BasisBibel (BB)
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Ein Blick in die Zukunft von Juda und Jerusalem

Sacharja 12,1–14,21

Der Kampf der Völker gegen Jerusalem

121Eine prophetische Botschaft,ein Wort des Herrn über Israel!Er hat den Himmel ausgespanntund die Erde gegründet.Er hat den Menschen geschaffen und zum Leben erweckt.Und so lautet der Ausspruch des Herrn12,1 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:2Seht her, ich mache Jerusalem zu einem Becher Wein,der alle Völker in seiner Umgebung taumeln12,2 taumeln: Der Weinrausch wird zum Sinnbild für Gottes Gericht. Gott reicht den Völkern einen Becher mit starkem Wein, sodass sie die Orientierung verlieren. lässt.Das wird auch der Bevölkerung von Juda nutzen,die von der Belagerung Jerusalems betroffen ist.3An diesem Tag mache ich Jerusalem zu einem Stein,den niemand hochheben kann.Alle Völker, die ihn hochheben wollen,werden sich dabei verletzen.Das gilt für alle Nationen der Erde,die sich gegen die Stadt zusammentun.4An diesem Tag bringe ich alle Pferde zum Scheuenund lasse ihre Reiter dem Wahnsinn verfallen.– Ausspruch des HerrnDie Pferde der Völker werde ich mit Blindheit schlagen.Doch auf die Judäer werde ich achtgeben,sodass sie nicht zu Schaden kommen.5Dann werden die führenden Judäer einander Mut machen:»Lasst uns die Bewohner Jerusalems zum Vorbild nehmen,sie vertrauen fest auf den Herrn Zebaot12,5 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, ihren Gott!«6An diesem Tag mache ich die judäischen Truppenzu einem Feuer im Holzstapel und zur Fackel im Stroh.Links und rechts setzen sie alles in Brand.Schon frisst das Feuer alle Völker in der Umgebung.Nur Jerusalem bleibt an seinem Platz bestehen.

7Zuerst wird der Herr die Zelte Judas12,7 Zelte Judas: Meint die judäische Bevölkerung, die in der Umgebung Jerusalems wohnte. retten.Denn die Nachkommen Davids12,7 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … und die Bewohner Jerusalemssollen den Sieg nicht für sich allein beanspruchen.In ihrem Stolz sollen sie nicht auf Juda herabsehen.8Dann wird der Herr die Bewohner Jerusalemsmit einem Schutzschild umgeben.Selbst der Schwächste von ihnen wird wie David kämpfen.Und die Nachkommen Davids kämpfen mit göttlicher Kraftan vorderster Front wie die Engel des Herrn.

Klage um den Menschen, den sie durchbohrt haben

9An diesem Tag werde ich beginnen,alle Völker zu vernichten,die gegen Jerusalem vorrücken.10Dann werde ich meinen Geist12,10 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr … ausgießenüber die Nachkommen Davids und die Bewohner Jerusalems.Der wird sie mit Mitgefühl und Reue erfüllen.Dann werden sie schuldbewusst zu mir aufblickenund an den Menschen denken,den sie durchbohrt haben12,10 den sie durchbohrt haben: Es bleibt offen, wer gemeint ist. Johannes 19,37 und Offenbarung 1,7 beziehen den Vers auf Christus..Sie werden um ihn trauern,wie man um sein einziges Kind trauert.Sie werden um ihn weinen,wie man um seinen erstgeborenen Sohn weint.11An diesem Tag wird die Trauer in Jerusalem groß sein –so groß wie die Trauer um Hadad-Rimmon12,11 Hadad-Rimmon: Name eines Fruchtbarkeitsgottes der Aramäer, dessen Verschwinden in der Trockenzeit mit Wehklagen begleitet wurde..Jahr für Jahr beklagt man seinen Tod im Tal von Megiddo.12Das Land wird um den Durchbohrten klagen,alle Großfamilien für sich, Männer und Frauen getrennt:die Großfamilien, die von David12,12 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr … abstammen,die Großfamilien, die von Natan12,12 Natan: Damit könnte ein Sohn Davids gemeint sein, vgl. 2. Samuel 5,14, oder der Prophet Natan, vgl. 2. Samuel 7,2-4. abstammen,13die Großfamilien, die von Levi12,13 Levi: Einer der zwölf Söhne von Jakob. abstammen,und die Großfamilien, die von Schimi12,13 Schimi: Damit könnte ein Levit gemeint sein, der zu den Tempelsängern gehörte; vgl. 1. Chronik 25,17. Allerdings gibt es im Alten Testament noch weitere Personen mit diesem Namen. abstammen.14Auch das übrige Volk wird um ihn klagen,alle Großfamilien für sich, Männer und Frauen getrennt.
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131An diesem Tag wird Wasser aus einer Quelle fließen.

Von den Nachkommen Davidsund den Bewohnern Jerusalemswird es die Sünde und alles Unreine abwaschen.

Ein Wort gegen die falschen Propheten

2An diesem Tag entferne ich die Götzen13,2 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. aus dem Land.– Ausspruch des Herrn Zebaot13,2 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …Dann wird niemand mehr ihre Namen kennen.Auch die Propheten lasse ich aus dem Land verschwindenund mit ihnen ihren unreinen Geist13,2 unreiner Geist: Mit ihren trügerischen Botschaften haben die Propheten Lügen verbreitet und das Land verunreinigt..3Wenn dann noch einer als Prophet auftritt,werden seine eigenen Eltern zu ihm sagen:»Du bist es nicht wert, am Leben zu bleiben!Denn du hast Lügen verbreitet im Namen des HerrnUnd seine eigenen Eltern werden ihn töten,sollte er noch einmal als Prophet auftreten.

4An diesem Tag werden sich die Propheten schämen,jeder, der eine Vision13,4 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … verkündet hat.Und keiner wird mehr einen Prophetenmantel13,4 Prophetenmantel: Ein charakteristisches Kleidungsstück, das Propheten wie Elija und Samuel getragen haben. anziehen,um eine prophetische Botschaft vorzutäuschen.5Vielmehr wird er behaupten:»Ich bin kein Prophet13,5 ich bin kein Prophet: Anspielung auf Amos 7,14. Dort erklärt Amos, dass er kein Berufsprophet ist, sondern seinen Lebensunterhalt in der Landwirtschaft verdient.!Ich bin ein Landarbeiter.Der Acker ist mein Broterwerb seit meiner Jugend.«6Doch er hat Narben13,6 Narben: Sie könnten von Hautritzungen stammen, die er sich im Zustand prophetischer Ekstase selber zugefügt hat; vgl. 1. Könige 18,28. Dann würden sie ihn als Propheten kennzeichnen. auf seiner Brust.Wenn man ihn darauf anspricht, wird er erklären:»Das sind doch nur ein paar Schrammenvon einer Prügelei im Haus meiner Freunde.«

Ein Wort gegen den schlechten Hirten

7Schwert, wach auf!Schlag los gegen meinen Hirten,gegen den Mann, dem ich Vertrauen schenkte!– Ausspruch des Herrn Zebaot13,7 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …Schlag den Hirten tot, damit sich die Herde zerstreut!Auch gegen die Schwächsten der Herde will ich vorgehen.8Das ganze Land wird davon betroffen sein.Zwei Drittel seiner Bevölkerung werden vernichtet.Sie werden umkommen.– Ausspruch des HerrnDoch ein Drittel soll übrigbleiben.9Dieses Drittel gebe ich ins Feuer,aber nicht, um es zu vernichten:Ich schmelze es wie Silber, das man reinigt13,9 Silber reinigen: Durch Schmelzen kann man das Silber von unerwünschten Bestandteilen und Verunreinigungen trennen..Ich mache es so wertvoll wie pures Gold.Dann werden sie mich bei meinem Namen rufen,und ich werde ihnen antworten.Ich sage: »Sie sind mein Volk!«Und sie werden sagen: »Der Herr ist unser Gott!«
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Jerusalem steht eine herrliche Zukunft bevor

141Siehe, es kommt der Tag, der dem Herrn gehört.Da verteilen die Feinde mitten in der Stadt die Beute,die sie dir14,1 dir: Meint Jerusalem. abgenommen haben.2Denn ich werde alle Völker versammeln,damit sie gegen Jerusalem14,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … in den Krieg ziehen.Die Stadt wird erobert, die Häuser geplündert,und die Frauen werden vergewaltigt.Die Hälfte der Bevölkerung muss in die Verbannung gehen.Der Rest aber, der vom Volk übrig bleibt,soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.3Dann wird der Herr selbst in den Kampf ziehen.Er wird diese Völker niederwerfen,wie nur er es kann am Tag der Schlacht.4An diesem Tag stellt er seine Füße auf den Ölberg,der im Osten gegenüber von Jerusalem liegt.Daraufhin wird sich der Ölberg in zwei Hälften spalten.Von Osten nach Westen entsteht ein sehr breites Tal.Die eine Hälfte des Berges weicht nach Norden zurückund die andere nach Süden.5Dann werdet ihr14,5 ihr: Meint die Bevölkerung Jerusalems. durch mein Gebirgstal fliehen,denn das Gebirgstal wird bis Azal14,5 Azal: Eine unbekannte Ortschaft in der Nähe des Ölbergs. Dorthin können sich die Jerusalemer in Sicherheit bringen. reichen.Ihr werdet fliehen,wie ihr damals vor dem Erdbeben geflohen seid,als Usija14,5 Usija: König des Südreichs Juda (773–736 v. Chr.). König von Juda war.Dann wird der Herr, unser Gott, in Jerusalem einziehenund mit ihm alle Heiligen14,5 Heilige: Wahrscheinlich ist daran zu denken, dass Gott mit seinem gesamten himmlischen Heer in Jerusalem einzieht..

6An diesem Tag wird es weder Kälte noch Frost geben.7Es wird ein nie endender Tag sein,der nur dem Herrn bekannt ist.Den Wechsel von Tag und Nacht wird es nicht mehr geben.Auch am Abend bleibt es hell.8An diesem Tag sprudelt eine Quelle in Jerusalem.Aus ihr wird lebendiges Wasser14,8 lebendiges Wasser: Der poetische Ausdruck unterstreicht die lebenswichtige Bedeutung von Wasser für eine Stadt im Orient. hervorquellen.Es fließt zur Hälfte ins östliche Meer14,8 östliches Meer, westliches Meer: Meint das Tote Meer im Osten und das Mittelmeer im Westen.und zur Hälfte ins westliche Meer14,8 westliches Meer: Meint das Mittelmeer..Im Sommer wie im Winter wird es fließen.9Der Herr wird König sein über die ganze Erde.Zu dieser Zeit wird der Herr der einzige Gott sein.Er allein wird verehrt.10Das ganze Land wird zu einer Ebene werden.Die wird sich von Geba14,10 Geba: Ortschaft etwa 5 km nordöstlich von Jerusalem. bis Rimmon erstrecken,das südlich von Jerusalem liegt.Jerusalem wird an seinem Platz in der Mitte bleibenund das Land überragen.Die Stadt reicht vom Benjamintor14,10 Benjamintor: Ein Tor vermutlich auf der Ostseite der Stadt. bis zu dem Platz,an dem früher das Ecktor stand,und vom Turm Hananel14,10 Turm Hananel: Dieser Turm lag wahrscheinlich im Nordwesten der Stadt, außerhalb der Stadtmauern. bis zu den Keltern des Königs14,10 Kelter des Königs: Vermutlich ein Platz südlich von Jerusalem. Die verschiedenen Ortsangaben zeigen die große Ausdehnung des künftigen Jerusalems..11Dort in der Stadt werden sie wohnen.Jerusalem wird nie wieder dem Untergang geweiht,und seine Bewohner werden in Sicherheit leben.

Gott wird den Kampf um Jerusalem beenden

12Der Herr wird allen Völkern,die gegen Jerusalem in den Kampf gezogen sind,einen Schlag versetzen.Eine schlimme Plage wird den Feind treffen:Das Fleisch wird an seinem Körper verfaulen,während er noch auf seinen Füßen steht.Seine Augen werden in den Augenhöhlen verfaulen,und seine Zunge wird im Mund verfaulen.13An diesem Tag wird der Herreine schreckliche Verwirrung über sie bringen.Dann wird einer den anderen am Arm packen.Jeder wird seine Faust gegen den Nächsten richten.14Auch die Männer aus Juda werden in Jerusalem kämpfen.Man wird bei den Völkern ringsum reiche Beute machen:Gold, Silber und Kleider in großer Menge.15Die Plage, die den Feind getroffen hat,wird auch seine Tiere in den Heerlagern treffen:Pferde, Maultiere14,15 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt., Schafe, Esel und das übrige Vieh.

Die Völker werden nach Jerusalem pilgern

16Von allen Völkern,die gegen Jerusalem in den Kampf gezogen sind,wird nur ein Teil überleben.Dieser Rest wird Jahr für Jahr nach Jerusalem pilgern.Sie werden dort den König, den Herrn Zebaot14,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, anbetenund das Laubhüttenfest14,16 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen. Mehr … feiern.17Das aber ist die Strafe für die Völker der Erde,die nicht nach Jerusalem pilgern:Weil sie den König, den Herrn Zebaot, nicht anbeten,wird es in ihrem Land keinen Regen geben.18Das gilt besonders für das ägyptische Volk.Wenn es nicht nach Jerusalem pilgert,wird der Regen auch in Ägypten ausbleiben.Diese Strafe verhängt der Herr über die Völker,die nicht zum Laubhüttenfest nach Jerusalem ziehen.19Sie droht Ägypten und allen Völkern.Denn es ist eine Sünde,nicht zum Laubhüttenfest nach Jerusalem zu ziehen.

20An diesem Tag sind die Pferde mit Glöckchen geschmückt,auf denen eingraviert ist: »Heilig für den Herrn«.Und die Kochtöpfe, die zum Haus des Herrn14,20 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. gehören,werden sein wie die Opferschalen vor dem Altar14,20 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr ….21Auch die übrigen Kochtöpfe in Jerusalem und Judatragen die Inschrift: »Heilig für den Herrn Zebaot«.Und alle, die im Tempel ein Opfer14,21 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … darbringen wollen,nehmen sich von diesen Kochtöpfen und kochen darin.An diesem Tag wird es auch keine Händler mehr geben,die im Haus des Herrn Zebaot14,21 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … Geschäfte machen.