Gute Nachricht Bibel (GNB)
13

SIMEON VOLLENDET DAS WERK SEINER BRÜDER

(13,1–16,24)

Simeon übernimmt die Führung

131Simeon hörte, dass Tryphon mit einem großen Heer bereitstand, um den vernichtenden Schlag gegen Judäa zu führen. 2Er sah auch, welche Panik diese Nachricht im Volk auslöste. Da ging er nach Jerusalem und berief eine Volksversammlung ein.

3Er machte dem Volk Mut und sagte: »Ihr wisst, wie wir – meine Familie, meine Brüder, ich selbst – uns für das Gesetz Gottes und den Tempel eingesetzt und welche Kämpfe und Gefahren wir auf uns genommen haben. 4Alle meine Brüder haben ihr Leben dabei gelassen, sie sind für Israel gestorben, bis schließlich nur ich allein übrig blieb.

13,4
2,2-5
6,4347
9,1836-38
12,50
5Aber ich denke nicht daran, in der Stunde der Gefahr mein Leben zu schonen. Soll es mir besser gehen als meinen Brüdern? 6Nein, jetzt, da all die fremden Völker sich wieder zusammengetan haben und uns in ihrem Hass vernichten wollen, werde ich für mein Volk und für den Tempel kämpfen; ich werde eure Frauen und Kinder schützen!«

7Diese Rede machte dem Volk wieder Mut 8und alle riefen Simeon zu: »Führe du uns! Tritt an die Stelle deiner Brüder Judas und Jonatan! 9Nimm unsere Sache in die Hand! Wir tun alles, was du befiehlst!«

10Simeon rief sofort alle wehrfähigen Männer zu den Waffen. Er beeilte sich, den Mauerbau in Jerusalem zum Abschluss zu bringen und die Stadt ringsum zu sichern. 11Jonatan, den Sohn Abschaloms, schickte er mit einem hinreichend starken Heer nach Joppe. Die Einwohner mussten ihre Stadt verlassen; Jonatan und seine Truppen setzten sich in ihr fest.

13,11
12,33-34

Tryphons Misserfolg. Jonatans Tod

12Tryphon brach mit einem starken Heer von Ptolemaïs auf, um in Judäa einzumarschieren. Simeons Bruder Jonatan führte er als Gefangenen mit.

13Simeon schlug sein Lager bei Hadid am Rand der Küstenebene auf.

13,13
12,38

14Als Tryphon erfuhr, dass Simeon die Stelle seines Bruders Jonatan eingenommen habe und schon gerüstet sei, den Kampf mit ihm aufzunehmen, ließ er ihm folgende Botschaft übermitteln: 15»Ich halte deinen Bruder Jonatan nur fest, weil er der königlichen Kasse Gelder schuldig geblieben ist, die er aufgrund seiner Ämter zahlen muss. 16Ich lasse ihn sofort wieder frei, wenn du mir 100 Zentner Silber schickst und dazu zwei seiner Söhne als Geiseln. Ich will sichergehen, dass er nicht gegen mich Partei ergreift, sobald er wieder auf freiem Fuß ist.«

17Simeon wusste genau, dass Tryphon nicht Wort halten würde. Trotzdem ließ er das Geld und die Kinder herbeischaffen, um sich nicht den Hass des Volkes zuzuziehen. 18Es sollte ihm nicht vorwerfen können, er sei schuld an Jonatans Tod, weil er das Lösegeld und die Geiseln verweigert habe.

19Simeon schickte also Tryphon das Geld und die beiden Kinder. Der aber leugnete ab, irgendetwas versprochen zu haben, und gab Jonatan nicht heraus.

20Jetzt wollte Tryphon auf judäisches Gebiet vorstoßen, um sein Vernichtungswerk zu beginnen. Dabei suchte er Simeon auszuweichen und wählte den Umweg über Adorajim. Aber wohin er auch marschierte, überall war Simeon mit seinem Heer schon zur Stelle und hinderte ihn, in Judäa einzufallen.

21Die feindliche Besatzung der Festung von Jerusalem schickte Boten an Tryphon, die ihn zur Eile drängten. Sie forderten ihn auf, von der Wüste her einen Durchbruch zu versuchen und Nahrungsmittel für sie heranzuschaffen.

13,21
6,18-20
22Für dieses Unternehmen bot Tryphon seine gesamte Reiterei auf. Aber gerade in dieser Nacht schneite es sehr stark und er konnte deshalb nicht durchkommen.

Tryphon ließ darauf seinen Plan fallen und zog ab in Richtung Gilead. 23In der Nähe von Baskama ließ er Jonatan umbringen und bestatten. 24Dann marschierte er weiter und kehrte in sein Land zurück.

Die Grabanlage in Modeïn

25Simeon holte den Leichnam seines Bruders nach Modeïn und bestattete ihn in der Stadt seiner Vorfahren.

13,25
2,69-70
9,19
26Ganz Israel hielt eine große Totenklage für Jonatan; tagelang beweinte ihn das Volk.

27Über der Grabstätte seines Vaters und seiner Brüder errichtete Simeon einen großen, weithin sichtbaren Bau, der an der Vorder- und Rückseite mit polierten Steinplatten verblendet war. 28Auf dem Bau erhoben sich sieben Pyramiden, von denen sechs paarweise einander zugeordnet waren und an Simeons Vater, seine Mutter und seine vier Brüder erinnern sollten. 29Die Anlage war eingefasst durch hohe Säulen, die mit steinernen Bildwerken geschmückt waren. Die einen zeigten Rüstungen und Waffen und verkündeten so den Kriegsruhm der Toten, die anderen zeigten Schiffe, die man schon vom Meer aus sehen konnte.13,29 Die Verse 28 und 29 sind in manchen Einzelheiten nicht sicher zu deuten. 30Die Grabanlage, die Simeon baute, steht bis heute in Modeïn.

Das neue Bündnis mit Demetrius II.: Freiheit für Judäa

31Tryphon ließ den jungen König Antiochus heimtückisch ermorden

13,31
12,39
32und setzte sich selbst die Krone Vorderasiens auf. Das Land hatte schwer unter ihm zu leiden.

33Simeon baute die Festungen in Judäa aus. Sie erhielten starke Mauern, hohe Türme und gut gesicherte Toranlagen. In den Festungen legte er Lebensmittelvorräte an.

13,33
12,35

34Darauf schickte er eine Gesandtschaft zu König Demetrius,13,34 Demetrius II. um bei ihm Steuernachlass zu erwirken. Denn Tryphon hatte das Land rücksichtslos ausgeraubt.

13,34
11,52-56
35Die Gesandtschaft kehrte mit folgendem Antwortschreiben zurück:

36»König Demetrius grüßt Simeon, den Obersten Priester und Freund der Könige, sowie den Rat der Ältesten und das ganze jüdische Volk.

13,36-40
10,25-45

37Ich habe den goldenen Kranz und den Palmzweig, den ihr mir übersandt habt, empfangen und bin bereit, endgültig mit euch Frieden zu schließen. Ich werde meine Behörden anweisen, euch Steuernachlass zu gewähren. 38Alle Vorrechte, die ich euch früher schon einmal gewährt habe, bleiben in Kraft. Auch die Festungen, die ihr angelegt habt, sollen euch nicht genommen werden.

39Ich vergebe euch alle Fehler und Vertragsverletzungen, deren ihr euch in jüngster Vergangenheit schuldig gemacht habt, und erlasse euch zugleich die Lieferung der goldenen Ehrenkrone, die ihr mir schuldig seid. Sollten sonst noch irgendwelche Steuern in Jerusalem erhoben worden sein, so sind auch diese in Zukunft nicht mehr zu zahlen.

40Wenn es bei euch junge Leute gibt, die geeignet sind, in meiner Leibgarde Dienst zu tun, werden sie von mir angenommen. Zwischen uns soll endgültig Frieden herrschen.«

41So wurde Israel im 170. Jahr der griechischen Herrschaft13,41 143/142 v.Chr.; wahrscheinlich Mai 142. vom fremden Joch befreit.
13,41
Jer 30,8
42Von da an leitete man in Israel Urkunden und Verträge mit dem Satz ein: »Im soundsovielten Jahr der Regierung Simeons, des großen Obersten Priesters, des Heerführers und Oberhauptes der Juden.«

Simeon erobert Geser

43Damals ging Simeon auch gegen die Stadt Geser vor und schloss sie mit seinen Truppen ein. Er ließ einen mächtigen Belagerungsturm bauen und an einen Turm der Stadtbefestigung heranfahren. Der Stadtturm wurde erobert 44und die Besatzung des Belagerungsturmes drang in die Stadt ein.

Unter der Bevölkerung entstand eine Panik. 45Die Männer kamen mit ihren Frauen und Kindern auf die Stadtmauer. Alle zerrissen ihre Kleider und schrien und flehten, Simeon solle Frieden mit ihnen schließen, 46er solle doch Gnade vor Recht ergehen lassen.

47Simeon ließ sich erweichen. Der Kampf wurde eingestellt; aber alle Einwohner mussten die Stadt verlassen. Die Häuser, in denen man Bilder der fremden Götter fand, wurden rein gemacht; dann hielt Simeon mit seinen Leuten unter Preis- und Dankliedern Einzug in die Stadt. 48Alle Spuren des alten Götzendienstes wurden beseitigt und Männer angesiedelt, die dem Gesetz Gottes gehorchten.

Simeon ließ die Befestigungsanlagen von Geser noch weiter ausbauen und für sich selbst einen Palast errichten.

Die Festung von Jerusalem in jüdischer Hand

49Die Besatzung der feindlichen Festung in Jerusalem war inzwischen von jeder Verbindung abgeschnitten. Die Belagerten konnten nicht mehr einkaufen und hatten kaum mehr etwas zu essen; viele verhungerten.

13,49
6,18-20
50Da baten sie Simeon um Frieden. Simeon schenkte ihnen das Leben, befahl ihnen aber, die Festung zu räumen. Dann ließ er alles daraus entfernen, was gegen das Gesetz Gottes verstieß.

51Mit Jubelrufen und mit Palmzweigen in der Hand zogen nun die Männer Israels in die Festung ein. Zur Begleitung von Lauten, Harfen und Zimbeln sangen sie Dank- und Freudenlieder, weil der letzte und gefährlichste Stützpunkt des Feindes gefallen war. Das war am 23. Tag des 2. Monats im Jahr 171 der griechischen Herrschaft.13,51 Mai/Juni 141 v.Chr.

13,51
1,31-37
52Simeon bestimmte, dass dieser Tag jedes Jahr gefeiert werden sollte. Er ließ die Mauern des Tempelbezirks auf der Seite zur Festung hin verstärken und machte die Festung zum Wohnsitz für sich und sein Gefolge.

53Seinen Sohn Johanan, der inzwischen zu einem Mann herangewachsen war, ernannte Simeon zum Befehlshaber des gesamten Heeres. Johanan nahm seinen Amtssitz in Geser.

14

Demetrius II. vom Perserkönig gefangen gesetzt

141Im 172. Jahr der griechischen Herrschaft14,1 141/140 v.Chr. sammelte König Demetrius14,1 Demetrius II. sein Heer und zog nach Medien, um sich dort Hilfstruppen für seinen Krieg gegen Tryphon zu beschaffen.

2Als Arsakes, der König von Persien und Medien,14,2 Mitridates I.; er trug auch den Namen Arsakes (VI.) und war der Gründer des Parther-Reiches. hörte, dass Demetrius in sein Gebiet einmarschiert sei, gab er einem seiner Heerführer den Auftrag, dem Eindringling entgegenzutreten und ihn lebendig gefangen zu nehmen. 3Es kam zum Kampf zwischen den beiden Heeren und das Heer von Demetrius unterlag. Er selbst wurde lebendig gefasst und Arsakes übergeben, der ihn als Gefangenen bei sich behielt.

Preislied auf Simeon

4Unter Simeon kam Judäa zur Ruhe

und es hatte Ruhe, solange er lebte.

Er sorgte stets für das Wohl seines Volkes

und alle freuten sich Tag für Tag

über seine Macht und seinen Ruhm.

5Er mehrte noch seinen Ruhm,

als er die Hafenstadt Joppe einnahm,

ein Tor zu fernen Ländern und Inseln.

14,5
13,11

6Im eigenen Land setzte er sich durch

und gewann seinem Volk neue Gebiete hinzu.

7Viele Verbannte führte er in die Heimat zurück.

Er eroberte Geser und Bet-Zur

und die Festung in Jerusalem.

Aus der Festung entfernte er alles,

was gegen das Gesetz des Herrn verstieß,

und niemand widersetzte sich ihm.

14,7
13,43-46
11,65-66
13,49-50

8Jeder bestellte nun in Frieden sein Land,

der Boden gab seinen Ertrag

und die Bäume trugen ihre Frucht.

14,8
Lev 26,3-4

9Die jungen Männer gingen stolz daher

im Schmuck ihrer Waffen

und die Alten saßen auf den Plätzen der Stadt

und berieten über das gemeinsame Wohl.

10Simeon versorgte die Städte mit Vorräten

und sicherte sie mit Mauern, Türmen und Toren.

In aller Welt war sein Name bekannt,

überall rühmte man ihn.

14,10
13,33

11Ja, er brachte seinem Land den Frieden;

Israel war voller Freude und Jubel.

12Jeder konnte unter seinem Weinstock sitzen

und unter seinem Feigenbaum,

niemand schreckte ihn auf.

14,12
Mi 4,4

13Denn die Könige waren vernichtend geschlagen,

es gab keinen mehr, der gegen Israel kämpfte.

14Allen Armen und Unterdrückten im eigenen Volk

verhalf Simeon zu ihrem Recht.

Er verschaffte dem Gesetz des Herrn Geltung

und räumte mit allen auf,

die es nicht anerkennen wollten

oder gegen seine Weisungen verstießen.

14,14
Ps 72,2

15Den Tempel ließ er prachtvoll ausbauen

und reich mit heiligen Geräten versehen.

Erneuerung der Bündnisse mit Sparta und Rom

16Die Nachricht von Jonatans Tod hatte in Rom und auch in Sparta Trauer und Bestürzung ausgelöst.

14,16
13,23
17Als man jedoch erfuhr, dass Simeon, der Bruder Jonatans, dessen Stelle als Oberster Priester eingenommen habe und das Land mit allen Städten fest in seiner Hand sei, 18boten Römer und Spartaner Simeon die Erneuerung des Beistandspaktes an, den sie mit Judas und Jonatan geschlossen hatten. Sie übersandten Simeon bronzene Tafeln, auf denen ihr Beschluss eingraviert war.
14,18
8,17-32
12,3
12,5-18
19Die Tafeln wurden in Jerusalem in der Volksversammlung verlesen. 20Hier ist eine Abschrift der Tafel, die die Spartaner übersandten:

»Regierung und Volk von Sparta grüßen ihre Brüder, den Obersten Priester Simeon, die Ältesten, die Priester und das ganze jüdische Volk.

14,20-23
12,6-18

21Die Gesandten, die ihr zu uns geschickt habt, haben uns von euren ruhmvollen Taten berichtet und von dem Ansehen, das ihr jetzt genießt. Ihr Kommen war für uns ein Anlass großer Freude. 22Was sie vorbrachten, ist im Protokoll unserer Volksbeschlüsse wie folgt festgehalten worden:

›Numenius, der Sohn von Antiochus, und Antipater, der Sohn von Jason, sind als Abgesandte der Juden zu uns gekommen, um den Freundschaftspakt mit uns zu erneuern. 23Die Volksversammlung hat beschlossen, die beiden mit allen Ehren zu empfangen und die Niederschrift ihrer Worte im Staatsarchiv zu hinterlegen, damit das Volk von Sparta ständig an dieses Bündnis erinnert wird. Dem Obersten Priester Simeon ist eine Abschrift des Protokolls zugegangen.‹«

24Als Antwort auf das Angebot der Römer schickte Simeon Numenius nach Rom, um den Beistandspakt zu bekräftigen. Er überbrachte als Geschenk einen großen goldenen Schild im Wert von 50000 Silberstücken.14,24 Wert statt Gewicht (von 1000 Minen = ca. 575 kg) mit 15,18.

Das jüdische Volk ehrt Simeon und seine Familie

25Das alles wurde dem versammelten jüdischen Volk bekannt gemacht. Da fragten sie sich: »Wie können wir Simeon und seinen Söhnen unsere Dankbarkeit zeigen? 26Er selbst, seine Brüder und seine ganze Familie waren uns Halt und Stütze. Sie haben die Feinde aus unserem Land vertrieben und Israel die Freiheit gebracht.«

So fasste das Volk einen Beschluss und ließ ihn auf Bronzetafeln eingravieren, die auf dem Berg Zion an Säulen angebracht wurden. 27Hier ist die Wiedergabe der Inschrift:

»Am 18. Tag des Monats Elul im 172. Jahr der griechischen Herrschaft14,27 13. September 141 oder 140 v.Chr. – das ist das 3. Jahr der Regierung des Obersten Priesters Simeon, des Oberhauptes des Volkes Gottes –

14,27
13,42
28wurde auf einer großen Versammlung der Priester und Ältesten, der Truppenführer und des ganzen Volkes in aller Form festgestellt:

29In den vielen Kriegen, die unser Land heimsuchten, haben Simeon, der Sohn des Priesters Mattatias aus der Nachkommenschaft Jojaribs, und seine Brüder sich den Feinden unseres Volkes entgegengestellt. Mit Leib und Leben sind sie für den Bestand des Tempels und für die Geltung des Gesetzes des Herrn eingetreten und haben unserem Volk höchste Ehre und Anerkennung erworben.

30Jonatan sammelte das Volk um sich und wurde Oberster Priester. Nach seinem Tod

14,30
9,73
10,20
31beschlossen die Feinde, in unser Land einzufallen und den Tempel zu vernichten.
14,31
12,53

32Da stand Simeon auf und führte den Kampf. Er opferte einen großen Teil seines Vermögens, um die kampffähigen Männer seines Volkes mit Waffen auszurüsten und ihre Verpflegung sicherzustellen.

14,32
13,3-9
33Er befestigte die Städte Judäas, besonders Bet-Zur an der Grenze. Die Stadt, die vorher ein Waffenlager des Feindes war, machte er zum Stützpunkt jüdischer Truppen. 34Auch Joppe, die Hafenstadt am Mittelmeer, und Geser im Gebiet von Aschdod erhielten starke Befestigungen. Die feindselige Bevölkerung dieser Städte wurde vertrieben; Simeon siedelte Juden dort an und stellte ihnen alles zur Verfügung, was sie brauchten, um sich einrichten und behaupten zu können.

35Das Volk sah, dass dies alles Simeons Werk war, dass er mit ganzem Herzen auf der Seite seines Volkes stand und unablässig und mit Erfolg bemüht war, Israel aufzuhelfen und ihm Ruhm und Geltung zu verschaffen. Darum machte das Volk ihn zu seinem Anführer und zum Obersten Priester.

36Unter Simeons Führung gelang es, die Fremden ganz aus dem Land zu vertreiben, vor allem auch aus Jerusalem. Die Feinde hatten sich die Davidsstadt zur Festung ausgebaut. Sie machten von dorther immer wieder Ausfälle, achteten nicht die Heiligkeit des Gebietes rings um den Tempel und waren für das Heiligtum eine große Gefahr. 37Simeon legte eine jüdische Truppe in die Festung und baute sie weiter aus, zum Schutz Jerusalems und des ganzen Landes. Auch die Stadtmauern Jerusalems ließ er erhöhen.

38Angesichts dieser Tatsachen bestätigte König Demetrius ihn im Amt des Obersten Priesters, 39nahm ihn in den Kreis seiner Freunde auf und ließ ihm weitere hohe Ehren zuteilwerden. 40Das tat er auch deshalb, weil er erfuhr, dass die Juden mit den Römern einen Beistandspakt abgeschlossen hatten, dass sie von ihnen als Brüder angesprochen wurden und eine Gesandtschaft Simeons in Rom ehrenvoll empfangen worden war.

41Darum haben die Juden und ihre Priester nunmehr Folgendes beschlossen:

›Bis ein von Gott beglaubigter Prophet aufsteht und in dieser Sache etwas anderes verfügt, sollen Simeon und seine Nachkommen die Oberhäupter und Obersten Priester der Juden auf Lebenszeit sein.

14,41
4,46
42Simeon soll auch unser Heerführer sein und für den Tempel Sorge tragen. Durch ihn werden alle Beamten ernannt: die für die Arbeiten am Tempel, die für die Angelegenheiten des Heeres und der Festungen sowie alle anderen Beamten im Land. 43Alle sind ihm Gehorsam schuldig. Alle Urkunden sind in seinem Namen auszustellen und er darf das Purpurgewand und den goldenen Stirnreif tragen.
14,43
13,42
11,58
44Keinem aus dem Volk oder aus der Priesterschaft ist es erlaubt, eine dieser Bestimmungen außer Kraft zu setzen; niemand darf den Anordnungen des Obersten Priesters zuwiderhandeln, niemand ohne seinen Auftrag irgendwo im Land eine Volksversammlung einberufen, niemand ein Purpurgewand und die goldene Spange tragen. 45Jeder, der gegen diese Bestimmungen verstößt oder eine von ihnen außer Kraft setzt, wird vor Gericht gestellt.‹

46Das ganze Volk hat beschlossen, Simeon die hiermit umschriebenen Vollmachten zu übertragen. 47Simeon hat zugestimmt und sich bereit erklärt, Oberster Priester, Heerführer und Oberhaupt der Juden und ihrer Priester zu sein und alle damit verbundenen Aufgaben wahrzunehmen.«

48Nach dem Willen des Volkes wurde dieser Beschluss in Bronzetafeln eingraviert und die Tafeln wurden im Vorhof des Tempels an einer Stelle, die allen zugänglich ist, aufgestellt. 49Zugleich war beschlossen worden, eine Abschrift davon in der Schatzkammer des Tempels zu hinterlegen, damit sie Simeon und seinen Söhnen ständig zur Hand sei.
15

Antiochus VII. bekräftigt die Zusagen seiner Vorgänger

151Antiochus,15,1 Antiochus VII., der jüngere Bruder von Demetrius II. der Sohn von König Demetrius,15,1 Demetrius I., der Vater von Demetrius II. und Antiochus VII. sandte von den Inseln des Mittelmeers einen Brief an Simeon, den Priester und Herrscher der Juden, und an das ganze jüdische Volk. 2Der Brief lautete:

»König Antiochus grüßt den Obersten Priester Simeon, das Oberhaupt der Juden, sowie das ganze jüdische Volk.

3Verbrecher haben die Herrschaft über das Reich meiner Vorfahren an sich gerissen. Ich bin entschlossen, ihrer Herrschaft ein Ende zu machen und im Reich die alte Ordnung wiederherzustellen. Zu diesem Zweck habe ich Truppen in großer Zahl angeworben und Kriegsschiffe ausgerüstet. 4Ich werde kommen und alle zur Rechenschaft ziehen, die das Land verwüstet und so viele Städte meines Reiches zerstört haben.

5Dir jedoch, Simeon, bestätige ich die Steuer- und Abgabenfreiheit, die dir die Könige vor mir gewährt haben.

15,5
11,34-36
13,38
6Ich gestatte dir darüber hinaus, eigene Münzen zu prägen und in deinem Land in Umlauf zu bringen. 7Jerusalem und das Heiligtum sollen frei sein. Alle Waffen, die du dir beschafft hast, und alle Festungen, die von dir gebaut wurden und sich in deiner Hand befinden, darfst du behalten.
15,7
10,31-32
8Alles, was du der königlichen Kasse schuldig geblieben bist, und alles, was du ihr fernerhin zu zahlen schuldig wärest, ist dir heute und für alle Zukunft erlassen. 9Sobald die Herrschaft über das Reich wieder fest in meinen Händen ist, werde ich dich und dein Volk und den Tempel mit höchsten Ehren auszeichnen. Euer Ruhm soll in aller Welt bekannt werden.«

10Im 174. Jahr der griechischen Herrschaft15,10 139/138 v.Chr. betrat Antiochus das Land, in dem seine Vorfahren regiert hatten. Die meisten Soldaten liefen zu ihm über, nur wenige hielten weiter zu Tryphon.

11-12Nachdem ihn seine Truppen im Stich gelassen hatten, war sich Tryphon im Klaren, dass seine Stellung nicht zu halten war. Von König Antiochus verfolgt, flüchtete er in die Stadt Dor am Mittelmeer. 13Antiochus belagerte Dor mit 120000 Soldaten und 8000 Reitern. 14Seine Schiffe griffen von der See her an, sodass die Stadt ringsum eingeschlossen war und vom Land und vom Wasser aus bedrängt wurde. Niemand konnte mehr heraus und niemand hinein.

Die Römer bekräftigen ihr Bündnis mit dem jüdischen Volk

15Zu der Zeit trafen Numenius und die anderen, die ihn nach Rom begleitet hatten, wieder in Jerusalem ein. Sie brachten folgenden Brief mit, der an verschiedene Könige und Länder adressiert war:

15,15
12,16

16»Der römische Konsul Luzius grüßt König Ptolemäus.15,16 Ptolemäus VIII. (145–116 v.Chr.). Der Brief an den König von Ägypten wird hier als Muster der versandten Briefe angeführt.

17Die Juden sind unsere Freunde und Bundesgenossen. Ihr Oberster Priester Simeon und das ganze Volk haben Gesandte zu uns geschickt, um den alten Beistandspakt mit uns zu erneuern. 18Zugleich übersandten sie uns einen goldenen Schild im Wert von 50000 Silberstücken.

15,18
14,24
19Wir haben darum beschlossen, verschiedene Könige und Länder schriftlich anzuweisen, nichts gegen die Juden zu unternehmen. Sie sollen das jüdische Land und seine Städte nicht angreifen und niemand unterstützen, der das tut. 20Wir haben auch beschlossen, den Schild als Ehrengabe aus der Hand der Juden entgegenzunehmen. 21Sollten daher Verräter aus Judäa zu euch geflüchtet sein, so liefert sie an den Obersten Priester Simeon aus, damit er sie nach dem jüdischen Gesetz bestrafen kann.«

22Den gleichen Brief schrieb Luzius an die Könige Demetrius, Attalus, Ariarathes und Arsakes 23sowie an die folgenden Staaten: Sampsake, Sparta, Delos, Myndos, Sikyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lykien, Halikarnass, Rhodos, Phaselis, Kos, Side, Arwad, Gortyna, Knidos, Zypern und Kyrene. 24Der Oberste Priester Simeon erhielt eine Abschrift davon.

Feindschaft zwischen Antiochus VII. und Simeon

25König Antiochus belagerte immer noch die Stadt Dor. Er ließ Belagerungsmaschinen bauen und unablässig griffen seine Truppen an. Tryphon war völlig eingeschlossen. Niemand konnte mehr aus der Stadt heraus und niemand hinein.

26Simeon schickte dem König zur Unterstützung 2000 ausgesucht tüchtige Kriegsleute sowie Silber und Gold und eine Menge Kriegsausrüstung. 27Doch der König lehnte es ab, die Hilfe anzunehmen. Überdies erklärte er alle Zusagen, die er Simeon vorher gemacht hatte, für nichtig und brach die freundschaftliche Beziehung zu ihm ab.

28Er schickte einen seiner Freunde, Athenobius, nach Jerusalem. Dieser sollte mit Simeon verhandeln und ihm Folgendes sagen:

»Du hältst Joppe und Geser und die Festung in Jerusalem besetzt, obwohl diese Städte und diese Festung mir gehören. 29Das Gebiet der genannten Städte hast du verwüstet und im Land großen Schaden angerichtet. Darüber hinaus hast du noch viele andere Ortschaften, die zu meinem Herrschaftsbereich gehören, an dich gerissen. 30Gib jetzt also die beiden Städte und die Festung von Jerusalem wieder heraus, und von den anderen Ortschaften, die du dir angeeignet hast und die gar nicht zu Judäa gehören, musst du die Steuern an mich abführen. 31Andernfalls musst du mir 500 Zentner Silber zahlen und weitere 500 Zentner als Entschädigung für die Zerstörungen, die du angerichtet hast, und als Entgelt für die inzwischen aufgelaufene Steuerschuld der Städte. Wenn du auch darauf nicht eingehst, werde ich gegen dich Krieg führen.«

32Athenobius kam nach Jerusalem und war sehr erstaunt, als er die große Prachtentfaltung um Simeon sah und das goldene und silberne Geschirr auf seinen Tischen wahrnahm.

Er richtete ihm die Botschaft des Königs aus. 33Aber Simeon gab zur Antwort: »Wir haben kein fremdes Gebiet besetzt und nichts genommen, was uns nicht gehört. Es handelt sich um Eigentum, das uns von unseren Vorfahren her zusteht. Unsere Feinde hatten es unrechtmäßigerweise für einige Zeit an sich gebracht, 34und als sich die Gelegenheit bot, haben wir es wieder in Besitz genommen. 35Was Joppe und Geser betrifft, auf die du Anspruch erhebst: Diese Städte haben unserem Volk und Land schweren Schaden zugefügt. Wir sind aber bereit, für sie 100 Zentner Silber zu zahlen.«

Athenobius gab darauf keine Antwort.

15,35
13,11
13,43-46
36Wütend reiste er ab und meldete dem König, was Simeon gesagt hatte. Er berichtete auch von der Pracht, in der Simeon lebte, und von all dem, was er dort gesehen hatte. Der König war sehr aufgebracht.

Simeons Söhne siegen über Kendebäus

37Tryphon gelang es, mit einem Schiff nach Orthosia zu entkommen. 38Der König ernannte darauf Kendebäus zum Befehlshaber des Küstengebietes, unterstellte ihm Truppen zu Fuß und zu Pferd 39und gab ihm den Auftrag, an der Grenze Judäas sein Lager aufzuschlagen. Er sollte die Ortschaft Kidron ausbauen und mit festen Toranlagen versehen und dann die Leute von Israel angreifen. Er selbst nahm die Verfolgung Tryphons auf.

40Kendebäus zog nach Jamnia und fing an, die Israeliten zu belästigen. Er machte Einfälle nach Judäa, nahm Leute gefangen und brachte sie um. 41Kidron wurde ausgebaut und erhielt eine Besatzung von Soldaten und Reitern, die ausschwärmten und die Straßen Judäas unsicher machten, wie der König es befohlen hatte.