BasisBibel NT+Ps (BB)
93

Gott herrscht als König

931Der HERR herrscht als König.

Er hat seine hohe Stellung angetreten.

Der HERR trägt sie wie ein Kleid am Leib.

Kraft hat er sich wie einen Gürtel umgebunden.

Die Erde ist fest gegründet, dass sie nicht wankt.

2Seit jeher ist dein Thron93,2 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes, die schon immer besteht und den Bestand der Erde sichert. fest gegründet.

Seit frühester Zeit herrschst du als König.

3Damals, HERR, brausten die Wasserströme.

Es brausten die Wasserströme93,3 Wasserströme: Anklang an eine alte Vorstellung: Mit dem Sieg über das Meer als Chaosmacht tritt Gott seine Königsherrschaft an. mit Getöse,

Welle um Welle mit ohrenbetäubendem Lärm.

4Gewaltig ist das Getöse der Wasserfluten.

Mächtiger sind die Brecher des Meeres,

am mächtigsten aber ist der HERR in der Höhe.

5Deine Vorschriften stehen zuverlässig fest.

Dein Haus93,5 Haus: Bezeichnung für den Tempel. ist schön, voller Heiligkeit,

HERR, für die Dauer der Zeiten.

94

Der Richter der Welt

941HERR, du Gott der Vergeltung,

du Gott der Vergeltung, erscheine!

2Steh doch auf, du Richter der Welt!

Diese Leute handeln voll Hochmut.

Lass ihre Taten auf sie zurückfallen94,2 zurückfallen auf jemanden: Nach biblischer Vorstellung von Tun und Ergehen wird der Mensch von seiner bösen Tat eingeholt und muss dann die Verantwortung dafür tragen.!

3Wie lange94,3 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch, Herr, dürfen die Frevler94,3 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.

wie lange dürfen die Frevler triumphieren?

4Sie quasseln und halten freche Reden.

Sie brüsten sich, alle diese Übeltäter!

5Sie trampeln auf deinem Volk herum, HERR,

und unterdrücken dein Eigentum94,5 Eigentum: Hinweis auf das enge Verhältnis zwischen Gott und Israel..

6Sie töten die Witwen und Fremden94,6 Fremde: Ausländer, die nicht zur Rechtsgemeinde Israels gehören, aber durch das Gastrecht geschützt sind.

und ermorden die Waisenkinder.

7Sie sagten: »Der HERR sieht es nicht!

Der Gott Jakobs94,7 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck. merkt es nicht!«

8Merkt euch das, ihr Dummen im Volk!

Habt ihr denn gar keinen Verstand?

Wann kommt ihr nur zur Vernunft?

9Er, der den Menschen Ohren schenkte:

Sollte er selbst nicht hören können?

Er, der die Augen geschaffen hat:

Sollte er selbst nicht sehen können?

10Er, der die fremden Völker erzieht:

Sollte er denn nicht strafen können?

Er, der die Menschen Erkenntnis lehrt! –

11Der Herr kennt die Pläne des Menschen.

Er weiß, dass sie sich in Luft auflösen.

12Glücklich zu preisen ist der Mensch,

den du, HERR, zu einem guten Leben erziehst –

den du in der Heiligen Schrift94,12 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. unterrichtest.

13So gibst du ihm Gelassenheit in schweren Zeiten,

bis man dem Frevler94,13 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. das Grab geschaufelt hat.

14Denn der HERR lässt sein Volk nicht im Stich.

Sein Eigentum überlässt er keinem anderen.

15Denn zur Gerechtigkeit94,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. kehrt das Recht zurück.

Hinter ihm stehen alle, die aufrichtig sind.

16Wer leistet mir Beistand gegen die Bösen?

Wer verteidigt mich gegen die Übeltäter?

17Wäre der HERR mir nicht zu Hilfe gekommen,

wäre ich beinahe in Totenstille94,17 Totenstille: Bildwort für das Totenreich unter der Erde, das als ein Ort des Schweigens gilt. versunken.

18Wenn ich dachte: »Mein Fuß verliert den Halt!«

Dann hat deine Güte, HERR, mich gestützt.

19Als viele Sorgen mich im Innern bedrückten,

hat dein Trost mich wieder froh gemacht.

20Darf sich das Willkürgericht auf dich berufen,

wenn es das Recht über die Maßen beugt?

21Gegen den Gerechten94,21 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. rotten sie sich zusammen

und Unschuldige wollen sie schuldig sprechen.

22Doch der HERR wurde mir zur festen Burg94,22 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46.

und mein Gott zum Fels meiner Zuflucht94,22 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

23Ihre Verbrechen aber sollen auf sie zurückfallen94,23 zurückfallen auf jemanden: Nach biblischer Vorstellung von Tun und Ergehen wird der Mensch von seiner bösen Tat eingeholt und muss dann die Verantwortung dafür tragen..

Durch ihre eigene Bosheit vernichtet er sie.

Ja, er vernichtet sie, der HERR, unser Gott.

95

Gott und sein Volk

951Auf, wir wollen dem HERRN zujubeln!

Lasst den Fels95,1 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht. unserer Rettung hochleben!

2Wir wollen mit Dank vor sein Angesicht95,2 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren. treten!

Lasst ihn mit unseren Gesängen hochleben!

3Denn ein großer Gott ist der HERR

und ein großer König über alle Götter.

4In seiner Hand sind die Tiefen95,4 Tiefen, Höhen: Gottes Herrschaft umfasst die Todesmächte unter der Erde und die Himmelsmächte über den Bergen. der Erde,

und die Höhen95,4 Tiefen, Höhen: Gottes Herrschaft umfasst die Todesmächte unter der Erde und die Himmelsmächte über den Bergen. der Berge sind sein Besitz.

5Ihm gehört das Meer – er selbst hat es gemacht,

und das Land – seine Hände haben es geformt.

6Kommt, wir wollen niederfallen und beten95,6 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Lasst uns vor dem HERRN niederknien,

vor unserem Schöpfer95,6 Schöpfung/Schöpfer: Für die Bibel ist es Gott, der am Anfang die Welt geschaffen hat und der sie in der Gegenwart erhält.!

7Denn er ist unser Gott und wir sind sein Volk –

die Schafe, die er auf sein Weideland führt.

Und wir sind es heute noch.

Ach, hört doch auf seine Stimme:

8Seid nicht so starrsinnig wie in Meriba95,8 Meriba, Massa: Meriba (deutsch: Streit) und Massa (deutsch: Probe), zwei Orte auf der Wüstenwanderung Israels, wo sich das Volk gegen Mose auflehnte; vgl. 2. Mose/Exodus 17,7.,

wie in Massa95,8 Meriba, Massa: Meriba (deutsch: Streit) und Massa (deutsch: Probe), zwei Orte auf der Wüstenwanderung Israels, wo sich das Volk gegen Mose auflehnte; vgl. 2. Mose/Exodus 17,7., als ihr in der Wüste95,8 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. wart.

9Damals widersetzten sich eure Vorfahren.

Damals stellten sie mich auf die Probe,

obwohl sie mein Tun gesehen hatten.

10Vierzig Jahre95,10 vierzig Jahre/Tage: Zeitraum, der symbolisch für das volle Maß steht. lang war ich angewidert

von dieser Generation und ich sagte:

»In ihren Herzen sind sie ein irregeleitetes Volk,

und meine Wege haben sie nicht erkannt.

11So habe ich in meinem Zorn95,11 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. geschworen:

Nie sollen sie zu meinem Ruheplatz95,11 Ruheplatz: Der Zion und damit der Tempelberg von Jerusalem, auf dem Gott seinen Wohnsitz genommen hat; vgl. Psalm 132. kommen!«