Gute Nachricht Bibel (GNB)
9

Paulus als Vorbild: Verzicht um der Liebe willen

91Nehmt euch ein Beispiel an mir! Bin ich nicht frei? Bin ich nicht Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr die Frucht meines Wirkens für den Herrn?

9,1-2
15,8
2 Kor 10,7-8
11,5
Gal 1,1
2Auch wenn andere mich nicht als Apostel anerkennen – für euch bin ich es! Meine Beglaubigung als Apostel seid ihr selbst, weil ihr zum Glauben an den Herrn gekommen seid.
9,2 (Beglaubigung)
4,15
2 Kor 3,1-3
10,13

3Hier ist meine Antwort an die Leute, die Kritik an mir üben: 4Hätte ich nicht Anspruch darauf, für meinen Dienst als Apostel Essen und Trinken zu bekommen?

9,4
Mt 10,102 Thess 3,9
5Hätte ich nicht das Recht, eine Christin als Ehefrau auf meine Reisen mitzunehmen, wie es die anderen Apostel tun und die Brüder des Herrn und auch Petrus?9,5 Wörtlich Kephas. 6Sind ich und Barnabas die Einzigen, die mit ihrer Hände Arbeit für ihren Unterhalt aufkommen müssen?
9,6 (Barnabas)
Apg 9,27
Gal 2,1913
7Wer zieht denn schon auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg, ohne von seinen Trauben zu essen? Wer hütet Schafe, ohne von ihrer Milch zu trinken?

8Ich berufe mich nicht nur auf das, was allgemein üblich ist. Das Gesetz Gottes sagt dasselbe. 9Im Gesetzbuch Moses steht geschrieben: »Einem Ochsen, der zum Dreschen eingespannt wird, darfst du das Maul nicht zubinden.« Geht es Gott vielleicht um die Ochsen,

9,9
zit
10oder meint er nicht vielmehr uns bei allem, was er sagt?

So ist es: Von uns ist hier die Rede, um unseretwillen steht es geschrieben. Wer pflügt und erntet, muss damit rechnen können, selbst einen Teil vom Ertrag zu bekommen. 11Ich habe geistliche Gaben, den Samen der Botschaft Gottes, unter euch ausgesät. Ist es zu viel verlangt, wenn ich dafür natürliche Gaben ernte, nämlich was ich zum Leben brauche?9,11 Wörtlich Wenn wir (= ich) Geistliches unter euch ausgesät haben, ist es da etwas Großes, wenn wir von euch Fleischliches ernten?

9,11
Röm 15,27
12Andere nehmen dieses Recht in Anspruch und lassen sich von euch versorgen. Habe ich nicht einen viel größeren Anspruch darauf?

Und doch habe ich von meinem Recht keinen Gebrauch gemacht. Ich nehme alle Mühen und Entbehrungen auf mich, um der Guten Nachricht von Christus kein Hindernis in den Weg zu legen.

9,12b
Apg 20,33-34
2 Kor 11,9
13Ihr wisst, dass die Priester, die im Tempel Dienst tun, ihren Lebensunterhalt von den Einkünften des Tempels bekommen; und wer am Altar den Opferdienst verrichtet, bekommt einen Teil von den Opfergaben.
9,13
Num 18,8-10
14Genauso hat es Jesus, der Herr, für uns angeordnet:9,14 Bei der Jüngeraussendung Lk 10,7f. Wer die Gute Nachricht verbreitet, soll davon leben können. 15Aber ich habe von diesem Recht nie irgendwelchen Gebrauch gemacht.

Ich schreibe das auch nicht, damit ich künftig in den Genuss davon komme. Eher sterben als das! Meinen Ruhm soll mir niemand nehmen!

9,15
Apg 18,3
16Denn wenn ich die Gute Nachricht verkünde, habe ich noch keinen Grund, mich zu rühmen. Ich kann ja gar nicht anders – weh mir, wenn ich sie nicht weitergebe!
9,16
Jer 20,9
17Nur wenn ich sie aus eigenem Antrieb verkünden würde, könnte ich dafür einen Lohn erwarten. Aber ich tue es nicht freiwillig, sondern weil ich mit einem Amt betraut bin.

18Worin besteht also mein Lohn? Mein Lohn ist, dass ich die Gute Nachricht ohne Entgelt verbreite und auf das verzichte, was mir dafür zusteht.

Frei zum Dienst an allen

19Obwohl ich also frei und von niemand abhängig bin, habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen.

9,19-22
10,32-33

20Wenn ich mit Juden zu tun hatte, lebte ich wie ein Jude, um sie für Christus zu gewinnen. Unter ihnen, die von der Befolgung des Gesetzes das Heil erwarten, lebte auch ich nach den Vorschriften des Gesetzes, obwohl ich selbst das Heil nicht mehr vom Gesetz erwarte – und das nur, um sie für Christus zu gewinnen.

9,20
Apg 16,3
21,20-26

21Wenn ich dagegen mit Menschen zu tun hatte, die nichts vom Gesetz wissen, lebte auch ich nicht nach dem Gesetz, obwohl ich doch vor Gott nicht gesetzlos lebe; ich stehe ja unter dem Gesetz, das Christus gegeben hat9,21 Paulus versteht darunter das Liebesgebot; vgl. Gal 6,2. – und auch das tat ich, um sie für Christus zu gewinnen.

22Und wenn ich mit Menschen zu tun hatte, deren Glaube noch schwach war, wurde ich wie sie und machte von meiner Freiheit keinen Gebrauch – nur um sie für Christus zu gewinnen.

Ich stellte mich allen gleich, um überall wenigstens einige zu retten.

9,22
2 Kor 11,29
23Das alles tue ich für die Gute Nachricht, damit ich selbst Anteil bekomme an dem, was sie verspricht.

Verzicht für ein großes Ziel

24Ihr wisst doch, dass an einem Wettlauf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt!

9,24-25 (Wettlauf)
Phil 3,12-14
2 Tim 2,5
4,7
Hebr 12,1
25Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich ist.

26Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will. Darum kämpfe ich wie ein Faustkämpfer, der nicht danebenschlägt. 27Ich treffe mit meinen Schlägen den eigenen Körper, sodass ich ihn ganz in die Gewalt bekomme. Ich will nicht anderen predigen und selbst versagen.

10

Warnung vor Selbstsicherheit: Taufe und Mahl des Herrn sind keine Garantie

101Ich will, dass ihr euch klarmacht, Brüder und Schwestern,10,1 Siehe Anmerkung zu 1,10. Die Fortsetzung lautet wörtlich dass unsere Väter alle unter der Wolke waren ...

10,1
Ex 14,19-22
Weish 19,7
2wie es unseren Vorfahren nach dem Auszug aus Ägypten ergangen ist. Sie waren alle unter der Wolke und gingen alle durch das Meer. Sie alle wurden durch die Wolke und das Wasser des Meeres auf Mose getauft. 3Alle aßen auch dieselbe geistliche Speise
10,3
Ex 16,13-21
16,31
4und tranken denselben geistlichen Trank. Sie tranken ja aus dem geistlichen Felsen, der mit ihnen ging, und dieser Felsen war Christus.10,4 Vgl. dazu Sacherklärung »geistlich«.
10,4
Ex 17,6
5Trotzdem verwarf Gott die meisten von ihnen und ließ sie in der Wüste sterben.
10,5
Num 14,29-30

6Alle diese Ereignisse sind uns als warnendes Beispiel gegeben. Wir sollen unser Verlangen nicht auf das Böse richten, so wie sie es taten, als sie ihren Gelüsten folgten.

10,6
Num 11,434
7Betet auch keine Götzen an, wie es ein Teil von ihnen getan hat – es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Sie setzten sich zum Essen und Trinken nieder und danach tanzten sie vor dem goldenen Stier.«
10,7
zit
8Wir wollen auch nicht Unzucht treiben wie ein Teil von ihnen; damals starben an einem Tag dreiundzwanzigtausend.
10,8
Num 25,1-9
9Wir wollen Christus nicht herausfordern wie ein Teil von ihnen; sie kamen durch Schlangen um.
10,9
Num 21,5-6
10Murrt auch nicht wie ein Teil von ihnen, die Mose und Aaron Vorwürfe machten; der Todesengel vernichtete sie.
10,10
Num 17,6-15
Ex 14,11-12

11Dies alles geschah mit ihnen in vorausdeutender Weise. Es ist zu unserer Warnung aufgeschrieben worden; denn wir leben in der letzten Zeit.

10,11
7,31
Röm 15,4
12Du meinst sicher zu stehen? Gib acht, dass du nicht fällst!
10,12
Gal 6,1
13Die Proben, auf die euer Glaube bisher gestellt worden ist, sind über das gewöhnliche Maß noch nicht hinausgegangen. Aber Gott ist treu und wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Wenn er euch auf die Probe stellt, sorgt er auch dafür, dass ihr sie bestehen könnt.
10,13
Jak 1,13-14
1 Thess 5,24

Teilnahme am Götzenopfer und am Mahl des Herrn sind unvereinbar

14Meine Lieben, haltet euch also von Götzendienst fern!

10,14
1 Joh 5,21
15Ihr seid doch verständige Leute; beurteilt selbst, was ich sage. 16Denkt an den Segensbecher, über den wir beim Mahl des Herrn das Segensgebet sprechen: Gibt er uns nicht teil an dem Blut, das Christus für uns vergossen hat? Denkt an das Brot, das wir austeilen: Gibt es uns nicht teil an seinem Leib?
10,16
11,24-25
17Es ist nur ein einziges Brot. Darum bilden wir alle, auch wenn wir viele sind, einen einzigen Leib; denn wir essen alle von dem einen Brot.
10,17
12,27

18Seht doch, wie es bis heute beim Volk Israel ist! Alle, die vom Fleisch der Opfertiere essen, kommen in engste Verbindung mit Gott, dem das Opfer dargebracht wurde.10,18 Wörtlich in engste Verbindung mit dem Altar. »Altar« ist hier ehrfurchtsvolle Umschreibung für Gott.

10,18
Lev 19,5-8
19Will ich damit sagen, dass das Opferfleisch etwas bedeutet? Oder dass der Götze, dem das Opfer dargebracht wurde, etwas bedeutet?
10,19
8,4
20Nein! Aber was die Götzenverehrer opfern, das opfern sie nicht Gott, sondern den Dämonen. Ich möchte aber nicht, dass ihr euch mit Dämonen verbindet.

21Ihr könnt nicht aus dem Becher des Herrn trinken und zugleich aus dem Becher der Dämonen. Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn essen und am Tisch der Dämonen.

10,21
2 Kor 6,15-16
22Oder wollen wir den Herrn herausfordern? Sind wir etwa stärker als er?

Abschließende Stellungnahme: Liebe geht vor Freiheit

23Ihr sagt: »Alles ist erlaubt!« Mag sein, aber nicht alles ist deshalb auch schon gut. Alles ist erlaubt, aber nicht alles fördert die Gemeinde.

10,23
6,12
8,7-12
24Ihr sollt nicht an euch selbst denken, sondern an die anderen.
10,24
10,32
13,5
Röm 15,1-2
Phil 2,4

25Ihr könnt jedes Fleisch essen, das auf dem Markt verkauft wird. Es ist nicht nötig, dass ihr eine Gewissenssache daraus macht und nachforscht, woher das Fleisch kommt. 26Denn es heißt: »Dem Herrn gehört die ganze Erde mit allem, was darauf lebt.«

10,26
zit

27Auch wenn Ungläubige euch zum Essen einladen und ihr die Einladung annehmen wollt, könnt ihr essen, was euch angeboten wird. Es ist nicht nötig, dass ihr aus Gewissensgründen nachforscht, woher das Fleisch kommt. 28Nur wenn euch dort jemand sagt: »Das Fleisch ist von einem Opfer«, dann esst nicht davon. Unterlasst es mit Rücksicht auf die Person, die euch darauf hingewiesen hat, und mit Rücksicht auf das Gewissen.

10,28
8,7
29Ich meine nicht euer Gewissen, sondern das ihre.

Ein fremdes Gewissen darf sich allerdings nicht zum Richter über meine Freiheit machen. 30Ich genieße das Opferfleisch mit Dank gegen Gott. Niemand hat das Recht, mich zu tadeln, wenn ich etwas esse, wofür ich Gott danke.10,30 Die Verse 28.29a sprechen vom Gewissen des Nichtchristen, der das Essen nicht als Zeichen christlicher Freiheit, sondern als Beweis für die Vereinbarkeit von christlichem Gottesglauben und heidnischer Vielgötterei missverstehen müsste. Die Verse 29b.30 scheinen dagegen vom Gewissen eines »schwachen« Christen zu sprechen, das sich nicht zum Richter über die Freiheit eines anderen machen darf. Die Sätze sind im Zusammenhang schwer einzuordnen; vgl. auch 8,7-13.

10,30
Röm 14,6
1 Tim 4,3-4

31Ich sage also: Ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, so tut alles zur Ehre Gottes.

10,31
Kol 3,17
1 Petr 4,11
32Lebt so, dass ihr für niemand ein Glaubenshindernis seid, weder für Juden noch für Nichtjuden noch für die Gemeinde Gottes.
10,32
Röm 14,13
33Macht es so wie ich: Ich nehme in allem Rücksicht auf alle. Ich suche nicht meinen eigenen Vorteil, sondern den Vorteil aller anderen, damit sie gerettet werden.
10,33
9,19-22

11

111Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich Christus zum Vorbild nehme!

11,1
4,16

MISSSTÄNDE IM GOTTESDIENST

(11,2-34)

Vom Verhalten der Frauen beim Gottesdienst

2Ich muss euch dafür loben, dass ihr immer an mich denkt und die Anweisungen befolgt, die ich euch weitergegeben habe. 3Ich muss euch aber auch noch dies sagen:

Jeder Mann ist unmittelbar Christus unterstellt, die Frau aber dem Mann; und Christus ist Gott unterstellt.11,3 Wörtlich Christus ist das Haupt des Mannes, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt von Christus.

11,3
Eph 5,23
Gen 3,16
4Ein Mann, der im Gottesdienst öffentlich betet oder Weisungen Gottes verkündet, entehrt sich selbst, wenn er dabei seinen Kopf bedeckt. 5Eine Frau, die im Gottesdienst öffentlich betet oder Weisungen Gottes verkündet, entehrt sich selbst, wenn sie dabei ihren Kopf nicht bedeckt. Es ist genauso, als ob sie kahl geschoren wäre. 6Wenn sie keine Kopfbedeckung trägt, kann sie sich gleich die Haare abschneiden lassen. Es ist doch eine Schande für eine Frau, sich die Haare abschneiden oder den Kopf kahl scheren zu lassen. Dann soll sie auch ihren Kopf verhüllen.

7Der Mann dagegen soll seinen Kopf nicht bedecken; denn der Mann ist das Abbild Gottes und spiegelt die Herrlichkeit Gottes wider. In der Frau spiegelt sich die Herrlichkeit des Mannes.

11,7
Gen 1,26-27
8Der Mann wurde nicht aus der Frau geschaffen, sondern die Frau aus dem Mann.
11,8-9
Gen 2,18-23
1 Tim 2,13
9Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, wohl aber die Frau für den Mann. 10Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Unterordnung und zugleich der Bevollmächtigung auf dem Kopf tragen. Damit genügt sie der Ordnung, über die die Engel wachen.11,10 Wörtlich Deshalb muss die Frau eine Vollmacht auf dem Kopf haben wegen der Engel. Die Kopfbedeckung ist zunächst Zeichen der Unterordnung unter den Mann (Vers 3). Die Einhaltung dieser Ordnung ist die Voraussetzung (Bevollmächtigung) dafür, dass die Frau im Gottesdienst öffentlich auftreten darf.

11Vor dem Herrn gibt es jedoch die Frau nicht ohne den Mann und den Mann nicht ohne die Frau. 12Zwar wurde die Frau aus dem Mann geschaffen; aber der Mann wird von der Frau geboren. Und beide kommen von Gott, der alles geschaffen hat.

13Urteilt selbst: Gehört es sich für eine Frau, im Gottesdienst ein Gebet zu sprechen, ohne dass sie eine Kopfbedeckung trägt? 14Schon die Natur lehrt euch, dass langes Haar für den Mann eine Schande ist, 15aber eine Ehre für die Frau. Die Frau hat langes Haar erhalten, um sich zu verhüllen.

16Falls aber jemand mit mir darüber streiten möchte, kann ich nur eines sagen: Weder ich noch die Gemeinden Gottes kennen eine andere Sitte im Gottesdienst.

Wie das Mahl des Herrn gefeiert werden soll

17Wenn ich schon einmal Anweisungen gebe: Ich kann es nicht loben, dass eure Gemeindeversammlungen den Aufbau der Gemeinde nicht fördern, sondern beeinträchtigen. 18Erstens11,18 Der zweite Punkt sind offenbar die in Kap 12–14 angesprochenen Missstände. wurde mir berichtet, dass es unter euch Spaltungen gibt, wenn ihr zusammenkommt. Ich glaube, dass dies mindestens teilweise zutrifft.

11,18
1,10-11
19Es muss ja auch zu Spaltungen unter euch kommen, damit offenbar wird, wer sich bei euch im Glauben bewährt.

20Wenn ihr zusammenkommt, feiert ihr in Wirklichkeit gar nicht das Mahl des Herrn. 21Denn bevor das gemeinsame Mahl beginnt, fangen die Anwesenden schon einmal an zu essen, was sie mitgebracht haben; und wenn dann die später Kommenden hungrig eintreffen, sind die Ersten schon betrunken.11,21 Denn bevor ...: wörtlich Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und so ist der eine hungrig, der andere betrunken. Die Übersetzung verdeutlicht im Blick auf Vers 33 (»wartet aufeinander«). Die später Kommenden sind offenbar die Ärmeren, die noch arbeiten müssen und wenig mitzubringen haben. 22Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und wollt die unter euch beschämen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch loben? In diesem Punkt lobe ich euch nicht!

11,22
Jak 2,5-6

23Ich nämlich habe als Überlieferung, die vom Herrn kommt, empfangen, was ich euch weitergegeben habe:

In der Nacht, in der Jesus, der Herr, ausgeliefert wurde, nahm er Brot,

11,23-25
10,16
Mk 14,22-24
24sprach darüber das Dankgebet, brach es in Stücke und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird. Tut das immer wieder, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!«11,24 Wörtlich Tut das zu meinem Gedenken (ebenso in Vers 25). In der Sprache der Bibel bedeutet »Gedenken« nicht ein bloßes Erinnern, sondern zugleich das Gegenwärtigwerden des Erinnerten.

25Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher und sagte: »Dieser Becher ist Gottes neuer Bund, der durch mein Blut in Kraft gesetzt wird. Tut das, sooft ihr von ihm trinkt, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!«

11,25
Lk 22,20

26Jedes Mal also, wenn ihr dieses Brot esst und von diesem Becher trinkt, verkündet ihr damit die Rettung, die durch den Tod des Herrn geschehen ist, bis er wiederkommt.

27Wer daher auf unwürdige Weise11,27 Paulus meint mit unwürdig die in den Versen 20-22 beschriebenen Zustände. das Brot des Herrn isst und von seinem Becher trinkt, macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig. 28Darum sollt ihr euch prüfen, bevor ihr das Brot esst und von dem Becher trinkt. 29Denn wenn ihr esst und trinkt ohne Rücksicht darauf, dass ihr es mit dem Leib des Herrn zu tun habt,11,29 ohne Rücksicht ...: wörtlich ohne den Leib richtig zu beurteilen. Paulus denkt wohl im Blick auf Vers 22 zugleich an die Solidarität innerhalb der Gemeinde als dem »Leib des Herrn« (vgl. 12,12). zieht ihr euch durch euer Essen und Trinken Gottes Strafgericht zu. 30Das ist ja auch der Grund, weshalb viele von euch schwach und krank sind und nicht wenige sind sogar gestorben.

31Wenn wir uns selbst zur Rechenschaft ziehen würden, müsste der Herr uns nicht auf diese Weise richten. 32Wenn er es aber tut, dann geschieht es, um uns zurechtzuweisen, damit wir nicht im letzten Gericht zusammen mit der ungläubigen Welt verurteilt werden.

33Meine Brüder und Schwestern,11,33 Siehe Anmerkung zu 1,10; ebenso für 12,1. wenn ihr also zusammenkommt, um das Mahl des Herrn zu feiern, dann wartet aufeinander. 34Wer zu großen Hunger hat, soll vorher zu Hause essen. Sonst bringen eure Versammlungen euch nur Bestrafung ein.

Alles Weitere werde ich regeln, wenn ich komme.