Gute Nachricht Bibel (GNB)
12

ÜBER DIE GABEN DES HEILIGEN GEISTES

(Kapitel 12–14)

Von den Fähigkeiten, die Gottes Geist schenkt

121Brüder und Schwestern! Ich komme nun zu den Fähigkeiten, die der Geist Gottes schenkt, und sage euch, was ihr darüber wissen müsst.

2Ihr erinnert euch: Als ihr noch Ungläubige wart, seid ihr vor den stummen Götzen in Ekstase geraten.

12,2
Gal 4,8
3Darum muss ich euch vor allem eines sagen: Wenn Gottes Geist von einem Menschen Besitz ergriffen hat, kann dieser nicht sagen: »Jesus sei verflucht!« Umgekehrt kann niemand sagen: »Jesus ist der Herr!«, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wirkt.
12,3
1 Joh 4,2-3
Röm 10,9
Phil 2,11

4Es gibt verschiedene Gaben, doch ein und derselbe Geist teilt sie zu.

12,4-11
12,27–14,40
Röm 12,6-8
Eph 4,4
5Es gibt verschiedene Dienste, doch ein und derselbe Herr macht dazu fähig. 6Es gibt verschiedene Wunderkräfte, doch ein und derselbe Gott schenkt sie – er, der alles in allen wirkt. 7Doch an jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben.
12,7
14,26

8Die einen befähigt der Geist dazu, Gottes weisheitsvolle Pläne zu enthüllen; andere lässt er erkennen, was in einer schwierigen Lage getan werden soll. 9Derselbe Geist gibt den einen besondere Glaubenskraft und den anderen die Kraft, zu heilen. 10Der Geist ermächtigt die einen, Wunder zu tun; andere macht er fähig, Weisungen Gottes zu verkünden. Wieder andere können unterscheiden, was aus dem Geist Gottes kommt und was nicht. Die einen befähigt der Geist, in unbekannten Sprachen zu reden; anderen gibt er die Fähigkeit, das Gesagte zu deuten.

12,10
Apg 2,4

11Aber das alles bewirkt ein und derselbe Geist. So wie er es will, teilt er jedem und jeder in der Gemeinde die eigene Fähigkeit zu.

12,11
7,7
Röm 12,3
Eph 4,7
1 Petr 4,10

Das Bild vom Körper und seinen Teilen: Niemand hat seine Fähigkeiten für sich allein

12Der Körper des Menschen ist einer und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile gehören zusammen und bilden einen unteilbaren Organismus. So ist es auch mit Christus: mit der Gemeinde, die sein Leib ist.12,12 Wörtlich So ist auch Christus.

12,12
12,27
13Denn wir alle, Juden wie Griechen, Menschen im Sklavenstand wie Freie, sind in der Taufe durch denselben Geist in den einen Leib, in Christus, eingegliedert und auch alle mit demselben Geist erfüllt worden.
12,13
Gal 3,27-28

14Ein Körper besteht nicht aus einem einzigen Teil, sondern aus vielen Teilen. 15Wenn der Fuß erklärt: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich nicht die Hand bin« – hört er damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? 16Oder wenn das Ohr erklärt: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich nicht das Auge bin« – hört es damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? 17Wie könnte ein Mensch hören, wenn er nur aus Augen bestünde? Wie könnte er riechen, wenn er nur aus Ohren bestünde? 18Nun aber hat Gott im Körper viele Teile geschaffen und hat jedem Teil seinen Platz zugewiesen, so wie er es gewollt hat. 19Wenn alles nur ein einzelner Teil wäre, wo bliebe da der Leib? 20Aber nun gibt es viele Teile, und alle gehören zu dem einen Leib.

21Das Auge kann nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ich brauche euch nicht!« 22Gerade die Teile des Körpers, die schwächer scheinen, sind besonders wichtig. 23Die Teile, die als unansehnlich gelten, kleiden wir mit besonderer Sorgfalt und die unanständigen mit besonderem Anstand. 24Die edleren Teile haben das nicht nötig. Gott hat unseren Körper zu einem Ganzen zusammengefügt und hat dafür gesorgt, dass die geringeren Teile besonders geehrt werden. 25Denn er wollte, dass es keine Uneinigkeit im Körper gibt, sondern jeder Teil sich um den anderen kümmert. 26Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit. Und wenn irgendein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen mit.

12,26
Röm 12,15
2 Kor 11,29

27Ihr alle seid zusammen der Leib von Christus, und als Einzelne seid ihr Teile an diesem Leib.

12,27
6,15
10,17
12,12
Röm 12,4-5
Eph 1,23
28So hat Gott in der Gemeinde allen ihre Aufgabe zugewiesen. Da gibt es erstens die Apostel, zweitens die, die prophetische Weisungen erteilen, drittens die, die zum Lehren befähigt sind.12,28 Siehe Sacherklärung »Lehrer (3)«. Dann kommen die, die Wunder tun oder heilen können, die Dienste oder Leitungsaufgaben übernehmen oder in unbekannten Sprachen reden.
12,28
12,8-10
Eph 4,11-12
29Nicht alle sind Apostel, nicht alle erteilen prophetische Weisungen, nicht alle sind zum Lehren befähigt. Nicht alle können Wunder tun, 30nicht alle Kranke heilen, nicht alle in unbekannten Sprachen reden, nicht alle diese Sprachen deuten. 31aBemüht euch aber um die höheren Geistesgaben!
12,31a
14,1

Nichts geht über die Liebe (Das »Hohelied der Liebe«)

31bIch zeige euch jetzt etwas, das noch weit wichtiger ist als alle diese Fähigkeiten.

13

131Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche

und sogar die Sprache der Engel,

aber ich habe keine Liebe –

dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong

oder eine lärmende Trommel.

13,1-7
8,1
Röm 13,8-10
13,1
2 Kor 12,3-4

2Wenn ich prophetische Eingebungen habe

und alle himmlischen Geheimnisse weiß

und alle Erkenntnis besitze,

wenn ich einen so starken Glauben habe,

dass ich Berge versetzen kann,

aber ich habe keine Liebe –

dann bin ich nichts.

13,2
12,8
Mt 7,22
17,20

3Und wenn ich all meinen Besitz verteile

und den Tod in den Flammen auf mich nehme,13,3 und den Tod ...: Wichtige alte Textzeugen lesen (mit nur einem Buchstaben Unterschied) und meinen Leib hingebe, um mich zu rühmen.

aber ich habe keine Liebe –

dann nützt es mir nichts.

13,3
Mk 10,21Dan 3,19-20

4Die Liebe ist geduldig und gütig.

Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt,

sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf.

5Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus,

sie sucht nicht den eigenen Vorteil.

Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen

und trägt das Böse nicht nach.

6Sie ist nicht schadenfroh,

wenn anderen Unrecht geschieht,

sondern freut sich mit,

wenn jemand das Rechte tut.

7Die Liebe gibt nie jemand auf,

in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere;

alles erträgt sie mit großer Geduld.

8Niemals wird die Liebe vergehen.

Prophetische Eingebungen hören einmal auf,

das Reden in Sprachen des Geistes verstummt,

auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen.

13,8
14,1-5

9Denn unser Erkennen ist Stückwerk,

und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird,

ist es mit dem Stückwerk vorbei.

11Einst, als ich noch ein Kind war,

da redete ich wie ein Kind,

ich fühlte und dachte wie ein Kind.

Als ich dann aber erwachsen war,

habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt.

12Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild

wie in einem trüben Spiegel;

dann aber schauen wir Gott von Angesicht.

Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen;

dann aber werden wir Gott völlig kennen,

so wie er uns jetzt schon kennt.

13,12
2 Kor 5,7
Röm 8,24
1 Joh 3,2

13Auch wenn alles einmal aufhört –

Glaube, Hoffnung und Liebe nicht.

Diese drei werden immer bleiben;

doch am höchsten steht die Liebe.

13,13
1 Thess 1,3
5,8
Gal 5,5-6
Kol 1,4-5
Hebr 10,22-24

14

Zur Beurteilung des »Redens in unbekannten Sprachen« (Zungenreden)

141Bemüht euch also darum, dass euch die Liebe geschenkt wird!

Von den Gaben des Geistes wünscht euch besonders die Fähigkeit, prophetische Weisungen zu verkünden.

14,1b (Weisungen)
12,10
2Wenn du in unbekannten Sprachen redest, sprichst du nicht zu Menschen, sondern zu Gott. Niemand versteht dich. Durch die Wirkung des Geistes redest du geheimnisvolle Worte.
14,2 (Sprachen)
Apg 2,4
3Wenn du aber prophetische Weisungen empfängst, kannst du sie an andere weitergeben. Du kannst damit die Gemeinde aufbauen, ermutigen und trösten. 4Wenn jemand in unbekannten Sprachen spricht, hat niemand sonst etwas davon. Wer prophetische Weisungen gibt, dient der ganzen Gemeinde.
14,4
14,26

5Ich wünschte, dass ihr alle in Sprachen des Geistes reden könntet; aber noch lieber wäre es mir, ihr alle könntet prophetische Weisungen verkünden. Das hat mehr Gewicht, als in unbekannten Sprachen zu reden, außer es gibt jemand gleich die Deutung dazu, damit die Gemeinde etwas davon hat.

14,5
Num 11,29

6Was nützt es euch, Brüder und Schwestern,14,6 Siehe Anmerkung zu 1,10; ebenso für die Verse 20.26 und 39. wenn ich zu euch komme und in unbekannten Sprachen rede? Ihr habt nur etwas davon, wenn ich euch göttliche Wahrheiten enthülle oder Erkenntnisse bringe oder Weisungen von Gott oder Lehren weitergebe.

7Denkt an die Musikinstrumente, an die Flöte oder die Harfe. Wenn sich die einzelnen Töne nicht deutlich unterscheiden, ist keine Melodie zu erkennen. 8Und wenn die Trompete kein klares Signal gibt, wird keiner zu den Waffen greifen. 9Bei euch ist es genauso: Wenn ihr mit eurer Stimme undeutliche Laute von euch gebt, kann niemand verstehen, was ihr sagt. Ihr sprecht dann in den Wind.

10Oder denkt an die vielen Sprachen in der Welt! Jedes Volk hat seine eigene. 11Wenn ich nun die Sprache eines anderen Menschen nicht kenne, kann er sich nicht mit mir verständigen, und mir geht es genauso mit ihm.

12Das gilt auch für euch. Wenn ihr schon so großen Wert auf die Gaben des Geistes legt, dann bemüht euch um die, die dem Aufbau der Gemeinde dienen. An solchen Gaben sollt ihr reich werden. 13Wer also in unbekannten Sprachen spricht, soll um die Gabe bitten, das Gesprochene auch deuten zu können. 14Wenn ich in solchen Sprachen rede, betet der Geist, der von mir Besitz ergriffen hat, aber mein Verstand ist untätig, und niemand hat etwas davon.

15Was folgt daraus? Ich will beides tun: mit dem Geist beten und mit dem Verstand beten. Ich will mit dem Geist singen und auch mit dem Verstand. 16Wenn du Gott nur in der Sprache des Geistes rühmst, wie können dann andere, die diese Sprache nicht verstehen, auf dein Gebet mit »Amen« antworten? Sie wissen ja gar nicht, was du gesagt hast.

14,16
2 Kor 1,20
17Die anderen werden nicht in ihrem Glauben gefördert, auch wenn du ein noch so schönes Gebet sprichst.

18Ich danke Gott, dass ich mehr als ihr alle in Sprachen des Geistes rede. 19Aber in der Gemeindeversammlung spreche ich lieber fünf verständliche Sätze, um die anderen im Glauben zu unterweisen, als zehntausend Wörter, die niemand versteht.

20Brüder und Schwestern, seid nicht Kinder dem Verstand nach! In der Schlechtigkeit sollt ihr wie kleine Kinder sein, aber im Denken müsst ihr erwachsen sein.

14,20
Eph 4,14
21Im Buch des Gesetzes heißt es: »Ich werde zu diesem Volk in unbekannten Sprachen reden und in fremden Worten, sagt der Herr. Aber auch dann werden sie nicht auf mich hören.«
14,21
nach
22Das Reden in Sprachen des Geistes ist also gar nicht für die Glaubenden bestimmt, sondern für die Ungläubigen – es ist ein Zeichen des Gerichts über ihren Unglauben. Bei den prophetischen Botschaften ist es umgekehrt: Sie sind nicht für die Ungläubigen bestimmt, sondern für die Glaubenden oder die, die zum Glauben kommen sollen.14,22 oder die ...: verdeutlichender Zusatz im Blick auf die Verse 24-25.

23Stellt euch vor, die ganze Gemeinde versammelt sich und alle fangen an, in unbekannten Sprachen zu reden. Wenn nun Neulinge oder Ungläubige hereinkommen, werden sie euch bestimmt für verrückt erklären.

14,23
Apg 2,13
24Nehmt dagegen an, ihr alle verkündet prophetische Weisungen. Wenn dann ein Neuling, der noch nicht glaubt, hereinkommt, wird ihn alles, was er hört, von seiner Schuld überzeugen. Er wird sich von allen zur Rechenschaft gezogen sehen. 25Seine geheimen Gedanken kommen ans Licht. Er wird sich niederwerfen, wird Gott anbeten und bekennen: »Wahrhaftig, Gott ist mitten unter euch!«
14,25
Joh 4,17-19
Jes 45,14

Die Ordnung bei der Gemeindeversammlung

26Was folgt daraus für euch, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zum Gottesdienst zusammenkommt, kann jeder und jede etwas dazu beitragen: ein Lied vorsingen oder eine Lehre vortragen oder eine Offenbarung weitergeben oder in unbekannten Sprachen reden oder die Deutung dazu geben. Aber alles muss dem Aufbau der Gemeinde dienen.

14,26
12,8-10

27In unbekannten Sprachen sollen zwei oder höchstens drei sprechen, aber der Reihe nach, und jemand soll die Deutung geben. 28Wenn niemand da ist, der es deuten kann, sollen die Betreffenden schweigen. Sie sollen dann für sich zu Hause reden, wo nur sie selbst und Gott es hören.

29Auch von denen, die prophetische Weisungen verkünden können, sollen nur zwei oder drei sprechen. Die andern, die diese Fähigkeit haben, sollen das Gesagte beurteilen.

14,29
1 Thess 5,21
30Vielleicht erhält von diesen andern, die dabeisitzen, jemand eine Botschaft, während gerade einer spricht; dann soll der Erste aufhören. 31Ihr könnt doch alle der Reihe nach sprechen. Dann werden alle etwas lernen und alle werden ermutigt werden. 32Die prophetisch Begabten werden von ihren Eingebungen nicht überwältigt, sondern haben es selbst in der Hand, wann und wie sie sie weitergeben. 33Gott liebt doch nicht die Unordnung, sondern er schafft Frieden!

Wie es bei allen christlichen Gemeinden14,33 Wörtlich bei allen Gemeinden der Heiligen. üblich ist,

14,33
7,15
34sollen die Frauen in euren Versammlungen schweigen. Sie dürfen nicht lehren, sondern sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz vorschreibt.
14,34-35
11,3
Eph 5,22
1 Tim 2,11-12
14,34
Gen 3,16
35Wenn sie etwas wissen wollen, sollen sie zu Hause ihren Ehemann fragen. Denn es schickt sich nicht für eine Frau, dass sie in der Gemeindeversammlung spricht.14,35 Paulus setzt in 11,5 voraus, dass Frauen im Gottesdienst öffentlich auftreten. Das Verbot in Kap 14 steht jedoch in Einklang mit 1 Tim 2,11-12. Es fällt auf, dass die Verse 14,34-35 in einigen Handschriften ganz am Ende des Kapitels stehen. Dies ist vielleicht ein Hinweis darauf, dass es sich um eine später angebrachte Randnotiz handelt, die nachträglich in den Text des Briefes aufgenommen wurde. 36Ist denn die Botschaft Gottes von euch in die Welt ausgegangen? Oder ist sie nur zu euch gekommen?

37Wer von euch meint, die Prophetengabe zu besitzen oder vom Geist Gottes erfüllt zu sein, muss auch einsehen, dass meine Anweisungen vom Herrn kommen. 38Wer das nicht anerkennt, wird auch von Gott nicht anerkannt.

39Meine Brüder und Schwestern, bemüht euch also um die Gabe der prophetischen Rede, hindert aber auch niemand daran, in unbekannten Sprachen zu reden. 40Nur soll alles anständig und geordnet zugehen.