Gute Nachricht Bibel (GNB)
17

Der Konflikt in Thessalonich

171Über Amphipolis und Apollonia kamen Paulus und Silas nach Thessalonich.

Dort gab es eine jüdische Gemeinde,

17,1-9
1 Thess 2,1-2
2und nach seiner Gewohnheit ging Paulus in ihre Synagoge. An drei aufeinanderfolgenden Sabbaten sprach er zu den Versammelten. Er ging von den Heiligen Schriften aus,
17,2 (Synagoge)
9,20
13,51444
14,1
16,13
17,1017
18,526
19,8-9
28,17
3half ihnen, sie zu verstehen, und wies ihnen daraus nach, dass der versprochene Retter17,3 Wörtlich der Christus; ebenso im folgenden Satz. leiden und sterben und danach vom Tod auferstehen musste. »Und dieser versprochene Retter«, sagte Paulus, »ist Jesus. Den verkündige ich euch.«
17,3
5,42
Lk 24,44

4Von den Juden ließen sich nur wenige überzeugen; aber von den Griechen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten,17,4 Wörtlich von den gottesfürchtigen Griechen. schloss sich eine große Anzahl Paulus und Silas an, darunter auch viele einflussreiche Frauen.

17,4 (zur jüd. Gemeinde)
13,50
16,14
17,17

5Da wurden die Juden von Eifersucht gepackt.17,5 Siehe Anmerkung zu 13,45. Sie holten sich ein paar Männer, die auf dem Markt herumlungerten und zu allem fähig waren, brachten mit ihrer Hilfe einen Volksauflauf zustande und versetzten die ganze Stadt in Aufregung. Mit der Volksmenge zogen sie vor das Haus Jasons und wollten Paulus und Silas herausholen, um sie vor die Volksversammlung zu stellen.

17,5
Röm 16,21

6Als sie die beiden dort nicht fanden, schleppten sie Jason und einige andere Brüder vor die Stadtobersten17,6 Lukas verwendet hier ein anderes griechisches Wort als in 16,20.35. Im Unterschied zu der römischen Kolonie Philippi handelt es sich in Thessalonich nicht um römische Beamte (die sog. Duumviri, ein Zweimännerkollegium, Präsidenten des Senats und oberste Stadtrichter), sondern um eine entsprechende einheimische Behörde. und riefen: »Die Leute, die in der ganzen Welt Unruhe stiften, sind in unsere Stadt gekommen!

17,6
16,20
7Jason hat sie in sein Haus aufgenommen. Allesamt verletzen sie die Gesetze des Kaisers und behaupten, ein anderer sei König, nämlich Jesus.«
17,7
Lk 23,2
Joh 19,12

8Mit diesen Worten versetzten sie die Volksmenge und die Stadtobersten in große Aufregung. 9Jason und die anderen Christen mussten eine Kaution stellen, bevor man sie wieder freiließ.

Kurzer Aufenthalt in Beröa

10Noch in der Nacht brachten die Brüder Paulus und Silas auf den Weg nach Beröa. Auch dort gingen die beiden bei der ersten Gelegenheit in die Synagoge.

11Die Juden in Beröa waren aufgeschlossener als die in Thessalonich. Sie nahmen die Botschaft mit großer Bereitwilligkeit auf und studierten täglich die Heiligen Schriften, um zu sehen, ob das, was Paulus sagte, auch zutraf.

17,11
Joh 5,39
12Viele von ihnen kamen zum Glauben, auch viele einflussreiche Griechen, Frauen wie Männer.
17,12
11,18

13Als die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus auch in Beröa die Botschaft Gottes verkündete, kamen sie und brachten mit ihren Hetzreden auch hier die Volksmenge gegen ihn auf.

17,13
14,519
1 Thess 2,14-16
14Deshalb schickten die Brüder Paulus schnell weiter, hinunter zur Küste. Silas und Timotheus blieben in Beröa.

15Die Brüder, die Paulus das Geleit gaben, brachten ihn bis nach Athen, dann kehrten sie zurück. Für Silas und Timotheus gab Paulus ihnen die Anweisung mit, sie sollten so bald wie möglich nachkommen.

Paulus in Athen

16Während Paulus in Athen auf die beiden wartete, war er im Innersten empört, weil die Stadt voll von Götzenbildern war. 17Er redete in der Synagoge zu den Juden und zu denen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten,17,17 Wörtlich und den Gottesfürchtigen. und er sprach jeden Tag mit den Leuten, die er auf dem Marktplatz antraf.

17,17
17,2
17,4

18Darunter waren auch Philosophen der epikureischen und stoischen Richtung, die mit ihm diskutierten. Einige von ihnen meinten: »Was will dieser Schwätzer eigentlich?« Andere sagten: »Er scheint irgendwelche fremden Götter zu verkünden.« Paulus hatte ihnen nämlich die Gute Nachricht von Jesus und der Auferstehung17,18 Auferstehung: griechisch anastasis. Die Zuhörer halten Jesus und die »Anastasis« für ein Götterpaar. verkündet.

17,18
1 Kor 1,22
Apg 4,2

19Sie nahmen ihn mit zum Areopag und wollten Näheres erfahren. »Uns interessiert deine Lehre«, sagten sie. 20»Manches klingt sehr fremdartig und wir würden gerne genauer wissen, was es damit auf sich hat.« 21Denn die Athener und die Fremden in Athen kennen keinen besseren Zeitvertreib, als stets das Allerneueste in Erfahrung zu bringen und es weiterzuerzählen.

Paulus spricht auf dem Areopag

22Paulus trat in die Mitte des Areopags und sagte:

»Ihr Männer von Athen! Ich sehe, dass es euch mit der Religion sehr ernst ist. 23Ich bin durch eure Stadt gegangen und habe mir eure heiligen Stätten angesehen. Dabei habe ich auch einen Altar entdeckt mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das mache ich euch bekannt.

24Es ist der Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was darin lebt. Als Herr über Himmel und Erde wohnt er nicht in Tempeln, die ihm die Menschen gebaut haben.

17,24
7,48
1 Kön 8,27
25Er ist auch nicht darauf angewiesen, von den Menschen versorgt zu werden; denn er selbst gibt ihnen das Leben und alles, was sie zum Leben brauchen.
17,25
Ps 50,9-13

26Er hat aus einem einzigen Menschen die ganze Menschheit hervorgehen lassen, damit sie die Erde bewohnt. Für jedes Volk hat er im Voraus bestimmt, wie lange es bestehen und in welchen Grenzen es leben soll.

17,26
Dtn 32,8
Ijob 12,23

27Und er hat gewollt, dass die Menschen ihn suchen, damit sie ihn vielleicht ertasten und finden könnten. Denn er ist ja jedem von uns ganz nahe.

17,27
Jer 29,13-14
Weish 13,6-9
28Durch ihn leben wir doch, regen wir uns, sind wir! Oder wie es einige eurer Dichter ausgedrückt haben: ›Wir sind sogar von seiner Art.‹

29Wenn wir Menschen aber von Gottes Art sind, dann dürfen wir nicht meinen, die Gottheit gleiche den Bildern aus Gold, Silber und Stein, die von Menschen mit ihrer Erfindungskraft und Kunstfertigkeit geschaffen wurden!

17,29
19,26
Jes 44,9-20
Weish 13,10-19

30Nun, Gott ist bereit, mit Nachsicht über das hinwegzusehen, was ihr bisher aus reiner Unwissenheit getan habt. Jetzt aber fordert er alle Menschen überall auf, umzudenken und einen neuen Anfang zu machen.17,30 umzudenken und ...: wörtlich etwa »umzusinnen«; vgl. Sacherklärung »Umkehr«.

17,30
14,16
Weish 11,23
Röm 2,4
31Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er über die ganze Menschheit ein gerechtes Gericht halten will, und zwar durch den Mann, den er dazu bestimmt hat. Ihn hat er vor aller Welt dadurch ausgewiesen, dass er ihn vom Tod auferweckt hat.«
17,31
10,42

Geteiltes Echo auf die Rede

32Als sie Paulus von der Auferstehung reden hörten, lachten ihn einige aus; andere sagten: »Darüber musst du uns ein andermal mehr erzählen.«

33Als Paulus darauf die Versammlung verließ, 34schlossen sich ihm ein paar Männer an und kamen zum Glauben, darunter Dionysius, der dem Areopag angehörte, außerdem eine Frau namens Damaris.

18

Paulus in Korinth

181Danach verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. 2Dort traf er einen Christen jüdischer Abkunft18,2 Wörtlich einen Juden. Dass Aquila und Priszilla Christen sind, geht aus den Versen 18 und 26 hervor (siehe weiter die Vergleichsstellen zu Vers 2). Es gibt keinen Hinweis darauf, dass erst Paulus sie für den Glauben gewonnen hätte. aus Pontus. Er hieß Aquila und war mit seiner Frau Priszilla vor Kurzem aus Italien angekommen; denn Kaiser Klaudius hatte alle Juden aus Rom ausweisen lassen.

Paulus fand Aufnahme bei den beiden,

18,2 (Aquila)
18,1826
Röm 16,3
1 Kor 16,19
2 Tim 4,19
3und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie, blieb er bei ihnen und arbeitete dort. Sie waren nämlich Zeltmacher.
18,3 (arbeitete)
20,33-34
1 Kor 4,12
9,12-18
1 Thess 2,9
2 Thess 3,7-9

4An jedem Sabbat sprach Paulus in der Synagoge und versuchte, Juden und Griechen zu überzeugen. 5Als Silas und Timotheus aus Mazedonien nachkamen, konnte Paulus sich ganz seiner eigentlichen Aufgabe widmen.18,5 Die beiden hatten offenbar aus den mazedonischen Gemeinden eine finanzielle Unterstützung für Paulus mitgebracht (vgl. 2 Kor 11,8-9). Er bezeugte den Juden, dass Jesus der versprochene Retter18,5 Wörtlich der Christus. ist.

18,5
5,42

6Als sie ihm aber widersprachen und Lästerungen gegen Jesus ausstießen, schüttelte er den Staub aus seinen Kleidern und sagte: »Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn ihr verloren geht.18,6 Ihr habt es ...: wörtlich Euer Blut auf euren Kopf; vgl. 2 Sam 1,16 und Anmerkung dort. Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab werde ich mich an die Nichtjuden wenden.«

18,6
13,51
13,46
20,26

7Er verließ die Synagoge und sprach von nun an im Haus von Titius Justus, einem Griechen, der sich zur jüdischen Gemeinde hielt;18,7 einem Griechen ...: wörtlich einem Gottesfürchtigen. das Haus lag direkt neben der Synagoge.

8Der Synagogenvorsteher Krispus kam zum Glauben an Jesus als den Herrn und mit ihm seine ganze Hausgemeinschaft. Viele in Korinth, die davon erfuhren, kamen ebenfalls zum Glauben und ließen sich taufen.

18,8
16,15

9Der Herr sagte in einer nächtlichen Vision zu Paulus: »Hab keine Angst, sondern verkünde unbeirrt die Gute Nachricht!

18,9-10
1 Kor 2,3-4
Jes 41,10
Jer 1,8
10Ich bin bei dir! Niemand kann dir etwas anhaben; denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt.«

11So blieb Paulus eineinhalb Jahre in Korinth, verkündete die Botschaft Gottes und sagte den Menschen, wie sie dieser Botschaft gemäß leben sollten.18,11 verkündete ...: wörtlich lehrte unter ihnen die Botschaft Gottes; vgl. Sacherklärung »Lehrer (3)«.

Paulus vor dem Statthalter Gallio

12Damals war Gallio Statthalter der römischen Provinz Achaia. Die Juden rotteten sich zusammen und schleppten Paulus vor seinen Richterstuhl. 13»Dieser Mann«, sagten sie, »überredet die Leute, Gott auf eine Weise zu verehren, die gegen das Gesetz verstößt.«

18,13
21,28

14Paulus wollte gerade mit seiner Verteidigung beginnen, da erklärte Gallio: »Wenn es sich um ein Verbrechen oder einen heimtückischen Anschlag handeln würde, wäre es meine Pflicht, euch Juden anzuhören.

18,14-15
23,29
25,18-20
Joh 18,31
15Aber weil es hier um Streitfragen über religiöse Lehren und Autoritäten und um euer eigenes Gesetz geht, müsst ihr die Angelegenheit schon unter euch abmachen. Ich mag in solchen Fragen nicht den Richter spielen.« 16Und er trieb sie von seinem Richterstuhl weg.

17Das Volk aus Korinth aber, das dabeistand,18,17 Wörtlich Alle aber (packten). packte den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelte ihn unter Gallios Augen; doch der kümmerte sich überhaupt nicht darum.

Die dritte Missionsreise von Paulus

(Kapitel 18,23–21,16)

Reise nach Jerusalem, Antiochia und wieder nach Kleinasien

18Paulus blieb noch eine Zeit lang bei den Brüdern und Schwestern18,18 Siehe Anmerkung zu 15,3. in Korinth, dann verabschiedete er sich, um nach Syrien zu fahren. Priszilla und Aquila fuhren mit. Bevor sie in Kenchreä an Bord gingen, ließ sich Paulus wegen eines Gelübdes das Haar abschneiden.18,18 Das Abschneiden des Haares erfolgte in der Regel am Ende der Zeitspanne, für die sich jemand verpflichtet hatte, als Nasiräer zu leben. Über Anlass und Art des Gelübdes, das Paulus übernommen hatte, erfahren wir nichts Näheres.

19Sie kamen nach Ephesus; dort ließ Paulus Priszilla und Aquila zurück. Er selbst ging in die Synagoge und sprach zu den Juden. 20Sie baten ihn, doch länger zu bleiben, aber er ging nicht darauf ein. 21»Wenn Gott es will, werde ich zu euch zurückkommen«, sagte er und nahm Abschied.

18,21
Jak 4,15

22Er fuhr mit dem Schiff bis Cäsarea und ging von dort zu Fuß nach Jerusalem hinauf. Nach einem kurzen Besuch bei der Gemeinde reiste er weiter nach Antiochia.

23Auch hier blieb er nicht lange. Er zog durch Galatien und Phrygien und stärkte alle Jünger und Jüngerinnen18,23 Wörtlich alle Jünger; siehe Anmerkung zu 6,1. in ihrem Glauben.

18,23
11,23

Apollos in Ephesus und Korinth

24Inzwischen kam nach Ephesus ein Jude, der Apollos hieß und aus Alexandria stammte. Er war ein gebildeter, wortgewandter Mann und kannte sich bestens in den Heiligen Schriften aus.

18,24 (Apollos)
19,1
1 Kor 1,12
3,4-6
4,6
16,12
Tit 3,13
25Er war auch in der christlichen Lehre18,25 Wörtlich im Weg des Herrn; entsprechend in Vers 26 Weg Gottes. Siehe Anmerkung zu 9,2. unterrichtet worden, sprach von Jesus mit großer innerer Begeisterung und unterrichtete zuverlässig über sein Leben und seine Lehre; er kannte jedoch nur die Taufe, wie sie Johannes geübt hatte.18,25 Also nicht die Taufe »im bzw. auf den Namen von Jesus«; siehe Sacherklärungen »Täufer« und »Taufe«.
18,25
19,3-4

26Dieser Apollos nun trat in der Synagoge von Ephesus auf und sprach dort frei und offen von Jesus. Priszilla und Aquila hörten ihn, luden ihn zu sich ein und erklärten ihm die christliche Lehre noch genauer.

18,26
17,2
18,2

27Als Apollos dann nach Achaia gehen wollte, bestärkten ihn die Christen in Ephesus18,27 Wörtlich die Brüder. in diesem Vorsatz und gaben ihm einen Empfehlungsbrief mit. Darin baten sie die Brüder und Schwestern in Korinth,18,27 Wörtlich die Jünger; siehe Anmerkung zu 6,1. sie möchten ihn freundlich aufnehmen.

Tatsächlich konnte er den Glaubenden dort mit seiner besonderen Gabe viel helfen. 28In öffentlichen Streitgesprächen widerlegte er die Juden mit schlagenden Argumenten und bewies ihnen aus den Heiligen Schriften, dass Jesus der versprochene Retter18,28 Wörtlich der Christus. ist.

18,28
5,42

19

Paulus in Ephesus. Begegnung mit Johannesjüngern

191Während Apollos in Korinth war, kam Paulus auf dem Weg über das kleinasiatische Hochland nach Ephesus. Er traf dort einige Jünger 2und fragte sie: »Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr zum Glauben gekommen seid?«

Sie antworteten: »Nein. Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es so etwas wie einen Heiligen Geist gibt.«

19,2
8,16
2,38

3»Was für eine Taufe habt ihr denn empfangen?«

»Die Taufe, die auf Johannes zurückgeht«, sagten sie.

19,3-4
18,25
Lk 3,3-416-17

4Daraufhin erklärte ihnen Paulus: »Johannes hat das Volk zur Umkehr aufgefordert; seine Taufe war das Siegel auf die Bereitschaft, ein neues Leben anzufangen.19,4 Wörtlich Johannes taufte eine Taufe der Umkehr für das Volk. Im nächsten Satz ist um gerettet zu werden verdeutlichender Zusatz. Doch sagte er allen, sie müssten, um gerettet zu werden, ihr Vertrauen auf den setzen, der nach ihm komme: auf Jesus.«

5Als sie das hörten, ließen sie sich im Namen von Jesus, dem Herrn, taufen, zur Übereignung an ihn. 6Dann legte Paulus ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab. Sie redeten in unbekannten Sprachen und mit prophetischen Worten.

19,6
2,4
2,17-18

7Es waren etwa zwölf Männer.

Paulus wirkt über zwei Jahre lang in Ephesus

8In den nächsten drei Monaten ging Paulus regelmäßig in die Synagoge. Dort verkündete er frei und offen, dass Gott schon angefangen hat, durch Jesus seine Herrschaft aufzurichten.19,8 dass Gott schon ...: wörtlich das über die Königsherrschaft Gottes. Er setzte sich mit Einwänden auseinander und suchte die Zuhörenden zu überzeugen.

19,8
28,23

9Aber einige verschlossen sich der Botschaft und wollten nichts von ihr wissen. Als sie die neue Lehre19,9 Wörtlich den Weg; siehe Anmerkung zu 9,2. vor der ganzen Versammlung verspotteten, kehrte Paulus ihnen den Rücken und löste die Jünger und Jüngerinnen19,9 Wörtlich die Jünger; siehe Anmerkung zu 6,1. aus der Synagogengemeinde.

Von nun an sprach er täglich im Lehrsaal eines Griechen namens Tyrannus.

19,9
9,2
10Er tat dies zwei Jahre lang, sodass alle in der Provinz Asien, Juden und Griechen, die Botschaft Gottes hörten.

Überwindung von religiösen Scharlatanen, Befreiung aus magischen Bindungen

11Gott ließ durch Paulus ganz ungewöhnliche Dinge geschehen. 12Die Leute nahmen sogar seine noch schweißfeuchten Kopf- und Taschentücher und legten sie den Kranken auf. Dann verschwanden die Krankheiten und die bösen Geister fuhren von den Besessenen aus.

19,12
5,15
Lk 6,19

13Auch manche Juden, die als Dämonenbeschwörer durchs Land zogen, gebrauchten bei ihren Beschwörungen den Namen von Jesus, dem Herrn. Sie sagten zu den bösen Geistern: »Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet!«

19,13
3,6
Lk 9,49-50
14Das versuchten einmal auch die sieben Söhne eines gewissen Skevas, eines führenden jüdischen Priesters.19,14 Magier und Geisterbeschwörer jüdischer Herkunft standen in der damaligen Welt in hohem Ansehen (vgl. 13,6-7). 15Aber der böse Geist in dem Kranken erwiderte: »Ich kenne Jesus und ich kenne auch Paulus. Aber wer seid ihr?«
19,15
16,17
16Der Besessene fiel über sie her und schlug sie allesamt zu Boden. Blutend und halb nackt mussten sie aus dem Haus fliehen. 17Die Geschichte wurde in ganz Ephesus bekannt. Juden wie Nichtjuden erschraken und sie ehrten und priesen den Namen von Jesus, dem Herrn.

18Viele von denen, die zum Glauben gekommen waren, kamen jetzt und gaben offen zu, dass auch sie früher Zauberkünste getrieben hatten. 19Eine beträchtliche Anzahl von ihnen brachte ihre Zauberbücher und verbrannte sie öffentlich. Man schätzte, dass die verbrannten Bücher 50000 Silberstücke wert waren.

20So erwies die Botschaft Gottes ihre Macht und breitete sich immer weiter aus.

19,20
2,41

PAULUS BEZEUGT DIE GUTE NACHRICHT IN JERUSALEM UND ROM

(19,21–28,31)

Der Entschluss zur Reise

21Nach all diesen Ereignissen entschloss sich Paulus, über Mazedonien und Griechenland nach Jerusalem zu reisen. »Danach«, sagte er, »muss ich auch Rom besuchen.«

19,21 (Rom)
23,11
Röm 1,10-1113
15,22-24

22Zwei seiner Helfer, Timotheus und Erastus, schickte er nach Mazedonien voraus. Er selbst blieb noch eine Weile in der Provinz Asien.

19,22
2 Tim 4,20

Gefährliche Unruhen in Ephesus

23In dieser Zeit kam es wegen der neuen Lehre19,23 Wörtlich wegen des Weges; siehe Anmerkung zu 9,2. zu schweren Unruhen in Ephesus.

19,23
2 Kor 1,8
24Es gab dort nämlich einen Silberschmied namens Demetrius, der silberne Nachbildungen vom Tempel der Göttin Artemis verkaufte; das brachte ihm und den Handwerkern, die er beschäftigte, einen schönen Gewinn.
19,24
16,16

25Dieser Demetrius rief alle, die in diesem Gewerbe tätig waren, zusammen und sagte: »Männer, ihr wisst: Unser ganzer Wohlstand hängt davon ab, dass wir diese Nachbildungen herstellen. 26Und ihr werdet erfahren haben, dass dieser Paulus den Leuten einredet: ›Götter, die man mit Händen macht, sind gar keine Götter.‹ Er hat mit seinen Reden nicht nur hier in Ephesus Erfolg, sondern fast überall in der Provinz Asien.

19,26
17,29

27Es besteht aber nicht nur die Gefahr, dass er unseren Geschäftszweig in Verruf bringt, nein, auch die Achtung vor dem Tempel der großen Göttin Artemis wird schwinden! Es wird noch dahin kommen, dass die Göttin ihr Ansehen vollständig einbüßt – sie, die heute in der ganzen Provinz Asien und überall in der Welt verehrt wird!«

28Als die Männer das hörten, wurden sie wütend und riefen: »Groß ist die Artemis von Ephesus!«

29Die ganze Stadt geriet in Aufruhr und die Leute stürmten ins Theater. Gaius und Aristarch, Reisegefährten von Paulus aus Mazedonien, wurden von der Menge gepackt und mit dorthin geschleppt.

19,29 (Aristarch)
20,4
27,2
Kol 4,10
Phlm 24
30Paulus selbst wollte sich der Menge stellen, aber die Jünger ließen ihn nicht aus dem Haus. 31Auch einige hohe Beamte der Provinz, die ihm freundlich gesinnt waren, warnten ihn durch Boten davor, sich im Theater sehen zu lassen.

32Unter den dort Zusammengeströmten herrschte größte Verwirrung. Alle schrien durcheinander und die meisten wussten nicht einmal, worum es ging. 33Die Juden schickten Alexander nach vorn und einige aus der Menge erklärten ihm den Anlass. Alexander winkte mit der Hand und wollte vor dem Volk eine Verteidigungsrede für die Juden halten. 34Aber als die Leute merkten, dass er Jude war, schrien sie ihn nieder und riefen zwei Stunden lang im Chor: »Groß ist die Artemis von Ephesus!«

35Schließlich gelang es dem Verwaltungsdirektor der Stadt,19,35 Seine Aufgabe war es unter anderem, die Volksversammlung der Stadt einzuberufen. die Menge zu beruhigen. »Männer von Ephesus«, rief er, »in der ganzen Welt weiß man doch, dass unsere Stadt den Tempel und das vom Himmel gefallene Standbild der großen Artemis hütet. 36Das wird kein Mensch bestreiten! Beruhigt euch also und lasst euch zu nichts hinreißen! 37Ihr habt diese Männer hergeschleppt, obwohl sie weder den Tempel beraubt noch unsere Göttin beleidigt haben. 38Wenn Demetrius und seine Handwerker Anklage wegen Geschäftsschädigung gegen jemand erheben wollen, dann gibt es dafür Gerichte und Behörden. Dort können sie ihre Sache vorbringen. 39Wenn ihr aber irgendwelche anderen Forderungen habt, muss das auf einer ordentlich einberufenen Volksversammlung geklärt werden. 40Was heute geschehen ist, kann uns leicht als Rebellion ausgelegt werden. Es gibt keinen Grund für diesen Aufruhr; wir können ihn durch nichts rechtfertigen.«

Mit diesen Worten löste er die Versammlung auf.