Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

DER APOSTEL RECHTFERTIGT SEIN VERHALTEN

(1,1–2,13)

Eingangsgruß

11Paulus, Apostel von Jesus Christus nach dem Willen Gottes, und der Bruder Timotheus schreiben diesen Brief an die Gemeinde Gottes in Korinth und zugleich an alle Christen1,1 Wörtlich an alle Heiligen. in der Provinz Achaia.

1,1
1 Kor 4,17

2Gnade und Frieden sei mit euch von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, dem Herrn!

Paulus dankt Gott für Trost und Ermutigung

3Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist ein Vater, dessen Erbarmen unerschöpflich ist, und ein Gott, der uns nie verzweifeln lässt.

1,3
Eph 1,3
1 Petr 1,3
4Auch wenn ich1,4 Wörtlich wir (so durchgehend bis Vers 14 und ab 2,14 auf weite Strecken in diesem Brief). Es ist möglich, dass Paulus sich durch die Wir-Form mit Timotheus als Mitabsender des Briefs (1,1) zusammenschließt. Der Inhalt der Aussagen, zugespitzt auf den in Korinth umstrittenen Apostel, und der häufige Wechsel von »ich« und »wir«, in der Regel ohne erkennbaren Anlass, weisen jedoch eher darauf hin, dass es sich um eine bekannte Stilform handelt (vgl. Anmerkung zu 1 Kor 2,6). Die Schärfe der Aussagen wird für uns deutlicher, wenn sie – von eindeutigen Ausnahmen wie 5,20 abgesehen – in der Ich-Form wiedergegeben werden. viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.

5Ich leide mit Christus und in seinem Dienst in reichem Maß. Aber ebenso reich sind der Trost und die Ermutigung, die mir durch ihn geschenkt werden.

1,5
4,10
Ps 34,20
6Wenn ich leide, so geschieht es, damit ihr Mut bekommt und zur Rettung gelangt. Und wenn ich getröstet werde, so geschieht es, damit ihr den Mut bekommt, die gleichen Leiden wie ich geduldig zu ertragen.
1,6-7
4,1517

7Ich bin voller Zuversicht, wenn ich an euch denke; denn ich weiß: Wie ihr meine Leiden teilt, so habt ihr auch teil an dem Trost und der Ermutigung, die mir geschenkt werden.

8Ihr sollt wissen, Brüder und Schwestern,1,8 Brüder und Schwestern steht für ein einziges griechisches Wort, das als Mehrzahlform nicht nur, wie herkömmlich übersetzt, die »Brüder« bezeichnet, sondern auch je nach Zusammenhang die gesamte Gemeinde aus Männern und Frauen (siehe dazu Sacherklärung »Bruder«). dass ich in der Provinz Asien in einer ausweglosen Lage war. Was ich zu ertragen hatte, war so schwer, dass es über meine Kraft ging. Ich hatte keine Hoffnung mehr, mit dem Leben davonzukommen,

1,8
4,8
Apg 19,23
1 Kor 15,32
9ja, ich war ganz sicher, dass das Todesurteil über mich gesprochen war.

Aber das geschah, damit ich nicht auf mich selbst vertraue, sondern mich allein auf Gott verlasse, der die Toten zum Leben erweckt.

1,9b
Röm 4,17
Hebr 11,1219
10Und er hat mich ja auch vor dem sicheren Tod gerettet – und wird es auch künftig tun. Ich setze die feste Hoffnung auf ihn: Er wird mich auch in Zukunft aus Todesgefahr retten.
1,10
2 Tim 4,18

11Dazu helfen auch eure Gebete für mich, und aus vielen Herzen wird dann der Dank für meine gnädige Bewahrung vielstimmig zu Gott aufsteigen.

1,11
Röm 15,30

Warum Paulus nicht nach Korinth kam

12Wenn ich mich mit etwas rühme, dann mit dem, was mir auch mein Gewissen bezeugt: Mein Verhalten überall in der Welt und besonders bei euch war stets bestimmt von völliger Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit, wie es dem Willen Gottes entspricht. Ich ließ mich nicht von eigennütziger Klugheit leiten, sondern vom Wirken der Gnade Gottes.

1,12 (rühme)
1 Kor 1,31

13Auch was ich in meinen Briefen schreibe, meine ich genau so, wie ihr es lesen und verstehen könnt. Ich hoffe, dass ihr es vollends ganz verstehen werdet. 14Zum Teil habt ihr mich ja schon verstanden, nämlich dass ihr auf mich stolz sein dürft, so wie ich auf euch1,14 Wörtlich dass ich euer Ruhm bin, so wie auch ihr der meine; vgl. Sacherklärung »rühmen«. – an dem Tag, an dem Jesus, unser Herr, kommt.

1,14
Phil 2,16

15Im Vertrauen auf all das hatte ich den Plan gefasst, zuerst zu euch zu kommen,1,15 zuerst: Bei einem überraschenden Zwischenbesuch, bei dem es zu schweren Auseinandersetzungen kam (darauf nimmt Paulus in 2,1-11 Bezug), hatte Paulus offenbar seine baldige Rückkehr nach Korinth zugesagt, um von dort nach Mazedonien weiterzureisen; vgl. den ursprünglichen Plan in 1 Kor 16,5. Die Fortsetzung im Text lautet wörtlich damit ihr eine zweite Gnade empfangt. damit ich euch zweimal besuchen und euch zweimal die Gnade Gottes bringen könnte. 16Ich wollte über euch nach Mazedonien reisen und von dort wieder zu euch zurückkehren, damit ihr mich für die Reise nach Judäa mit allem Nötigen ausrüstet.

1,16
1 Kor 16,5-6

17War ich leichtfertig, als ich mir das vorgenommen habe? Oder mache ich meine Pläne nach Menschenart, sodass mein Ja auch ein Nein sein kann?

1,17
1 Kor 4,18-19
18Gott ist mein Zeuge: Kein Wort, das ich euch sage, ist Ja und Nein zugleich!

19Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, den Silvanus, Timotheus und ich bei euch verkündet haben, war nicht Ja und Nein zugleich. In ihm ist das reine Ja Wirklichkeit geworden.

1,19
Apg 18,5
20Mit ihm sagt Gott Ja zu allen seinen Zusagen. Von ihm gedrängt und ermächtigt sprechen wir darum auch das Amen zur Ehre Gottes.
1,20
1 Kor 14,16
Offb 3,14

21Gott hat uns zusammen mit euch auf diesen festen Grund gestellt: auf Christus. Er hat uns gesalbt 22und uns sein Siegel aufgedrückt.1,22 Salbung (vgl. 1 Joh 2,20.27 und Anmerkungen) und Versiegelung sind Bilder für die Taufe und weisen insbesondere auf den mit ihr verbundenen Empfang des Heiligen Geistes hin (siehe Sacherklärung »Taufe«). Er hat seinen Geist in unser Herz gegeben als Anzahlung auf das ewige Leben, das er uns schenken will.

1,22
5,5
Röm 8,1123
Eph 1,13-14
4,30

23Ich rufe Gott als Zeugen an; er soll mich zur Rechenschaft ziehen, wenn ich nicht die Wahrheit sage! Nur um euch zu schonen, bin ich nicht wieder1,23 Wörtlich nicht mehr. Paulus war demnach inzwischen schon in Korinth gewesen. Es ist nicht zu erkennen, ob es sich dabei um den geplanten ersten Besuch von Vers 15-16 handelt oder um einen ungeplanten Zwischenbesuch wegen alarmierender Nachrichten. nach Korinth gekommen.

1,23
13,2
24Denn ich betrachte mich nicht als Richter über euren Glauben. Meine Aufgabe ist es doch, zu eurer Freude beizutragen! Im Glauben steht ihr ja fest.
1,24
4,5
1 Petr 5,3

2

Der »Tränenbrief« und seine Absicht

21Ich war fest entschlossen: Ich wollte nicht noch einmal zu euch kommen und euch nur wieder traurig machen.

2,1
1 Kor 4,21
2 Kor 12,21
2Denn wenn ich euch traurig mache, bleibt mir ja niemand, der mich wieder froh machen kann. 3Genau das habe ich euch in meinem Brief geschrieben. Ich wollte nicht kommen und erleben, dass die mich traurig machen, die mir eigentlich Freude bereiten sollten. Denn ich bin ganz sicher: Euch allen macht es Freude, wenn ihr mir Freude machen könnt.
2,3
13,10

4Ich war sehr bedrückt und niedergeschlagen und habe euch unter vielen Tränen geschrieben. Aber ich wollte euch nicht betrüben. Ihr solltet vielmehr sehen, wie sehr ich gerade euch liebe.

2,4
7,8

Paulus bittet die Gemeinde, seinem Gegner zu verzeihen

5Wenn einer von euch jemand Kummer bereitet hat, so hat er ihn nicht mir bereitet, sondern euch allen. Oder doch einem großen Teil von euch, damit ich nicht übertreibe. 6Er ist genug gestraft mit dem, was die Mehrheit von euch über ihn verhängt hat.

2,6
7,11
7Jetzt ist es an der Zeit, dass ihr ihm verzeiht und ihn ermutigt, damit er nicht in Verzweiflung getrieben wird.
2,7
Kol 3,13

8Ich bitte euch also: Beschließt, ihn wieder in Liebe anzunehmen! 9Mit meinem Brief wollte ich eure Treue erproben und sehen, ob ihr meinen Anweisungen in allem Folge leistet.

2,9
7,1215
10Wem ihr verzeiht, dem verzeihe ich auch. Wenn ich hier überhaupt etwas zu verzeihen hatte, so habe ich es um euretwillen vor Christus getan. 11Der Satan soll uns nicht überlisten. Wir wissen doch genau, was für Absichten er verfolgt!
2,11
1 Petr 5,8

Paulus wartete sehnlichst auf Nachricht

12Ich war bis nach Troas gekommen und verkündete dort die Gute Nachricht von Christus. Der Herr hatte mir die Tür geöffnet für ein erfolgreiches Wirken; 13aber ich war unruhig, weil mein Mitarbeiter Titus nicht eintraf. Darum nahm ich Abschied und reiste nach Mazedonien.2,13 Der abgebrochene Bericht wird in 7,5 wieder aufgenommen.

DER GROSSARTIGE AUFTRAG DES APOSTELS

(2,14–7,16)

2,13 (Titus)
7,613-14
8,616-1822-23
12,18
Gal 2,13
2 Tim 4,10
Tit 1,4

Paulus als Apostel im Dienst von Christus

14Ich2,14 ich: wörtlich wir (und so weiter bis 6,12); siehe Anmerkung zu 1,4. danke Gott, dass er mich immer im Triumphzug2,14 Im alten Rom wurde der siegreiche Feldherr dadurch geehrt, dass er, gefolgt von seinen Truppen, auf dem Triumphwagen durch die Stadt geführt wurde, ihm voraus Kriegsgefangene und Beutestücke – vielleicht sieht Paulus sich als überwundenen ehemaligen Gegner (vgl. 1 Kor 15,9-10; Apg 9,4-6.15-16). An den Brauch, dabei wohlriechende Essenzen zu versprühen, knüpft möglicherweise die Fortsetzung an. von Christus mitführt und seine rettende Botschaft durch mich an allen Orten bekannt macht, wie einen Wohlgeruch, der sich ausbreitet.2,14 seine rettende ...: wörtlich den Wohlgeruch seiner Erkenntnis ... offenbar macht. Zu Erkenntnis vgl. 4,6. 15Von mir geht der Wohlgeruch der Botschaft von Christus aus, und das zur Ehre Gottes. Er erreicht die, die gerettet werden, und die, die verloren gehen.

2,15
1 Kor 1,18
16Für die Verlorengehenden ist es ein tödlicher Duft, an dem sie sterben. Für die, die gerettet werden, ist es ein Duft, der sie zum Leben führt.

Wer ist einer solchen Aufgabe gewachsen? 17Viele verbreiten die Botschaft Gottes, wie man ein Geschäft betreibt. Ich dagegen verkünde sie völlig uneigennützig. Ich rede als einer, der Christus dient. Was ich sage, kommt von Gott, dem ich mich verantwortlich weiß.

2,17
4,2
Phil 1,15-17
1 Thess 2,3510