BasisBibel (BB)
1

Visionen und Worte des Sacharja

Sacharja 1,1–6,15

Die Verkündigung des Propheten: Kehrt um!

11Es war im zweiten Regierungsjahr von König Darius1,1 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.).,im achten Monat1,1 achter Monat: Zur Regierungszeit von Darius gibt es sichere Daten. Hier ist Oktober/November 520 v. Chr. gemeint..Da kam das Wort des Herrn1,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zum Propheten1,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Sacharja,dem Sohn des Berechja und Enkel von Iddo.

2Der Herr war zornig auf eure Vorfahren,ja, er war sehr zornig.3Deshalb sollst du zu den Nachkommen sagen:So spricht der Herr der himmlischen Heere1,3 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.:Kehrt um zu mir!– Ausspruch des Herrn1,3 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet. der himmlischen Heere –Dann werde ich zu euch umkehren,spricht der Herr der himmlischen Heere.4Seid nicht wie eure Vorfahren,zu denen die früheren Propheten gesagt haben:So spricht der Herr der himmlischen Heere:Kehrt endlich um von euren bösen Wegen!Macht Schluss mit euren schlimmen Taten!Doch sie hörten nicht und achteten nicht auf mich.– Ausspruch des Herrn5Wo sind jetzt eure Vorfahren?Und ihre Propheten1,5 ihre Propheten: Meint falsche Propheten, die den Vorfahren eine heilvolle Zukunft vorhersagten., leben die heute noch?6Meine Worte und Entschlüsse habe ich ja damalsdurch meine Knechte, die Propheten, ausrichten lassen.Hat ihre Botschaft eure Vorfahren etwa nicht erreicht?

Als sie das hörten,kehrten sie um und bekannten:Der Herr der himmlischen Heere hat geplant,gegen uns vorzugehen.Er hat unsere Wege und unsere Taten gesehenund so gehandelt, wie wir es verdient haben.

Die erste Vision: Reiter und Pferde

7Es war im zweiten Regierungsjahr von Darius1,7 Darius I.: König von Persien (521–486 v. Chr.).,am 24. Tag des elften Monats1,7 24. Tag des elften Monats: Meint den 15. Februar 519 v. Chr., der Schebat1,7 Schebat: Name des elften Monats im biblischen Kalender. Er fällt in den Januar/Februar unseres Kalenders. heißt.Da kam das Wort des Herrn1,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zum Propheten1,7 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Sacharja,dem Sohn des Berechja und Enkel von Iddo.

8In dieser Nacht1,8 in dieser Nacht: Sacharja erlebt seine Visionen in einer einzigen Nacht: die erste am Abend, die vierte um Mitternacht, die siebte am Morgen. hatte ich eine Vision:Ich sah einen Reiter auf einem rotbraunen Pferd.Er stand zwischen den Myrtenbüschen1,8 Myrtenbüsche: Immergrüne, reich verzweigte Sträucher von bis zu 5 m Höhe. Sie kennzeichnen hier einen geheimnisvollen Ort. in der Tiefe.Hinter ihm sah ich weitere Reiterauf rotbraunen, fuchsroten und weißen Pferden.9Ich fragte: »Was bedeuten diese Pferde, mein Herr?«Der Engel1,9 Engel: Bei Visionen und Träumen tritt häufig ein Engel hinzu, der das Geschaute erklärt., der mit mir redete, antwortete mir:»Ich lasse dich sehen, was es mit ihnen auf sich hat.«10Und sogleich begann der Reiter zu sprechen,der zwischen den Myrtenbüschen stand:»Der Herr hat diese Pferde losgeschickt,damit sie die Erde durchstreifen.«11Auch der Engel des Herrnstand zwischen den Myrtenbüschen.Die Reiter berichteten ihm:»Wir haben die Erde durchstreift und festgestellt:Auf der ganzen Erde herrscht Totenstille1,11 Totenstille: Das bedeutet, dass das riesige Perserreich scheinbar ungefährdet ist und keine Veränderungen zu erwarten sind.12Der Engel des Herrn aber rief:»Ach Herr der himmlischen Heere!Wie lange noch willst du kein Mitleid habenmit Jerusalem1,12 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. und den Städten von Juda?Schon 70 Jahre dauert dein Zorn!«

13Da gab der Herr dem Engel, der mit mir redete,eine freundliche, ja tröstliche Antwort.14Und der Engel, der mit mir redete, sagte zu mir:»Du sollst verkünden:So spricht der Herr der himmlischen Heere:Ich will mich für Jerusalem und den Zion1,14 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. einsetzen,mit vollem Einsatz.15Ich bin zornig auf die selbstsicheren Völker,ja, sehr zornig.Damals, als ich noch nicht so zornig war,haben sie zu eurem Unglück1,15 euer Unglück: Meint die Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. beigetragen.16Deshalb, so spricht der Herr:Voller Mitleid wende ich mich Jerusalem wieder zu.Mein Haus1,16 mein Haus: Meint den Tempel von Jerusalem. soll in der Stadt neu errichtet werden.– Ausspruch des Herrn der himmlischen Heere –Ich will die Messschnur1,16 Messschnur: Eine Schnur, die man zum Bauen und Landvermessen verwendet. über Jerusalem spannen,damit die Stadt wieder aufgebaut werden kann.17Weiter sollst du verkünden:So spricht der Herr der himmlischen Heere:In den Städten soll wieder Überfluss herrschen.Der Herr wird den Zion mit Zuversicht erfüllen.Er macht Jerusalem zu seiner erwählten Stadt.«