Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

JESUS, DAS EWIGE WORT; DER TÄUFER UND DIE ERSTEN JÜNGER

(Kapitel 1)

Jesus Christus – Gottes Wort von Ewigkeit her

11Am Anfang1,1 Anspielung auf Gen 1,1. war das Wort.

Das Wort war bei Gott,

und in allem war es Gott gleich.

1,1-2
17,5
1 Joh 1,1-2
Gen 1,1–2,4a
Phil 2,6

2Von Anfang an war es bei Gott.

3Alles wurde durch das Wort geschaffen;

und ohne das Wort ist nichts entstanden.1,3 Wörtlich und ohne es entstand auch nicht eines, was entstanden ist. Aufgrund einer anderen Satzeinteilung, die von den frühen Kirchenvätern bevorzugt wurde, ergibt sich die Übersetzung ... auch nicht eines. Was entstanden ist – (Vers 4) in ihm war das Leben (dafür). Doch meint Leben in der »Guten Nachricht nach Johannes« immer »Leben in voller Gemeinschaft mit Gott«, »ewiges Leben« und nicht das naturhaft-biologische Leben.

1,3
1,10
1 Kor 8,6
Kol 1,16-17
Weish 9,1
Hebr 1,2

4In ihm war das Leben,

und dieses Leben war das Licht

für die Menschen.

1,4
5,26
8,12

5Das Licht strahlt in der Dunkelheit,

aber die Dunkelheit hat sich ihm verschlossen.

6Es trat einer auf, den Gott gesandt hatte; er hieß Johannes.
1,6
Mk 1,4
7Er sollte Zeuge sein für das Licht und alle darauf hinweisen, damit sie es erkennen und annehmen.1,7 Wörtlich damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8Er selbst war nicht das Licht; er sollte nur auf das Licht hinweisen.
1,8
1,20

9Das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist

und nun allen Menschen leuchtet,

ist Er, der das Wort ist.1,9 der das Wort ist: verdeutlichender Zusatz. Im Griechischen ist Wort grammatisch nicht ein Neutrum, sondern männlich: der Logos. Das Wort ist deshalb von Anfang an als Person kenntlich.

1,9
8,12

10Er, das Wort, war schon immer in der Welt,

die Welt ist durch ihn geschaffen worden,

und doch erkannte sie ihn nicht.

1,10
17,25

11Er kam in seine eigene Schöpfung,

doch seine Geschöpfe, die Menschen,

wiesen ihn ab.1,11 Andere Deutung: Er kam in sein eigenes Land, doch sein eigenes Volk wies ihn ab; vgl. Sir 24,7-11.

12Aber allen, die ihn aufnahmen

und ihm Glauben schenkten,

verlieh er das Recht,

Kinder Gottes zu werden.

1,12
1 Joh 3,1
Gal 3,26
4,5
Eph 1,5

13– Das werden sie nicht durch natürliche Geburt oder menschliches Wollen und Machen, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gibt. –
1,13
3,5-6
1 Petr 1,23

14Er, das Wort, wurde ein Mensch,

ein wirklicher Mensch von Fleisch und Blut.1,14 Er, das Wort ...: wörtlich Das Wort wurde Fleisch (vgl. Sacherklärung »Gnosis«).

Er lebte unter uns,

und wir sahen seine Macht und Hoheit,

die göttliche Hoheit,

die ihm der Vater gegeben hat,

ihm, seinem einzigen Sohn.

Gottes ganze Güte und Treue

ist uns in ihm begegnet.

1,14
Gal 4,4
Phil 2,7
1 Tim 3,16
Hebr 2,14
1 Joh 4,2
Bar 3,38
Sir 24,7-22

15Johannes trat als Zeuge für ihn auf und rief: »Das ist der, von dem ich sagte: ›Nach mir kommt einer, der über mir steht; denn bevor ich geboren wurde, war er schon da.‹«
1,15
1,30

16Aus seinem Reichtum

hat er uns beschenkt,

uns alle mit grenzenloser Güte überschüttet.

17Durch Mose gab Gott uns das Gesetz, in Jesus Christus aber ist uns seine Güte und Treue begegnet.
1,17
7,19
Ex 31,18
18Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist1,18 Nur der Eine ...: wörtlich Der einzig-artige Gott. Das griechische Wort für »einzig-artig« wird auch im Sinn von »einzig-geboren« verwendet, was aber im Zusammenhang mit »Gott« nicht passt. Deshalb haben viele Handschriften statt »Gott« das Wort »Sohn« verwendet (vgl. 3,18; siehe auch Sacherklärung »eingeboren«). und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.
1,18
6,46
14,8-9
1 Joh 4,12
1 Tim 6,16
Ex 33,20
Mt 11,27

Die Zeugenaussage des Täufers

(Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; Lk 3,1-18)

19Die führenden Männer1,19 die führenden Männer: wörtlich die Juden. Bei Johannes wird diese Bezeichnung mit verschiedenen Bedeutungen verwendet. Die Übersetzung verdeutlicht, wer im jeweiligen Zusammenhang damit gemeint ist. Johannes wählt jedoch die umfassende Bezeichnung, weil die ablehnende Haltung »der Juden« bei ihm beispielhaft für den Widerstand der gottfeindlichen »Welt« gegen Jesus steht (siehe eingehender Sacherklärung »Juden«). aus Jerusalem schickten Priester und Leviten zu Johannes. Die sollten ihn fragen: »Wer bist du?«

Da machte Johannes seine Zeugenaussage; 20er wich der Antwort nicht aus, sondern bezeugte mit aller Deutlichkeit: »Ich bin nicht der versprochene Retter1,20 Wörtlich der Christus.

21»Wer bist du dann?«, fragten sie ihn. »Bist du Elija?«

»Nein, der bin ich auch nicht.«

»Bist du der erwartete Prophet?«

»Nein.«

1,21 (Elija)
Mt 11,14

22»Sag uns, wer du bist«, forderten sie. »Die Männer, die uns geschickt haben, verlangen eine Antwort von uns. Was sagst du selbst von dir?«

23Johannes antwortete: »Der Prophet Jesaja hat von mir gesprochen. Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: ›Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt!‹«

1,23
nach

24Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. 25Sie fragten Johannes: »Wenn du weder der versprochene Retter bist noch Elija und auch nicht der Prophet, warum taufst du dann die Leute?«

26Johannes antwortete: »Ich taufe nur mit Wasser. Aber mitten unter euch steht schon der, den ihr nicht kennt: 27er, der nach mir kommt. Ich bin nicht gut genug, ihm die Schuhe aufzubinden.«

28Das ereignete sich in Betanien auf der anderen Seite des Jordans, wo Johannes taufte.

1,28
10,40

Das Gotteslamm

29Als Johannes am nächsten Tag Jesus auf sich zukommen sah, sagte er: »Seht dort das Opferlamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt.

1,29 (Opferlamm)
1,36
1 Joh 2,2
Jes 53,6-7
1 Petr 1,19
Offb 5,6
30Von ihm habe ich gesprochen, als ich sagte: ›Nach mir kommt einer, der über mir steht; denn bevor ich geboren wurde, war er schon da.‹
1,30
1,15
31Auch ich kannte ihn vorher nicht. Aber eben deshalb bin ich gekommen und habe mit Wasser getauft, damit er in Israel bekannt wird.«

32Johannes machte dazu folgende Zeugenaussage: »Ich sah, dass der Geist Gottes wie eine Taube vom Himmel auf ihn kam und bei ihm blieb.

1,32
Mk 1,10
33Vorher wusste ich nicht, dass er es war. Aber Gott, der mir den Auftrag gab, mit Wasser zu taufen, hatte zu mir gesagt: ›Wenn du einen siehst, auf den sich der Geist niederlässt und bei dem er bleibt, dann weißt du: Das ist der, der mit dem Heiligen Geist tauft.‹ 34Das habe ich gesehen«, sagte Johannes, »und ich verbürge mich dafür, dass dieser der Sohn Gottes ist.«
1,34 (Sohn Gottes)
1,49
5,19-23
10,36
11,27
20,31
5,18
Mt 3,17
27,54
Apg 9,20

Die ersten Jünger

35Am nächsten Tag stand Johannes an derselben Stelle, und zwei von seinen Jüngern waren bei ihm. 36Als er Jesus vorbeigehen sah, sagte er: »Seht dort das Opferlamm Gottes.«

1,36
1,29
37Die beiden hörten es und gingen Jesus nach.

38Jesus drehte sich um, sah, dass sie ihm folgten, und fragte: »Was sucht ihr?«

Sie antworteten: »Wo wohnst du, Rabbi?« – Rabbi bedeutet Lehrer.

39»Kommt, dann werdet ihr es sehen!«, antwortete er. Sie gingen mit ihm, sahen, wo er wohnte, und verbrachten den Rest des Tages mit ihm. Es war ungefähr vier Uhr nachmittags.

40Der eine von den beiden, die Johannes reden gehört hatten und Jesus gefolgt waren, war Andreas, der Bruder von Simon Petrus.

1,40-42
Mk 1,16-18
41Als er bald darauf seinen Bruder Simon traf, sagte er zu ihm: »Wir haben den Messias gefunden, den versprochenen Retter.«1,41 Wörtlich den Messias, das heißt übersetzt Christus.
1,41
4,25
42Dann brachte er ihn zu Jesus.

Jesus sah ihn an und sagte: »Du bist Simon, der Sohn von Johannes. Du wirst einmal Kephas genannt werden.« Kephas ist das hebräische Wort für Petrus (Fels).

1,42
Mt 10,2
16,18

Philippus und Natanaël

43Am Tag darauf wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen. Er traf Philippus und forderte ihn auf: »Komm, folge mir!« 44Philippus stammte wie Andreas und Petrus aus Betsaida.

45Philippus wiederum traf Natanaël und sagte zu ihm: »Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz geschrieben hat und den die Propheten angekündigt haben. Es ist Jesus aus Nazaret, der Sohn Josefs.«

1,45 (Gesetz)
Dtn 18,15

46»Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?«, fragte Natanaël.

Philippus antwortete: »Komm mit und überzeuge dich selbst!«

47Als Jesus Natanaël kommen sah, sagte er: »Da kommt ein wahrer Israelit, ein Mann ohne Falschheit.«

48Natanaël fragte ihn: »Woher kennst du mich?«

Jesus antwortete: »Bevor Philippus dich rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.«

49Da sagte Natanaël: »Rabbi, du bist der Sohn Gottes! Du bist der König von Israel!«

1,49
1,34
12,13

50Jesus sagte: »Glaubst du das jetzt, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch viel größere Dinge erleben.«

51Und er fuhr fort: »Amen, ich versichere euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und erleben, wie die Engel Gottes zum Menschensohn herab- und von ihm zum Himmel hinaufsteigen!«1,51 Dieser Vers ist eine Anspielung auf die Erzählung in Gen 28,10-17.

1,51
Mt 3,16

2

DAS ÖFFENTLICHE WIRKEN VON JESUS

(Kapitel 2–12)

Die Hochzeit in Kana

21Am dritten Tag2,1 Wahrscheinlich gerechnet vom Tag des Aufbruchs nach Galiläa 1,43. wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei, 2und auch Jesus war mit seinen Jüngern dazu eingeladen.

3Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!«

4Jesus erwiderte ihr: »Frau,2,4 Die Anrede Frau ist nicht respektlos (vgl. 4,21; 8,10; 20,13.15), aber der Mutter gegenüber doch ungewöhnlich (auch in 19,26): Sie lässt erkennen, wie radikal sich Jesus an den Willen seines Vaters im Himmel gebunden weiß, sodass selbst die engsten familiären Beziehungen zurücktreten müssen (vgl. auch Mk 3,31-35; Lk 11,27-28). das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.«

2,4 (Stunde)
7,630
8,20
12,23
13,1
17,1

5Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!«

6Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter2,6 Griechische Maßangabe 2 bis 3 Metreten (= je ca. 40 l). fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung, die das Gesetz vorschreibt.

2,6
Mk 7,3-4

7Jesus sagte zu den Dienern: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis an den Rand. 8Dann befahl er ihnen: »Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.«

Sie brachten ihm eine Probe, 9und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich 10und sagte: »Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!«

11So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn.

2,11 (Wunderzeichen)
2,23
3,2
4,54
6,26
11,47-48
20,30
Apg 2,22
Röm 15,19
12Danach ging er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinunter und blieb einige Tage dort.
2,12
Mt 4,13

Jesus im Tempel

(Mt 21,12-13; Mk 11,15-17; Lk 19,45-46)

13Als das Passafest näher kam, ging Jesus hinauf nach Jerusalem.

2,13 (Passafest)
6,4
11,55
12,112
Ex 12,1-14
14Im Vorhof des Tempels sah er die Händler, die dort Rinder, Schafe und Tauben verkauften; auch die Geldwechsler saßen dort an ihren Tischen.

15Da machte er sich aus Stricken eine Peitsche und trieb sie alle aus dem Tempelbezirk, mitsamt ihren Rindern und Schafen. Er fegte das Geld der Wechsler zu Boden und warf ihre Tische um. 16Den Taubenverkäufern befahl er: »Schafft das hier weg! Macht aus dem Haus meines Vaters keine Markthalle!«

2,16
Lk 2,49

17Seinen Jüngern kam das Wort aus den Heiligen Schriften in den Sinn: »Die Liebe zu deinem Haus wird mich noch umbringen.«2,17 Wörtlich wird mich verzehren/fressen (nach Ps 69,10).

18Die führenden Männer2,18 Wörtlich Die Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. fragten ihn: »Woran können wir erkennen, dass du so etwas tun darfst? Gib uns ein Wunderzeichen als Beweis!«

19Jesus antwortete ihnen: »Reißt diesen Tempel nieder, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen!«

2,19
Mk 14,5815,29Apg 6,14

20Sie hielten ihm entgegen: »Für den Bau dieses Tempels wurden sechsundvierzig Jahre gebraucht! Und du willst ihn in drei Tagen wieder aufbauen?«

21Mit dem Tempel meinte Jesus aber seinen Leib. 22Als er vom Tod auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger an dieses Wort. Da glaubten sie den Heiligen Schriften und dem, was Jesus damals gesagt hatte.

2,22
12,16
14,26
Lk 24,6-827

Jesus kennt die Menschen

23Während sich Jesus am Passafest in Jerusalem aufhielt, kamen viele zum Glauben an ihn, weil sie die Wunder sahen, die er vollbrachte.

2,23
2,11
24Aber Jesus traute ihnen nicht und hielt sich ihnen gegenüber zurück, weil er sie alle durchschaute. 25Über die Menschen brauchte ihm niemand etwas zu sagen, denn er kannte das menschliche Herz bis auf den Grund.