Gute Nachricht Bibel (GNB)
2

21Ich entschloss mich, das Leben zu genießen und glücklich zu sein. Aber ich merkte: Auch das ist vergeblich!

2,1
2,310-11
2,24-25
Weish 2,6
2Das Lachen ist etwas für Narren, und die Freude – was bringt sie schon ein?
2,2
Spr 14,13

Lohnt es sich, etwas zu vollbringen?

3Ich wollte am vollen Leben teilhaben wie die Menschen, die sich nicht um Weisheit und Einsicht kümmern; aber der Verstand sollte die Führung behalten. Ich trank Wein, um mich in Stimmung zu bringen, denn ich wollte erkunden, ob der Mensch während seiner kurzen Lebenstage irgendwo Glück finden kann.

2,3
2,1
Spr 20,1

4Ich vollbrachte große Dinge: Ich baute mir Häuser und pflanzte Weinberge. 5Ich legte Obstgärten an und pflanzte darin alle Arten von Fruchtbäumen. 6Ich legte Teiche an, um die vielen aufwachsenden Bäume zu bewässern. 7Ich kaufte mir zahlreiche Sklaven und Sklavinnen zu denen hinzu, die ich von meinem Vater geerbt hatte. Ich besaß mehr Rinder, Schafe und Ziegen als irgendjemand vor mir in Jerusalem.

2,7
1 Kön 5,3
8,62-63
8Ich füllte meine Vorratskammern mit Silber und Gold aus den Schätzen der unterworfenen Könige und Länder. Ich hielt mir Sänger und Sängerinnen und nahm mir so viele Frauen, wie ein Mann sich nur wünschen kann.
2,8
1 Kön 5,1
10,14-22
2 Sam 19,36
1 Kön 11,3

9So wurde ich mächtiger und reicher als alle, die vor mir in Jerusalem regiert hatten. Weil ich ein so großes Wissen besaß,

2,9
1,16
1 Kön 10,23
10konnte ich mir alles verschaffen, was meinen Augen gefiel, und ich versagte mir keine Freude. Mit all meiner Mühe hatte ich es so weit gebracht, dass ich tatsächlich glücklich war.

11Doch dann dachte ich über alles nach, was ich getan und erreicht hatte, und kam zu dem Ergebnis: Alles ist vergeblich und Jagd nach Wind. Es kommt nichts heraus bei aller Mühe, die sich der Mensch macht unter der Sonne.

2,11
1,3

Lohnt es sich, Wissen zu erwerben?

12Ich wollte wissen, ob bei Weisheit etwas anderes herauskommt als bei Unverstand und Torheit. Denn was wird der Mann tun, der mir auf dem Königsthron folgt? Bestimmt das, was man schon immer getan hat!2,12 Oder was ist der Mann, der auf den König folgt, den sie schon längst eingesetzt haben?

2,12
1,17
2,18-19

13Es stimmt: Weisheit ist besser als Unwissenheit, so wie Licht besser ist als Finsternis.

2,13-14
10,2
14Der Wissende sieht, wo er geht; der Unwissende tappt im Dunkeln. Aber ich erkannte auch: Beide trifft am Ende das gleiche Schicksal.
2,14
9,2-3
Ijob 9,21-22
15Wenn es mir also trotz meiner Weisheit genauso ergeht wie den Unverständigen, weshalb bemühe ich mich dann so sehr darum? Und ich sagte mir: Auch das ist vergeblich.
2,15
7,16
16Kluge müssen doch genauso sterben wie die Dummen. Und man erinnert sich an die einen nicht länger als an die andern. Wie bald sind sie alle vergessen!
2,16
Ps 49,11
17Da war mir das ganze Leben verleidet. Du kannst tun, was du willst, unter der Sonne – es ist doch alles vergeblich und Jagd nach Wind.

18Auch der ganze Ertrag meiner Mühe war mir verleidet. Ich muss ja doch alles einem anderen überlassen, der nach mir kommt.

2,18-23
1,3
2,18-19
6,2
Ps 39,7
19Wer weiß, ob der auch den Verstand hat, es sinnvoll zu gebrauchen. Trotzdem wird er über alles verfügen, was ich mir mit solcher Anstrengung durch mein großes Wissen erworben habe. Auch das ist vergebliche Mühe! 20Da begann ich zu verzweifeln, weil ich mich für nichts und wieder nichts geplagt hatte. 21Da müht sich jemand ab mit Klugheit und Geschick und erreicht etwas; aber dann muss er es einem vererben, der keinen Finger dafür krumm gemacht hat. Auch das ist vergeblich und ein großes Übel!
2,21
Sir 11,18-19
22Was hat der Mensch am Ende von all seiner Anstrengung?
2,22-23
5,16
8,16-17
Ijob 7,1-2
14,1
23Nichts als Sorgen und Plagen hat er sein Leben lang, selbst in der Nacht kommen seine Gedanken nicht zur Ruhe. Auch das ist vergebliche Mühe!

Wer kann sein Leben genießen?

24Es gibt für den Menschen nichts Besseres als essen und trinken und genießen, was er sich erarbeitet hat. Doch dieses Glück hängt nicht von ihm selbst ab: Es ist ein Geschenk Gottes.

2,24-25
3,12-1322
5,17-18
8,15
9,7-9
11,7-10
25Denn wer hat zu essen oder hat Grund zur Freude ohne ihn?2,25 ohne ihn mit einigen Handschriften und G; H ohne mich. 26Den Menschen, an denen Gott Gefallen hat, gibt er Weisheit, Wissen und Freude. Den anderen aber gibt er die Beschäftigung, zu sammeln und anzuhäufen, um dann alles denen zu schenken, die ihm gefallen. Auch hier wieder: Vergebliche Mühe und Jagd nach Wind.
2,26
Ijob 27,16-17
Spr 2,6
13,22

3

Gott hat alles im Voraus bestimmt

31Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit:

3,1
3,17
8,5-6
9,11-12

2geboren werden und sterben,

einpflanzen und ausreißen,

3,2
7,17
Ijob 5,26
Spr 10,27

3töten und Leben retten,

niederreißen und aufbauen,

4weinen und lachen,

wehklagen und tanzen,

5Steine werfen und Steine aufsammeln,

sich umarmen

und sich aus der Umarmung lösen,

6finden und verlieren,

aufbewahren und wegwerfen,

7zerreißen und zusammennähen,

schweigen und reden.

3,7
Spr 15,23

8Das Lieben hat seine Zeit

und auch das Hassen,

der Krieg und der Frieden.

3,8
9,1

9Was hat ein Mensch von seiner Mühe und Arbeit?
3,9
1,3
10Ich habe die fruchtlose Beschäftigung gesehen, die Gott den Menschen auferlegt hat.
3,10
1,13
11Gott hat für alles eine Zeit vorherbestimmt, zu der er es tut; und alles, was er tut, ist vollkommen. Dem Menschen hat er eine Ahnung von dem riesigen Ausmaß der Zeiträume3,11 eine Ahnung ...: wörtlich die Ewigkeit ins Herz. Das hebräische Wort für »Ewigkeit« bezeichnet die Erstreckung der Zeit bis in die fernste Vergangenheit oder Zukunft. gegeben, aber von dem, was Gott in dieser unvorstellbar langen Zeit tut, kann der einzelne Mensch nur einen winzigen Ausschnitt wahrnehmen.
3,11
7,14
Sir 39,1620

12Ich bin zu der Erkenntnis gekommen: Das Beste, was der Mensch tun kann, ist, sich zu freuen und sein Leben zu genießen, solange er es hat.

3,12-13
2,24-25
13Wenn er aber zu essen und zu trinken hat und genießen kann, was er sich erarbeitet hat, dann verdankt er das der Güte Gottes.

14Ich habe erkannt: Alles, was Gott tut, ist unabänderlich für alle Zeiten. Der Mensch kann nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen. So hat es Gott eingerichtet, damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen.

3,14
6,10
12,13
Sir 18,4-6
42,21
15Was in der Vergangenheit geschah und was in Zukunft geschehen wird, hat Gott lange zuvor festgelegt. Und die Zeit, die uns entschwunden ist, ist bei ihm nicht vergangen.
3,15
1,9

UNGERECHTIGKEITEN UND VERGEBLICHE MÜHE

(3,16–6,12)

Unrecht in der Welt

16Noch etwas habe ich in dieser Welt beobachtet: Wo Recht gesprochen und für Gerechtigkeit gesorgt werden sollte, da herrscht schreiendes Unrecht.

3,16
4,1
5,7
17Da dachte ich: Letzten Endes ist es Gott selbst, der die Guten genauso wie die Bösen verurteilt. Denn er hat eine Zeit bestimmt für alles, was auf der Erde geschieht.
3,17
3,1

18Ich sagte mir: Gott will die Menschen prüfen. Sie sollen einsehen, dass sie von sich aus nicht anders sind als das Vieh. 19Menschen und Tiere haben das gleiche Schicksal: Die einen wie die anderen müssen sterben. Sie haben beide den gleichen vergänglichen Lebensgeist. Nichts hat der Mensch dem Tier voraus; denn alles ist vergeblich und vergänglich.

3,19
Ps 49,1321
20Alles muss an den gleichen Ort. Aus dem Staub der Erde ist alles entstanden und zum Staub der Erde kehrt alles zurück.
3,20-21
12,7
Gen 2,7
3,19
Ps 103,14
104,29
Weish 2,1-3
Sir 40,11
21Wer weiß schon, ob der Lebensgeist des Menschen in die Höhe steigt und der Lebensgeist des Tieres in die Erde versinkt?

22So habe ich eingesehen, dass der Mensch nichts Besseres tun kann, als den Ertrag seiner Arbeit zu genießen. Das hat Gott ihm zugeteilt. Wie sollte er sich auch freuen an dem, was erst nach ihm sein wird?

3,22
2,24-25

4

41Ich habe auch gesehen, wie viel Ausbeutung es in dieser Welt gibt. Die Unterdrückten weinen, aber niemand trocknet ihre Tränen. Niemand hilft ihnen, denn ihre Unterdrücker haben die Macht.

4,1
3,16
2Wie gut haben es die Toten! Ihnen geht es besser als den Lebenden.
4,2
Ijob 3,20-22
3Noch besser sind die dran, die gar nicht geboren wurden und die Ungerechtigkeit auf der Erde nicht sehen mussten.
4,3
6,3-5
Ijob 3,11-19
Jer 20,14-18

Sinn und Unsinn der Arbeit

4Auch das habe ich gesehen: Da plagen sich die Menschen und setzen alle ihre Fähigkeiten ein, um sich gegenseitig auszustechen. Auch das ist vergebliche Mühe und Jagd nach Wind. Letzten Endes kommt nichts dabei heraus. 5Es heißt zwar: »Der Unbelehrbare legt seine Hände in den Schoß – und verhungert.«

4,5
Spr 6,10-11
6Aber ich sage: Eine Handvoll Gelassenheit ist besser als beide Hände voll Mühe und Jagd nach Wind.
4,6
Spr 15,16

7Ich habe noch etwas unter der Sonne gesehen, das ganz vergeblich ist: 8Da lebt jemand ganz allein; er hat keinen Sohn und auch keinen Bruder. Trotzdem arbeitet er rastlos weiter und sein Besitz ist ihm nie groß genug. Für wen plage ich mich dann eigentlich und gönne mir selbst keine Freude? Auch das ist vergebliche Mühe, eine fruchtlose Beschäftigung!

4,8
5,9
Spr 27,20

Besser nicht allein!

9Zwei sind allemal besser dran als einer allein. Wenn zwei zusammenarbeiten, bringen sie es eher zu etwas. 10Wenn zwei unterwegs sind und hinfallen, dann helfen sie einander wieder auf die Beine. Aber wer allein geht und hinfällt, ist übel dran, weil niemand ihm helfen kann. 11Wenn zwei beieinander schlafen, können sie sich gegenseitig wärmen. Aber wie soll einer allein sich warm halten? 12Ein einzelner Mensch kann leicht überwältigt werden, aber zwei wehren den Überfall ab. Noch besser sind drei; es heißt ja: »Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell.«

Wankelmütige Volksgunst

13Es heißt: »Ein junger Mann, der arm ist, aber gelernt hat, sein Leben richtig zu führen, ist besser als ein alter, eigensinniger König, der keinen Rat mehr annimmt.« 14Gut, den jungen Mann holten sie aus dem Gefängnis und setzten ihn auf den Thron, obwohl er in einer armen Familie geboren wurde, als der andere schon König war. 15Aber ich habe beobachtet, dass das Volk sich immer auf die Seite des nächsten jungen Mannes stellt, der schon bereitsteht, um den Platz des anderen einzunehmen. 16Alle Leute laufen ihm nach. Aber schon bald werden sie auch mit ihm unzufrieden sein und dem nächsten zujubeln. Auch hier gilt: Vergeblich und Jagd nach Wind!

Vom Verhalten Gott gegenüber

17Überlege, was du tust, wenn du zum Gotteshaus gehst. Du sollst dort zuhören und lernen, Gott zu gehorchen. Das ist besser, als wenn Dummköpfe nur Tiere zum Opfer dorthin bringen. Sie bleiben unwissend und tun deshalb weiter Böses.

4,17
1 Sam 15,22
Ps 40,7-9
Spr 15,8