Gute Nachricht Bibel (GNB)
2

Der »Tränenbrief« und seine Absicht

21Ich war fest entschlossen: Ich wollte nicht noch einmal zu euch kommen und euch nur wieder traurig machen.

2,1
1 Kor 4,21
2 Kor 12,21
2Denn wenn ich euch traurig mache, bleibt mir ja niemand, der mich wieder froh machen kann. 3Genau das habe ich euch in meinem Brief geschrieben. Ich wollte nicht kommen und erleben, dass die mich traurig machen, die mir eigentlich Freude bereiten sollten. Denn ich bin ganz sicher: Euch allen macht es Freude, wenn ihr mir Freude machen könnt.
2,3
13,10

4Ich war sehr bedrückt und niedergeschlagen und habe euch unter vielen Tränen geschrieben. Aber ich wollte euch nicht betrüben. Ihr solltet vielmehr sehen, wie sehr ich gerade euch liebe.

2,4
7,8

Paulus bittet die Gemeinde, seinem Gegner zu verzeihen

5Wenn einer von euch jemand Kummer bereitet hat, so hat er ihn nicht mir bereitet, sondern euch allen. Oder doch einem großen Teil von euch, damit ich nicht übertreibe. 6Er ist genug gestraft mit dem, was die Mehrheit von euch über ihn verhängt hat.

2,6
7,11
7Jetzt ist es an der Zeit, dass ihr ihm verzeiht und ihn ermutigt, damit er nicht in Verzweiflung getrieben wird.
2,7
Kol 3,13

8Ich bitte euch also: Beschließt, ihn wieder in Liebe anzunehmen! 9Mit meinem Brief wollte ich eure Treue erproben und sehen, ob ihr meinen Anweisungen in allem Folge leistet.

2,9
7,1215
10Wem ihr verzeiht, dem verzeihe ich auch. Wenn ich hier überhaupt etwas zu verzeihen hatte, so habe ich es um euretwillen vor Christus getan. 11Der Satan soll uns nicht überlisten. Wir wissen doch genau, was für Absichten er verfolgt!
2,11
1 Petr 5,8

Paulus wartete sehnlichst auf Nachricht

12Ich war bis nach Troas gekommen und verkündete dort die Gute Nachricht von Christus. Der Herr hatte mir die Tür geöffnet für ein erfolgreiches Wirken; 13aber ich war unruhig, weil mein Mitarbeiter Titus nicht eintraf. Darum nahm ich Abschied und reiste nach Mazedonien.2,13 Der abgebrochene Bericht wird in 7,5 wieder aufgenommen.

DER GROSSARTIGE AUFTRAG DES APOSTELS

(2,14–7,16)

2,13 (Titus)
7,613-14
8,616-1822-23
12,18
Gal 2,13
2 Tim 4,10
Tit 1,4

Paulus als Apostel im Dienst von Christus

14Ich2,14 ich: wörtlich wir (und so weiter bis 6,12); siehe Anmerkung zu 1,4. danke Gott, dass er mich immer im Triumphzug2,14 Im alten Rom wurde der siegreiche Feldherr dadurch geehrt, dass er, gefolgt von seinen Truppen, auf dem Triumphwagen durch die Stadt geführt wurde, ihm voraus Kriegsgefangene und Beutestücke – vielleicht sieht Paulus sich als überwundenen ehemaligen Gegner (vgl. 1 Kor 15,9-10; Apg 9,4-6.15-16). An den Brauch, dabei wohlriechende Essenzen zu versprühen, knüpft möglicherweise die Fortsetzung an. von Christus mitführt und seine rettende Botschaft durch mich an allen Orten bekannt macht, wie einen Wohlgeruch, der sich ausbreitet.2,14 seine rettende ...: wörtlich den Wohlgeruch seiner Erkenntnis ... offenbar macht. Zu Erkenntnis vgl. 4,6. 15Von mir geht der Wohlgeruch der Botschaft von Christus aus, und das zur Ehre Gottes. Er erreicht die, die gerettet werden, und die, die verloren gehen.

2,15
1 Kor 1,18
16Für die Verlorengehenden ist es ein tödlicher Duft, an dem sie sterben. Für die, die gerettet werden, ist es ein Duft, der sie zum Leben führt.

Wer ist einer solchen Aufgabe gewachsen? 17Viele verbreiten die Botschaft Gottes, wie man ein Geschäft betreibt. Ich dagegen verkünde sie völlig uneigennützig. Ich rede als einer, der Christus dient. Was ich sage, kommt von Gott, dem ich mich verantwortlich weiß.

2,17
4,2
Phil 1,15-17
1 Thess 2,3510

3

Die Gemeinde als Empfehlungsbrief für Paulus

31Fange ich schon wieder an, mich selbst anzupreisen? Oder brauche ich vielleicht Empfehlungsschreiben an euch oder von euch, wie gewisse Leute sie nötig haben?

3,1
5,12
10,12
Apg 18,27
2Ihr selbst seid mein Empfehlungsbrief! Er ist in mein Herz geschrieben und alle können ihn sehen und lesen.
3,2
1 Kor 9,1-2
3Für alle ist sichtbar: Ihr seid ein Brief von Christus, ausgefertigt und überbracht durch meinen Dienst als Apostel.

Dieser Brief ist nicht mit Tinte geschrieben, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes. Er steht nicht auf Steintafeln, sondern in den Herzen von Menschen.

3,3b
Jer 31,33

Paulus als Diener des neuen Bundes

4So viel Selbstvertrauen habe ich vor Gott, weil Christus mich in seinen Dienst gestellt hat. 5Ich meine nicht, dass ich einem solchen Auftrag aus eigener Kraft gewachsen bin und mir irgendetwas selbst zuschreiben kann. Gott ist es, der mir die Fähigkeit dazu geschenkt hat.

3,5
Röm 15,18

6Er hat mich fähig gemacht, ihm zu dienen durch die Bekanntmachung seines neuen Bundes. Dieser Bund unterscheidet sich dadurch von dem früheren Bund, dass Gott jetzt nicht ein geschriebenes Gesetz gibt, sondern seinen Geist. Der Buchstabe des Gesetzes führt zum Tod; der Geist aber führt zum Leben.

3,6
Lk 22,20
Röm 7,6
Joh 6,63

Der neue Bund führt zum Leben

7Der Dienst, der Mose übertragen wurde, galt dem Gesetz, das mit Buchstaben in steinerne Tafeln eingegraben war. Obwohl dieser Dienst den Menschen den Tod brachte, war der Glanz auf dem Gesicht Moses so stark, dass die Israeliten ihn nicht ertragen konnten. Und das war doch nur ein vergänglicher Glanz!

Wenn also schon der Dienst, der den Menschen den Tod brachte, mit so viel Herrlichkeit ausgestattet gewesen ist,

3,7
Ex 34,29-30
8wie herrlich muss dann erst der Dienst sein, der sie durch den Geist zum Leben führt! 9Wenn schon der Dienst, der den Menschen die Verurteilung brachte, Gottes Herrlichkeit ausstrahlte, wie viel mehr wird dann der Dienst die Herrlichkeit Gottes ausstrahlen, der ihnen den Freispruch bringt!
3,9
Gal 3,10
Röm 8,233

10Verglichen mit diesem überwältigenden Glanz ist jener andere Glanz gar nichts. 11Schon das, was vergehen muss, hat Gottes Herrlichkeit ausgestrahlt. Wie viel mehr wird dann die Herrlichkeit Gottes von dem ausstrahlen, was für immer besteht!

Der neue Bund führt zur Freiheit

12Weil ich eine so große Hoffnung habe, kann ich frei und offen auftreten. 13Ich brauche es nicht wie Mose zu machen, der sein Gesicht jedes Mal mit einem Tuch bedeckte. Denn die Israeliten sollten nicht sehen, dass der Glanz wieder verschwand.

3,13
Ex 34,33-35

14Aber sie wurden ja auch mit Blindheit geschlagen. Wenn sie die Schriften des alten Bundes lesen, liegt für sie bis heute immer noch dieselbe Decke über deren Worten, und es wird ihnen nicht klar, dass dieser Bund durch Christus an sein Ende gekommen ist.

3,14-15
Röm 10,4
11,7-8
Eph 2,15
3,14
Jes 6,10
Röm 11,25
15Auch über ihrem Verstand liegt bis heute eine Decke, wenn sie die Schriften Moses lesen. 16Aber was für Mose galt, gilt auch für sie alle: »Wenn er sich dem Herrn zuwendet, wird die Verhüllung weggenommen.«
3,16
nach

17Der Herr aber, von dem dieses Wort spricht, nämlich Jesus Christus,3,17 von dem ...: verdeutlichender Zusatz; zur Deutung der alttestamentlichen Aussage auf Jesus Christus vgl. Sacherklärung »Herr«. wirkt durch seinen Geist. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

3,17
Röm 8,2
Gal 5,11318
Joh 8,3236
18Wir alle sehen in Christus mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit Gottes wie in einem Spiegel. Dabei werden wir selbst in das Spiegelbild verwandelt und bekommen mehr und mehr Anteil an der göttlichen Herrlichkeit. Das bewirkt der Herr durch seinen Geist.
3,18
4,6
Röm 5,2

4

Der Apostel hat nichts zu verbergen

41Gott hat sich über mich erbarmt und mir diesen Dienst übertragen. Darum verliere ich nicht den Mut.

4,1
3,46
2Ich meide alle dunklen Machenschaften. Ich handle nicht hinterhältig und verdrehe nicht das Wort Gottes. Vielmehr verkünde ich offen die unverfälschte Wahrheit der Guten Nachricht in Verantwortung vor Gott. Das ist meine ›Empfehlung‹, und das werden alle erkennen, die ihr Gewissen prüfen.
4,2
2,17
3,1
6,4

3Wenn die Gute Nachricht, die ich verkünde, glanzlos und verhüllt erscheint, so ist sie das nur für die Menschen, die verloren gehen.

4,3
1 Kor 1,18
4Der Satan, der Herrscher dieser Welt,4,4 Der Satan ...: wörtlich Der Gott dieser Welt; siehe Sacherklärung »Satan«. hat sie mit Blindheit geschlagen, sodass sie der Guten Nachricht nicht glauben. Und so können sie auch deren hellen Glanz nicht sehen – den Glanz, in dem Christus aufleuchtet, der das Bild Gottes ist.
4,4 (Satan)
1 Kor 2,6
Eph 2,2
Joh 12,31

5Denn ich verkünde nicht mich selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn. Ich selbst komme nur als euer Diener in Betracht, und das bin ich, weil ich Christus diene.

4,5
1,24
6Gott hat einst gesagt: »Licht strahle auf aus der Dunkelheit!« So hat er auch sein Licht in meinem Herzen aufleuchten lassen und mich zur Erkenntnis seiner Herrlichkeit geführt, der Herrlichkeit Gottes, wie sie aufgestrahlt ist in Jesus Christus.
4,6
Gen 1,3
2 Kor 3,18
1 Petr 2,9

Der Dienst des Apostels in Schwachheit und Leiden

7Ich trage diesen Schatz in einem ganz gewöhnlichen, zerbrechlichen Gefäß.4,7 Wörtlich in einem Tongefäß. Denn es soll deutlich sichtbar sein, dass das Übermaß an Kraft, mit dem ich wirke, von Gott kommt und nicht aus mir selbst.

8Ich bin von allen Seiten bedrängt, aber ich werde nicht erdrückt. Ich weiß oft nicht mehr weiter, aber ich verzweifle nicht.

4,8
1,8
7,5
11,23-29
9Ich werde verfolgt, aber Gott lässt mich nicht im Stich. Ich werde niedergeworfen, aber ich komme wieder auf.

10Ich erleide fortwährend das Sterben, das Jesus durchlitten hat, an meinem eigenen Leib. Aber das geschieht, damit auch das Leben, zu dem Jesus auferweckt worden ist, an mir sichtbar wird.

4,10
1,5
Gal 6,17
Röm 6,8
Phil 3,10-11
Kol 1,24
1 Petr 4,13
11Denn als Lebender bin ich ständig für Jesus dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben, das Jesus hat, an meinem todverfallenen Körper offenkundig wird.
4,11
Röm 8,36
12So wirkt nun also der Tod in mir, das Leben aber in euch.
4,12
Kol 1,24

13Ich bin erfüllt vom Geist des Vertrauens, von dem in den Heiligen Schriften gesagt wird: »Ich vertraute auf Gott, darum redete ich.« Genauso vertraue auch ich auf Gott, und darum rede ich auch und verkünde die Gute Nachricht.4,13 und verkünde ...: verdeutlichender Zusatz.

4,13
nach
14Gott hat Jesus, den Herrn, vom Tod auferweckt, und ich weiß, dass er mich genauso wie Jesus auferwecken und zusammen mit euch vor seinen Thron stellen wird.
4,14
1 Kor 6,14

15Ich tue ja das alles für euch! Die Botschaft von Gottes Gnade soll immer mehr Menschen erreichen, und der Dank dafür soll überströmen zur Ehre Gottes.

Die Hoffnung des Apostels auf die künftige Herrlichkeit

16Darum verliere ich nicht den Mut. Die Lebenskräfte, die ich von Natur aus habe, werden aufgerieben; aber das Leben, das Gott mir schenkt, erneuert sich jeden Tag. 17Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss, wiegen nicht schwer und gehen vorüber. Sie werden mir eine Herrlichkeit bringen, die alle Vorstellungen übersteigt und kein Ende hat.

4,17
Röm 5,2
18Ich baue nicht auf das Sichtbare, sondern auf das, was jetzt noch niemand sehen kann. Denn was wir jetzt sehen, besteht nur eine gewisse Zeit. Das Unsichtbare aber bleibt ewig bestehen.
4,18
Hebr 11,1