Gute Nachricht Bibel (GNB)
4

41Nun sage ich: Solange der rechtmäßige Erbe minderjährig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, auch wenn ihm in Wirklichkeit alles gehört. 2Bis zu dem Zeitpunkt, den der Vater im Testament festgelegt hat, ist er von Vormündern und Vermögensverwaltern abhängig.

3So standen auch wir früher als Unmündige unter der Herrschaft der Mächte dieser Welt.4,3 Wörtlich der Elemente (= Grundkräfte) der Welt. Gedacht ist an die Abhängigkeit von Schicksalsmächten wie den Gestirnen (vgl. Vers 10), also religiös überhöhten naturhaften Ordnungen, die wie das Mosegesetz vom Menschen, der Lebensglück sucht, die sklavische Befolgung bestimmter Regeln verlangen (vgl. 3,12).

4,3
Eph 1,21
4Als aber die Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Der wurde als Mensch geboren4,4 Wörtlich wurde von einer Frau geboren. Paulus gebraucht die hebräische Wendung »Fraugeborener« (vgl. Mt 11,11), um das volle Menschsein von Jesus Christus zu unterstreichen. und dem Gesetz unterstellt,
4,4
Joh 1,14
5um alle zu befreien, die unter der Herrschaft des Gesetzes standen. Durch ihn wollte Gott uns als seine mündigen Söhne und Töchter annehmen.

6Weil ihr nun Gottes Söhne und Töchter seid, gab Gott euch den Geist seines Sohnes ins Herz. Der ruft aus uns: »Abba! Vater!«

4,6
Röm 8,15
7Du bist also nicht länger Sklave, sondern mündiger Sohn und mündige Tochter, und wenn du das bist, dann bist du nach Gottes Willen auch Erbe: Du bekommst, was Gott Abraham versprochen hat.4,7 Du bekommst ...: verdeutlichender Zusatz in Anlehnung an 3,29.
4,7
Röm 8,17

Paulus sorgt sich um die Gemeinde

8Ganz anders war es damals, als ihr Gott noch nicht gekannt habt: Wie Sklaven dientet ihr Göttern, die gar keine sind.

4,8
1 Kor 8,4-6
12,2
9Jetzt habt ihr Gott erkannt, besser gesagt: Gott hat euch erkannt.4,9 Das heißt: »euch erwählt«; vgl. 1 Kor 8,2-3. Wie könnt ihr dann wieder zu diesen schwachen und armseligen Mächten zurückkehren? Wollt ihr von Neuem ihre Sklaven sein?
4,9
Kol 2,20
10Ihr meint, ihr müsst auf bestimmte Tage, Monate, Festzeiten, Jahre achten und euch danach richten.
4,10
Kol 2,16
11Ihr macht mir Sorgen! Soll meine ganze Arbeit an euch vergeblich gewesen sein?
4,11
2,2
Phil 2,16

12Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern:4,12 Siehe Anmerkung zu 1,2. Werdet wie ich, weil ich ja auch wie ihr geworden bin – nämlich frei vom Gesetz.4,12 nämlich frei ...: verdeutlichender Zusatz. Ihr habt mir nie eine Kränkung zugefügt.

4,12
1 Kor 9,19-21
13Ihr wisst doch noch, wie ich zum ersten Mal bei euch war und euch die Gute Nachricht brachte. Ich war krank,
4,13
Apg 16,6
14und mein Zustand stellte euch auf eine harte Probe. Trotzdem habt ihr mich nicht verachtet oder verabscheut. Im Gegenteil, ihr habt mich wie einen Engel Gottes aufgenommen, ja wie Jesus Christus selbst.

15Damals habt ihr euch glücklich gepriesen. Wo ist das nun geblieben? Ich kann euch bezeugen: Wenn es möglich gewesen wäre, hättet ihr euch sogar die Augen ausgerissen4,15 Der Ausdruck ist bildlich und besagt nicht, dass Paulus eine Augenkrankheit hatte. und sie mir gegeben. 16Bin ich jetzt euer Feind geworden, weil ich euch die Gute Nachricht unverfälscht bewahren will?

17Ihr werdet von Leuten umworben, die es nicht gut mit euch meinen. Sie wollen euch nur von mir und von Christus trennen,4,17 Wörtlich Sie wollen euch ausschließen. damit ihr sie umwerbt.

4,17
1,7
18Dagegen ist es gut, wenn ihr im guten Sinne mich umwerbt, und das nicht nur, wenn ich bei euch bin.

19Meine Kinder, ich leide noch einmal Geburtswehen um euch, bis Christus in eurer Mitte Gestalt angenommen hat!

4,19
1 Thess 2,11
20Könnte ich nur bei euch sein und so zu euch reden, dass es euch ins Herz dringt! Ich bin ratlos, was ich mit euch machen soll.

Die beiden Söhne Abrahams

21Ihr wollt euch dem Gesetz unterwerfen. Ich frage euch: Hört ihr nicht, was das Gesetz sagt? 22Im Buch des Gesetzes steht: Abraham hatte zwei Söhne, einen von der Sklavin Hagar und einen von der freien Frau Sara.

4,22
Gen 16,15
21,3
23Der Sohn der Sklavin verdankte sein Leben den menschlichen Kräften,4,23 verdankte ...: wörtlich wurde nach Art des Fleisches gezeugt. der Sohn der Freien verdankte es der Zusage Gottes.
4,23
Röm 9,7-9
4,17-21
Gen 17,18-19

24Diese Erzählung hat einen tieferen Sinn: Die beiden Mütter bedeuten zwei verschiedene Ordnungen Gottes. Die eine Ordnung, für die Hagar steht, wurde am Berg Sinai erlassen und bringt Sklaven hervor.

4,24
Ex 19,3–24,18
Gal 3,23
4,1
5,1
25Das Wort Hagar bezeichnet nämlich den Berg Sinai in Arabien. Er entspricht dem jetzigen Jerusalem; denn dies lebt mit seinen Kindern in der Sklaverei.

26Das Jerusalem dagegen, das im Himmel bereitsteht, ist frei. Das ist unsere Mutter!

4,26
Hebr 12,22
Offb 21,2
27Von ihr heißt es: »Freu dich, du Unfruchtbare, obwohl du keine Kinder zur Welt bringst! Juble laut, obwohl du nicht in Wehen kommst! Denn die verlassene Frau hat viele Kinder, mehr als die, die den Mann hat.«
4,27
zit

28Brüder und Schwestern,4,28 Siehe Anmerkung zu 1,2; ebenso für Vers 31. ihr verdankt wie Isaak euer Leben der Zusage Gottes. 29Aber schon damals verfolgte der Sohn, der aus menschlichen Kräften geboren wurde, den andern, der sein Leben vom Geist Gottes hatte. So ist es auch jetzt.

4,29
Gen 21,9
30Aber was steht in den Heiligen Schriften? »Jage die Sklavin und ihren Sohn fort; denn der Sohn der Sklavin darf nicht mit dem Sohn der Freien zusammen erben.«
4,30
zit

31Begreift doch, Brüder und Schwestern: Wir sind nicht Kinder der Sklavin, sondern der Freien!

5

Lasst euch eure Freiheit nicht nehmen!

51Christus hat uns befreit; er will, dass wir jetzt auch frei bleiben. Steht also fest und lasst euch nicht wieder ins Sklavenjoch einspannen!

5,1
2,4
4,59
5,313

2Ich, Paulus, sage euch mit aller Deutlichkeit: Wenn ihr euch beschneiden lasst, dann wird Christus und alles, was er gebracht hat, für euch nutzlos sein. 3Ich sage noch einmal mit Nachdruck jedem, der sich beschneiden lässt: Er verpflichtet sich damit, das ganze Gesetz zu befolgen.

5,3
3,10-12
Röm 2,25
Jak 2,10
4Wenn ihr wirklich vor Gott als gerecht bestehen wollt, indem ihr das Gesetz befolgt, habt ihr euch von Christus losgesagt und die Gnade vertan.

5Wir dagegen leben aus der Kraft des Heiligen Geistes und setzen alles auf Glauben und Vertrauen, und so erwarten wir das Ziel, auf das wir hoffen dürfen: dass wir vor Gott als gerecht bestehen und das Heil erlangen werden.

5,5
2,16
Röm 8,4
6Wo Menschen mit Jesus Christus verbunden sind, zählt nicht, ob jemand beschnitten ist oder nicht. Es zählt nur der vertrauende Glaube, der sich in tätiger Liebe auswirkt.
5,6
3,28
6,15
1 Kor 7,19

7Ihr kamt so gut voran! Wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht mehr folgen wollt? 8Das, was man euch da einreden will, kommt nicht von Gott, der euch berufen hat.

5,8
1,6-7
9Denkt daran: »Ein klein wenig Sauerteig macht den ganzen Teig sauer.«
5,9
1 Kor 5,6
10Weil ich mit Christus, dem Herrn, rechne, bin ich zuversichtlich, dass ihr zur gleichen Überzeugung kommen werdet. Die, die euch irremachen, werden ihr Urteil empfangen, ganz gleich, wer sie sind.
5,10
1,7

11Meine Brüder und Schwestern,5,11 Siehe Anmerkung zu 1,2; ebenso für Vers 13. wenn ich selbst fordern würde, dass Christen sich beschneiden lassen müssen, wie manche mir unterstellen:5,11 wie manche mir ...: verdeutlichender Zusatz. Vielleicht missdeuten die Gegner des Apostels böswillig eine Handlungsweise wie die in Apg 16,3 berichtete. Warum werde ich dann noch verfolgt? Dann wäre ja der Stein des Anstoßes beseitigt, dass wir allein durch das gerettet werden, was am Kreuz für uns geschehen ist.

5,11
6,12
1 Kor 1,23
12Wenn die Leute, die euch aufhetzen, schon so viel Wert aufs Beschneiden legen, dann sollen sie sich doch gleich kastrieren lassen!

BEFREIT ZUR LIEBE

(5,13–6,10)

Leben in Liebe aus der Kraft des Geistes

13Gott hat euch zur Freiheit berufen, meine Brüder und Schwestern! Aber missbraucht eure Freiheit nicht als Freibrief zur Befriedigung eurer selbstsüchtigen Wünsche, sondern dient einander in Liebe.

5,13
1 Kor 6,12
10,23-24
1 Petr 2,16
14Das ganze Gesetz ist erfüllt, wenn dieses eine Gebot befolgt wird: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.«
5,14
zit
15Wenn ihr einander wie wilde Tiere kratzt und beißt, dann passt nur auf, dass ihr euch nicht gegenseitig verschlingt!

16Ich will damit sagen: Lebt aus der Kraft, die der Geist Gottes gibt; dann müsst ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen folgen.

5,16
5,25
Röm 8,2-13
17Die menschliche Selbstsucht kämpft gegen den Geist Gottes und der Geist Gottes gegen die menschliche Selbstsucht: Die beiden liegen im Streit miteinander, sodass ihr von euch aus das Gute nicht tun könnt, das ihr doch eigentlich wollt.
5,17
Röm 7,13-23
18Wenn ihr euch aber vom Geist Gottes führen lasst, dann steht ihr nicht mehr unter dem Gesetz, das euch diesem Widerspruch ausliefert.5,18 das euch diesem ...: verdeutlichender Zusatz. Den Zusammenhang zwischen Gesetz und »Fleisch« (so wörtlich in den Versen 13.16.17.19 für selbstsüchtige Wünsche/menschliche Selbstsucht) erörtert Paulus ausführlich in Röm 7,7-25.
5,18
Röm 6,14
7,4

19Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt, ist offenkundig, nämlich: Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung,

5,19-21
Mk 7,21-22
1 Kor 6,9-10
Röm 1,28-32
Eph 5,3-5
Kol 3,5-8
1 Tim 1,9-10
2 Tim 3,2-4
1 Petr 4,3
20Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, 21Neid, Trunk- und Fresssucht und noch vieles dergleichen. Ich warne euch, wie ich es schon früher getan habe: Menschen, die solche Dinge tun, werden nicht erben, was Gott versprochen hat; für sie ist kein Platz in Gottes neuer Welt.5,21 werden nicht ...: wörtlich werden die Königsherrschaft Gottes nicht erben.

22Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue,

5,22
Eph 5,9
23Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Gegen all dies hat das Gesetz nichts einzuwenden. 24Menschen, die zu Jesus Christus gehören, haben ja doch ihre selbstsüchtige Natur5,24 Wörtlich ihr Fleisch. mit allen Leidenschaften und Begierden ans Kreuz genagelt.
5,24
2,19
6,14
Röm 6,6
Kol 3,5
1 Joh 3,6

Die Last teilen

25Wenn wir nun durch Gottes Geist ein neues Leben haben, dann wollen wir auch aus diesem Geist unser Leben führen.

5,25
5,16
Röm 8,4
1 Kor 6,19
26Wir wollen nicht mit unseren vermeintlichen Vorzügen voreinander großtun, uns damit gegenseitig herausfordern oder einander beneiden.
5,26
Phil 2,3
Röm 12,10

6

61Brüder und Schwestern,6,1 Siehe Anmerkung zu 1,2. auch wenn jemand unter euch in Sünde fällt, müsst ihr zeigen, dass der Geist Gottes euch leitet. Bringt einen solchen Menschen mit Nachsicht wieder auf den rechten Weg. Passt aber auf, dass ihr dabei nicht selbst zu Fall kommt!

6,1
Mt 18,15
Jak 5,19
1 Kor 10,12

2Helft einander, eure Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus uns gibt.6,2 Wörtlich das Gesetz von Christus; vgl. 5,14.

6,2
2 Kor 11,29
3Wer sich dagegen einbildet, besser zu sein als andere, und es doch gar nicht ist, betrügt sich selbst.
6,3
1 Kor 4,7
4Jeder und jede von euch soll das eigene Tun überprüfen, ob es vor Gott bestehen kann. Ob sie etwas an sich zu rühmen haben, das lesen sie dann an sich selber ab und nicht an anderen, über die sie sich erheben. 5Jeder wird genug an dem zu tragen haben, was er selbst vor Gott verantworten muss.
6,5
Röm 14,12

6Wer im christlichen Glauben unterwiesen wird, soll dafür seinem Lehrer von allem etwas abgeben, was zum Leben nötig ist.

6,6
Röm 15,27

7Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Jeder Mensch wird ernten, was er gesät hat.

6,7
Ijob 4,8
8Wer auf den Boden der menschlichen Selbstsucht6,8 Wörtlich auf das Fleisch. sät, wird von ihr den Tod ernten. Wer auf den Boden von Gottes Geist sät, wird von ihm unvergängliches Leben ernten.
6,8
Röm 8,613

9Wir wollen nicht müde werden zu tun, was gut und recht ist. Denn wenn die Zeit da ist, werden wir die Ernte einbringen; wir dürfen nur nicht aufgeben.

6,9
2 Thess 3,13
10Solange wir also noch Zeit haben, wollen wir allen Menschen Gutes tun, besonders denen, die mit uns durch den Glauben verbunden sind.
6,10 (allen)
1 Thess 3,12
2 Petr 1,7

EIGENHÄNDIGER SCHLUSS

(6,11-18)

Letzte Mahnung: Das Kreuz als Maßstab

11Ihr seht die großen Buchstaben, mit denen ich euch jetzt eigenhändig schreibe!

6,11
1 Kor 16,21

12Diese Leute drängen euch zur Beschneidung, weil sie damit vor Menschen gut dastehen wollen. Sie tun es nämlich nur, damit sie für ihr Bekenntnis zum gekreuzigten Christus nicht von den Juden6,12 von den Juden: verdeutlichender Zusatz. verfolgt werden.

6,12
5,211
13Sie treten zwar für die Beschneidung ein und sind auch beschnitten, aber nicht einmal sie selbst befolgen das Gesetz in vollem Umfang.6,13 in vollem Umfang: verdeutlichender Zusatz. Ihr sollt euch nur deshalb beschneiden lassen, damit sie das vorweisen und sich damit rühmen können.

14Ich aber will sonst nichts vorweisen als allein das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus und mich mit nichts anderem rühmen. Weil er am Kreuz gestorben ist, ist für mich die Welt gekreuzigt und ich bin gekreuzigt für die Welt.

6,14
1 Kor 1,232931
2,2
Gal 2,19
15Darum hat es keine Bedeutung mehr, beschnitten zu sein, und auch keine, unbeschnitten zu sein. Was allein zählt, ist: durch Christus neu geschaffen sein.
6,15
5,6

16Allen bei euch, die sich an diesen Grundsatz halten, schenke Gott seinen Frieden und sein Erbarmen, ihnen und dem ganzen Israel Gottes.6,16 Wahrscheinlich denkt Paulus hier an die Christen allgemein. Zu ihrer Bezeichnung als Israel Gottes vgl. 3,29; 4,28-29; Phil 3,3.

17Künftig soll mir niemand mehr in dieser Sache das Leben schwer machen! Durch die Wundnarben an meinem Körper bin ich als Eigentum von Jesus ausgewiesen.

6,17
2 Kor 4,10
11,24-25

18Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch.6,18 Wörtlich sei mit eurem Geist. Wahrscheinlich liegt eine hebräische Ausdrucksweise zugrunde, die mit »Geist« den ganzen Menschen bezeichnet.