Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

Briefeingang

11Jakobus, der Gott und dem Herrn Jesus Christus dient, grüßt die zwölf Stämme des Gottesvolks, die über die ganze Welt zerstreut sind.

1,1
Mk 6,3Apg 21,18
1 Kor 15,7
Gal 2,9

Glaube in der Erprobung

2Meine Brüder und Schwestern,1,2 Herkömmliche Übersetzung Meine Brüder, doch siehe Anmerkung zu Hebr 2,17. Im Jakobusbrief stehen die Schwestern nicht so im Blick wie in den Paulusbriefen; sie sind jedoch über die Männer mitgemeint wie in den jüdischen Gemeinden, denen Jakobus nahesteht. Die Übersetzung erinnert daran von Fall zu Fall. nehmt es als Grund zur Freude, zur reinsten Freude, wenn ihr in vielfältiger Weise auf die Probe gestellt werdet.

1,2-3
Röm 5,3-5
1 Petr 1,6-7
4,13
3Denn ihr wisst: Wenn euer Glaube erprobt wird, führt euch das zur Standhaftigkeit; 4die Standhaftigkeit aber soll zum Tun des Rechten und Guten führen, damit ihr in jeder Hinsicht untadelig seid und euch zur Vollkommenheit nichts mehr fehlt.

5Wenn es aber unter euch welche gibt, die nicht wissen, was sie in einem bestimmten Fall tun müssen, sollen sie Gott um Weisheit bitten,1,5 Wörtlich Wenn jemandem Weisheit fehlt, bitte er Gott. und Gott wird sie ihnen geben. Denn er gibt sie allen gerne, ohne ihnen Vorwürfe zu machen.

1,5
Spr 2,6
6Sie müssen Gott aber in festem Vertrauen bitten und dürfen nicht zweifeln. Wer zweifelt, gleicht den Meereswogen, die vom Wind gepeitscht und hin und her getrieben werden.
1,6
5,13
Mt 7,7
Eph 4,14
7Solche Menschen können nicht erwarten, dass sie vom Herrn etwas empfangen; 8denn sie sind in sich gespalten und unbeständig in allem, was sie unternehmen.

Die Armen sollen sich rühmen!

9Wenn Brüder oder Schwestern1,9 Siehe Anmerkung zu Vers 2. arm und verachtet sind, sollen sie sich damit rühmen, dass sie bei Gott hoch angesehen sind.

1,9
2,5
10Wenn sie dagegen reich und mächtig sind, sollen sie sich bewusst sein, dass sie Gott damit keinen Eindruck machen können; denn wie eine Blume auf der Wiese werden sie vergehen.
1,10-11
Jes 40,6-8
Ijob 14,2
Ps 90,5-6
1,10
5,1
11Wenn die Sonne mit ihren sengenden Strahlen emporsteigt, verdorren die Blätter, und die Blüte fällt ab; ihre ganze Schönheit ist dahin. Genauso werden die Reichen zugrunde gehen, und mit all ihren Unternehmungen hat es ein Ende.

Woher die Versuchungen kommen

12Freuen darf sich, wer auf die Probe gestellt wird und sie besteht; denn Gott wird ihm den Siegeskranz geben, das ewige Leben, das er allen versprochen hat, die ihn lieben.

1,12
5,11
1 Kor 9,24-25
Weish 5,16

13Wenn ein Mensch in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: »Gott hat mich in Versuchung geführt.« So wie Gott nicht zum Bösen verführt werden kann, so verführt er auch niemand dazu.

1,13
Sir 15,11-20
1 Kor 10,13
14Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt.
1,14-15
1 Joh 2,16-17
Röm 7,7-10
6,19-21
15Wenn jemand ihr nachgibt, wird die Begehrlichkeit gleichsam schwanger und gebiert die Sünde. Und wenn die Sünde ausgewachsen ist, bringt sie den Tod hervor.

16Meine lieben Brüder und Schwestern,1,16 Siehe Anmerkung zu Vers 2; ebenso für Vers 19. lasst euch nicht irreführen! 17Lauter gute Gaben, nur vollkommene Gaben kommen von oben, von dem Schöpfer1,17 Wörtlich Vater. der Gestirne. Bei ihm gibt es kein Zu- und Abnehmen des Lichtes und keine Verfinsterung.

1,17
Mt 7,11Gen 1,14-18
18Aus seinem freien Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die Gute Nachricht,1,18 durch die Gute Nachricht: verdeutlichender Zusatz. ein neues Leben geschenkt. So sind wir gleichsam die Erstgeborenen1,18 Wörtlich die ersten Früchte; siehe Sacherklärung »Erstling«. seiner neuen Schöpfung.
1,18
Joh 1,13
1 Petr 1,23
Röm 8,19-23

Hören und Tun

19Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Jeder soll stets bereit sein zu hören, aber sich Zeit lassen, bevor er redet, und noch mehr, bevor er zornig wird.

1,19
3,2
Sir 5,11
Koh 7,8-9
20Denn im Zorn tut niemand, was vor Gott recht ist. 21Legt also alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat. Es hat die Macht, euch zu retten.
1,21
Kol 3,8

22Es genügt aber nicht, dieses Wort nur anzuhören. Ihr müsst es in die Tat umsetzen, sonst betrügt ihr euch selbst!

1,22 (Tat)
Mt 7,2426Jak 2,17
23Wer die Botschaft Gottes nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der in einen Spiegel blickt: 24Er sieht sich, wie er ist, und betrachtet sich kurz. Aber dann geht er weg – und schon hat er vergessen, wie er aussah. 25Anders der Mensch, der tief und anhaltend in das vollkommene Gesetz Gottes blickt, das uns frei macht. Er hört nicht nur hin, um es gleich wieder zu vergessen, sondern handelt danach. Freuen darf sich, wer das wirklich tut.
1,25
2,12
2,24
Joh 13,17

Maßstäbe echter Frömmigkeit

26Wenn jemand meint, Gott zu ehren, aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, ist seine ganze Gottesverehrung wertlos und er betrügt sich selbst.

1,26
3,28-10
Ps 141,3
27Gott, der Vater, wird auf die rechte Art geehrt, wenn jemand den Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich nicht an dem ungerechten Treiben dieser Welt beteiligt.
1,27
Jes 1,17
Ps 10,1418
1 Joh 2,15-17

2

Keine Bevorzugung der Reichen!

21Meine Brüder und Schwestern,2,1 Siehe Anmerkung zu 1,2; ebenso für Vers 5. ihr glaubt an Jesus Christus, unseren Herrn, der Gottes Herrlichkeit teilt und dem allein alle Ehre zusteht.2,1 Wörtlich an unseren Herrn Jesus Christus (den Herrn) der Herrlichkeit. Dann dürft ihr aber auch nicht Unterschiede machen, je nachdem, ob ein Mensch in der sozialen Rangordnung hoch oder niedrig steht!

2,1 (Unterschiede)
2,9
Dtn 1,17
16,19
Ps 82,2-3
Spr 17,15
Röm 2,11

2Nehmt einmal an, ihr seid zum Gottesdienst versammelt, und es kommt ein Mann mit goldenen Ringen und in vornehmer Kleidung herein und ebenso ein Armer in Lumpen. 3Und ihr sagt zu dem gut gekleideten Mann respektvoll: »Bitte, hier ist noch ein bequemer Platz!« Aber zu dem Armen sagt ihr: »Du kannst dort hinten stehen«, oder auch: »Setz dich hier neben meinen Stuhl auf den Boden!« 4Trefft ihr da nicht höchst fragwürdige Unterscheidungen und urteilt nach verwerflichen Maßstäben?

5Hört gut zu, meine lieben Brüder und Schwestern! Hat Gott nicht gerade die erwählt, die in den Augen dieser Welt arm sind, um sie aufgrund ihres Glaubens reich zu machen? Sie sollen in Gottes neue Welt kommen,2,5 Wörtlich Sie sollen die Königsherrschaft erben. die er denen versprochen hat, die ihn lieben.

2,5
1,9
Lk 6,20-21
1 Kor 1,26-28
6Ihr aber verachtet die Armen! Und wer unterdrückt euch und bringt euch vor Gericht? Die Reichen! 7Sind sie es nicht, die den hohen Namen lästern, der bei der Taufe2,7 bei der Taufe: verdeutlichender Zusatz. Durch Ausrufen des Namens (in diesem Fall von Jesus) wurde eine Person oder Sache zum Eigentum des Namensträgers erklärt. über euch ausgerufen wurde?

8Handelt nach dem wahrhaft königlichen Gesetz, wie es in den Heiligen Schriften steht: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!« Dann tut ihr recht.

2,8
zit
9Wenn ihr aber dabei Unterschiede macht, begeht ihr eine Sünde und steht vor dem Gesetz als Übertreter da.
2,9
2,1
10Denn wer das gesamte Gesetz befolgt, aber gegen ein einziges Gebot verstößt, hat gegen alle verstoßen und ist vor dem ganzen Gesetz schuldig geworden.
2,10
Mt 5,19
Gal 3,10
5,3
11Derselbe Gott, der gesagt hat: »Brich nicht die Ehe!«, hat auch gesagt: »Morde nicht!« Wenn du also keinen Ehebruch begehst, aber jemand umbringst, bist du ein Übertreter des Gesetzes.
2,11
zit Ex 20,14.13

12Redet und handelt als Menschen, die einst vor Gott nach dem Gesetz beurteilt werden sollen, das wahrhaft frei macht.

2,12
1,25
13Wer selbst kein Erbarmen gehabt hat, über den wird auch Gott erbarmungslos Gericht halten. Wenn aber jemand barmherzig war, dann gilt:2,13 Wenn aber ...: verdeutlichender Zusatz. Das Erbarmen triumphiert über das Gericht.
2,13
Mt 5,7
18,32-35

Glaube hat Folgen

14Meine Brüder und Schwestern,2,14 Siehe Anmerkung zu 1,2. In Vers 15 wird die Schwester auch im griechischen Text genannt. was hat es für einen Wert, wenn jemand behauptet: »Ich vertraue auf Gott, ich habe Glauben!«, aber er hat keine guten Taten vorzuweisen? Kann der bloße Glaube ihn retten?

2,14
Mt 7,21
15Nehmt einmal an, bei euch gibt es einen Bruder oder eine Schwester, die nichts anzuziehen haben und hungern müssen. 16Was nützt es ihnen, wenn dann jemand von euch zu ihnen sagt: »Ich wünsche euch das Beste; ich hoffe, dass ihr euch warm anziehen und satt essen könnt!« –, aber er gibt ihnen nicht, was sie zum Leben brauchen? 17Genauso ist es auch mit dem Glauben: Wenn er allein bleibt und aus ihm keine Taten hervorgehen, ist er tot.
2,17
Gal 5,6
1 Joh 3,18

18Aber vielleicht wendet jemand ein: »Hast du überhaupt Glauben?« Darauf antworte ich: Ich habe die Taten! Zeig mir doch einmal deinen Glauben, wenn du mir nicht die entsprechenden Taten zeigen kannst! Aber ich will dir meinen Glauben aus meinen Taten beweisen. 19Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Gut! Das glauben die bösen Geister auch – und zittern vor Angst.

2,19
Dtn 6,4

20Du gedankenloser Mensch! Willst du nicht einsehen, dass ein Glaube, der nicht zu Taten führt, nutzlos ist? 21Wurde nicht unser Ahnvater Abraham aufgrund seines Tuns von Gott als gerecht anerkannt – nämlich weil er seinen Sohn Isaak als Opfer auf den Altar legte?

2,21
Gen 22,1-18
Hebr 11,17
22Du siehst also: Sein Glaube und seine Taten wirkten zusammen; sein Glaube wurde durch sein Tun vollkommen.

23Auf diese Weise bestätigte sich das Wort in den Heiligen Schriften: »Abraham glaubte Gott, und dies rechnete Gott ihm als Gerechtigkeit an.« Er wird sogar Freund Gottes genannt.

2,23
zit
24Ihr seht also, dass ein Mensch aufgrund seiner Taten von Gott als gerecht anerkannt wird und nicht schon durch bloßen Glauben.
2,24
Röm 3,28
4,2-5

25War es nicht ebenso bei der Hure Rahab? Auch sie wurde doch aufgrund ihrer Taten als gerecht anerkannt – weil sie die Kundschafter bei sich aufnahm und auf einem geheimen Fluchtweg aus der Stadt entkommen ließ.

2,25
Jos 6,23
26Genauso wie der menschliche Leib ohne den Lebensgeist tot ist, so ist auch der Glaube ohne entsprechende Taten tot.