euch auf mich beruft.

16,23
15,16
24Bisher habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet es bekommen, damit eure Freude vollkommen und ungetrübt ist.«
16,24
15,11

Der Sieg über die Welt

25»Ich habe euch dies alles in Andeutungen gesagt, die euch rätselhaft erscheinen müssen. Die Stunde kommt, dass ich nicht mehr in Rätseln zu euch rede, sondern offen und unverhüllt zu euch über den Vater spreche.

16,25
Mt 13,34
26Dann werdet ihr ihn unter Berufung auf mich bitten. Ich sage aber nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde; 27denn der Vater liebt euch. Er liebt euch, weil ihr mich liebt und nicht daran zweifelt,16,27 und nicht ...: wörtlich und glaubt. dass ich von Gott gekommen bin.
16,27
14,21
28Ich bin vom Vater in die Welt gekommen. Jetzt verlasse ich die Welt wieder und gehe zum Vater.«

29Da sagten seine Jünger zu ihm: »Nun sprichst du offen zu uns, nicht mehr in Rätseln. 30Jetzt haben wir verstanden, dass du alles weißt. Du weißt schon vorher, was man dich fragen möchte. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.«

31Jesus erwiderte: »Ihr meint, ihr glaubt? Jetzt schon? 32Die Stunde kommt, ja, sie ist schon da, dass man euch auseinandertreiben wird. Jeder wird nur noch an sich denken, und mich werdet ihr allein lassen. Trotzdem bin ich nicht allein, weil mein Vater bei mir ist.

16,32
Mk 14,2714,50Sach 13,7

33Dies alles habe ich euch gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man euch hart zusetzen, aber verliert nicht den Mut: Ich habe die Welt besiegt!«

16,33
14,27
1 Joh 5,4

17

Jesus betet für seine Jünger

171Als Jesus diese Rede beendet hatte, blickte er zum Himmel auf und sagte:

»Vater, die Stunde ist gekommen! Setze deinen Sohn in seine Herrlichkeit ein, damit der Sohn deine Herrlichkeit offenbar machen kann.

17,1
2,4
2Du hast ihm ja die Macht über alle Menschen gegeben, damit er denen, die du ihm anvertraut hast, ewiges Leben schenkt.
17,2
3,35
5,24
Mt 28,18
3Und das ewige Leben besteht darin, dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus.
17,3
1 Joh 5,20
Weish 15,3

4Ich habe deine Herrlichkeit auf der Erde sichtbar gemacht; denn ich habe die Aufgabe erfüllt, die du mir übertragen hast.

17,4
4,34
5Vater, gib mir nun wieder die Herrlichkeit, die ich schon bei dir hatte, bevor die Welt geschaffen wurde!
17,5
1,1-2
8,58
17,24

6Ich habe dich17,6 Wörtlich deinen Namen; vgl. Vers 11 und die Anmerkung dazu. den Menschen bekannt gemacht, die du aus der Welt ausgesondert und mir anvertraut hast. Dir haben sie schon immer gehört, und du hast sie mir gegeben. Sie haben sich nach deinem Wort gerichtet 7und wissen jetzt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir stammt. 8Ich habe ihnen die Worte weitergesagt, die du mir gegeben hast, und sie haben sie aufgenommen. Sie haben erkannt, dass ich wirklich von dir komme, und sind zum Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

9Für sie bete ich. Ich bete nicht für die Welt, sondern für die Menschen, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. 10Alles, was mir gehört, gehört auch dir, und dein Eigentum ist auch mein Eigentum. Durch sie wird meine Herrlichkeit sichtbar.

17,10
16,15
11Ich bin jetzt auf dem Weg zu dir. Ich bleibe nicht länger in der Welt, aber sie bleiben in der Welt.

Heiliger Vater, bewahre sie in deiner göttlichen Gegenwart, die ich ihnen vermitteln durfte,17,11 Wörtlich bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast; so auch im folgenden Vers. damit sie eins sind, so wie du und ich eins sind.

17,11
10,30
17,21-23
Gal 3,28
12Solange ich bei ihnen war, habe ich sie in deiner göttlichen Gegenwart beschützt und bewahrt. Keiner von ihnen ist verloren gegangen, nur der eine, der verloren gehen musste, damit die Voraussage der Heiligen Schriften in Erfüllung ging.
17,12
6,39
13,18

13Und jetzt bin ich auf dem Weg zu dir. Ich sage dies alles, solange ich noch bei ihnen in der Welt bin, damit meine Freude ihnen in ganzer Fülle zuteilwird.

17,13
15,11
14Ich habe ihnen dein Wort weitergesagt. Deshalb hasst sie die Welt, denn sie gehören nicht zu ihr, ebenso wie ich nicht zu ihr gehöre.
17,14
15,18

15Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt wegzunehmen, aber sie vor dem Bösen in Schutz zu nehmen.

17,15
Mt 6,13
1 Joh 5,18
2 Thess 3,3
16Sie gehören nicht zu dieser Welt, so wie ich nicht zu ihr gehöre. 17Lass sie in deiner göttlichen Wirklichkeit leben und weihe sie dadurch zum Dienst. Dein Wort erschließt diese Wirklichkeit.17,17 Wörtlich Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit; siehe Sacherklärung »Wahrheit«. 18Ich sende sie in die Welt, wie du mich in die Welt gesandt hast.
17,18
20,21
19Ich weihe mein Leben für sie zum Opfer, damit sie in deiner göttlichen Wirklichkeit leben und zum Dienst geweiht sind.
17,19
Hebr 10,10

20Ich bete nicht nur für sie, sondern auch für alle, die durch ihr Wort von mir hören und zum Glauben an mich kommen werden. 21Ich bete darum, dass sie alle eins seien, so wie du in mir bist, Vater, und ich in dir. So wie wir sollen auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

17,21-23
17,11
5,18
22Ich habe ihnen die gleiche Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie du und ich. 23Ich lebe in ihnen und du lebst in mir; so sollen auch sie vollkommen eins sein, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass du sie, die zu mir gehören, ebenso liebst wie mich.

24Vater, du hast sie mir gegeben, und ich will, dass sie mit mir dort sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon liebtest, bevor die Welt geschaffen wurde.

17,24
12,26
17,5

25Vater, du bist gerecht. Die Welt hat dich nicht erkannt; aber ich kenne dich, und diese hier haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

17,25
8,55
Mt 11,25-27
26Ich habe ihnen gezeigt, wer du bist,17,26 gezeigt, wer du bist: wörtlich deinen Namen bekannt gemacht (siehe Anmerkung zu Vers 11). und werde es weiter tun. So wird die Liebe, die du zu mir hast, auch sie erfüllen und ich werde in ihnen leben.«

18

LEIDEN, TOD UND AUFERSTEHUNG VON JESUS

(Kapitel 18–20)

Jesus wird verhaftet

(Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Lk 22,47-53)

181Nachdem Jesus dies gesagt hatte, brach er mit seinen Jüngern auf. Sie überquerten den Kidronbach. Auf der anderen Seite befand sich ein Garten, und Jesus ging mit seinen Jüngern hinein.

18,1-2
Mk 14,32Lk 22,39
2Der Verräter Judas kannte diesen Ort gut, denn Jesus war dort oft mit seinen Jüngern zusammen gewesen.
18,2
12,4
3Er nahm also die Soldaten der römischen Besatzung18,3 die Soldaten ...: wörtlich die Kohorte. Damit ist offenbar die Truppe gemeint, die ständig auf der Burg Antonia stationiert war und die nach dem Rang ihres Kommandanten (siehe Vers 12 und Sacherklärung »Hauptmann«) genau diese Stärke besaß. und einige Gerichtspolizisten, die von den führenden Priestern und den Pharisäern mitgeschickt wurden, und kam dorthin. Die Männer waren bewaffnet und trugen Fackeln und Laternen.

4Im vollen Wissen um alles, was nun mit ihm geschehen würde, ging Jesus hinaus aus dem Garten, ihnen entgegen, und fragte sie: »Wen sucht ihr?«

5»Jesus von Nazaret!«,18,5 von Nazaret: wörtlich den Nazoräer; ebenso in Vers 7. antworteten sie.

»Ich bin es!«,18,5 Ich bin es: siehe Anmerkung zu 8,24. sagte Jesus. Der Verräter Judas stand bei ihnen.

6Als Jesus zu ihnen sagte: »Ich bin es«, wichen sie zurück und fielen zu Boden. 7Jesus fragte sie noch einmal: »Wen sucht ihr?«

»Jesus von Nazaret!«, antworteten sie.

8»Ich habe euch gesagt, ich bin es«, sagte Jesus. »Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese hier gehen.« 9So bestätigte sich, was Jesus früher gesagt hatte: »Von denen, die du mir gegeben hast, Vater, habe ich keinen verloren.«

18,9
6,39

10Simon Petrus hatte ein Schwert. Er zog es, holte gegen den Bevollmächtigten des Obersten Priesters aus und schlug ihm das rechte Ohr ab. Der Bevollmächtigte hieß Malchus.

18,10
Lk 22,3638

11Jesus sagte zu Petrus: »Steck dein Schwert weg! Diesen Kelch18,11 Siehe Anmerkung zu Mk 14,36. hat mein Vater für mich bestimmt. Muss ich ihn dann nicht trinken?«

18,11
12,27
Mk 10,3814,36

Jesus wird Hannas vorgeführt

(Mt 26,57-58; Mk 14,53-54; Lk 22,54)

12Die römischen Soldaten mit ihrem Kommandanten und die Gerichtspolizisten verhafteten Jesus, fesselten ihn 13und brachten ihn zuerst zu Hannas. Hannas war der Schwiegervater von Kajaphas, der in jenem Jahr das Amt des Obersten Priesters ausübte.

18,13
18,24
Lk 3,2
14Kajaphas war es, der den Ratsmitgliedern18,14 Wörtlich den Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. klargemacht hatte, dass es von Vorteil sei, wenn ein Einziger für das ganze Volk sterbe.
18,14
11,49-50

Petrus verleugnet Jesus

(Mt 26,69-70; Mk 14,66-68; Lk 22,55-57)

15Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Der andere Jünger war mit dem Obersten Priester gut bekannt, deshalb konnte er mit Jesus bis in den Innenhof des Hauses gehen.

18,15-16
Mk 14,54

16Petrus blieb draußen am Tor stehen. Der andere Jünger, der Bekannte des Obersten Priesters, kam wieder zurück, verhandelte mit der Pförtnerin und nahm dann Petrus mit hinein.

17Die Pförtnerin fragte Petrus: »Bist du nicht auch ein Jünger von diesem Menschen?«

»Nein, das bin ich nicht«, antwortete Petrus.

18Es war kalt. Die Diener des Obersten Priesters und die Gerichtspolizisten hatten deshalb einen Stoß Holzkohlen angezündet, standen um das Feuer herum und wärmten sich.

Petrus ging hin, stellte sich zu ihnen und wärmte sich auch.

Hannas verhört Jesus

19Der Oberste Priester fragte Jesus nach seinen Jüngern und nach seiner Lehre.

20Jesus antwortete: »Ich habe immer offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe in den Synagogen und im Tempel gelehrt, wo sich alle Juden treffen, und habe niemals etwas im Geheimen gesagt.

18,20
7,26.14;
21Warum fragst du dann mich? Frag doch die Leute, die meine Worte gehört haben! Sie wissen es.«

22Als Jesus das sagte, schlug ihn einer der Gerichtspolizisten ins Gesicht und sagte: »Wie kannst du es wagen, so mit dem Obersten Priester zu sprechen?«

18,22
19,3
Apg 23,2

23Jesus erwiderte ihm: »Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe, dann weise es mir nach! Bin ich aber im Recht, warum schlägst du mich?«

24Hannas schickte darauf Jesus in Fesseln zum Obersten Priester Kajaphas.

Petrus verleugnet Jesus noch einmal

(Mt 26,71-75; Mk 14,69-72; Lk 22,58-62)

25Simon Petrus stand noch immer beim Feuer und wärmte sich. Da sagten die anderen zu ihm: »Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?«

Petrus erwiderte: »Nein, ich bin es nicht!«

26Ein Diener des Obersten Priesters, ein Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte, sagte: »Ich habe dich doch mit eigenen Augen bei ihm in dem Garten gesehen!«

18,26
18,10

27Wieder stritt Petrus es ab, und in diesem Augenblick krähte ein Hahn.

Jesus vor Pilatus

(Mt 27,1-2.11-14; Mk 15,1-5; Lk 23,1-5)

28Die führenden Priester18,28 Wörtlich Sie; vgl. 18,3; 19,6. brachten Jesus am frühen Morgen von Kajaphas zum Palast des römischen Statthalters.18,28 Palast ...: wörtlich Prätorium; ebenso in Vers 33. Sie selbst gingen nicht in den Palast hinein, weil sie nicht unrein werden wollten. Sonst hätten sie nicht am Passamahl teilnehmen können.

29Pilatus kam zu ihnen heraus und fragte: »Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?«

30Sie antworteten: »Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn dir nicht übergeben.«

31»Nehmt ihr ihn doch«, sagte Pilatus, »und verurteilt ihn nach eurem eigenen Gesetz!«

»Wir dürfen ja niemand hinrichten!«, erwiderten sie. 32So ging in Erfüllung, was Jesus gesagt hatte, als er von der Art seines Todes sprach.

18,32
12,32-33
Mt 20,19

33Pilatus ging in den Palast zurück und ließ Jesus vorführen. »Bist du der König der Juden?«, fragte er ihn.

34Jesus antwortete: »Bist du selbst auf diese Frage gekommen, oder haben dir andere von mir erzählt?«

35Pilatus erwiderte: »Bin ich etwa ein Jude? Dein eigenes Volk und die führenden Priester18,35 Mit dem Volk sind dessen Vertreter im Rat, die Ratsältesten, gemeint. Sie werden im Folgenden nicht mehr erwähnt, während die führenden Priester als Verhandlungspartner mit Pilatus mehrfach genannt sind (19,6.15b.21). Darüber hinaus bleiben die jeweiligen Sprecher unbestimmt; die Übersetzung setzt für »sie« oder »die Juden« (so wörtlich in 18,38b; 19,7.12.14) die im Zusammenhang wahrscheinlichsten Akteure ein. Zu diesem Verfahren und zum Hintergrund der Darstellung der Ereignisse bei Johannes siehe Sacherklärung »Juden«. haben dich mir übergeben. Was hast du getan?«

36Jesus sagte: »Mein Königtum stammt nicht von dieser Welt. Sonst hätten meine Leute dafür gekämpft, dass ich den Juden nicht in die Hände falle. Nein, mein Königtum ist von ganz anderer Art!«

18,36
6,15

37Da fragte Pilatus ihn: »Du bist also doch ein König?«

Jesus antwortete: »Ja, ich bin ein König. Ich wurde geboren und bin in die Welt gekommen, um die Wahrheit offenbar zu machen und als Zeuge für sie einzutreten. Wem es um die Wahrheit geht, der hört auf mich.«

18,37
19,12
8,47
3,32-33
1 Joh 4,6
1 Tim 6,13

38a»Wahrheit«, meinte Pilatus, »was ist das?«

Das Todesurteil

(Mt 27,15-31; Mk 15,6-20; Lk 23,13-25)

38bPilatus ging wieder zu den führenden Priestern hinaus und sagte zu ihnen: »Ich sehe keinen Grund, ihn zu verurteilen. 39Es ist aber üblich, dass ich euch jedes Jahr zum Passafest einen Gefangenen freilasse. Soll ich euch den König der Juden freigeben?«

40Sie schrien: »Nein, den nicht! Wir wollen Barabbas!« Barabbas aber war ein Straßenräuber.