BasisBibel (BB)
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Für alle gilt der gleiche Maßstab

21Deshalb hast du auch keine Entschuldigung,du Mensch, der du dich zum Richter aufspielst.Das gilt für jeden, der so handelt.Wenn du jemand anderen verurteilst,sprichst du damit selbst das Urteil über dich.Denn du verurteilst zwar andere,handelst aber genauso.2Wir wissen aber:Wer so handelt, über den spricht Gott das Urteil.Und dieses Urteil entspricht der Wahrheit.3Du Mensch,du tust doch genau dasselbe wie die anderen,die du verurteilst.Rechnest du wirklich damit,dem Urteil Gottes entgehen zu können?4Oder missachtest du Gottes große Güte,Nachsicht und Geduld?Erkennst du denn nicht,dass Gottes Güte dich dazu bewegen will,dein Leben zu ändern2,4 das Leben ändern: In anderen Übersetzungen oft »Buße«. Meint die eigene Schuld gegenüber Gott anzuerkennen und das Leben auf Gott auszurichten.?5Du bist starrsinnigund im tiefsten Herzen nicht bereit,dich zu ändern.Und so ziehst du dir selbstmehr und mehr den Zorn Gottes2,5 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. zubis zum Tag des Zorns2,5 Tag des Gerichts: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an..Das ist der Tag,an dem Gott sich als gerechter Richter offenbart.

6Gott wird allen das geben,was sie für ihre Taten verdienen:7Es gibt Menschen,die sich nicht davon abbringen lassen,Gutes zu tun.Es geht ihnen um Herrlichkeit2,7 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.,Ehre2,7 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. und Unvergänglichkeit.Ihnen wird Gott das ewige Leben2,7 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. schenken.8Aber andere handeln aus Eigennutz.Sie folgen nicht der Wahrheit Gottes,sondern setzen auf das Unrecht.Gottes grimmiger Zorn wird sie treffen.9Über jeden Menschen, der Böses tut,lässt er Not und Verzweiflung hereinbrechen.Das gilt an erster Stelle für die Juden2,9 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.und dann auch für die Griechen2,9 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache..10Aber jedem, der Gutes tut,schenkt Gott Herrlichkeit, Ehre und Frieden2,10 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht..Das gilt ebenso an erster Stelle für die Judenund dann auch für die Griechen.11Denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.12Es gibt Menschen, die das Gesetz2,12 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. übertreten haben,ohne es zu kennen.Sie werden auch ohne das Gesetz zugrunde gehen.Andere kennen das Gesetz, übertreten es aber trotzdem.Sie werden mithilfe des Gesetzes verurteilt werden.13Denn es genügt nicht, das Gesetz zu hören,um vor Gott als gerecht2,13 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. zu bestehen.Nur wer das Gesetz auch befolgt,wird als gerecht gelten.

14Die Völker kennen das Gesetz2,14 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. zwar nicht.Trotzdem tun sie von sich aus,was das Gesetz verlangt.Obwohl sie das Gesetz nicht kennen,tragen sie es offensichtlich in sich.15Sie zeigen damit,dass das vom Gesetz geforderte Handelnin ihr Herz geschrieben ist.Ihr Gewissen bestätigt das.So streiten ja auch in ihren GedankenAnklage und Verteidigung miteinander.16Das wird an dem Tag sichtbar,an dem Gott durch Christus Jesus2,16 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. Gericht2,16 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. hält.Dann urteilt er über das,was im Menschen verborgen ist.So entspricht es der Guten Nachricht2,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.,die ich verkünde.

Es gibt keine Ausnahme für die Juden

17Also, du bezeichnest dich als Jude2,17 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten..Du verlässt dich auf das Gesetzund bist stolz, dass du zu Gott gehörst.18Du kennst seinen Willen.Du kannst beurteilen, worauf es ankommt,denn das hat dich das Gesetz2,18 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. gelehrt.19Du meinst, du bist ein Blindenführer,ein Licht für alle, die im Dunkel leben.20Du hältst dich für einen Erzieher der Unverständigenund einen Lehrer der Unmündigen.Du bist überzeugt, dass du im Gesetzdie Verkörperung der Erkenntnis und der Wahrheit besitzt.21Doch wieso belehrst du andere,aber dich selbst belehrst du nicht?Wieso verkündest du, nicht zu stehlen,und stiehlst selbst?22Wieso forderst du, die Ehe nicht zu brechen2,22 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.,und du selbst brichst sie?Wieso verachtest du die Götzenbilder2,22 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten.und bereicherst dich trotzdem an ihnen?23Du bist stolz auf das Gesetz.Aber du verstößt dagegenund raubst damit Gott die Ehre2,23 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht.!24So steht es schon in der Heiligen Schrift2,24 in der Heiligen Schrift (Vers 24): Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 52,5.:»Euretwegen wird unter den Völkernder Name Gottes2,24 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. in den Schmutz gezogen.«

25Die Beschneidung2,25 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. nützt dir nur dann etwas,wenn du das Gesetz2,25 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgst.Wenn du gegen das Gesetz verstößt,giltst du trotz Beschneidung als Unbeschnittener.26Umgekehrt könnte es doch sein,dass ein Unbeschnittener sichan die Vorschriften des Gesetzes hält.Dann zählt er zu den Beschnittenen,obwohl er nicht beschnitten ist.27Es wird also der über dich Gericht halten,der das Gesetz befolgt –und das, obwohl er körperlich nicht beschnitten ist.Denn du verstößt gegen das Gesetz –und das, obwohl es dir schriftlich vorliegtund du beschnitten bist.28Wirklich Jude2,28 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. ist man nicht,weil man es nach außen hin ist.Und die Beschneidung,die nur äußerlich am Körper vollzogen wird,ist nicht die wahre Beschneidung.29Nein, wirklich Jude ist man, wenn man es im Innern ist.Und die wahre Beschneidung ist eine Sache des Herzens.Sie geschieht durch den Geist,nicht durch das Festhalten an Buchstaben2,29 Buchstaben: Meint die Buchstaben des Gesetzes..Dafür gibt es keine Anerkennung durch Menschen,sondern nur durch Gott.
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Gott ist gerecht und treu

31Was haben dann die Juden3,1 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.den anderen Völkern voraus?Und was nützt ihnen die Beschneidung3,1 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk.?2Viel – und zwar in jeder Hinsicht!Zunächst einmal:Ihnen hat Gott seine Botschaft anvertraut.3Was hat das für Folgen?Wenn einige von ihnendieser Botschaft untreu geworden sind,hebt dann ihre Treulosigkeit Gottes Treue auf?4Auf gar keinen Fall!Vielmehr wird sich zeigen, dass Gott wahrhaftig ist,während der Mensch sein Wort immer bricht.So steht es schon in der Heiligen Schrift3,4 in der Heiligen Schrift (Vers 4): Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 51,6.:»Du, Gott, sollst recht behalten mit deinen Wortenund als Sieger dastehen, wenn man dich anklagt.«5Wenn aber unsere UngerechtigkeitGottes Gerechtigkeit überhaupt erst beweist,was heißt das?Ist Gott etwa ungerecht,wenn er seinen Zorn über uns walten lässt?– Ich rede hier, wie Menschen eben reden. –6Auf gar keinen Fall!Denn wie könnte Gott dann nochüber die Welt Gericht3,6 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. halten?7Aber kommt Gottes Wahrhaftigkeitnicht erst durch meine Wortbrüchigkeitvoll zur Geltung?Und wird dadurch seine Herrlichkeit3,7 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. nicht umso größer?Warum werde ich dann noch wie ein Sünder3,7 Sünder: Mensch, der sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet. verurteilt?8Warum sagen wir dann nicht gleich:»Lasst uns das Böse tun,damit das Gute dabei herauskommt!«?Einige, die uns schlechtmachen,behaupten ja, dass wir so reden!Aber wer einen solchen Standpunkt vertritt,den trifft zu Recht das Urteil Gottes.

Kein Mensch ist vor Gott gerecht

9Was heißt das?Sind wir dann im Vorteil? Keineswegs!Wir hatten doch zuvor die Anschuldigung vorgebracht:Juden3,9 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. und Griechen3,9 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache. befinden sich gleichermaßenin der Gewalt der Sünde3,9 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann..10So steht es auch in der Heiligen Schrift3,10 in der Heiligen Schrift (Vers 10): Das Zitat in den Versen 10-18 setzt sich zusammen aus Psalm 5,10; Psalm 10,7; Psalm 14,2-3; Psalm 36,2; Psalm 140,4; Sprichwörter 1,16 und Jesaja 59,7-8.:»Keiner ist gerecht3,10 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. – nicht ein Einziger.113,11 Vers 10-12: In den Versen 10-12 wird aus Psalm 14,2-3 zitiert. Keiner ist einsichtig, keiner fragt nach Gott.12Alle sind sie von ihm abgefallen,allesamt sind sie verdorben.Es gibt keinen, der etwas Gutes tut!Auch nicht einen Einzigen!133,13 Vers 13: In Vers 13 wird aus Psalm 5,10 und Psalm 140,4 zitiert. Ihr Rachen ist ein offenes Grab,ihre Zunge gebrauchen sie zum Betrug.Schlangengift steckt unter ihren Lippen.143,14 Vers 14: In Vers 14 wird aus Psalm 10,7 zitiert. Aus ihrem Mund kommen lauter Flüche und bittere Worte.153,15 Vers 15-17: In den Versen 15-17 wird aus Sprichwörter 1,16 und Jesaja 59,7-8 zitiert. Schnell sind sie dabei, Blut zu vergießen.16Verwüstung und Elend begleiten ihre Wege.17Und den Weg, der zum Frieden3,17 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. führt,kennen sie nicht.183,18 Vers 18: In Vers 18 wird aus Psalm 36,2 zitiert. Sie kennen kein Erschrecken vor Gott.«

19Wir aber wissen: Was im Gesetz3,19 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. steht, das gilt für die,denen das Gesetz gegeben wurde3,19 denen das Gesetz gegeben wurde: Paulus meint Juden, die nach den Lebensvorschriften des Alten Testaments, vor allem der fünf Bücher Mose, leben..Damit soll jeder Einwand zum Schweigen gebracht werden.Denn die ganze Welt ist vor Gott schuldig.20Schließlich verhält es sich doch so:Kein Mensch ist vor Gott gerecht,weil er das Gesetz befolgt.Vielmehr erkennen wir erst durch das Gesetz,was Sünde ist.

Der Mensch wird gerecht durch den Glauben

Römer 3,21–5,21

Die Gerechtigkeit kommt durch den Glauben an Jesus Christus

21Aber jetzt ist Gottes Gerechtigkeit3,21 Gerechtigkeit Gottes: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. offenbar geworden,und zwar unabhängig vom Gesetz3,21 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose..Das bezeugen das Gesetz und die Propheten3,21 Gesetz und Propheten: Im Neuen Testament eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift..22Es ist der Glaube3,22 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. an Jesus Christus3,22 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.,der uns die Gerechtigkeit Gottes zugänglich macht.Der Weg zu ihr steht allen Glaubenden offen.Denn in dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied:23Alle sind schuldig3,23 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. gewordenund haben keinen Anteil mehran der Herrlichkeit3,23 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes.24Sie verdanken es also allein seiner Gnade3,24 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt.,dass sie von Gott als gerecht angenommen werden.Er schenkt es ihnen aufgrund der Erlösung,die durch Christus Jesus geschehen ist.25Durch dessen Blut3,25 dessen Blut: Anspielung auf den Tod von Jesus Christus am Kreuz. Es steht für Gottes Zuwendung zu den Menschen, für die Jesus sein Leben am Kreuz opferte, um die Sünden der Menschen wegzunehmen. hat Gott ihnals Zeichen der endgültigen Versöhnung3,25 Zeichen der endgültigen Versöhnung: Der griechische Ausdruck bezeichnet ursprünglich die Deckplatte der Bundeslade, die im Allerheiligsten des Tempels stand. Beim Gottesdienst am Versöhnungstag wurde das Blut eines Opfertieres auf die Deckplatte gesprengt. Mit dieser religiösen Handlung wurden Sünde und Schuld aufgehoben und die Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch wiederhergestellt, vgl. 3. Mose/Levitikus 16,11-22. Für Paulus bewirkt der Tod von Jesus am Kreuz dasselbe für alle, die an ihn glauben. eingesetzt.Und durch den Glauben erhalten wir Anteil daran.So hat Gott seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt.Lange hat er die Verfehlungen ungestraft gelassen,die früher begangen wurden.26Gott hat sie in Geduld ertragen.Doch jetzt, zu diesem besonderen Zeitpunkt,will er beweisen, dass er wirklich gerecht ist.Ja, er ist gerecht.Und er nimmt diejenigen als gerecht3,26 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. an,die aus dem Glauben an Jesus leben.

27Gibt es irgendeinen Grund, auf etwas stolz zu sein?Nein, das ist ausgeschlossen!Welches Gesetz schließt das aus?Etwa das Gesetz der Werke?Nein, sondern das Gesetz des Glaubens3,27 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.!28Denn wir sind der Überzeugung,dass der Mensch allein aufgrund des Glaubensgerecht3,28 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. ist –unabhängig davon, ob er das Gesetz befolgt.29Oder ist Gott nur für die Juden3,29 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. da?Und nicht auch für die anderen Völker?Natürlich ist er auch für die anderen Völker da!30Denn es ist ein und derselbe Gott,der beide als gerecht annehmen wird:die Juden aufgrund des Glaubensund genauso die anderen mithilfe des Glaubens.31Bedeutet das, dass wir durch den Glaubendas Gesetz außer Kraft setzen?Im Gegenteil!So bringen wir das Gesetz erst richtig zur Geltung.
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Das Beispiel Abrahams

41Wir fragen weiter:Wie verhielt es sich eigentlich bei Abraham4,1 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25.,unserem leiblichen Stammvater?Was hat er erreicht?2Gilt Abraham etwa aufgrund seiner eigenen Tatenals gerecht4,2 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen.?Dann hätte er allen Grund, stolz zu sein.Aber vor Gott zählt das nicht.3Was steht denn in der Heiligen Schrift4,3 in der Heiligen Schrift (Vers 3): Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 15,6.?»Abraham glaubte4,3 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. Gott,und das rechnete ihm Gott als Gerechtigkeit4,3 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. an.«4Wer eine Arbeit leistet,bekommt seinen Lohn nicht aus Gnade,sondern weil er ihm zusteht.5Anders ist es, wenn jemand bei Gottkeine eigenen Leistungen vorzuweisen hat:Glaubt er an den, der die Frevler4,5 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. gerecht macht,wird ihm dieser Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.6Davon redet ja auch schon David4,6 redet auch David: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 32,1-2. David, ein bedeutender König Israels, gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..Er nennt einen Menschen glücklich,dem Gott unabhängig von dessen Leistungenetwas als Gerechtigkeit anrechnet:7»Glückselig ist jeder,dessen Vergehen vergeben werdenund dessen Sünden4,7 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. zugedeckt sind.8Glückselig ist der Mensch,dem der Herr4,8 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. die Schuld nicht anrechnet.«

9Gilt dieser Zuspruch des Glücks nur für die Juden4,9 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.,also die Beschnittenen4,9 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk.?Oder gilt er auch für die Unbeschnittenen?Wir sagen: Gott hat Abraham4,9 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. den Glauben4,9 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.als Gerechtigkeit4,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. angerechnet.10Unter welchen Umständen geschah das?War er damals bereits beschnittenoder war er noch nicht beschnitten?Es geschah nicht, als er bereits beschnitten war,sondern als er noch nicht beschnitten war.11Abraham erhielt das Zeichen der Beschneidungals Siegel4,11 Siegel: Bringt die unbedingte Gültigkeit der Beschneidung als Zeichen des Bundes zwischen Abraham, seinen Nachkommen und Gott zum Ausdruck. für seine Gerechtigkeit.Diese Gerechtigkeit hatte Gott ihmaufgrund des Glaubens zuerkannt,den er vor seiner Beschneidung gezeigt hatte.Denn Abraham sollte auchzum Vater von allen Menschen werden,die glauben, ohne beschnitten zu sein.Und deshalb wird Gott auch diesen Menschenihren Glauben als Gerechtigkeit anrechnen.12Und natürlich bleibt Abraham der Vater der Juden,also der Beschnittenen.Allerdings nicht nur deshalb,weil sie beschnitten sind.Sie müssen auch in seine Fußstapfen treten.Das heißt: Sie müssen denselben Glauben zeigenwie unser Vater Abraham vor seiner Beschneidung.

Wegen seines Glaubens nahm Gott Abraham als gerecht an

13Gott hat Abraham4,13 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. und seinen Nachkommen versprochen,dass sie die ganze Welt als Erbe4,13 Erbe: In 1. Mose/Genesis 22,17-18 verspricht Gott Abraham eine große Nachkommenschaft, die ein Segen für die ganze Welt sein wird. Paulus versteht dieses Versprechen als Zusage für ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. erhalten.Er gibt ihnen dieses Versprechen aber nicht,weil sie das Gesetz4,13 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgen.Er gibt es ihnen,weil er sie aufgrund ihres Glaubens4,13 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.als gerecht4,13 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. annimmt.14Wenn diejenigen, die das Gesetz befolgen,die Erben wären,dann hätte der Glaube keine Bedeutung.Außerdem wäre dann das Versprechen Gottes hinfällig.15Denn das Gesetz ruft unvermeidlichden Zorn Gottes4,15 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. hervor.Aber wo es kein Gesetz gibt,gibt es auch keine Übertretung des Gesetzes.

16Deshalb gilt für das Versprechen Gottes:Es ist an den Glauben4,16 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. gebunden,damit es durch Gottes Gnade4,16 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. in Erfüllung geht.Nur so bleibt das Versprechenfür alle Nachkommen gültig.Nicht nur für diejenigen, die das Gesetz4,16 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgen.Sondern auch für diejenigen,die aus demselben Glauben lebenwie Abraham, der Vater von uns allen.17So steht es ja in der Heiligen Schrift4,17 in der Heiligen Schrift: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 17,5.:»Ich habe dich dazu bestimmt,Vater von vielen Völkern zu sein.«

Abraham4,17 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. hatte Gott vor Augen,denn er glaubte an den,der die Toten lebendig macht.Der ruft auch das ins Dasein, was nicht ist.18Wo es eigentlich keinen Grund zur Hoffnung gab,hat Abraham voller Hoffnung am Glauben festgehalten.Und so wurde er zum Vater von vielen Völkern –wie Gott es ihm versprochen4,18 versprochen: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 15,5. Die Zahl der Nachkommen wird dort mit der Zahl der Sterne am Himmel verglichen. hatte:»So zahlreich werden deine Nachkommen sein.«19Er wurde im Glauben nicht unsicher –auch dann nicht, als er merkte,dass er nicht mehr Vater werden konnte.Er war ja fast einhundert Jahre alt.Und auch Sara4,19 Sara: Frau von Abraham. Sie war ähnlich alt wie ihr Mann, als ihr Sohn Isaak geboren wurde. konnte nicht mehr Mutter werden.20Aber er stellte das Versprechen Gottesnicht ungläubig infrage.Im Gegenteil: Sein Glaube wurde umso stärker.Er gab Gott die Ehre4,20 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht.21und war fest überzeugt:Was Gott versprochen hat, das kann er auch halten.22Deshalb rechnete Gott Abrahamseinen Glauben4,22 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. als Gerechtigkeit4,22 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. an.

Abraham soll das Vorbild für alle Menschen sein

23Aber nicht nur seinetwegen steht in der Heiligen Schrift4,23 in der Heiligen Schrift: Verkürztes Zitat aus 1. Mose/Genesis 15,6. Damit knüpft Paulus – wie auch in Vers 22 – an Römer 4,3 an.:»Gott rechnete ihm diesen Glauben an.«24Sondern es geht dabei auch um uns.Auch uns soll der Glaube angerechnet werden.Denn wir glauben an den,der Jesus4,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., unseren Herrn4,24 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., von den Toten auferweckt4,24 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. hat.25Gott hat Jesus wegen unserer Verfehlungenin den Tod gegeben.Und er hat ihn auferweckt,damit wir vor Gott gerecht4,25 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. sind.