BasisBibel (BB)
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Neues Leben durch Gottes Geist

81Es gibt also keine Verurteilung mehr für die,die zu Christus Jesus8,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. gehören.2Das bewirkt das Gesetz8,2 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.,das vom Geist Gottes bestimmt ist.Es ist das Gesetz, das Leben8,2 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. schenktdurch die Zugehörigkeit zu Christus Jesus.Es hat dich befreit von dem alten Gesetz,das von der Sünde8,2 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. bestimmt ist und den Tod bringt.3Das alte Gesetz war machtlos.Es scheiterte an unserer menschlichen Natur8,3 menschliche Natur: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde..Deshalb sandte Gott seinen eigenen Sohn8,3 sein eigener Sohn: Meint Jesus Christus, der im Neuen Testament der Einzige ist, der den Ehrentitel »Sohn Gottes« trägt.in Gestalt eines der Sünde ausgelieferten Menschen.Er sollte sein Leben für unsere Sünden geben8,3 für unsere Sünden geben: Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Sünden der Menschen weggenommen..So wurde die Sünde verurteilt,die in der menschlichen Natur angelegt ist.4Das tat er,damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt wird.Denn jetzt ist unser Leben nicht mehrvon der menschlichen Natur bestimmt,sondern vom Geist Gottes8,4 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..5Wer von der menschlichen Natur bestimmt ist,strebt nur nach weltlichen Dingen.Wer aber vom Geist Gottes bestimmt ist,strebt nach dem, was der Geist will.6Nach weltlichen Dingen zu streben bringt den Tod.Aber nach dem zu streben, was der Geist will,bringt Leben und Frieden8,6 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht..7Darum bedeutet das Streben nach weltlichen DingenFeindschaft gegen Gott.Es ordnet sich nämlich nicht dem Gesetz Gottes unter –dazu ist es ja gar nicht fähig.8Wer also von seiner menschlichen Natur bestimmt ist,kann Gott unmöglich gefallen.

9Aber ihr seid nicht mehr von der menschlichen Natur8,9 menschliche Natur: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde. bestimmt,sondern vom Geist Gottes8,9 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..Denn der wohnt in euch.Wer dagegen diesen Geist nicht hat,den Christus8,9 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. gibt,gehört auch nicht zu ihm.10Wenn Christus jedoch in euch gegenwärtig ist,dann ist euer Leib zwar tot aufgrund der Sünde8,10 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann..Aber der Geist erfüllt euch mit Leben,weil Gott euch als gerecht8,10 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. angenommen hat.11Es ist derselbe Geist Gottes,der Jesus8,11 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. von den Toten auferweckt8,11 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. hat.Wenn dieser Geist nun in euch wohnt, dann gilt:Gott, der Christus von den Toten auferweckt hat,wird auch eurem sterblichen Leib das Leben8,11 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. schenken.Das geschieht durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Leben als Kinder Gottes

12Brüder und Schwestern8,12 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde., das bedeutet:Wir sind nicht mehrder menschlichen Natur8,12 menschliche Natur: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde. verpflichtetund müssen ihr nicht länger folgen.13Wenn ihr nämlich so lebt,wie es der menschlichen Natur entspricht,müsst ihr sterben.Wenn ihr aber mithilfe von Gottes Geist8,13 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.die Gewohnheiten eurer menschlichen Natur tötet,werdet ihr leben.14Alle, die sich von diesem Geist führen lassen,sind Kinder Gottes.15Ihr habt ja nicht einen Geist empfangen,der euch zu Sklaven macht.Dann müsstet ihr doch wieder Angst haben.Ihr habt vielmehr einen Geist empfangen,der euch zu Kindern Gottes macht.Weil wir diesen Geist haben, können wir rufen:»Abba8,15 Abba: Aramäisch für »Vater«.! Vater!«16Und derselbe Geist bestätigt unserem Geist,dass wir Kinder Gottes sind.17Wenn wir Kinder sind, dann sind wir aber auch Erben8,17 Erben: Durch den Glauben an Jesus Christus haben alle Menschen Anteil an dem Erbe, das Gott für sie bestimmt hat. Ursprünglich war das Erbe der Anteil an dem Land, das Gott seinem Volk versprochen hat. Im Neuen Testament ist damit das Leben im Reich Gottes gemeint, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm.:Erben Gottes und Miterben von Christus8,17 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..Voraussetzung ist, dass wir sein Leiden teilen.Denn dadurch bekommen wir auch Anteilan seiner Herrlichkeit8,17 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

Die ganze Schöpfung wartet auf ihre Befreiung

18Ich bin überzeugt:Das Leid, das wir gegenwärtig erleben,steht in keinem Verhältniszu der Herrlichkeit8,18 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor., die uns erwartet.Gott wird sie an uns offenbar machen.19Die ganze Schöpfung wartet doch sehnsüchtig darauf,dass Gott die Herrlichkeit seiner Kinder offenbart.20Denn die Schöpfungist der Vergänglichkeit unterworfen –allerdings nicht durch eigene Schuld.Vielmehr hat Gott es so bestimmt.Damit ist aber eine Hoffnung verbunden:21Denn auch die Schöpfung wird befreit werdenaus der Sklaverei der Vergänglichkeit.Sie wird ebenfalls zu der Freiheit kommen,die Gottes Kinder in der Herrlichkeit erwartet.22Wir wissen ja:Die ganze Schöpfung seufzt und stöhnt vor Schmerzwie in Geburtswehen – bis heute.23Und nicht nur sie: Uns geht es genauso!Wir haben zwar schon als Vorschuss8,23 als Vorschuss: Bezieht sich auf das ewige Leben im Reich Gottes.den Geist Gottes8,23 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. empfangen.Trotzdem seufzen und stöhnen auch wir nochin unserem Innern.Denn wir warten ebenso darauf,dass Gott uns endgültig als seine Kinder annimmt.Dabei wird er auch unseren Leibvon der Vergänglichkeit erlösen.24Denn wir sind zwar gerettet,aber noch ist alles erst Hoffnung.Und eine Hoffnung, die wir schon erfüllt sehen,ist keine Hoffnung mehr.Wer hofft schließlich auf das,was er schon vor sich sieht?25Wir aber hoffen auf etwas,das wir noch nicht sehen.Darum müssen wir geduldig warten.

Der Geist steht denen bei, die erwählt sind

26In gleicher Weise steht uns der Geist Gottes8,26 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. da bei,wo wir selbst unfähig sind.Wir wissen ja nicht einmal, was wir beten8,26 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. sollen.Und wir wissen auch nicht, wie wir unser Gebetin angemessener Weise vor Gott bringen.Doch der Geist selbsttritt mit Flehen und Seufzen für uns ein.Dies geschieht in einer Weise,die nicht in Worte zu fassen ist.27Aber Gott weiß ja, was in unseren Herzen vorgeht.Er versteht, worum es dem Geist geht.Denn der Geist tritt vor Gott für die Heiligen8,27 Heilige: Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus. ein.28Wir wissen aber:Denen, die Gott lieben, dient alles zum Guten.Es sind die Menschen,die er nach seinem Plan berufen hat.29Die hat er schon im Vorhinein ausgewählt.Im Voraus hat er sie dazu bestimmt,nach dem Bild seines Sohnes8,29 sein Sohn: Meint Jesus Christus, der im Neuen Testament der Einzige ist, der den Ehrentitel »Sohn Gottes« trägt. neu gestaltet zu werden.Denn der sollte der Erstgeborene8,29 Erstgeburt: Bezeichnet den ersten Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, oder das erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. Sie ist für Gott bestimmt.unter vielen Brüdern und Schwestern8,29 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde. sein.30Wen Gott so im Voraus bestimmt hat,den hat er auch berufen.Und wen er berufen hat,den hat er auch für gerecht8,30 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. erklärt.Und wen er für gerecht erklärt hat,dem hat er auch Anteil an seiner Herrlichkeit8,30 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. gegeben.

Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen

31Was sollen wir noch mehr sagen?Wenn Gott für uns ist,wer kann sich dann noch gegen uns stellen?32Er hat ja seinen eigenen Sohn8,32 sein eigener Sohn: Meint Jesus Christus, der im Neuen Testament der Einzige ist, der den Ehrentitel »Sohn Gottes« trägt. nicht verschont.Vielmehr hat er ihn für uns alle in den Tod gegeben.Wenn er uns aber seinen Sohn geschenkt hat,wird er uns dann nicht auch alles andere schenken?33Wer kann also Anklage erheben gegen die Menschen,die Gott ausgewählt hat?Gott selbst erklärt sie doch für gerecht8,33 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen.!34Wer kann uns da noch verurteilen?Schließlich tritt doch Christus Jesus8,34 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. für uns ein –der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt8,34 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. wurdeund an der rechten Seite8,34 rechte Seite: Die rechte Seite ist der Ehrenplatz. Gottes sitzt.

35Was kann uns von Christus8,35 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. und seiner Liebe trennen?Etwa Leid, Angst oder Verfolgung,Hunger oder Kälte,Gefahr oder gar die Hinrichtung?36Schließlich heißt es ja in der Heiligen Schrift8,36 in der Heiligen Schrift: Zitat aus Psalm 44,23.:»Weil wir uns zu dir bekennen,bedroht man uns täglich mit dem Tod.Wie Schlachtvieh werden wir behandelt.«37Doch aus alldemgehen wir als strahlende Sieger hervor.Das haben wir dem zu verdanken,der uns so sehr geliebt hat.38Ich bin zutiefst überzeugt:Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen –nicht der Tod und auch nicht das Leben,keine Engel und keine weltlichen Mächte,nichts Gegenwärtiges und nichts Zukünftigesund auch keine andere gottfeindliche Kraft.39Nichts Über- oder Unterirdischesund auch nicht irgendetwas anderes,das Gott geschaffen hat –nichts von alledemkann uns von der Liebe Gottes trennen.In Christus Jesus, unserem Herrn8,39 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt.,hat Gott uns diese Liebe geschenkt.
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Gott steht zu seinem Volk Israel

Römer 9,1–11,36

Das Versprechen Gottes gegenüber Israel

91Für das, was ich jetzt sage,berufe ich mich auf Christus9,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..Es ist die Wahrheit, ich lüge nicht.Auch mein Gewissen bezeugt esund erhält dafür die Bestätigungdurch den Heiligen Geist9,1 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.:2Ich bin wirklich sehr traurig,ja, mir schmerzt immerzu das Herz.3Denn es geht um meine Brüder und Schwestern9,3 Brüder und Schwestern: Wörtlich »Brüder«. Das griechische Wort meint hier sowohl Juden als auch Jüdinnen..Ich wünschte nur, ich könnte an ihre Stelle tretenund selbst verflucht sein –ausgeschlossen aus der Gemeinschaft mit Christus.Es sind schließlich meine Landsleute,mein eigenes Fleisch und Blut.4Sie sind doch Israeliten9,4 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.!Sie sind Kinder Gottesund haben Anteil an seiner Herrlichkeit9,4 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..Mit ihnen hat Gott mehrfach einen Bund9,4 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt davon, dass Gott mit Israel einen Bund schließt und es so zu seinem Volk macht. Nachdem die Israeliten Gottes Gebote übertreten und den Bund gebrochen hatten, erneuerte Gott diesen Bund in 2. Mose/Exodus 34,1-10. geschlossen.Er hat ihnen das Gesetz9,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. gegeben und sie gelehrt,ihn in rechter Weise zu verehren.Und er hat ihnen sein Versprechen gegeben.5Sie sind Nachkommen der Stammväter9,5 Stammväter: Abraham, Isaak, Jakob und seine 12 Söhne. Das Volk Israel versteht sich als deren Nachkommen.,von denen auch Christus9,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.seiner leiblichen Herkunft nach abstammt.Gott, der über allem steht, sei in Ewigkeit gelobt! Amen9,5 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«.

Gott trifft seine Wahl

6Es ist ja nicht so, dass Gottes Zusage hinfällig ist.Allerdings gehören nicht alle Israelitenauch wirklich zu Israel9,6 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen..7Genauso wenig sind alle Menschen,die von Abraham9,7 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. abstammen,auch wirklich seine Nachkommen.Sondern Gott hatte gesagt9,7 hatte gesagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 21,12.:»Die Nachkommen Isaakssollen als deine Nachkommen gelten.«8Das heißt: Die leiblichen Nachkommen9,8 leibliche Nachkommen: Abraham hatte zwei Söhne mit zwei Frauen: Isaak mit seiner Frau Sara und Ismael mit ihrer Magd Hagar, vgl. 1. Mose/Genesis 16 und 1. Mose/Genesis 21,1-13. von Abrahamsind nicht zwangsläufig Kinder Gottes.Nur die Kinder, die auf Gottes Versprechen zurückgehen,gelten wirklich als seine Nachkommen9,8 seine Nachkommen: Meint Isaak und seine Nachkommen. Isaak wurde geboren, weil Gott es Abraham versprochen hatte; vgl. 1. Mose/Genesis 18,9-15 und 1. Mose/Genesis 21,1-13..9Denn Gott gab Abraham das Versprechen9,9 Versprechen: Das Versprechen nimmt Worte aus 1. Mose/Genesis 18,10 und 1. Mose/Genesis 18,14 auf.:»Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wiederkommen.Dann wird Sara einen Sohn haben.«

10Aber nicht nur bei ihr war es so,bei Rebekka9,10 Rebekka: Frau von Isaak und Mutter von Jakob und Esau, vgl. 1. Mose/Genesis 24–27. war es ähnlich:Sie bekam nur von einem Mann Kinder,nämlich von unserem Vorfahren Isaak9,10 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35..11Ihre Kinder9,11 Kinder: Meint die Zwillinge Jakob und Esau. waren noch nicht geboren,und keines hatte irgendetwas Gutes oder Böses getan.Aber Gott hatte schon seine Wahl9,11 seine Wahl: Nur eines der beiden Kinder wird zum Stammvater des Volkes Israel: Jakob. getroffenund bestimmt, was geschehen sollte.12Dabei kam es nicht auf irgendwelchen Taten an,sondern es war allein Gottes Entscheidung.Damals sagte9,12 sagte: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 25,23. Gott zu Rebekka:»Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.«13So steht9,13 steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Maleachi 1,2-3. es auch an einer anderen Stelle:»Jakob9,13 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. habe ich geliebt,Esau9,13 Esau: Zwillingsbruder von Jakob und Stammvater der Edomiter, vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–36,43. dagegen habe ich gehasst.«

Gott schenkt sein Erbarmen, wem er will

14Was sollen wir dazu sagen?Etwa: »Ist Gott ungerecht?«Auf keinen Fall!15Er sagt ja zu Mose9,15 er sagt zu Mose: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 2. Mose/Exodus 33,19.:»Ich werde dem mein Erbarmen schenken,mit dem ich Erbarmen habe.Und ich werde dem mein Mitleid zeigen,mit dem ich Mitleid habe.«16Es kommt also nicht darauf an,ob der Mensch etwas willoder ob er sich abmüht.Vielmehr kommt es allein auf Gottes Erbarmen an.17Entsprechend steht über den Pharao9,17 Pharao: König von Ägypten, für den die Israeliten wie Sklaven arbeiten mussten.in der Heiligen Schrift9,17 in der Heiligen Schrift: Das Zitat nimmt Worte aus 2. Mose/Exodus 9,16 auf.:»Ich habe dich nur deshalb zum Herrscher gemacht,damit ich an dir meine Macht zeigen kann.Dadurch soll mein Nameauf der ganzen Erde bekannt werden.«18Gott entscheidet also frei,wem er sein Erbarmen schenkt.Und ebenso entscheidet er,wer sich ihm gegenüber verschließen soll.

19Du könntest jetzt einwenden:»Wieso zieht Gott uns dann überhaupt zur Rechenschaft?Seinem Willen kann sich doch niemand widersetzen!«20Du Mensch, wer bist du eigentlich,dass du mit Gott streiten willst!»Sagt etwa9,20 sagt etwa ...: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 45,9. ein Gefäß zu dem, der es geformt hat:›Warum hast du mich so gemacht?‹«21Hat nicht der Töpfer9,21 der Töpfer: Der Text nimmt in diesem Vers Bezug auf das Gleichnis vom Töpfer in Jeremia 18,1-12. alle Macht über den Ton?Er kann doch aus ein und demselben Tonklumpenverschiedene Gefäße herstellen:eine Schale für die Festtafel genausowie einen Nachttopf.

22Dabei gilt: Gott will zwar seinen Zorn9,22 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. zeigenund seine Macht offenbaren.Aber dennoch hat er die Gefäße,die seinen Zorn erregen,mit großer Geduld ertragen –also Gefäße,die eigentlich zum Zerschlagen erschaffen wurden.23Und gleichzeitig will er seine ganze Herrlichkeit9,23 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.an den Gefäßen offenbaren, denen sein Erbarmen gilt.Denn die hat er zuvor für die Herrlichkeit bestimmt.24Solche Gefäße sind wir.Uns hat Gott berufen –und zwar nicht nur aus dem jüdischen Volk9,24 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.,sondern auch aus den anderen Völkern.25So sagt er auch bei Hosea9,25 bei Hosea: Das Zitat nimmt Worte aus Hosea 2,1 und Hosea 2,25 auf.:»Ich werde die Menschen ›mein Volk‹ nennen,die nicht mein Volk waren.Und die Frau, die nicht geliebt war,nenne ich ›meine geliebte Frau‹.26Und an dem Ort, wo man zu ihnen gesagt hat:›Ihr seid nicht mein Volk‹ –dort wird man sie ›Kinder des lebendigen Gottes‹ nennen.«27Und Jesaja verkündet9,27 Jesaja verkündet: Zitat aus Jesaja 10,22. laut über Israel9,27 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:»Die Israeliten können so zahlreich seinwie der Sand am Meer.Dennoch wird nur ein kleiner Rest von ihnen gerettet.28Denn der Herr wird auf der Erdesein Wort in die Tat umsetzen: Er wird Israel retten,aber gleichzeitig wird er es zurechtstutzen.«29Es ist so, wie Jesaja es vorhergesagt hat9,29 wie Jesaja vorhersagt hat: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 1,9.:»Hätte der Herr Zebaot9,29 Herr Zebaot: Im Alten Testament übliche Bezeichnung für Gott, die übersetzt »Herr der himmlischen Heere« bedeutet. Sie bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.keine Nachkommen von uns übrig gelassen,wäre es uns wie Sodom9,29 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. ergangen.Wir hätten das Schicksal von Gomorra9,29 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. geteilt.«

Israels Suche nach der Gerechtigkeit

30Was sollen wir dazu sagen?Die anderen Völker haben sich nicht darum bemüht,vor Gott als gerecht9,30 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. anerkannt zu werden.Dennoch gelten sie als gerecht –und zwar als gerecht aufgrund des Glaubens9,30 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..31Israel9,31 Israel: Paulus meint hier die Juden zu seiner Zeit. dagegen hat sich bemüht,das Gesetz9,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. zu befolgen.Dadurch wollte es vor Gott als gerecht gelten.Aber es hat nicht erreicht, worum es im Gesetz geht.32Warum? Weil es nicht aus dem Glauben heraus geschah,sondern weil sie auf ihre eigenen Taten vertrauten.Dabei stolperten sie über den Stein des Anstoßes.33Über ihn steht schon in der Heiligen Schrift9,33 in der Heiligen Schrift (Vers 33): Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 8,14 und der griechischen Übersetzung von Jesaja 28,16.:»Auf den Berg Zion lege icheinen Stein, an dem man Anstoß nimmt –einen Fels, über den man stolpert.Wer an den glaubt, wird nicht zugrunde gehen.«
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Die Rettung kommt durch den Glauben

101Brüder und Schwestern10,1 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,das ist mein Herzenswunsch und meine große Bitte:Gott soll die Menschen retten,die zu meinem Volk10,1 mein Volk: Für Paulus das jüdische Volk. gehören.2Ich kann bezeugen,dass sie sich wirklich für die Sache Gottes einsetzen.Nur haben sie nicht die rechte Erkenntnis.3Sie verstehen nicht,worum es bei der Gerechtigkeit Gottes10,3 Gerechtigkeit Gottes: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. geht.Stattdessen streben sie nach dem,was sie selbst für Gerechtigkeit halten.Deshalb haben sie sich nichtder Gerechtigkeit untergeordnet,die Gott ihnen schenken will.4Denn mit Christus10,4 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ist das Ziel erreicht,um das es im Gesetz10,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. geht:Jeder, der an ihn glaubt10,4 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt., gilt vor Gott als gerecht10,4 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen..

5Mose schreibt10,5 Mose schreibt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 3. Mose/Levitikus 18,5. über die Gerechtigkeit10,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes.,die wir durch das Gesetz10,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. erlangen können:»Wer seine Vorschriften befolgt,wird durch sie das Leben erlangen.«6Dagegen heißt es10,6 dagegen heißt es: Im Folgenden wird ein Gedanke aus 5. Mose/Deuteronomium 30,12-14 aufgenommen. von der Gerechtigkeit,die wir durch den Glauben10,6 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. erlangen:»Frage dich nicht:Wer wird in den Himmel10,6 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hinaufsteigen?«– So als müsste man Christus10,6 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. von dort herabholen! –7»Auch nicht: Wer wird in die Unterwelt10,7 Unterwelt: Meint das Totenreich, das man sich in damaliger Zeit als Ort unter der Erde vorstellte. hinabsteigen?«– So als müsste man Christus von den Toten holen! –8Sondern wie heißt es doch?»Das Wort Gottes ist dir ganz nahe.Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.«Es ist das Wort des Glaubens, das wir verkünden.

9Wenn du also mit deinem Mund bekennst:»Jesus10,9 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ist der Herr10,9 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen.Und wenn du aus ganzem Herzen10,9 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. glaubst:»Gott hat ihn von den Toten auferweckt10,9 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.Dann wirst du gerettet werden.10Denn aus dem Herzen kommt der Glaube10,10 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.,der gerecht10,10 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. macht.Und aus dem Mund kommt das Bekenntnis10,10 Bekenntnis: Jemand spricht öffentlich aus, dass er an Jesus Christus glaubt. So wissen alle, dass diese Person ihr Leben in den Dienst von Christus stellt.,das zur Rettung führt.11So steht es ja in der Heiligen Schrift10,11 in der Heiligen Schrift (Vers 11): Das Zitat nimmt Worte aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 28,16 auf.:»Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.«12Das gilt ohne Unterschied für Juden10,12 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. und Griechen10,12 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache..Alle haben ein und denselben Herrn.Und der lässt alle an seinem Reichtum teilhaben,die ihn anrufen.13Denn es heißt10,13 es heißt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Joel 3,5. ja auch:»Jeder, der den Namen10,13 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. des Herrn anruft,wird gerettet werden.«

Nicht alle haben die Gute Nachricht angenommen

14Aber wie kann man jemanden anrufen,an den man nicht glaubt10,14 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.?Oder wie kann man an jemandem glauben,von dem man nichts gehört hat?Und wie kann man von jemandem hören,wenn es keine Verkündigung von ihm gibt?15Wie aber kann es eine Verkündigung geben,wenn niemand dazu ausgesandt wurde? –Gerade darüber steht ja in der Heiligen Schrift10,15 in der Heiligen Schrift (Vers 15): Das Zitat nimmt ein Bild aus Jesaja 52,7 auf.:»Willkommen sind die Boten, die Gutes verkünden!«

16Aber nicht alle haben auf diese Gute Nachricht10,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. gehört.So fragt schon Jesaja10,16 fragt Jesaja: Zitat aus Jesaja 53,1.:»Herr10,16 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., wer hat unserer Botschaft geglaubt?«17Also: Der Glaube10,17 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommt vom Hören auf die Botschaft.Die Botschaft aber wirkt durch den Auftrag,den Christus gegeben hat.18Ich frage euch: Haben die Menschen aus meinem Volk10,18 mein Volk: Für Paulus das jüdische Volk.etwa die Botschaft nicht gehört?Im Gegenteil!Es heißt10,18 es heißt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 19,5. ja: »Ihr Ruf geht hinaus in alle Länder.Ihre Kunde dringt bis an das Ende der Welt.«19Ich frage noch einmal:Hat Israel die Botschaft etwa nicht verstanden?O doch! Schließlich hat schon Mose als Erster gesagt10,19 Mose sagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 32,21.:»›Ich will euch eifersüchtig machen auf ein Volk,das gar keines ist‹, spricht Gott.›Auf ein Volk ohne jede Erkenntniswill ich euch zornig machen.‹«20Und Jesaja wagt sogar zu sagen10,20 Jesaja sagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 65,1.:»›Ich habe mich von denen finden lassen,die mich gar nicht gesucht haben‹, spricht Gott.›Ich habe mich denen gezeigt,die gar nicht nach mir gefragt haben.‹«21Und zu Israel sagt Gott10,21 sagt Gott: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 65,2.:»Den ganzen Tag habe icheinladend meine Hände ausgestreckt –nach einem Volk, das mir nicht gehorchtund das mir ständig widerspricht.«