Gute Nachricht Bibel (GNB)
11

111Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich Christus zum Vorbild nehme!

11,1
4,16

MISSSTÄNDE IM GOTTESDIENST

(11,2-34)

Vom Verhalten der Frauen beim Gottesdienst

2Ich muss euch dafür loben, dass ihr immer an mich denkt und die Anweisungen befolgt, die ich euch weitergegeben habe. 3Ich muss euch aber auch noch dies sagen:

Jeder Mann ist unmittelbar Christus unterstellt, die Frau aber dem Mann; und Christus ist Gott unterstellt.11,3 Wörtlich Christus ist das Haupt des Mannes, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt von Christus.

11,3
Eph 5,23
Gen 3,16
4Ein Mann, der im Gottesdienst öffentlich betet oder Weisungen Gottes verkündet, entehrt sich selbst, wenn er dabei seinen Kopf bedeckt. 5Eine Frau, die im Gottesdienst öffentlich betet oder Weisungen Gottes verkündet, entehrt sich selbst, wenn sie dabei ihren Kopf nicht bedeckt. Es ist genauso, als ob sie kahl geschoren wäre. 6Wenn sie keine Kopfbedeckung trägt, kann sie sich gleich die Haare abschneiden lassen. Es ist doch eine Schande für eine Frau, sich die Haare abschneiden oder den Kopf kahl scheren zu lassen. Dann soll sie auch ihren Kopf verhüllen.

7Der Mann dagegen soll seinen Kopf nicht bedecken; denn der Mann ist das Abbild Gottes und spiegelt die Herrlichkeit Gottes wider. In der Frau spiegelt sich die Herrlichkeit des Mannes.

11,7
Gen 1,26-27
8Der Mann wurde nicht aus der Frau geschaffen, sondern die Frau aus dem Mann.
11,8-9
Gen 2,18-23
1 Tim 2,13
9Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, wohl aber die Frau für den Mann. 10Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Unterordnung und zugleich der Bevollmächtigung auf dem Kopf tragen. Damit genügt sie der Ordnung, über die die Engel wachen.11,10 Wörtlich Deshalb muss die Frau eine Vollmacht auf dem Kopf haben wegen der Engel. Die Kopfbedeckung ist zunächst Zeichen der Unterordnung unter den Mann (Vers 3). Die Einhaltung dieser Ordnung ist die Voraussetzung (Bevollmächtigung) dafür, dass die Frau im Gottesdienst öffentlich auftreten darf.

11Vor dem Herrn gibt es jedoch die Frau nicht ohne den Mann und den Mann nicht ohne die Frau. 12Zwar wurde die Frau aus dem Mann geschaffen; aber der Mann wird von der Frau geboren. Und beide kommen von Gott, der alles geschaffen hat.

13Urteilt selbst: Gehört es sich für eine Frau, im Gottesdienst ein Gebet zu sprechen, ohne dass sie eine Kopfbedeckung trägt? 14Schon die Natur lehrt euch, dass langes Haar für den Mann eine Schande ist, 15aber eine Ehre für die Frau. Die Frau hat langes Haar erhalten, um sich zu verhüllen.

16Falls aber jemand mit mir darüber streiten möchte, kann ich nur eines sagen: Weder ich noch die Gemeinden Gottes kennen eine andere Sitte im Gottesdienst.

Wie das Mahl des Herrn gefeiert werden soll

17Wenn ich schon einmal Anweisungen gebe: Ich kann es nicht loben, dass eure Gemeindeversammlungen den Aufbau der Gemeinde nicht fördern, sondern beeinträchtigen. 18Erstens11,18 Der zweite Punkt sind offenbar die in Kap 12–14 angesprochenen Missstände. wurde mir berichtet, dass es unter euch Spaltungen gibt, wenn ihr zusammenkommt. Ich glaube, dass dies mindestens teilweise zutrifft.

11,18
1,10-11
19Es muss ja auch zu Spaltungen unter euch kommen, damit offenbar wird, wer sich bei euch im Glauben bewährt.

20Wenn ihr zusammenkommt, feiert ihr in Wirklichkeit gar nicht das Mahl des Herrn. 21Denn bevor das gemeinsame Mahl beginnt, fangen die Anwesenden schon einmal an zu essen, was sie mitgebracht haben; und wenn dann die später Kommenden hungrig eintreffen, sind die Ersten schon betrunken.11,21 Denn bevor ...: wörtlich Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und so ist der eine hungrig, der andere betrunken. Die Übersetzung verdeutlicht im Blick auf Vers 33 (»wartet aufeinander«). Die später Kommenden sind offenbar die Ärmeren, die noch arbeiten müssen und wenig mitzubringen haben. 22Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und wollt die unter euch beschämen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch loben? In diesem Punkt lobe ich euch nicht!

11,22
Jak 2,5-6

23Ich nämlich habe als Überlieferung, die vom Herrn kommt, empfangen, was ich euch weitergegeben habe:

In der Nacht, in der Jesus, der Herr, ausgeliefert wurde, nahm er Brot,

11,23-25
10,16
Mk 14,22-24
24sprach darüber das Dankgebet, brach es in Stücke und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird. Tut das immer wieder, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!«11,24 Wörtlich Tut das zu meinem Gedenken (ebenso in Vers 25). In der Sprache der Bibel bedeutet »Gedenken« nicht ein bloßes Erinnern, sondern zugleich das Gegenwärtigwerden des Erinnerten.

25Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher und sagte: »Dieser Becher ist Gottes neuer Bund, der durch mein Blut in Kraft gesetzt wird. Tut das, sooft ihr von ihm trinkt, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!«

11,25
Lk 22,20

26Jedes Mal also, wenn ihr dieses Brot esst und von diesem Becher trinkt, verkündet ihr damit die Rettung, die durch den Tod des Herrn geschehen ist, bis er wiederkommt.

27Wer daher auf unwürdige Weise11,27 Paulus meint mit unwürdig die in den Versen 20-22 beschriebenen Zustände. das Brot des Herrn isst und von seinem Becher trinkt, macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig. 28Darum sollt ihr euch prüfen, bevor ihr das Brot esst und von dem Becher trinkt. 29Denn wenn ihr esst und trinkt ohne Rücksicht darauf, dass ihr es mit dem Leib des Herrn zu tun habt,11,29 ohne Rücksicht ...: wörtlich ohne den Leib richtig zu beurteilen. Paulus denkt wohl im Blick auf Vers 22 zugleich an die Solidarität innerhalb der Gemeinde als dem »Leib des Herrn« (vgl. 12,12). zieht ihr euch durch euer Essen und Trinken Gottes Strafgericht zu. 30Das ist ja auch der Grund, weshalb viele von euch schwach und krank sind und nicht wenige sind sogar gestorben.

31Wenn wir uns selbst zur Rechenschaft ziehen würden, müsste der Herr uns nicht auf diese Weise richten. 32Wenn er es aber tut, dann geschieht es, um uns zurechtzuweisen, damit wir nicht im letzten Gericht zusammen mit der ungläubigen Welt verurteilt werden.

33Meine Brüder und Schwestern,11,33 Siehe Anmerkung zu 1,10; ebenso für 12,1. wenn ihr also zusammenkommt, um das Mahl des Herrn zu feiern, dann wartet aufeinander. 34Wer zu großen Hunger hat, soll vorher zu Hause essen. Sonst bringen eure Versammlungen euch nur Bestrafung ein.

Alles Weitere werde ich regeln, wenn ich komme.

12

ÜBER DIE GABEN DES HEILIGEN GEISTES

(Kapitel 12–14)

Von den Fähigkeiten, die Gottes Geist schenkt

121Brüder und Schwestern! Ich komme nun zu den Fähigkeiten, die der Geist Gottes schenkt, und sage euch, was ihr darüber wissen müsst.

2Ihr erinnert euch: Als ihr noch Ungläubige wart, seid ihr vor den stummen Götzen in Ekstase geraten.

12,2
Gal 4,8
3Darum muss ich euch vor allem eines sagen: Wenn Gottes Geist von einem Menschen Besitz ergriffen hat, kann dieser nicht sagen: »Jesus sei verflucht!« Umgekehrt kann niemand sagen: »Jesus ist der Herr!«, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wirkt.
12,3
1 Joh 4,2-3
Röm 10,9
Phil 2,11

4Es gibt verschiedene Gaben, doch ein und derselbe Geist teilt sie zu.

12,4-11
12,27–14,40
Röm 12,6-8
Eph 4,4
5Es gibt verschiedene Dienste, doch ein und derselbe Herr macht dazu fähig. 6Es gibt verschiedene Wunderkräfte, doch ein und derselbe Gott schenkt sie – er, der alles in allen wirkt. 7Doch an jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben.
12,7
14,26

8Die einen befähigt der Geist dazu, Gottes weisheitsvolle Pläne zu enthüllen; andere lässt er erkennen, was in einer schwierigen Lage getan werden soll. 9Derselbe Geist gibt den einen besondere Glaubenskraft und den anderen die Kraft, zu heilen. 10Der Geist ermächtigt die einen, Wunder zu tun; andere macht er fähig, Weisungen Gottes zu verkünden. Wieder andere können unterscheiden, was aus dem Geist Gottes kommt und was nicht. Die einen befähigt der Geist, in unbekannten Sprachen zu reden; anderen gibt er die Fähigkeit, das Gesagte zu deuten.

12,10
Apg 2,4

11Aber das alles bewirkt ein und derselbe Geist. So wie er es will, teilt er jedem und jeder in der Gemeinde die eigene Fähigkeit zu.

12,11
7,7
Röm 12,3
Eph 4,7
1 Petr 4,10

Das Bild vom Körper und seinen Teilen: Niemand hat seine Fähigkeiten für sich allein

12Der Körper des Menschen ist einer und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile gehören zusammen und bilden einen unteilbaren Organismus. So ist es auch mit Christus: mit der Gemeinde, die sein Leib ist.12,12 Wörtlich So ist auch Christus.

12,12
12,27
13Denn wir alle, Juden wie Griechen, Menschen im Sklavenstand wie Freie, sind in der Taufe durch denselben Geist in den einen Leib, in Christus, eingegliedert und auch alle mit demselben Geist erfüllt worden.
12,13
Gal 3,27-28

14Ein Körper besteht nicht aus einem einzigen Teil, sondern aus vielen Teilen. 15Wenn der Fuß erklärt: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich nicht die Hand bin« – hört er damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? 16Oder wenn das Ohr erklärt: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich nicht das Auge bin« – hört es damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? 17Wie könnte ein Mensch hören, wenn er nur aus Augen bestünde? Wie könnte er riechen, wenn er nur aus Ohren bestünde? 18Nun aber hat Gott im Körper viele Teile geschaffen und hat jedem Teil seinen Platz zugewiesen, so wie er es gewollt hat. 19Wenn alles nur ein einzelner Teil wäre, wo bliebe da der Leib? 20Aber nun gibt es viele Teile, und alle gehören zu dem einen Leib.

21Das Auge kann nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ich brauche euch nicht!« 22Gerade die Teile des Körpers, die schwächer scheinen, sind besonders wichtig. 23Die Teile, die als unansehnlich gelten, kleiden wir mit besonderer Sorgfalt und die unanständigen mit besonderem Anstand. 24Die edleren Teile haben das nicht nötig. Gott hat unseren Körper zu einem Ganzen zusammengefügt und hat dafür gesorgt, dass die geringeren Teile besonders geehrt werden. 25Denn er wollte, dass es keine Uneinigkeit im Körper gibt, sondern jeder Teil sich um den anderen kümmert. 26Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit. Und wenn irgendein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen mit.

12,26
Röm 12,15
2 Kor 11,29

27Ihr alle seid zusammen der Leib von Christus, und als Einzelne seid ihr Teile an diesem Leib.

12,27
6,15
10,17
12,12
Röm 12,4-5
Eph 1,23
28So hat Gott in der Gemeinde allen ihre Aufgabe zugewiesen. Da gibt es erstens die Apostel, zweitens die, die prophetische Weisungen erteilen, drittens die, die zum Lehren befähigt sind.12,28 Siehe Sacherklärung »Lehrer (3)«. Dann kommen die, die Wunder tun oder heilen können, die Dienste oder Leitungsaufgaben übernehmen oder in unbekannten Sprachen reden.
12,28
12,8-10
Eph 4,11-12
29Nicht alle sind Apostel, nicht alle erteilen prophetische Weisungen, nicht alle sind zum Lehren befähigt. Nicht alle können Wunder tun, 30nicht alle Kranke heilen, nicht alle in unbekannten Sprachen reden, nicht alle diese Sprachen deuten. 31aBemüht euch aber um die höheren Geistesgaben!
12,31a
14,1

Nichts geht über die Liebe (Das »Hohelied der Liebe«)

31bIch zeige euch jetzt etwas, das noch weit wichtiger ist als alle diese Fähigkeiten.

13

131Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche

und sogar die Sprache der Engel,

aber ich habe keine Liebe –

dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong

oder eine lärmende Trommel.

13,1-7
8,1
Röm 13,8-10
13,1
2 Kor 12,3-4

2Wenn ich prophetische Eingebungen habe

und alle himmlischen Geheimnisse weiß

und alle Erkenntnis besitze,

wenn ich einen so starken Glauben habe,

dass ich Berge versetzen kann,

aber ich habe keine Liebe –

dann bin ich nichts.

13,2
12,8
Mt 7,22
17,20

3Und wenn ich all meinen Besitz verteile

und den Tod in den Flammen auf mich nehme,13,3 und den Tod ...: Wichtige alte Textzeugen lesen (mit nur einem Buchstaben Unterschied) und meinen Leib hingebe, um mich zu rühmen.

aber ich habe keine Liebe –

dann nützt es mir nichts.

13,3
Mk 10,21Dan 3,19-20

4Die Liebe ist geduldig und gütig.

Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt,

sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf.

5Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus,

sie sucht nicht den eigenen Vorteil.

Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen

und trägt das Böse nicht nach.

6Sie ist nicht schadenfroh,

wenn anderen Unrecht geschieht,

sondern freut sich mit,

wenn jemand das Rechte tut.

7Die Liebe gibt nie jemand auf,

in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere;

alles erträgt sie mit großer Geduld.

8Niemals wird die Liebe vergehen.

Prophetische Eingebungen hören einmal auf,

das Reden in Sprachen des Geistes verstummt,

auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen.

13,8
14,1-5

9Denn unser Erkennen ist Stückwerk,

und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird,

ist es mit dem Stückwerk vorbei.

11Einst, als ich noch ein Kind war,

da redete ich wie ein Kind,

ich fühlte und dachte wie ein Kind.

Als ich dann aber erwachsen war,

habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt.

12Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild

wie in einem trüben Spiegel;

dann aber schauen wir Gott von Angesicht.

Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen;

dann aber werden wir Gott völlig kennen,

so wie er uns jetzt schon kennt.

13,12
2 Kor 5,7
Röm 8,24
1 Joh 3,2

13Auch wenn alles einmal aufhört –

Glaube, Hoffnung und Liebe nicht.

Diese drei werden immer bleiben;

doch am höchsten steht die Liebe.

13,13
1 Thess 1,3
5,8
Gal 5,5-6
Kol 1,4-5
Hebr 10,22-24