Gute Nachricht Bibel (GNB)
40

TROSTWORTE FÜR DIE VERBANNTEN IN BABYLONIEN

(Kapitel 40–55)

Gott bringt sein Volk zurück

401»Tröstet, tröstet mein Volk!«, sagt euer Gott.

40,1
61,1-2
66,13
2»Sprecht den Leuten aus Jerusalem Mut zu, sagt zu ihnen: ›Eure Gefangenschaft ist zu Ende! Eure Schuld ist abgebüßt! Ihr habt vom Herrn die volle Strafe für eure Vergehen empfangen; jetzt ist alles beglichen!‹«40,2 jetzt ist ...: verdeutlichender Zusatz; die volle Strafe: wörtlich das Doppelte. Das ist nach israelitischem Recht die übliche Schadenersatzforderung; vgl. Ex 22,3.6.8.
40,2
44,22
Jer 16,18

3Hört, jemand ruft: »Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste, baut eine Straße für unseren Gott!

40,3-4
11,16
35,8-9
43,19
49,11
57,14
Mk 1,3
4Füllt die Täler auf, ebnet Berge und Hügel ein, räumt alle Hindernisse aus dem Weg! 5Der Herr wird kommen in seiner ganzen Herrlichkeit und alle Menschen werden es sehen. Der Herr selbst hat das gesagt.«
40,5
35,2
66,18

6Ich hörte eine Stimme sagen: »Rede zu deinem Volk!«

»Was soll ich denn sagen?«, fragte ich. »Alle Menschen sind vergänglich wie das Gras. Auch wenn sie noch so gerecht und treu sind, es ergeht ihnen nicht anders als den Blumen auf der Wiese.

40,6-8
40,15
51,12
Ps 90,5-6
1 Petr 1,24-25
7Das Gras verdorrt, die Blumen verwelken, wenn der Herr seinen glühenden Atem darüber wehen lässt. Ja, wie Gras ist das Volk!«

8Da sagte die Stimme: »Das Gras verdorrt, die Blumen verwelken; aber das Wort unseres Gottes bleibt für immer in Kraft.«

40,8
55,11
Ps 119,89
Mk 13,31

Die Freudenbotschaft

9Steig auf einen hohen Berg, du Freudenbotin Jerusalem! Ruf mit lauter Stimme deine Botschaft aus, du Zionsstadt! Tu es unbesorgt, hab keine Angst! Sag den Städten Judas: »Euer Gott kommt! 10Der Herr, der mächtige Gott, kommt als Sieger und herrscht mit starker Hand. Die Siegesbeute, sein Volk, das er befreit hat, zieht vor ihm her.

40,10
42,16
43,1-7
48,20-21
51,11-16
62,11
11Er führt sein Volk wie ein guter Hirt, der die Lämmer auf seinen Arm nimmt und an seiner Brust trägt und der die Mutterschafe behutsam leitet.«
40,11
46,3-4
49,9
Ez 34,11-16

Der Schöpfer der Welt als Herr der Geschichte

12Wer kann mit der hohlen Hand das Wasser des Meeres abmessen, mit der Spanne seiner Hand den Umfang des Himmels bestimmen? Wer kann den Boden, der die Erde bedeckt, in Eimer abfüllen oder die Berge und Hügel auf der Waage abwiegen?

40,12-14
Ijob 38,1–40,2
13Und wer kann die Gedanken des Herrn abmessen? Wer wird von ihm in seine Pläne eingeweiht?
40,13
1 Kor 2,16
14Braucht der Schöpfer der Welt jemand, der ihm Ratschläge gibt und ihm auf die Sprünge hilft, der ihn über Recht und Gerechtigkeit belehrt und ihm den richtigen Weg zeigt?

15Begreift doch: Für den Herrn sind die Völker wie ein Tropfen am Eimer oder ein Stäubchen auf der Waagschale; der ganze Erdkreis wiegt40,15 wiegt: vermutlicher Text; H ist nicht sicher zu deuten. für ihn nicht mehr als ein Sandkorn. 16Alles Wild auf dem Libanon reicht nicht aus und alle seine Bäume geben nicht genug Brennholz für ein Opfer, das ihm angemessen wäre. 17Alle Völker sind vor ihm wie nichts, mit all ihrer Macht zählen sie für ihn nicht.

18Mit wem wollt ihr Gott vergleichen? Gibt es irgendetwas, das einen Vergleich mit ihm aushält?

40,18-26
Ps 96,5
Jer 51,15-19
40,18-20
46,1-8
41,21-29
44,9-20
19Da machen sie Götterbilder: Der Gießer fertigt eine Bronzefigur an und der Goldschmied beschlägt sie mit Goldblech und Silberstreifen. 20Der Auftraggeber40,20 Das hebräische Wort ist nicht sicher zu deuten. wählt als Sockel ein Stück Holz, das nicht fault, und sucht sich einen geschickten Handwerker, der das Bild darauf befestigt, sodass es nicht wackelt.

21Begreift ihr denn nicht? Könnt ihr nicht hören? Wird es euch nicht seit Urzeiten verkündet? Sagen es euch nicht die Fundamente der Erde? 22Gott thront hoch über dem Erdkreis, sodass die Menschen für ihn so klein wie Heuschrecken sind. Wie ein Tuch hat er den Himmel ausgespannt, wie ein Zeltdach, unter dem die Menschen wohnen.

40,22
42,5
44,24
45,12
Sach 12,1
Ps 104,2-3
23Die Großen und Mächtigen der Erde sind vor ihm nichts und werden vernichtet.
40,23
2,11-12
Lk 1,51-52
24Eben erst sind sie hochgekommen und schon ist es mit ihnen zu Ende; es ergeht ihnen wie dem Keimling oder Setzling, der gerade Wurzel schlägt: Der Gluthauch des Herrn bläst sie an und sie verdorren; der Sturm trägt sie fort wie Spreu.

25»Mit wem also wollt ihr mich vergleichen? Wer kann es mit mir aufnehmen?«, fragt der heilige Gott. 26Seht doch nur in die Höhe! Wer hat die Sterne da oben geschaffen? Er lässt sie alle aufmarschieren, das ganze unermessliche Heer. Jeden Stern ruft er einzeln mit Namen, und keiner bleibt fern, wenn er, der Mächtige und Gewaltige, ruft.

40,26
45,12
Gen 1,14-19
Ps 147,4

Gott gibt Kraft zum Durchhalten

27Ihr Leute von Israel, ihr Nachkommen Jakobs, warum klagt ihr: »Der Herr kümmert sich nicht um uns; unser Gott lässt es zu, dass uns Unrecht geschieht«?

40,27
49,14
50,1

28Habt ihr denn nicht gehört? Habt ihr nicht begriffen? Der Herr ist Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, seine Macht reicht über die ganze Erde; er hat sie geschaffen! Er wird nicht müde, seine Kraft lässt nicht nach; seine Weisheit ist tief und unerschöpflich. 29Er gibt den Müden Kraft und die Schwachen macht er stark. 30Selbst junge Leute werden kraftlos, die Stärksten erlahmen. 31Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.

40,31
Ps 103,5
2 Kor 12,9

41

Der Gott Israels fordert die Götter heraus

411Der Herr sagt: »Hört mir zu, lasst mich reden, ihr Völker, bis hin zu den Enden der Erde! Nehmt eure ganze Kraft zusammen! Die Götter sollen vortreten und mir antworten. Ich habe einen Rechtsstreit mit ihnen; wir wollen ihn vor euch austragen.

41,1
41,21-29

2Wer war es, der den Mann aus dem Osten41,2 Gemeint ist der Perserkönig Kyrus; vgl. 44,28; 45,1. auftreten ließ, ihn, der überall siegt, wo er hinkommt? Er unterwirft sich die Völker und entthront ihre Könige, mit seinen Heeren treibt er sie vor sich her wie der Wind den Staub oder die Spreu.

41,2
45,1-5
3Er jagt ihnen nach, seine Füße scheinen den Boden kaum zu berühren. Niemand kann ihm etwas anhaben.

4Wer war es, der dies in Gang gesetzt hat? Der, der von Anfang an die Menschen ins Dasein ruft und die Geschicke der Völker lenkt! Ich war es, der Herr; ich bin der Erste, und bis zuletzt bleibe ich Herr über alles, was geschieht!«41,4 und bis zuletzt ...: wörtlich und bei den Letzten bin es noch ich.

41,4
44,6

Die Völker suchen Schutz

5Die Bewohner der fernsten Länder sahen, was da geschah, und zitterten vor Angst; sie machten sich auf und kamen zusammen. 6Sie helfen einander und sprechen sich gegenseitig Mut zu. 7Sie machen ihr Götterbild fertig: Der Gießer glättet es mit dem Hammer, dann sagt er zum Goldschmied: »Nur zu!« Der Goldschmied hämmert den Belag auf und sagt: »Das hält!« Und zuletzt befestigt einer das Standbild mit Nägeln auf dem Podest, damit es nicht wackelt.

41,7
44,9-20

Gott steht zu seinem erwählten Volk

8Der Herr sagt: »Israel, du Volk Jakobs, das ich erwählt habe, damit es mir dient, du Nachkommenschaft meines Freundes Abraham!

41,8-13
Jer 30,10-11
41,8
Ps 135,4
2 Chr 20,7
9Du weißt: Aus dem fernsten Winkel der Erde habe ich dich gerufen und herbeigeholt, ich habe zu dir gesagt: ›Du stehst in meinem Dienst!‹ Ich habe dich erwählt und ich habe dich auch jetzt nicht verstoßen.

10Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand!

41,10
41,13-14
43,15
44,8
51,7
54,4

11Alle, die gegen dich wüten, werden in Schimpf und Schande dastehen; alle, die dir dein Lebensrecht streitig machen, werden zugrunde gehen. 12Du wirst dich nach ihnen umsehen, aber sie nicht mehr finden; alle deine Feinde verschwinden und werden zu nichts. 13Denn ich bin der Herr, dein Gott, ich fasse dich bei der Hand und sage zu dir: Fürchte dich nicht! Ich selbst, ich helfe dir!

14Fürchte dich nicht, Israel, du Nachkommenschaft Jakobs! Auch wenn du so schwach und hilflos bist wie ein Wurm, den man zertritt – ich, der Herr, helfe dir; darauf gebe ich dir mein Wort. Ich, der heilige Gott Israels, bin dein Befreier.

41,14
41,10
15Ich mache dich zu einem Dreschschlitten mit neuen, scharfen Zähnen. Berge und Hügel wirst du dreschen und zu Staub zermahlen; 16mit der Worfschaufel wirfst du sie in die Luft, sodass der Sturm sie wie Spreu davonträgt. Dann wirst du jubeln über das, was ich getan habe; du wirst den heiligen Gott Israels preisen, der dir geholfen hat.«

Gott führt sein Volk durch die Wüste

17Der Herr sagt: »Mein Volk ist am Verdursten, sie suchen nach Wasser und finden keins; ihre Zunge klebt schon am Gaumen. Aber ich, der Herr, höre ihren Hilferuf; ich, der Gott Israels, lasse sie nicht im Stich! 18Auf den steinigen Höhen lasse ich Wasser hervorbrechen und im Wüstensand Quellen entspringen. In der Steppe sollen sich Teiche bilden, aus dem ausgedörrten Boden soll Wasser hervorsprudeln.

41,18
35,7
43,19
19Mitten in der Wüste lasse ich Schatten spendende Bäume aufwachsen: Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume, Wacholder, Pinien und Zypressen.
41,19
35,1-2
20Wenn sie das sehen, werden sie begreifen, dass ich, der Herr, eingegriffen habe, und sie werden erkennen: Der heilige Gott Israels hat dies alles geschaffen.«

Die Götter sollen ihre Macht beweisen

21Der Herr, der König Israels, sagt zu den Göttern der Völker: »Stellt euch auf zum Prozess! Bringt eure Beweise vor!

41,21-29
41,1-4
43,9
44,7
48,3-5
40,18-20
22Lasst uns hören, was ihr vollbracht habt! Erzählt es uns, wir lassen uns gerne belehren. Oder sagt uns voraus, was ihr in Zukunft vollbringen wollt! Dann werden wir euch glauben, wenn es eintrifft. 23Sagt doch irgendetwas voraus, etwas Gutes oder etwas Schlimmes, dann werden wir alle erkennen, dass ihr Götter seid, und werden Respekt vor euch haben! 24Aber ihr seid ja nichts und könnt auch nichts. Wer euch liebt, ist mir verhasst.
41,24 (nichts)
1 Sam 12,21
Ps 115,4-7

25Ich erweckte den Mann aus dem Osten41,25 Osten: wörtlich Norden, dafür in der Fortsetzung rief ... aus dem Osten (vgl. Vers 2); ich rief ihn beim Namen: mit einer wichtigen Handschrift; H den, der meinen Namen anruft. und er machte sich auf; ich rief ihn beim Namen und er kam. Er tritt die Mächtigen in den Staub, er verfährt mit ihnen wie der Töpfer, der den Ton mit den Füßen stampft.

41,25
45,1-5
26Wer hat das im Voraus angekündigt, sodass wir sagen müssten: ›Er hat recht gehabt‹? Keiner von euch hat es angekündigt, keiner hat es vorausgesagt, kein Wörtchen hat man von euch gehört. 27Ich allein, ich habe das den Leuten von Jerusalem angekündigt und der Zionsstadt den Freudenboten mit dieser Nachricht geschickt.
41,27
52,7

28Ich sehe mich um, da sind die Götter alle verschwunden, und aus dem Kreis der Völker nimmt sie keiner in Schutz. Niemand antwortet auf meine Fragen. 29Sie sind alle nichts,41,29 nichts: mit einer wichtigen Handschrift und alten Übersetzungen; H Unheil/Unrecht. die Götter, sie haben nichts vorzuweisen. Und ihre Bilder haben schon gar nichts zu bedeuten.«

42

Der Bevollmächtigte Gottes bringt Freiheit und Frieden

421Der Herr hat gesagt: »Hier ist mein Bevollmächtigter, hinter dem ich stehe. Ihn habe ich erwählt, ihm gilt meine Liebe, ihm gebe ich meinen Geist. Er wird die Völker regieren und ihnen das Recht bringen.

42,1-4
49,1-6
Mt 12,18-21
42,1
51,4
Mt 3,17
2Er schreit keine Befehle und lässt keine Verordnungen auf der Straße ausrufen. 3Das geknickte Schilfrohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus. Er bringt dem geschlagenen Volk das Recht, damit Gottes Treue ans Licht kommt. 4Er selbst zerbricht nicht und wird nicht ausgelöscht. Er führt meinen Auftrag aus und richtet unter den Völkern meine Rechtsordnung auf. Noch an den fernsten Küsten warten sie auf seine Weisung.«

Der Gott Israels rief den Perserkönig

5Der Herr, der wahre und einzige Gott, hat den Himmel geschaffen, wie ein Zelt hat er ihn ausgespannt; er hat die Erde ausgebreitet und Pflanzen und Tiere auf ihr entstehen lassen; er hat den Menschen auf der Erde Leben und Geist gegeben. Er ist es auch, der gesagt hat:

42,5
40,22

6»Ich, der Herr, habe dich berufen, damit du meinen Auftrag ausführst. Ich stehe dir zur Seite und rüste dich aus. Ich mache dich zum Friedensbringer für die Menschen und zu einem Licht für alle Völker.

42,6-7
45,1-5
42,6
Lk 2,32
7Die Gefangenen sollst du aus dem Dunkel des Kerkers holen und den blind gewordenen Augen das Licht wiedergeben.«

8Euch Israeliten aber sagt er: »Ich bin der Herr, der mächtige und helfende Gott!42,8 der mächtige ...: wörtlich das ist mein Name. Über die in Ex 3,14-15 gegebene Deutung hinaus (»Ich-bin-da«) schließt der Name Gottes für den Propheten die Überlegenheit des Gottes Israels über alle Mächte und Götter ein. Diese meine Ehre lasse ich mir von niemand nehmen, meinen Ruhm überlasse ich nicht den Götzen! 9Was ich früher vorausgesagt habe, ist eingetroffen. Nun kündige ich Neues an. Ich sage es euch im Voraus, noch ehe es eintrifft.«

42,9
48,3-11

Die ganze Erde wird Gottes Sieg feiern

10Singt alle dem Herrn ein neues Lied! Noch am äußersten Ende der Erde preist seinen Sieg! Rühmt ihn alle, die auf dem Meer fahren, und alles, was darin lebt! Rühmt ihn, ihr Menschen der ganzen Erde!

42,10-12
Ps 96,1
Jes 44,23
11Die Nomaden in der Steppe, die Leute von Kedar, sollen ihn mit Freudenrufen begrüßen, die Gebirgsbewohner von den Gipfeln ihrer Berge ihm zujubeln. 12Sie alle sollen dem Herrn die Ehre geben; auf der ganzen weiten Erde sollen sie ihn als Sieger preisen.

13Denn der Herr zieht aus wie ein Held, er führt seine Scharen zum Kampf und feuert sie an. Er erhebt das Kriegsgeschrei und wirft seine Feinde zu Boden.

42,13
40,10
45,1-2
Ex 15,3

Gott kann nicht länger an sich halten

14Der Herr sagt: »Lange habe ich geschwiegen, ich habe an mich gehalten und nicht eingegriffen. Aber jetzt stöhne ich wie eine Frau bei der Geburt, ich keuche und ringe nach Luft.

42,14
Hos 11,8
15Mit meinem glühend heißen Atem dörre ich das Dickicht auf Bergen und Hügeln hinweg; Ströme lasse ich versiegen und Seen lege ich trocken.

16Und dann nehme ich mein blindes Volk, das Volk, das keinen Weg mehr sieht, an die Hand und führe es. Das Dunkel, das vor ihm liegt, mache ich hell und räume alle Hindernisse beiseite. Das werde ich ganz sicher tun und mich nicht davon abbringen lassen.

42,16
40,10

17Aber alle, die sich auf Götzenbilder verlassen und zu ihnen sagen: ›Ihr seid unsere Götter‹, sehen sich dann im Stich gelassen und müssen die Flucht ergreifen.«

Das Volk hat nichts gelernt ...

18Macht eure Ohren auf, ihr Schwerhörigen! Macht eure Augen auf, ihr Blinden, damit ihr etwas seht!

42,18
43,8
19Ihr meint, der Herr sieht und hört nichts;42,19 Ihr meint ...: verdeutlichender Zusatz. aber wenn hier einer blind und taub ist, dann seid ihr es, das Volk, das er zu seinem Diener erwählt und zu seinem Boten bestimmt hat!
42,19
41,8-9
43,10

20Ihr habt Augen zum Sehen und seht nichts, ihr habt Ohren zum Hören und hört nichts.

42,20
6,10
21Der Herr hat euch in diese Lage gebracht, weil er über seiner Rechtsordnung wacht; eure Bestrafung erweist die Größe und Herrlichkeit seines Gesetzes. 22Nur deshalb seid ihr jetzt beraubt und ausgeplündert, sitzt gefangen in Kerkern und Erdlöchern, die Feinde haben euch als Beute weggeschleppt, und niemand befreit euch, niemand holt euch zurück!

23Hat das keinen von euch zum Nachdenken gebracht? Nimmt sich das niemand zu Herzen und zieht eine Lehre daraus?

24Wer hat denn das Volk Israel, die Nachkommen Jakobs, an Räuber und Plünderer ausgeliefert? Der Herr hat es getan, weil wir ihm ungehorsam gewesen sind! Die Israeliten wollten nicht nach seinen Weisungen leben und achteten nicht auf sein Gesetz. 25Da strafte er sie in seinem Zorn und ließ sie die Schrecken des Krieges erfahren. Sein lodernder Zorn schloss sie ringsum ein und versengte sie; aber sie kamen nicht zur Besinnung, sie haben nichts begriffen.